Forum: Kultur
"#Nazis raus": Die deutscheste Debatte überhaupt
DPA

Der Tweet einer TV-Journalistin hat Anfang des Jahres einen teils abstrusen Streit ausgelöst. Vor allem aber hat er gezeigt, wie man in einer solchen Debatte falsch abbiegen kann.

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heiko1977 15.01.2019, 18:57
30.

Zitat von tomquixote
Solange das Schimpfwort Nazi beliebig genutzt werden kann, weil jeder etwas anderes nazihaft finden darf, ist das ganze ein sinnloser Vorschlag.
Wer Nazi ist? Jeder der der nationalsozialistischen oder faschistischen Ideologie nahesteht oder sympahtisiert. Wesentliche Elemente sind darin: Rassismus (sowohl auf Herkunft, Hautfarbe oder Religion begründet), Führertum und nationalistischer Chauvinismus. Ausführliche Definition finden Sie in der wissenschaftlichen Literatur.

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zeisig 15.01.2019, 18:58
31. Die alte Frage nach der Definition stellt sich.

Ein Nazi hat ein bestimmtes Outfit - Springerstiefel, Glatze oder Scheitel, martialisches Gehabe - und oder eine extreme Gesinnung wie ausgeprägte Ausländerfeindlichkeit oder vor auch Leugnen des Holocaust.
Und jetzt frage ich mich, wie viele von diesen Dumpfbacken es in Deutschland gibt, und ob diese Spezies es wirklich wert ist, daß so viel Aufhebens darum gemacht wird.

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cum infamia 15.01.2019, 18:58
32. Parallelen ?

Zitat von christoph_schlobies
Ich habe für die primitiven NAZI-Massenmörder keinen Hauch von Sympathie- aber ich finde die Hysterie absurd-man erhebt die NAZIs in den Rang ,einer satanischen Macht -nicht relativierbar - und feiert jeden Tag Nazi-Gedenktag.Und das soll gesund sein? -. Und dann noch die angeblich zwangsläufige Wiederkehr bei jeder nationalen Partei- dabei hat Karl Popper den Elend des Historismus völlig aus der politischen Philosophie vertrieben.- Wie kann man als denkender,gebildeter Mensch diesen himmelschreienden Blödsinn von der zwangsläufigen Wiederkehr glauben. "Wehret den Anfängen!? " Welchen Anfängen denn ? Die Gewalt gegen Anderssdenkende war ein Anfang,der viel signifikanter für die NAZIs war als Nationalismus,den es vorher und bei allen umliegenden Völkern auch gab-ebenso Antisemitimus. Angefangen hat der NAZI-Terror damit,dass man Andersdenkenden Knüppel über den Kopf schlug.Dass man Geschäften die Scheiben einschlug oder mit Farbbeuteln beschmitzte. Mit der Aufforderung,nicht mehr bei gewissen Leuten zu kaufen.- Passt vielen hier nicht... weiß ich.
... das mit dem Knüppel, den Farbbeuteln, den eingeschmissenen Scheiben, das mit dem nicht kaufen --- kenn ich doch irgendwoher aus der aktuellen Tageszeitungsberichterstattung.
Die Täter würden schwer empört sein, Nazis genannt zu werden, da sie sich als da Gegenteil verstehen. Und keine Zeitung würde das auch jemals wagen. SInd eben die heutigen GUTEN...

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Neustädter_02 15.01.2019, 18:59
33. Sie haben Recht!

Zitat von schlaueralsschlau
Zuerst muss ich mich mal wie immer erklären im nicht als Nazi durchzugehen: migrationshintergrund und dunkelhaarig! Leute als Nazi zu betiteln relativiert den nationalsozialismus und dessen Opfer! Das halte ich für mehr als falsch. Neonazis wäre eher angebracht. Angebracht wäre auch eine Trennung zwischen (neo)- Nazis und rechten, zwischen rechts denken und VORURTEILEN!! Das was ich erlebe sind meist Vorurteile! Sobald man mich kennt ist der „Hintergrund“ egal. (Zumindest hier in Hamburg) Es ist (hier) nie Rassismus, sondern Vorurteile! Lernt den Unterschied kennen! Es geht darum ähnlich zu denken, dem anderen ähnlich zu sein. P.S. Klar gibt es Rassisten, aber die sind hier in der Minderheit.
"Rechte raus" klänge auch viel besser.

Allerdings hingen bei uns an einem von der US Army besetzten Walstück früher immer Plakate "Nervengas raus!" Und da sagte eine Bekannte: "Das gefällt mir gar nicht. Das klingt so nach 'Knüppel raus!'"

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frankenbaer 15.01.2019, 18:59
34. Wohin sollen sie denn?

Wer nimmt die schon freiwillig. Als die Nazis vor 80 Jahren aus Deutschland marschiert sind war das auch nicht gut!

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vitalik 15.01.2019, 19:00
35.

Zitat von vera gehlkiel
Tut mir leid, und ich weiss, meine Einlassung auf ihren Post hin ist wahrscheinlich blödsinnig, allerdings hab ich noch nie mit jemand gesprochen, dessen Angehörige von Nazis getötet wurden, und der Neonazis für unrelevant hält. Dafür diejenigen, die gegen Neonazis sind, für Menschen, die sich selbst politisch disqualifizieren?! Das nehme ich ihnen offen gestanden so nicht ab. Gerade vorhin habe ich in einem Warteraum im "Spiegel" etwas über Chemnitz gelesen, wie dort das Restaurant "Schalom" im Rahmen der bewussten und höchst bedrückenden September-Ereignisse angegriffen wurde...sie wollen also sagen, dagegen darf man nicht auch polemisieren...ich bin ehrlich sprachlos...?! Daher sag ich ihnen mal offen ins Gesicht, falls die Admins den Beitrag durchwinken, dass ich glaube, dass sie ein Troll sind. Wenn nicht, entschuldigen sie eine Millionen mal, wenn aber doch, schämen sie sich in Grund und Boden. Bitte schreiben sie dazu doch etwas Erklärendes...?!
Sie lesen die Worte, doch vermögen Sie nicht diese zu verstehen und so bedienen Sie sich eine Beleidigung als "Troll", um sich die Argumentation zu sparen.
Die Aussage des Foristen ist doch eindeutig. Seine Verwandten wurden von Nazis, Faschisten ermordet und sicherlich gibt es auch heute in Deutschland diese Art von Menschen, siehe NSU und andere Terrorzellen. Aber all diese Menschen, die tatsächlich als Nazis und Faschisten identifiziert werden können, werden vom Verfassungsschutz beobachtet. Dies ändert sicherlich nichts daran, dass eine Gefahr von diesen Menschen ausgeht. Trotzdem handelt es sich um kleinen Kreis von Menschen. Auf diese Menschen muss man sich konzentrieren (Ausstiegsprogramme, Polizeieinsätze usw).
Nun kommen wir zu der aktuellen Debatte bei der sogar die Wähler der AFD pauschal als Nazis betitelt werden. Und das ist der Punkt auf den der Kommentar eingeht. Hört auf hinter jeden "Idioten" als Nazi zu betiteln und sich darüber zu echauffieren. Man bekämpft keine Nazis, wenn man sich in Chemnitz vor die Demonstranten hinstellt und laut "Nazis" ruft, auch wenn es viele Aktivisten glauben.

PS.: Aus diesem Grund: "Daher sag ich ihnen mal offen ins Gesicht, falls die Admins den Beitrag durchwinken, dass ich glaube, dass sie ein Troll sind. Wenn nicht, entschuldigen sie eine Millionen mal, wenn aber doch, schämen sie sich in Grund und Boden. Bitte schreiben sie dazu doch etwas Erklärendes...?!"

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Claes Elfszoon 15.01.2019, 19:01
36. Das ist ...

Zitat von GoaSkin
Rechtsextremismus ist genauso ein internationales Phänomen, wie die Leute, die versuchen, ihn zu bekämpfen. Während in Deutschland in diesem Zusammenhang gerne das Dritte Reich und der Holocaust vorgeführt werden, wird dabei in anderen Ländern zum Einen die Kolonialzeit vorgeführt und zum Anderen die Tatsache, dass es in der Zwischenkriegszeit faktisch ebenfalls rechte Parteien in den Parlamenten gab, die eine vergleichbare Politik forcierten; auch wenn Diese meistens nicht die Regierung stellten.
richtig, aber der Alltagsumgang und die Bewältigungsformen sind anders als in Deutschland. In einigen Ländern gibt es "Internetmonumente" in denen ganz konkret der Opfer und der Umstände ihres Opferganges gedacht wird. Da wird deutlich, dass es ganz normale Menschen waren und selbst nach den Maßstäben dieser Zeit, eben völlig unschuldige, oft unbeteiligte Menschen. Außerdem gibt es ebenso Plattformen, die die Namen und Viten der inländischen Kollaborateure würdigt. Das ist für denen Nachkommen durchaus hart, aber übt auch auf potenzielle Nachahmer einen heilsamen Druck aus.
In Deutschland gibt es so etwas nicht, hier entsteht der Einduck, als versuchten sich "Eliten" durch monströse Gedenkstätten und Zeremonien öffentlich vom "Volk" (als dem Gesamtschuldigen) abzusetzen und die Bewältigung einer Haltung und Benennung eines dazugehörigen Verhaltens zu vermeiden (die Autorin führt hier dankenswerter eine der ideologisch motivierten Verhaltensgrundlagen auf, nämlich die Menschenfeindlichkeit, differenziert aber zugleich unnötigerweise). Die Parole "Nazis raus" ist untrennbar gekoppelt an die Nazis, das sind die Vertreter einer Partei, die sich (mehr oder weniger) offen zur Ideologie der NSDAP bekennt. Dies zu entkoppeln kann durch inflationäre Verwendung (und die gibt es in Deutschland) in der Tat zu einer Abnutzung und somit zu einer Verharmlosung der dahinterstehenden Ideologie des Begriffs führen (und hier hat Döpfner von der Welt vielleicht nicht ganz Unrecht). Das wird schnell klar, wenn den Spieß umdreht und (ironisch) alle, die nicht die CSU wählen als "Stalinisten" markiert. Teile der stalinistischen Ideologie, waren deckungsgleich denen der Nazis und wurden auch genauso umgesetzt - und dennoch waren natürlich Stalinisten eben keine Nazis.

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Denker122 15.01.2019, 19:02
37. Die deutscheste Debatte Ever

„Die deutscheste Debatte ever - sowohl in Bezug auf die Pingeligkeit, mit der gefragt wird, was genau denn jeweils die zwei Wörter im Einzelnen und in Kombination bedeuten...“

Komisch, nun ist es plötzlich zu pingelig, sich über einen angemessenen Sprachgebrauch Gedanken zu machen? Wie sieht es dann mit gendergerechter Sprache aus? Ist diese auch nur typisch deutsche Pingelligkeit?

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swiss35 15.01.2019, 19:04
38. Fail

Da ist Sie wieder, die Königin des verdrehen von Tatsachen. Schauen Sie sich das Video zu dem IB Vorfall an.
Man muss die IB nicht mögen (ich mag diese Leute gar nicht), aber dass Sie hier von tätlichem Angriff schreiben ist lachhaft. Kurz vorher ist halt der Magnitz zusammen geschlagen worden, halb so wild, oder?

Merken Sie in Ihrer linksextremen Blase eigentlich noch was Sie hier raus lassen? Sie wie auch eine Kracher rufen zu Gewalt an Menschen auf!

Sie sind einer Demokratie nicht würdig!

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heiko1977 15.01.2019, 19:06
39.

Zitat von michaelmilega
ein guter teil meiner familie ist tatsächlich durch nazis getötet worden (ist schon etwas her) und es widert mich unbeschreiblich an, wie dieser begriff durch medien und hashtags fälschlich gebraucht und in seiner bedeutung entwertet wird. die nazis (fast alle) sind tot. heute gibt es bestenfalls neo-nazis, die sich die "gute alte zeit" unter ihrem führer herbeisehnen. ein paar tausend vielleicht. vielleicht etwas mehr. politisch unbedeutend. wie gesagt: die unsachgemäße benutzung dieses begriffes disqualifiziert den benutzer als ernst zu nehmenden gesprächspartner. als politische figur erst recht.
Also weil die Altnazis tot sind, gibt es in Ihrer Logik heute keine Nazis mehr (unterscheidung zwischen Nazis und Neo-Nazis war nur solange notwendig wie es Altnazis gegeben hat.) Ist also mit diesen Altnazis auch nach Ihrer Meinung die Ideologie des Nationalsozialismus ausgestorben?

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