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"#Nazis raus": Die deutscheste Debatte überhaupt
DPA

Der Tweet einer TV-Journalistin hat Anfang des Jahres einen teils abstrusen Streit ausgelöst. Vor allem aber hat er gezeigt, wie man in einer solchen Debatte falsch abbiegen kann.

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claus7447 15.01.2019, 19:28
50.

Zitat von michaelmilega
ein guter teil meiner familie ist tatsächlich durch nazis getötet worden (ist schon etwas her) und es widert mich unbeschreiblich an, wie dieser begriff durch medien und hashtags fälschlich gebraucht und in seiner bedeutung entwertet wird. die nazis (fast alle) sind tot. heute gibt es bestenfalls neo-nazis, die sich die "gute alte zeit" unter ihrem führer herbeisehnen. ein paar tausend vielleicht. vielleicht etwas mehr. politisch unbedeutend. wie gesagt: die unsachgemäße benutzung dieses begriffes disqualifiziert den benutzer als ernst zu nehmenden gesprächspartner. als politische figur erst recht.
Rein begrifflich haben sie recht. Nur, ob Neo nazi oder Nazi.... der Unterschied ist nur die Generation. Es ist die grundeinstellung und Philosophie dieser Leute. Rassismus (Nazi) Hass (Nazi) und Verfolgung von Minderheiten. Angst verbreiten.... Es ist mir eigentlich wurscht. Diese Leute operieren mit den selben Instrumenten wie Adolf, seine SA und NSDAP. Wenn sie erst am Ruder sind wird es gruselig!

Sorry, ich bin faul, spare mir das "Neo", warum auch wenn die Ideologie identisch ist und von einem Anflug "Herrenrasse" daherkommt. Da kann sich Hundekrawatte, Weidel, Storch im Duktus noch so bemühen, sie arbeiten immer auf Kante, in der Hoffnung, es geht gerade noch gut. Und die, die die Grenzen überschritten haben? Da ist noch keiner aus der Partei geflogen, es sei den er ging.

PS: Da ich versuche bei kritischen Beiträgen die Historie zu lesen, sie sind kein Troll.

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Karbonator 15.01.2019, 19:32
51.

Zitat von GoaSkin
(das ist keine rein deutsche Debatte) Rechtsextremismus ist genauso ein internationales Phänomen, wie die Leute, die versuchen, ihn zu bekämpfen.
Die deutsche Debatte ist nicht die um den Rechtsextremismus, sondern um den Ausdruck "Nazis raus" an sich. Einen Teil davon sieht man ja auch schon in einigen Kommentaren:

1. Wer oder was sind Nazis?

Und der zweite Teil:

2. Raus wohin?

Das wird im Text aber auch deutlich gemacht. Ein einfacher Schlachtruf wird also - offenbar typisch deutsch - durch absurde Definitionsfragen entkräftet. Und diejenigen, gegen die der Spruch gerichtet ist, können sich dann gekünstelt darüber aufregen, daß solch ein Spruch ja gegen alle möglichen Rechte verstößt. Denn das haben die "Nazis" gut drauf: Vielen anderen die grundlegendsten Rechte absprechen, sich dann aber für sich und ihresgleichen auf dieselben Rechte berufen.

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Corona17 15.01.2019, 19:39
52. Alternativen?

Klären wir doch eins nach dem anderen. Fangen wir vorne an: Dumpfbacke? Vollpfosten? Dreckschleuder? Glatze? Wie wollen Ihro Majestät denn gerne angesprochen werden?
Und der zweite Teil: Verzieh Dich? Aus dem Weg? Geh mir aus der Sonne? Wie hätten Sie es denn gern? Machen Sie Ihr Kreuz. Also diese politische Korrektheit auch.

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jsavdf 15.01.2019, 19:47
53. Kompliment für diesen Text

Und den „Wussten sie“-Slogan könnte man super zumindest auf einem Konzert einer Berliner Kuschelrockband aufsagen.
Danke für die verschiedenen Ansichten.
Ich schließe mich mal der Verfassungswidrigkeit von „Nazis raus“ an. Mit denen müssen wir ganz alleine fertig werden. Ich bin ganz zuversichtlich dass wir ein viertes Reich verhindern werden. Der Witz ist ja, dass wenn man den rechten Rand wegschneidet, ist er nicht weg sondern es gibt einen neuen rechten Rand. Es ist verblüffend wie sehr Ideologien reihenmäßig wie Achilles und die Schildkröte entwickeln.

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Ujoteff 15.01.2019, 19:48
54. Haarspalterei

Nicht zu fassen, wie ein Nationalistennachwuchs mit NS-Faible heute in Schutz genommen wird vor einer Gleichsetzung mit seinen angehimmlerten Vorbildern. Nach der gleichen Logik, nach der scheinbar feinsinnig zwischen Neos und Originalen unterschieden wird, könnte man alle älteren politischen Lager in Alt und Neu spalten. Konservative, Sozialisten und Liberale sind ausgestorben, also gibt es jetzt nur noch Neocons, Neosozen und Neoliberale? (Nur Letztere sind im Sprachgebrauch verbreitet, ohne dass die Sprecher wüssten, was das wirklich heißt.)
Wir sollten uns der Wahrheit stellen, dass es heute junge Nazis gibt – Leute, die einem neuen Hitler freudig folgen würden (vielleicht sollte man ihnen verraten, dass sie 1933 erstmal ungefragt im Reichsarbeitsdienst gelandet wären). Damals gab es (wie heute auch) nur eine Minderheit – Zigtausende gewiss, vielleicht ein paar Hunderttausend – vor der sich Andersdenkende und Andersgläubige wirklich hüten mussten. Aber sie hatte Millionen von Sympathisanten. Und deshalb dürfen sich Wähler einer Partei, die Leute wie Björn Höcke gewähren lässt und dem Treiben von André Poggenburg lange zugesehen hat, nicht wundern, wenn man ihnen ihr Sympathisantentum als Nazi-artig vorhält. Man kann Nazis (gilt auch für Stalinisten und Maoisten) nun mal nicht gut finden, ohne selbst einer zu werden.

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sober 15.01.2019, 19:54
55.

Ich lese Stokowski-Kolumnen ja nicht immer so gerne, weil ich diesen auf Teufel komm raus provokativen Stil sehr anstrengend finde und man anderswo im Netz schon genug davon bekommt. Dieser Text gefällt mir aber sehr gut. Er spaltet nicht, sondern führt alle zusammen, die schlicht Sinn für politischen Anstand haben. #Nazisraus

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Corona17 15.01.2019, 19:56
56. Sehr eingeschränkte Sicht

Zitat von zeisig
Ein Nazi hat ein bestimmtes Outfit - Springerstiefel, Glatze oder Scheitel, martialisches Gehabe - und oder eine extreme Gesinnung wie ausgeprägte Ausländerfeindlichkeit oder vor auch Leugnen des Holocaust. Und jetzt frage ich mich, wie viele von diesen Dumpfbacken es in Deutschland gibt, und ob diese Spezies es wirklich wert ist, daß so viel Aufhebens darum gemacht wird.
Nö, ein Nazi ist jemand, der (oder die) eine Nazipartei wählt, die Lügen anderer Nazis unwidersprochen weiterverbreitet und/oder wegguckt, wenn Minderheiten ausgegrenzt werden oder in der Art aktiv ist. Außerdem, der- oder diejenigen, deren politischen oder wirtschaftlichen Karrieren auf den obigen Aktivitäten beruhen.

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Sibylle1969 15.01.2019, 20:01
57.

"Nazis raus" war schon immer ein geläufiger Spruch, auch schon in den Zeiten, als es weder Internet noch Facebook noch Twitter gab, wenn man sein Missfallen über bestimmte politische Ansichten zum Ausdruck bringen wollte, die man mit Fug und Recht als neo-nazistisch bezeichnen muss. An der Uni in den frühen 90ern sah man Aufkleber und Flugblätter mit diesem Spruch regelmäßig.

Ich verstehe ehrlich gesagt nicht die Aufregung über einen schon so lange gebräuchlichen Spruch. Er drückt ja wie schon gesagt das Missfallen über Personen mit bestimmten politischen Ansichten aus, nicht aber die *konkrete* Aufforderung, diese des Landes zu verweisen, was ja natürlich nicht möglich ist.

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Susi64 15.01.2019, 20:02
58. Was ist das Problem?

Nun, das Problem ist, dass die flapsige Bemerkung, dass Nazis alle die sind, die nicht Grün wählen, einen realistischen Kern hat. Was ein Nazis ist wird nicht beantwortet und kann nicht beantwortet werden, weil man schon längst nicht mehr weiss, was ein Nazi ist. Die allermeisten sind nämlich längst tot oder aber es bedarf einer anderen Definition, die aber nicht geliefert wird. Also ist ein Nazi, wer mir nicht passt, und damit ist "Nazi" ein Allzweck-Schimpfwort.

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Verhüter 15.01.2019, 20:02
59. ...und schon wieder...

so ein sinnentleerter Beitrag von dieser Frau Stokowski. Diese sehr merkwürdige "Frau° wird einem langsam wirklich unheimlich. Ob Sie vielleicht einfach nur Langeweile hat? Unglaublich was da auf die Menschheit losgelassen wurde.

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