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Neid-Debatte bei Maybrit Illner: Die Armut der Anderen

Das alte Märchen von der gerechten Umverteilung: "Denken die da oben nur an sich?" fragte Maybrit Illner ihre Talkgäste - es ging um die Erhöhung der Abgeordneten-Diäten und die gefühlte Armut des Volkes. Banale Erkenntnis am Ende: Gier ist ganz normal, und Gauner gibt es viele.

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toskana2 23.05.2008, 11:22
1. Selbst Broder

Zitat von sysop
Das alte Märchen von der gerechten Umverteilung: "Denken die da oben nur an sich?" fragte Maybrit Illner ihre Talkgäste - es ging um die Erhöhung der Abgeordneten-Diäten und die gefühlte Armut des Volkes. Banale Erkenntnis am Ende: Gier ist ganz normal, und Gauner gibt es viele.
Selbst Broder mit seinen üblichen, spitzfindigen Anmerkungen hat "Recht"!
Allerdings dort, wo es um die Verhältnismässigkeit der Lebensumständen der "von oben" und der "von unten" geht, hört die Brodersche Sophistik definitiv auf!
Hier hilft die "Einsicht", alle hätten Recht, nicht weiter.Denn hier gibt es konkrete Diskrepanzen und keine gefühltenNeiddebatten mehr!
Mr Broder, I presume, Ihnen geht es gut!

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Kaiserbubu 23.05.2008, 11:30
2. Neiddebatte?

Neiddebatte ist wohl der falsche Ausdruck. Man kann sich als Bürger nicht Neiddebatten vorwerfen lassen, wenn offensichtlich Korruption und Ämterpatronage, sowie Bereicherung mit Steuergeldern als Tatbestände dahinter stehen. Die Riesterrente ist eine der ganz großen Schweinereien mit der Amt und privatwirtschaftliche Interessen vermengt werden. Der feine Herr Hüther wird ganz kleinkarriert wenn es um die Erhöhung von Hartz IV Sätzen geht, genau wie die große Koalition, die sich lieber selbst einen ausschenkt. Es ist keine Neiddebatte, wenn man Sauereien beim Namen nennt. Aber offensichtlich hat mancher Redakteur beim Spiegel auch schon den Boden unter den Füßen verloren.

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filou11 23.05.2008, 11:30
3. Wann arbeite die überhaupt?

Was soll das mit der Neiddebatte? Die Frage muss doch erst einmal gestellt werden, wann undere Damen und Herren Volksvertreter überhaupt arbeiten? Das Fernsehen zeigt immer nur Bilder des "Hohen Hauses" das sich als "Leeres Haue" präsentiert. Fa wo sind sie dann die Volksvertreter/innen? Gegen die etwa alle in der Zeit iher sogenannten Nebentätigkeit nach? Dann wäre das wohl eher eine Haupttätigkeit und die im Parlament die Nebentätigkeit.

Es ist festzustellen, dass kein anderes Parlament eine solch gähnende Leere aufweist wie das Bundesdeutsche. Für ihre Nichtanwesenheit werden die aber mehr als fürstlich bezahlt!

Ich schlage folgendes vor. Die Bezüge können erhöht werden. Die Erhöhung darf aber nur für die übernächtes Wahlperiode gelten. Wenn ich richtig informiert bin wird das so oder so ähnlich in den USA gehandhabt.

Nehmen wir z.B. den Abgeordneten Dr. Jürgen Gehb aus Kassel. Der Mann ich Rechtsanwalt in einer grösseren Kanzlei. Wie will der da arbeiten und auch noch im Bundestag? Man kann doch nur eine Tätigkeit richtig ausüben oder?

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Steffen Kahnt 23.05.2008, 11:41
4. Diäten

Diäten und Kostenpauschalen sind doch bei den meisten ein Zubrot zu den Haupteinnahmen !

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ThekenPaul 23.05.2008, 11:45
5. mir fehlen die Worte ...

Passend ist die Bezeichnung "Kalenderblatt-Spruch",und die Sendung war wieder nur über ...
Ich will ja nicht sagen, daß Schmidt in "Feuchtgebieten"
gut ist, aber Illner in "Maßhaltigkeit" ist auch nicht besser.

Gruss und schönes WE

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fgranna 23.05.2008, 11:50
6. Folgende Frage habe ich an "meinen" Abgeordneten gestellt

Allerdings stelle ich mir seit einigen Tagen eine Frage: "Die Diäten werden bei Vorliegen von Nebeneinkünften aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht entsprechend gekürzt." (So steht es in der Wikipedia)

Aber: Warum eigentlich nicht?
Ich verstehe die Diäten als Aufwandsentschädigung für geleistete Arbeit innerhalb des Mandates; ferner also als Gehalt. Nach meinem Verständnis ist diese Entschädigung dafür gedacht gewesen finanzielle Nachteile durch Ausübung des Mandates abzufedern. Eigentlich also eine sehr sinnvolle Sache um auch Mandatsträgern ohne "finanzielle Polster" die unabhängige Ausübung ihres Auftrags zu ermöglichen.

Allerdings sehe ich derzeit das sehr viele Abgeordnete Nebeneinkünfte in beträchtlicher Höhe angeben, welche sicherlich auch durch Zeitaufwändige Arbeit berechtigt sind.

Ich muss mich aber doch fragen: Wie schaffen es diese Abgeordneten dann ihr Mandat zu 100% (Denn genau dafür ist doch die Entschädigung) auszuüben??

Meiner Ansicht nach MÜSSEN die Diäten mit Nebeneinkünften verrechnet werden! Nur dann gibt es eine gerechte Bezahlung die auf dem Leistungsprinzip aufbaut; 100% Leistung für das Mandat = 100% Entschädigung.

Alles andere ist nicht mehr als "Fair" vermittelbar!




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Bissher leider keine Antwort...

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schlaubert 23.05.2008, 11:50
7. Ein Lacher

Zitat von
Und alle hatten Recht.
Da wollte der Herr Broder natürlich nicht nachstehen und hat die Feder geschwungen... Man hätte ihn vielleicht gleich in die Sendung einladen sollen.

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keule3333 23.05.2008, 11:52
8. Gerechte Umverteilung!

Es ist schwer zu verzichten. Wer würde denn gerne sich selber die Hand abschneiden die einen füttert. Gespart wird immer erst beim anderen. Beim Bürger. Dass z.B. mancher Rentner noch nicht mal soviel zum Leben hat, damit er sich im Alter ein schönes Leben machen kann, ist so manchen Abgeordneten schlicht weg egal. Verhältnisse wie nach dem Krieg, dass ältere Menschen nur einmal in der Woche sich Fleisch leisten können ist mittlerweile Standard in der Bundesrepublik. Rentenerhöhung von 1-5 € im Schnitt pro Monat/Rentner, während die Lebenshaltungskosten um das 3-fache gestiegen sind, das ist die Realität. Das ist heute die Belohnung für die Menschen, die das Land nach dem Krieg mit aufgebaut haben. Ein Schlag ins Gesicht ist es dann auch noch, wenn Abgeordnete, die anscheinend soviel Zeit haben, um nebenher auch noch einen Zweitberuf ausüben zu können (siehe Dr. Schilly)sich noch zusätzlich aus der Staatskasse bedienen. Schaut man sich die Bilde aus dem Reichstag an, wundert man sich immer, warum über die Hälfte der Plätze leer sind. Da stellt man sich die Frage, für wen sind die fehlenden Abgeordneten denn im Moment tätig? Für das Volk oder für ihren Nebenjob? Ich würde mir gerne auch mal selbst das Gehalt erhöhen. Leider geht das bei einem normalen Angestellten nicht. Die Politiker wundern sich, dass immer weniger Bürger zur Wahlurne gehen. Politikverdrossenheit macht sich breit. Und eine Partei wie die Linke gewinnt immer mehr Wähler. Die wird dann mit Aussagen verunglimpft, eine verfassungsfeindliche Partei zu sein.

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stonie 23.05.2008, 11:55
9. titelpflicht ist sehr kontraproduktiv sysop!

Zitat von
Dahinter steckt die Idee, dass die Armen weniger arm wären, wenn die Reichen weniger reich wären, dass man also von oben nach unten umverteilen müsse, wenn man etwas gegen die Armut unternehmen wolle. Das ist zwar eine Fiktion, aber sie ist extrem beliebt, nicht nur in den Kreisen, die von Gysi und Lafontaine angesprochen werden.
woher kommt eigentlich die seit ca anfang bis mitte der 90ger jahre entstandene meinung, das etablieren sozialer strukturen zwecks gesellschaftlichen ausgleiches zu nichts führen oder nicht funktionierten??

ich halte das nach wie vor für PR der nutznießer selbiger entwicklung!
das dazu am rande...

was die diäten betrifft, wäre dieses thema doch bereits längstens vom tisch, wenn die herrschaften mal ehrlich in die debatte einsteigen würden. da hat man - ich glaube über ein jahrzehnt - an einer neuen "abgeordneten transparenz hinsichtlich deren einnahmen" bemüht und herausgekommnen ist ein modell, was ein schlag ins gesicht eines jeden mündigen bürgers darstellt!

ich finde wirklich nicht, dass unsere abgeordeten irgendwie zu viel verdienen würden - im gegenteil.
sollen sie sich doch die diäten ruhig nochmal 30% oder auch 50% anheben. dafür dann aber bitte selber altersversorgen und darüber hinaus echte offenlegung aller sonstigen einkünfte ohne wenn und aber, damit die menschen auch wirklich wissen, wem die loyalität des jeweiligen abgeordneten wirklich gilt!.

wem das nicht passt, auf den kann ich als volksvertreter sehr gerne verzichten!
gerade leute wie merz und schily sind doch wunderbare beispiele für solche abgeordneten!

deren verhalten ist an asozialität nicht mehr überbietbar. jeder mitarbeiter des öffentlichen dienstes MUSS jede noch so kleine nebentätigkeit nicht nur anmelden, sondern erst einmal beim arbeitgeber genehmigen lassen.
kommt dieser zu dem ergebnis, die nebentätigkeit sei nicht vereinbar mit der ausübung der stelle im ÖD, wird die jeweilge nebentätigkeit auch nicht genehmigt!
als MA des ÖD darf man nciht einmal von einem klienten eine flasche sekt oder ne tafel pralinen annehmen, da dies bereits als vorteilsnahme gilt.

aber bei unseren volksvertretern sind "nebeneinkünfte" im beispielsweise sechsstelligen rahmen, welche sich mitunter selbstverständlich auf die tätigkeit als abgeordneter auswirken können, weder anmelde noch wirklich auskunftpflichtig und das waget diese berufsgruppe geschlossen auch noch als erungenschaft in sachen transparenz zu verkaufen.
einfach nur noch widerlich!

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