Forum: Kultur
"#Nazis raus": Die deutscheste Debatte überhaupt
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Der Tweet einer TV-Journalistin hat Anfang des Jahres einen teils abstrusen Streit ausgelöst. Vor allem aber hat er gezeigt, wie man in einer solchen Debatte falsch abbiegen kann.

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Patrik74 17.01.2019, 11:24
180. Äpfel und Birnen

Zitat von Bondurant
haben Sie mal überlegt, wie viele Mensch im letzten Jahr an verhältnismäßig leicht behandelbaren Krankheiten etwa in Bangladesch verstorben sind, obwohl Sie - ganz persönlich - diese mit relativ geringen finanziellen Zuwendungen einer lebensrettenden Behandlung hätten zuführen können? Wenn Sie ein Durchschnittsverdiener sind, kommen da schnell 5-6 Individuen zusammen. Haben Sie mal daran gedacht, bevor Sie anderen Nazi-Vorwürfe machen?
Es geht nicht darum, was jeder einzelne tut, nicht tut oder überhaupt tun kann, sondern welche Politik oder Ideologie man unterstützt.

Im übrigen, wissen sie gar nicht, was ich tue und ich werde dieses bestimmt nicht in einem öffentlichen Forum ausbreiten (zumal es sich sowieso nicht nachprüfen lässt).

Aber ich stimme ihnen zu, dass wir als eines der reichsten Länder der Welt in ganz erheblichen Maße Leiden (und damit Flucht) verhinden könnten. Würden wir das selbe Geld in Medikamente und Impfungen stecken, um Infektionskrankheiten zu verhindern oder zu heilen, würden wir viel mehr für das Wohlergehen der Menschen erreichen, als mit der "Entwicklungshilfe" an nordafrikanische Staaten, die in Grenzsicherungstechnologie investiert werden soll (selbstredend altruistisch geliefert von deutschen Rüstungskonzernen).

Das selbe Geld, das man derzeit in den Aufbau von Anker-Zentren steckt, könnte man wahrscheinlich weit effektiver in Schulen in den Ländern investieren, aus denen jene Menschen stammen, um die Zahl der Neuankömmlinge zu reduzieren. Aber letzteres ist wohl "Gutmenschentum", während ersteres "mannhaft" ist...

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Kampfgeist 17.01.2019, 11:39
181. Kernproblem

Das Kernproblem ist, dass man heutzutage von Einigen, die ihre Zeit gekommen sehen, schon als Rechts bezeichnet wird, wenn man Trumpwähler versteht, wenn man Verständnis für englische Brexitbefürworter zeigt, wenn man Merkelpolitik für blöd hält (das fanden einst mal ALLE nicht CDUler), wenn man Genderscientology kritisch sieht, Inklusion für ein riskantes Experiment und Homosexualität nur tolerant gegenübersteht.
Wenn man dann noch während der WM ein Deutschlandtriktot trägt, bewegt man sich schon in Richtung völkisch. Und je nach Antagonist ist man bei einem oder mehrerer genannten Teile dann auch Nazi.
Wenn also annähernd zwei Drittel der Bevölkerung als Nazi beschimpft wird und niemand "STOPP! Wir engen diese Definition mal schnell wieder ein!", schreit, fühlt sich nunmal ein Großteil erstmal auf den Schlipps getreten, wenn man einen Schuh angezogen bekommt und gleichzeitig der Schuh als Stigma bezeichnet wird.
Kann man in der SPD sein, weil man zu 100% zu der Partei steht, sich bei Amnesty und Attac engagieren und TROTZDEM gegen ausufernde Ausländergewalt auf die Straße gehen?
"Nee. Geht nicht. Könnten auch andere bei sein. Passt nicht. Nazi. Nazis raus!"

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kunnukun 17.01.2019, 11:51
182. "Wehret den Anfängen"

Ausdrücke wie "Nazi" ändern mit der Zeit ihre Bedeutungen. Dadurch werden 'antifaschistische' Ansprüche merkwürdig, insbesondere wenn sie mit Heldenpathos verbunden werden. Heute muss man sich dagegen wehren - es sind die neuen "Anfänge".

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Bondurant 17.01.2019, 12:16
183. Nicht?

Zitat von Patrik74
Es geht nicht darum, was jeder einzelne tut, nicht tut oder überhaupt tun kann, ...
Ihre Worte:

[/i]Der einzige qualitative Unterschied zwischen den damaligen Nazis und den heutigen ist der Umstand, dass die damaligen Nazis aus besagter Verblendung Menschen aktiv töteten, während die heutigen sich passiv darauf beschränken ein Sterben nicht zu verhindern, obwohl man es leicht könnte.[/i]

Ein Sterben nicht zu verhindern, obwohl man es leicht könnte... da scheint es mir doch um persönliche Schuld zu gehen, oder nicht?

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kreuzschnabel 17.01.2019, 12:54
184.

"Ausländer raus"- "Nazis raus", Dichotomie-Denken war noch nie hilfreich für ein friedliches Zusammenleben. Ich gut, du böse, so wird das nie was und die Menschen werden sich, solange es sie gibt, immer noch bekriegen.

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Patrik74 17.01.2019, 13:24
185. Geschenkt

Zitat von Bondurant
Ein Sterben nicht zu verhindern, obwohl man es leicht könnte... da scheint es mir doch um persönliche Schuld zu gehen, oder nicht?
Ich denke, ich habe hinreichend ausgeführt, worum es geht. Wenn sie es partout missverstehen wollen, dann sei es Ihnen gegönnt. Für einen Rabulistik-Wettstreit ist mir meine Zeit zu schade.

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Bondurant 17.01.2019, 14:07
186.

Zitat von Patrik74
Ich denke, ich habe hinreichend ausgeführt, worum es geht. Wenn sie es partout missverstehen wollen, dann sei es Ihnen gegönnt. Für einen Rabulistik-Wettstreit ist mir meine Zeit zu schade.
Haben Sie eben nicht. Sie waren es, der Leute die sterben lassen, obwohl man das leicht verhindern könnte als "Nazis" bezeichnet hat. Offenbar war Ihre Äußerung nicht zu Ende gedacht, wie man sieht. Sie wollten doch wohl kaum sagen, dass "Sterbenlassen" nur dann vorwerfbar ist, wenn man auch noch die falsche Gesinnung hat, oder?

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