Forum: Kultur
Neonazi-Terror bei Illner: Das braune Menetekel

Haben Politik und Behörden im Kampf gegen den rechtsextremen Terror versagt? Die meisten Talk-Gäste bei Maybrit Illner waren sich in diesem Punkt erstaunlich einige: Ja, und zwar auf ganzer Linie. Nur Polizeigewerkschafter Rainer Wendt scherte aus und erging sich im Schwarzer-Peter-Spiel.

Seite 1 von 9
maan 25.11.2011, 08:07
1. Braun in allen Schattierungen ...

Zitat von sysop
Haben Politik und Behörden im Kampf gegen den rechtsextremen Terror versagt? Die meisten Talk-Gäste bei Maybrit Illner waren sich in diesem Punkt erstaunlich einige: Ja, und zwar auf ganzer Linie. Nur Polizeigewerkschafter Rainer Wendt scherte aus und erging sich im Schwarzer-Peter-Spiel.
Die Kulisse mit den wallenden NPD-Fahnen war völlig daneben! Das fällt werbefixierten Sendern schon gar nicht mehr auf. Wessen Geschäft wird in solchen niveaulosen Talks eigentlich betrieben?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Izmir.Übül 25.11.2011, 08:13
2. .

Zitat von sysop
Haben Politik und Behörden im Kampf gegen den rechtsextremen Terror versagt? Die meisten Talk-Gäste bei Maybrit Illner waren sich in diesem Punkt erstaunlich einige: Ja, und zwar auf ganzer Linie. Nur Polizeigewerkschafter Rainer Wendt scherte aus und erging sich im Schwarzer-Peter-Spiel.
Allmählich wird es eng für die notorischen Verharmloser & Einzeltätertheoretiker. Und was die Polizei betrifft: Man braucht sich ja nur mal ganz ehrlich zu fragen, welche Leute mit welcher Mentalität & Motivation diesen Beruf ergreifen, insbesondere im einfachen Dienst. Das werden tendenziell nicht gerade liberale Freidenker sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Duzend 25.11.2011, 08:14
3. Habe eine andere Sicht auf die Dinge

Zitat von sysop
Haben Politik und Behörden im Kampf gegen den rechtsextremen Terror versagt? Die meisten Talk-Gäste bei Maybrit Illner waren sich in diesem Punkt erstaunlich einige: Ja, und zwar auf ganzer Linie. Nur Polizeigewerkschafter Rainer Wendt scherte aus und erging sich im Schwarzer-Peter-Spiel.
Was muss eigentlich noch passieren und was muss man die Vertreter der einschlägigen Instanzen wie Polizei und Innenministerium noch alles in der Öffentlichkeit sagen hören, bis man als Normalbürger realisiert: Der Terror ist gewollt und teilweise geplant? Ob von rechts oder links ist dabei Sache des innenpolitischen Feintunings. Zurzeit wäre es eben von wegen Iran/Nahost wieder mal ganz gut, wenn die Mehrheit der Bürger deutlich von rechten Positionen abrückte.
Wenn wieder mal eine Distanzierung von linken Positionen oppertun scheint, werden die entsprechenden Terrorakte nicht lange auf sich warten lassen.

Unter diesen Vorzeichen wird auch in zynischer Weise klar, warum immer so darauf herumgehackt wird, dass "keiner mit so einem Terror" gerechnet hat. Klar: Ohne weiteres Dönerköche türkischer Abstammung kaltblütig und systematisch zu töten, dafür findet sich unter den Normalbürgern der Republik schon längst keiner mehr - auch keiner, der das billigen würde. Und geplant und getarnt war's halt doch recht clever. Es wird lange dauern, bis man den wahren Drahtziehern auf die Schliche kommt.

Grotesk wirkt deren Nonchalance, in Fernsehsendungen auch noch Interviews zu geben. Die müssen sich offenbar sehr sicher und unantastbar fühlen. Und das ist der eigentliche Skandal in der deutschen Bevölkerung: Dass Staatsbeamte nicht einem Generalverdacht ausgesetzt sind, der mindestens so hoch ist wie der, der uns gegen die nur "scheinbaren Normalbürger" eingeredet wird.

Die Schreckensbotschaft ist nicht, dass die cleversten unter den Rechtsgerichteten es geschafft haben, zu Regierungskreisen gute Beziehungen zu unterhalten, sondern dass der Regierung für einen Augenblick die Maske verrutscht ist und der Bürger erfährt, wen die verbrecherischen Kreise innerhalb der Regierung so alles für sich tanzen lassen können. Die Verbindungen zwischen Terroristen und der Regierung kommen nicht alle nur auf Betreiben unabhängiger Terroristen zustande. Die dichte Verflechtung ist viel besser damit zu erklären, dass die Regierung aktiv ihre Fühler nach Terroristen austreckt oder sich sogar eigene heranzieht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Neinsowas 25.11.2011, 09:09
4. es gibt braunes Denken....

...in Deutschland allüberall. Oft leise. Wie oft wird in einem Gespräch mit "d i e Ausländer" argumentiert. Auf die Einlenkung, man könne nicht verallgemeinern wird nicht reagiert. Man kann nicht ändern, was sich als Gedankenfolge in den Köpfen vieler Deutschen abspielt.
Meine Generation ist die nach dem Krieg. Ich habe die Schweigsamkeit, die Verwirrtheit um ihre moralischen Vorstellungen einer ganzen Generation erlebt. Die Älteren, die nur hinter der vorgehaltenen Hand etwas dazu sagten, die meisten hatten gesehen und geschwiegen. Ich habe immer wieder feststellen müssen, dass dieses °eingefleischte° Gedankengut insgeheim weiterlebte. Es gibt Orte, an denen Grauen geschah und sie sind nicht gebrandmarkt. Der gleiche Geist lebte weiter, metamorphosiert. Die Alten starben schweigend und die Jungen übernehmen wahllos. Auch in mir ist ein Teil dieses Unwesens, den ich immer wieder angehen muss.

°braunes° Denken heisst nicht allein Juden-oder Ausländerhass. Es ist die Art zu folgern, die Art die Dinge des Lebens auf sich zu beziehen, anderen vorzugeben, was sie zu tun haben, anderen die Schuld am eigenen Versagen zu geben, sich als etwas Anderes und Besseres zu empfinden, als etwas, das in der Hierarchie der Menschen oben steht und stehen bleiben muss. Es ist ein Volksnarzismus, der weiter tief verankert wird in neuen Generationen. Es hat sich verstreut, aber es ist immer weiter da. Es spiegelt sich daran, wie wir miteinander umgehen, in Vorschriften, in Massregelungen, im amtlichen Umgang, in der Wortwahl, im Nebeneinander. Es hat den Deutschen geprägt. Es ist seine Geschichte.
Gleichzeitig lähmt es. Wir können uns nicht mehr herzhaft stellen, nicht mehr wirklich entscheiden. Wir schweigen lieber. Weil wir nie wissen, welche Abgründe sich beim Anderen auftun könnten. Und dann hätten wir Andersdenkende uns verraten. So ist Deutschland 65 Jahre nach Hitlers Diktatur, wenig aufgearbeitet, immer noch wenig bereit in den wunden Punkt hineinstossen und ihn durch und durch zu säubern - umzudenken.
Unser Grundgesetz - aus der Erfahrung und dem Schock des 3. Reiches heraus formuliert - ist das beste, was uns wiederfahren konnte. Lassen wir es u n v e r ä n d e r t bestehen, was immer auch kommen mag, es schützt uns alle zusammen, auch vor uns selbst.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fuchs008 25.11.2011, 09:11
5. Selbstbeschäftigung Verfassungsschutz

In der ganzen Geschichte steckt viel zu viel Verfassungsschutz drin.
Jetzt sind die angeblichen Täter tot und können nichts mehr sagen. Was hatten die eigentlich für einen Grund, sich selbst umzubringen? In Deutschland sitzt man höchstens 25 Jahre unter besten Bedingungen im Knast.
Der Verfassungsschutz braucht terroristische Akte um seine Daseinsberechtigung zu beweisen. Er braucht auch Parteien wie die NPD, sonst müsste die Hälfte der Verfassungsschützer zum Arbeitsamt gehen.
Die Geschichte ist gelenkt. Die Jungs hatten sicher den Ausländerhass (warum auch immer), aber die wurden vom Verfassungsschutz ausgehalten und gelenkt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kp86368 25.11.2011, 09:16
6. Slogan zutreffend

Zu der Sendung fällt mir der ZDF-Slogan ein: Mit dem zweiten sieht man besser. Rechts war man doch schon lange halbblind.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
martman11 25.11.2011, 09:20
7. Braunes Menetekel?

Zur Überschrift:
Als Menetekel [meneˈteːkəl] bezeichnet man eine unheilverkündende Warnung, einen ernsten Mahnruf oder ein Vorzeichen drohenden Unheils.
Wo ist hier eine Warnung oder ein Mahnruf? Wollte der Autor wieder mal ganz intelektuell sein und ein Fremdwort benutzen das keiner kennt?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Power_Shifter 25.11.2011, 09:21
8. komisches gefühl

die ganze sache nimmt groteske formen an. natürlich hat deutschland eine sehr "ereignisreiche" geschichte. trotzdem, oder auch gerade deswegen, sind wir eines der tolerantesten und sozialsten länder der welt. wenn man sich mittlerweile die schlagzeilen der medien anschaut, hat man das gefühl in einem, vom rechtem terrornetz durchbohrten staat mit blinder polizeimacht zu leben. dies wird deutschland einfach nicht gerecht. ich habe null toleranz für menschen mit solcher gesinnung. aber es wird immer extreme geben. sei es links, rechts oder religiöser Natur.
natürlich hat die justiz in diesem traurigen fall vollkommen versagt. bitte nicht falsch verstehen. aber deswegen von einer , im allgemeinen für rechte gewalt blinden justiz zu sprechen, ist einfach falsch.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
BerndSchirra 25.11.2011, 09:23
9. Dein Freund und Helfer

Zitat von Izmir.Übül
Allmählich wird es eng für die notorischen Verharmloser & Einzeltätertheoretiker. Und was die Polizei betrifft: Man braucht sich ja nur mal ganz ehrlich zu fragen, welche Leute mit welcher Mentalität & Motivation diesen Beruf ergreifen, insbesondere im einfachen Dienst. Das werden tendenziell nicht gerade liberale Freidenker sein.
Auch wenn Herr Wend von der Polizeigewerkschaft das Gegenteil behauptet,ist er entweder total naiv oder er sagt nicht die Wahrheit. Ich selbst musste anlässlich einer NPD Demo erfahren, wie die Polizei reagiert wenn man sein Recht auf freie Meinungsäusserung einfordert. Da wundert sich die Polizei das ihr Ansehen in der Öffentlichkeit sinkt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 9