Forum: Kultur
Nachruf auf Peter Scholl-Latour: Der ewige Abenteurer
DPA

Seine Bücher und Berichte aus der weiten Welt waren so spannend wie die Feldpost eines Geheimagenten. Vielen galt der jetzt gestorbene Peter Scholl-Latour als Nahost-Experte. In Wahrheit war er eine leibhaftige Romanfigur.

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liborum 16.08.2014, 21:21
10. passender Nachruf

Ein passender Nachruf für einen "klassischen" Berichterstatter?, Weltenbummler und gleichzeitig einen Besessenen.
Einer der letzten "Großen" aus der Welt ohne Twitter, Facebook usw..

R.I.P.

Viele werden ihn vermissen.

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zack34 16.08.2014, 21:25
11. Ich werde nie vergessen, wie er einige...

Bundeswehr-Schreibtisch-Strategen hohen Ranges hins. der BW-Beteiligung an div. Interventionen (Afghanistan/Balkan)... vor laufenden Kameras bei Illner & Co. unmissverständlich zurecht wies:

"Mit Verlaub - Sie haben keine Ahnung, wovon Sie da reden!"


Köstlich...


Peter, sehr viele Menschen, die jenseits der glattgebügelten 2min-Infoterrinen für die Massen denken und sich für die Hintergründe interessieren... werden Sie vermissen.

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desitka 16.08.2014, 21:42
12. Verneigung

Es schmerzt, sich vor Peter Scholl-Latour verneigen zu müssen. Nicht, weil er etwa kein guter Journalist gewesen wäre, im Gegenteil. Journalismus, das hat er selbst immer wieder betont, bedeutet, das zu berichten, was man selbst gesehen oder erfahren hat. Nicht das ungeprüfte Ablesen oder Weiterleiten von Agenturmeldungen. PSL hat in einer unnachahmlichen Weise zu den Idealisten unten den Journalisten gehört, denen der Bericht von vor Ort, des selbst Erlebten, immer das Wichtigste war. Und weil er aus diesem Fundus an eigenen Erfahrungen schöpfen konnte, waren seine Berichte auch so wertvoll. Da aber diese eigentlich selbstverständliche Haltung unter Journalisten ausgestorben scheint, müssen wir uns heute vor ihm ganz tief verneigen. Das ist doppelt schade. Ohne Ihn wird uns ein Mahner vor der westlichen Propaganda, die es leider auch immer mehr gibt, nicht mehr geben. Er wird deshalb insbesondere als Korrektiv fehlen. PSL hat seine Aufgabe als Teil der 4. Gewalt im Staate stets unerschrocken wahrgenommen. Allein dafür gebührt ihm schon Dank und Anerkennung. Er kann stolz darauf sein, daß ihn auch in diesem Forum nicht alle mögen. Das war zum Glück nie sein Ansatz. Er verkörperte deshalb auch etwas anderes, was es heute kaum mehr gibt: Karriere und Erfolg basierend auf Kompetenz und nicht auf Windschnittigkeit. Gerade PSL war sich der Zwangsläufigkeit des Todes als natürliche Sache vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen mehr als bewußt. Ich hätte ihn dennoch gern etwas länger behalten.

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Freiberufler 16.08.2014, 21:57
13. Er war für mich immer ein Vorbild, ein ganz grosses

und eines der wenigen, das meine vielen Überprüfungen, mit denen ich meine Vorbilder überzogen habe, unbeschadet, ja fast glorreich überstanden hat. Der einzige, von dem ich spontan dasselbe sagen könnte, wäre Brandt. ------------ Was ich spannend fand, war, dass er in der Lage war, im Laufe der Jahre noch zuzulegen, im Laufe der vielen Jahre, die ich ihn kenne und immer mehr schätzen gelernt habe. Er wird mir fehlen. Ich bin froh, dass ich nach Rhöndorf gehen kann, um seiner Frau meine Condoléances zu überreichen. ---------- Ich ziehe meinen Hut vor diesem Geist ------------- Gruss vom Freiberufler

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Freiberufler 16.08.2014, 22:01
14. Ich muss hinzufügen, dass ich diesen Artikel angemessen fand, Herr Gerlach

Ich hoffe, dass man Ihnen mehr Gelegenheit gibt zu schreiben. ------------ Gruss vom Freiberufler

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Fleetenkieker 16.08.2014, 22:04
15. Requiescat in pace

Betroffenheit und Trauer, daneben aber auch Dankbarkeit und Glück, einen so herausragenden Journalisten hier gehabt zu haben. Seine zahlreichen Reportagen und Bücher bleiben uns ja erhalten, sind eine Messlatte für jeden Auslandskorrespondenten. Das Geheimnis seiner Erfolge und vielseitigen Anerkennung? Eine umfassende Bildung, besonders der Geschichte, Sprachkenntnisse und Schreibtalent, neben Wissensdrang und Mut, einschließlich Respekt auch für Menschen, die seinen Überzeugungen widersprachen. Am meisten hat mich immer beeindruckt, mit welcher Sicherheit er auf seinen Reisen die treibenden Kräfte in anderen Ländern erkannte, ihre Ursachen und Auswirkungen, die unbestechliche Unabhängigkeit seines Urteils.

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nikolaus1962 16.08.2014, 22:09
16. Zu Peter Scholl-Latour

Peter Scholl-Latour habe ich sehr gemocht und ich schäzte sehr sein Nah-Ost Wissen und all seine Berichterstattung, die von sehr hoher Quallität waren. Möge Peter Scholl-Latour im Frieden ruhen, ich verneige mich vor diesem Journalisten Peter Scholl-Latour.

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klugscheißer2011 16.08.2014, 22:20
17. der Sehende

Zitat von sysop
Seine Bücher und Berichte aus der weiten Welt waren s
Über ihn wird man auch in 100 Jahren noch reden, weil er es geschafft hat, aus seinem Leben etwas zu machen.
Er war der Sehende unter all den Blinden.
Scholl-Latour war noch ein echter Herzblutjournalist, einer der offen sagte, was er meinte, auch wenn es nicht in den Mainstream passte.
Leute wie er einer war, werden leider immer seltener in dieser Branche.

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lemmy01 16.08.2014, 22:25
18.

Er war immer vor Ort.

Er war kompetent und analysierte pragmatisch und nüchtern.

Er hatte Rückgrat und eine eigene, oftmals unbequeme, Meinung.

Er war 100% authentisch.

Er sollte ein Vorbild für andere Journalisten sein. Ich kenne in Deutschland keinen anderen Reporter von seiner Qualität.

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Deep Thought 16.08.2014, 22:35
19. Interessanter Nachruf auf Scholl-Latour

nteressanter Nachruf auf scholl-Latour
Man mag ja sogar in Nachrufen kritisch über Pesonen schreiben.
Aber man sollte sich dann wenigstens postmortal unschickliche Bemerkungen verkneifen.

Viel zu oft las ich im Artikel eine subtil herablassenden Ton heraus, wie ihn nur jene "Studierte" pflegen, vor denen sich kluge Leser ebenso wie Scholl-Latour zu recht stets fürchteten und zu vermeiden suchten.



Insofern sagt der Nachruf leider wenig über SL, aber viel über den Nach-Rufenden aus.

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