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"Nafri"-Debatte: Fragen bleiben erlaubt
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Kaum stellt Grünen-Chefin Simone Peter eine Nachfrage zum Kölner Polizeieinsatz, wirft man ihr Weltfremdheit vor. Dabei sind tatsächlich noch einige Fragen zu dem Vorgehen offen.

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larsmach 03.01.2017, 17:25
170. Wollten Sie nicht, dass Männer die Straßenseite wechseln, liebe Frau Stokowski?

Wenn ich in Ghana "Mr White" gerufen werde (von fröhlich und freundlich lächelnden Passanten), dann stört mich das nicht.
Wenn ich in einer Kolumne lese, ich - als Mann! - solle doch bitte im Dunkeln die Straßenseite wechseln, weil ich sonst alleine spazierende Frauen verschrecken könnte, die mich als potenziellen Vergewaltiger oder Belästiger wahrnehmen, dann fühle ich mich hingegen pauschal sehr direkt angegangen!
Margarete Stokowski am 14.6.2016 auf SPON: "Selbst Männer, die sich für komplett harmlos halten, können etwas dafür tun, dieses Klima der Angst zu ändern. Wenn Sie zum Beispiel abends auf der Straße allein hinter einer Frau laufen und diese Ihre Schritte hört, oder wenn Sie ihr entgegenkommen, wechseln Sie doch die Straßenseite. Sie ahnen nicht, wie erleichternd das sein kann."

Als Mann werde ich für das "Klima der Angst" verantwortlich gemacht. Ja: So einfach ist das offenbar.
Die Vokabel dazu heißt "Misandrie".
Seit ich das im Sommer gelesen habe, habe ich Fragen - Fragen an die jungen VertreterInnen der Emanzipation von Frauen. Sind das insgeheim etwa Männer-Hasserinnen? Wollen die eine geschlechtsbezogene Apartheid einführen? Männerfreie U-Bahnwagen und Taxis (wie in Dubai)?
In Margarete Stokowskis Beitrag vom Juni standen Sätze wie: "Wir halten es für eine verdammte Selbstverständlichkeit, dass eine Frau in der Dämmerung nicht mehr im Wald joggen gehen sollte."
Ja, Männer denn nicht..!?? Glauben Sie, liebe Autorin, MIR als Mann macht es Spaß, abends an einer Gruppe besoffener und streitender Jugendlicher vorbeizumüssen, weil rechts die Hauswand und links ein Bauzaun stehen? Es ist richtig, dass die meiste Gewalt von Männern und weniger häufig von weiblichen Straßengangs wie im schönen Großbritannien ausgeht (wenn auch bei männlichen Opfern die Schwelle zu unmittelbarer körperlicher Gewalt niedriger zu sein scheint). Doch dann wundere ich mich, welche "Fragen" sich ergeben, wenn Schutzpolizisten junge Männer, deren Herkunft ihnen als nordafrikanisch erscheint, verstärkt kontrollieren, nachem in Düsseldorf schon lange vor dem 1.1.2016 eine Sonderkommission gegründet wurde, die eine bekannte Gruppe nordafrikanischer Taschenräuber identifiziert hat und sich um die schwierige Aufklärungsarbeit kümmert, die aufgrund zwingender Schnellverfahren oft konterkariert wird. Die Täter arbeiten in sporadisch gebildeten Gruppen, wobei die meisten (weniger geschickten) Mitglieder das Opfer ablenken und sich darauf konzentrieren müssen, den 1-2 Taschendieben unter ihnen im richtigen Moment den Zugriff zu ermöglichen und deren rasches Entfernen vom Tatort danach sofort abzuschirmen (und von der Beute nachher zu profitieren). Eine große Zahl von Smartphones mit heißen Seriennummern muss anschließend "gereinigt" und verkauft werden. Klingt das eigentlich nach ein paar jungen Betrunkenen, die sexuell frustriert sind (von der Sorte gibt es bei Großereignissen sowieso immer genug - die rauben allerdings keine Wertgegenstände)?

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Zottelbär 03.01.2017, 17:27
171. Maghreb profiling

Die hier angeblich Schutzsuchenden aus Nordafrika und von woanders werden in ihren Heimatländern kaum so auf weibliche Beute losgegangen sein wie vor einem Jahr z. B.in Köln.
Also haben diese Gäste selbst ein profiling betrieben, indem sie deutsche Frauen angegangen sind, bei denen es sich aus ihrer Sicht um Ungläubige handelt, von denen sie sich zudem durch unislamische Kleidung provoziert fühlten.

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redwed11 03.01.2017, 17:27
172.

Zitat von g_bec
Warum kommt eigentlich immer aus einer bestimmten Ecke die Aufforderung an außenstehende Laien, Alternativvorschläge zu machen? Machen Sie doch mal welche. Schließlich sind die Fragen an die FACHLEUTE doch durchaus berechtigt. Was ist daran so schlimm? Die Antwort der FACHLEUTE (hier: Polizei) kann doch durchaus lauten "Nö, ging nicht anders, weil ...". Aber nein, es kommt nur "Mimimi, gemeine Kritik, weltfremd, linksgrünrotversifft..." Dabei ist die Frage durchaus naheliegend, um nicht jedes Jahr in Köln Tausende Polizisten zum Dienst einteilen zu müssen. Und bisher ist die Polizei eher durch rechte blinde Augen aufgefallen, die Frage nach racial profiling ist also durchaus nicht so sehr weit hergeholt.
Wenn massive Kritik an dem Kölner Einsatz geübt wird, müssen auch, insbesondere aus der politischen Ecke der Frau Peter, Vorschläge zur angeblich besseren Lösung des Problems kommen.
Hier handelte es sich nun mal überwiegend Nordafrikaner von denen im Vorjahr massiv hunderte Straftaten begangen wurden. Wenn dann diese Personengruppe bei einer Lage die dem des Vorjahres gleicht besonders beobachtet wird und präventive Maßnahmen ergriffen wurden, ist das absolut gerechtfertigt.
Es gab in diesem Jahr diese massive Häufung von Straftaten nicht und an diesem Erfolg sollte der Einsatz gemessen werden. Hier sollte man ganz besonders den sozialdemokratischen Innenminister Jäger von NRW hervorheben, unter dessen politischer Leitung und Verantwortung der gelungene Einsatz in Köln erfolgte. Ganz im Gegensatz zu Frau Peter die sich bei der Gelegenheit als Schutzpatronin der Grapscher, Antänzer und Taschendiebe hervorgetan hat.

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stargate5658 03.01.2017, 17:28
173. Und was kommt von den Politikern?

wäre, täte, hafteten, aber keine klaren Worte, es fehlen klare Vorstellungen und Vorgehensweisen. Verantwortung ist das große Thema. Die Grünen können ohnehin nur kritisieren, realistische Vorschläge gibt es für die nicht.

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maxus40 03.01.2017, 17:29
174. @Antidarwinist

"Antidarwinist heute, 15:39 Uhr
31. Wenn das Wörtchen
Hallo Frau Stokowski, Ihre grammatisch falsche Deutung des Wörtchens "wenn" ist eine Frechheit. Dass "wenn" hier nicht "falls" bedeutet, sondern "angesichts der Tatsache, dass", ergibt sich aus Grammatik und Semantik des Satzes. Falls Simone Peter den Satz aber tatsächlich so gemeint haben sollte, wie Sie behaupten, (obwohl das so gut wie ausgeschlossen ist,) wäre es ihre eigene Schuld, missverstanden zu werden."

Genau so ist es, und das muss gesagt werden. Danke. Wenn wir Frau Stokowski einfach mal unterstellen, dass sie ihr Arbeitsgerät - die deutsche Sprache - ausreichend beherrscht, dann liegt hier wohl eher der Versuch eines Zurechtbiegens vor. Manipulation der eigenen Leser; was nicht passt wird passend gemacht? Nicht das erste Mal...

Zu den Kollateralschäden solcher Praktiken gehört, dass sich "links" gebende Journalisten und Politiker aus eigenem Verschulden heraus und völlig ohne Not das Geschäft ihrer politischen Gegner betreiben. Merken die das nicht, oder nehmen die das zwecks Erreichung anderer Ziele ( Zahl der Klicks/ Aufmerksamkeit/Medienpräsenz) in Kauf?
Noch mal ganz deutlich: Frau Stokowski, mit solchen Mitteln tragen Sie dazu bei, Menschen in die Arme der AfD zu treiben. Das kann's Ihnen doch nicht wert sein?!

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Benko 03.01.2017, 17:29
175.

Zitat von gluecklich_woanders
2. Nur weil die Beurteilung eines Sachverhalts (in diesem Fall das Vorgehen und die öffentliche Kommunikation der Polizei am Sylvesterabend) auf den ersten Blick eindeutig ausfällt, heißt das nicht, dass er sich jenseits der Kritik befindet; auch ich dachte erstmal: "hey, das haben die gut hingekriegt". Und dann dachte ich: "Moment mal..." Nicht alles auf dieser Welt ist entweder schwarz oder weiß, und was auf den ersten Blick eigentlich ok aussieht, kann weitreichende Folgen haben. Wie m.E. in diesem Fall. Deshalb sollte eine Diskussion erlaubt sein.
Noch während der ersten aufgeregten Berichterstattung -ich glaube es war die "Tagesschau", kann aber auch "heute" oder ähnliches gewesen sein- wurde einer der Betroffenen Migranten befragt, wie er die häufigen Kontrollen empfunden habe. Der Mann war positiv überrascht wie sicher es hier sei, erzählte das er in seinem eigenem Land weitaus häufiger kontrolliert werde und zeigte volles Verständnis für die Kontrollen. Sinngemäßer O-Ton: wer Sicherheit will muss natürlich die Störer kontrollieren, ganz normal. Und in diesem speziellen Fall war es das nunmal auch. Jetzt bitte die Diskussion wie wir in Zukunft mit der Situation umzugehen gedenken, wird das jetzt jedes Jahr eine Hochsicherheitsveranstaltung?

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knirb 03.01.2017, 17:30
176. Ein Zurück

aus dem Zustand einer ganzjährigen Erregung und Hyperskandalisierung wird es leider nicht mehr geben. Aber das Ausmaß an verbalem Gift, Hass und Beleidigung gegenüber Menschen, die sich nicht verbiegen lassen wollen und die sich nicht in den gleichgeschalteten Verlautbarungszug setzen möchten, erschreckt und macht bestürzt. Brechen nach Pegida, AfD und Trump alle Dämme und wollen offensichtlich die Deutschen mehrheitlich das Willkommen vergessen machen und zu einer eher geschlossenen "deutschländischen" Gesellschaft zurück? Es wird nicht gehen. Diskutieren wir (und alle Foristen) lieber ernsthaft über das Thema Sicherheit und Gefahrenabwehr und Kriminalitätsbekämpfung, dann würde man sich erst einmal manchen Schaum vom Mund abputzen, die Erregungsbrille absetzen und zu berechtigten Fragen kommen.
Läuft das Spiel weiter so wie in manchem gleichgeschalteten Artikel und in manchen "unsozialen Hetzwerken", mache ich mir Sorgen um diese Gesellschaft, nicht um Frau Peters, Frau Stokowski und andere, die im Moment nicht im Mainstream schwimmen; und das Einkesseln von "Nafris" würde nicht zur alternativlosen Polizeistrategie erklärt werden müssen.

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zaunreiter35 03.01.2017, 17:31
177. Die Verbiegung des Feminismus

Da muss ich - ein linker gleichwertigkeitsorienter Mann - eine feministische Linke wie Stokowski fragen, ob ihr die Zustände vom Kölner Domplatz des vergangenen Jahres lieber sind und sie weiterhin die Veränderung dieser Republik herbeischreibt, oder sich endlich mal auf den Hosenboden setzt und eine Streitschrift für unterdrückte Frauen herausbringt, die auch zu den damaligen Opfern in Köln gehörten. Mir geht die PC mit dem "racial profiling" am Allerwertesten vorbei, wenn ich weiß, dass dadurch Menschen geschützt werden.
Aber dem Kapital ist es ja egal, wer unter ihm verblutet, ob Männer, Frauen, Deutsche, Gesetzestreue Ausländer und NafrIs, Christen, Moslems, Heiden, Lesben, Schwule, Heteros. Hauptsache, ich kann alle gegen alle aufhetzen und mache so meine Profite.
Und das dürfte auch schon Frau Stokowski verinnerlicht haben.

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decathlone 03.01.2017, 17:32
178. Hobby-Bundestrainer, Polizeikritiker und andere...

Diese ganze Debatte ist doch wirklich müssig. Gegen Rassismus könnte man hierzulande klagen. Wo also sind die 1000 Klagen der mit einem Platzverbot versehenen 'verhinderten Sylvesterfeierer nordafrikanischer Provenienz'? Es ist eine Sache aus dem warmen Redaktions- oder Wohnzimmersessel über soziale Medien aus sicherer Distanz diese Debatte anzuzetteln. Es ist bestimmt eine andere, den Sylvesterabend bei einer quasimilitärischen Operation zu verbringen, damit friedliche Menschen halbwegs sicher Sylvester feiern können. Würde mich nicht wundern, wenn bald niemand mehr zur Polizei will. Die 2 Fragen, die zu kurz kommen: 1. Braucht man in Zukunft in diesem Land immer 20 Hundertschaften Polizei, um einigermassen sicher Großereignisse durchzuführen? 2. Wieso kam es wieder zu diesen Zusammenrottungen, obwohl die Geschehnisse des letzten Jahres und die Gegenmassnahmen so breiten Raum in den Medien einnahmen?? Kommen diese Leute alle aus einer Parallelkultur, die keine deutschen Medien wahrnimmt, oder finden die den deutschen Staat einfach nur lächerlich? Im Übrigen ist mir auch schon das widerfahren, dass im Falle der .... (ich benutze das Wort besser nicht, aber solange man sich noch nicht auf die politisch korrekte Formulierung geeinigt hat....) zu solchen Debatten führt: bei vielen Fussballspielen werden sie als Auswärtsfan liebevoll von der Polizei umsorgt/umgeben, zum Stadion geleitet und anschliessend direkt wieder zum Bahnhof... Ich bin aber kein einziges Mal an Krawallen, Pyrotechnik oder ähnlichem beteiligt gewesen, was diese Behandlung rechtfertigen würde. Es ist für die Polizei schlicht nicht möglich mit vertretbarem Aufwand die Störenfriede in der Kürze der Zeit herauszufischen. Und ich muss sagen, dass es mir lieber ist, mit der Polizei zum Stadion zu marschieren, als in Schlägereien zwischen Hooligans zu geraten. In Köln sind wohl auch Neonazis festgenommen oder des Platzes verwiesen worden. Was wäre wohl passiert, wenn diese beiden Gruppen aufeinander getroffen wären? Vielleicht sehen einige, die zu Unrecht in die Kontrolle geraten sind, das im Nachhinein auch so. Ach ja, der ganze Aufwand schien auch ein wenig für die Katz: rund um den Dom war es viel leerer als sonst und das wurde auch in anderen Städten gemeldet.

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Realist111 03.01.2017, 17:33
179. Man könnte ja zunächst mal ...

Zitat von Olaf Köhler
Sicherlich nicht. Bekämpfen der Ursachen heißt im extremsten Falle: Alle Migration und Asylbewerber ausweisen - dazu eben schnell das GG und andere Gesetze ändern, hinderliche UNO- und EU-Regelungen aufkündigen und alles wird wieder gut? Selbstversändlich war die "Öffnung der Grenzen" verfüht und traf Verwaltungen etc. unvorbereitet - auch wenn die Entscheidung den oft zitierten und herbeigewünschten "christlich-abendländischen Werten" (Nächenliebe, Barmherzigkeit zum Beispiel) geschuldet war.
... mit dem beginnen, was unsere Bundeskanzlerin und unser Bundesminister für Justiz und Verbraucherschutz uns im Spätherbst 2015 unisono und mehrfach öffentlich versprachen, vermutlich um Luft aus dem Kessel zu nehmen:
"Jeder Asylbewerber, der sich nicht an unsere Gesetze hält, muss unser Land verlassen!"

Der "extreme Fall" kommt später - und zwar zwangsläufig, wenn es so weiter geht wie in den letzten Monaten ...

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