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Neonazi-Terror bei Illner: Das braune Menetekel

Haben Politik und Behörden im Kampf gegen den rechtsextremen Terror versagt? Die meisten Talk-Gäste bei Maybrit Illner waren sich in diesem Punkt erstaunlich einige: Ja, und zwar auf ganzer Linie. Nur Polizeigewerkschafter Rainer Wendt scherte aus und erging sich im Schwarzer-Peter-Spiel.

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gsm900 25.11.2011, 15:50
70. QED: Es gibt auch rothgrünes Stammtischgewäsch

Zitat von Child
Ich muss Sie enttäuschen - Rassismus ist leider einer der vielen Charakterzüge des Menschen, der so ziemlich weltweit vorhanden ist. Deutschland hat da kein Copyright drauf.
Auch Migranten können Rassisten sein: Mal mit einer Kippa durchs Araberviertel in Berlin laufen.

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gk1966 25.11.2011, 16:10
71. ohne titel

Zitat von friedrichii
Nun, ein einziger der verhinderten Anschlaege "von Mekka" haette wohl eine Vielzahl von Opfern gefordert. Wollen Sie jetzt den Behörden ankreiden, daß diese verhindert wurden? ...... So etwas nennt man dann "doppelte Standards"
Ja ich setze doppelte Standards. Man muss nämlich das eine tun und das andere nicht lassen. Ist das so schwer zu kapieren?

In den 80er und 90er Jahren wurde der politische Islam in Deutschland nicht als Bedrohung sondern als "kulturelle Eigenart" gesehen. Das war ein Fehler. Die Sicherheitsbehörden haben gelernt und die richtigen Schlüsse daraus gezogen.

Bei der Bekämpfung des Nazi-Terrors werden die Sicherheitsbehörden auch umdenken und Lehren aus den begangenen Fehlern ziehen.

Wer meint die Bekämpfung des Nazi-Terrors hätte geringe Priorität wegen des linken und islamistischen Terrors, hält Naziaufmärsche für Folklore und zählt den Nationalsozialismus zum immateriellen Weltkulturerbe.

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caecilia_metella 25.11.2011, 16:10
72. Ein bißchen deutsch - etwas zum Punkt Geschichte

Was immer wieder einmal problematisch erscheint, ist die Identifikation von Deutschen mit ihrem Land.
Die Diskussion, wer Ausländer ist und wer nicht, wurde schon oft geführt. Dennoch kommt in derartigen TV-Diskussionen immer wieder recht Schwammiges vor.

Die, die Ziel des Terrors sein sollten, sind also: Deutsche. Die natürlich ihre Wurzeln sonstwo haben können.
Wenn das einmal steht, ist es schon etwas einfacher.

Unsicherheit strahlt jemand aus, der selber nicht weiß, ob er nun z.B. Türke oder Deutscher ist. Ist er ein vorübergehender Gast? Oder lebt er hier und sonst nirgends?

"Deutschland hat eine Geschichte", ja, sogar Deutschland.
Und damit eben auch diejenigen "neuen Deutschen" (so wurden nämlich auch Ossis z.T. im Ausland genannt, nachdem sie die Mauer zum Einsturz gebracht hatten), die dann in bestimmten Situationen am liebsten das "Ich-bin-ja-doch-KEIN-Deutscher"-Schildchen hochhalten. Mit der Entscheidung für dieses Land werden sie sich (leider) wohl auch mit dem Erbe dieses Landes mehr oder weniger anfreunden müssen.
Denn was haben denn beispielsweise die Deutschen, die nach dem 2. Weltkrieg geboren sind, mehr verbrochen als die Zugewanderten? Zudem gab es Widerstand usw., Verurteilung der gesamten Nation wäre also auch nicht passend.

Und das nun voraussetzend, kann ich solchen, die rassistischen Problemen wirklich auf den Grund gehen wollen, nur empfehlen, sich mit der noch älteren Geschichte, also den Wurzeln des Rassismus, zu beschäftigen.
Woher kam eigentlich der Hass gegen Juden? (Einiges durchaus auf die heutige Zeit - Fremdenfeindlichkeit - übertragbar.)
Welche Wege der Verbreitung, der Propaganda gab es ab wann, wie hießen die Orte, die Völker genau usw.
Jemand, der eben keine römische Brille trägt, kann dort noch sehr viel entdecken, was kaisertreuen Historikern wohl verschlossen bleiben sollte.

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genervt 25.11.2011, 16:15
73. Wie wahr

Zitat von Knippi2006
Die von Ihnen vorgeschlagenen Mittel werden weiter einhergehen mit Personalabbau, Stellenstreichungen und Vergrößerung der Wasserköpfe wie in den letzten 20 Jahren. Wir brauchen nicht mehr Bespitzelung, Überwachung und an jeder Straßenecke Kameras, wir brauchen auch keine Drohnen zur flächendeckenden Beobachtung der Bürger, wir brauchen anständig ausgebildete, bürgernah operierende und sichtbare Polizeipräsenz.
Polizeipräsenz setzt Personal voraus und wenn alles funktionieren soll, motiviertes gut ausgebildetes und bezahltes Personal, dass eine berufliche Perspektive hat.
Heutzutage wächst der o.g. Wasserkopf ständig und besteht auch hauptsächlich aus hochdotierten Stellen für Juristen, da bekommen Sie für dasselbe Geld min. 2 Streifenpolizisten. Für die untergeordneten Positionen,
auf die es ankommt finden sie kaum genügend qualifiziertes Personal, weil bei schlechter Bezahlung und hoher Belastung (durch geringe Personaldecke) kaum jemand sich soetwas noch antut. Schmeisst die ganzen überflüssigen Juristen und Controller raus und die auf der politische Schiene Eingestellten, öffnet die Karriereleitern für einen Aufstieg über alle Ebenen, schafft wieder die alten kleinen Polizeireviere vor allem auf dem Land die es bis in die 1960er Jahre gab, verschärft die Einstellungskriterien und in ein paar Jahren geht niemand mehr nur aus Not zur Polizei, die Poliszisten bekommen ihr Ansehen zurück und die Bürger den Respekt und dann klappts auch wieder mit der Zivilcourage, denn wenn ich weiss, die sacken den ein, dann verpetz ich auch mal die Nazisau von nebenan.

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wrdlprnpfd 25.11.2011, 16:59
74. .-.

Zitat von membot
Dafür sind sie da, oder? Wie Kameras und Staatstrojaner in so einem Fall den Polizisten beistehen sollen, kann ich nicht erkennen.
Nun gut, aber vielleicht die Aufständig-Anständigen. Würde schon reichen, um Rechtsfrieden zu schaffen.

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Björn Borg 25.11.2011, 18:51
75. Wehret den Anfängen ... falls es nicht schon zu spät ist!

Zitat von Wayne88
Am Dienstag sagte auf Phoenix der ehemalige Präsident des Bundes-VS, Peter Frisch, die NPD sei keine Nazipartei. Er wollte auch nichts von einem Versagen des VS wissen. Diese Leute kapieren garnichts. Und das ist schon symptomatisch.
Damit unterschätzen Sie "diese Leute" auf eine sehr gefährliche Weise. Die wissen genau, was sie tun und wieweit sie wo gehen können.

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ajute 25.11.2011, 19:45
76. Wohl wahr!

Zitat von Neinsowas
...in Deutschland allüberall. Oft leise. Wie oft wird in einem Gespräch mit "d i e Ausländer" argumentiert. Auf die Einlenkung, man könne nicht verallgemeinern wird nicht reagiert. Man kann nicht ändern, was sich als Gedankenfolge in den Köpfen vieler Deutschen abspielt. Meine Generation ist die nach dem Krieg. Ich habe die Schweigsamkeit, die Verwirrtheit um ihre moralischen Vorstellungen einer ganzen Generation erlebt. Die Älteren, die nur hinter der vorgehaltenen Hand etwas dazu sagten, die meisten hatten gesehen und geschwiegen. Ich habe immer wieder feststellen müssen, dass dieses °eingefleischte° Gedankengut insgeheim weiterlebte. Es gibt Orte, an denen Grauen geschah und sie sind nicht gebrandmarkt. Der gleiche Geist lebte weiter, metamorphosiert. Die Alten starben schweigend und die Jungen übernehmen wahllos. Auch in mir ist ein Teil dieses Unwesens, den ich immer wieder angehen muss. °braunes° Denken heisst nicht allein Juden-oder Ausländerhass. Es ist die Art zu folgern, die Art die Dinge des Lebens auf sich zu beziehen, anderen vorzugeben, was sie zu tun haben, anderen die Schuld am eigenen Versagen zu geben, sich als etwas Anderes und Besseres zu empfinden, als etwas, das in der Hierarchie der Menschen oben steht und stehen bleiben muss. Es ist ein Volksnarzismus, der weiter tief verankert wird in neuen Generationen. Es hat sich verstreut, aber es ist immer weiter da. Es spiegelt sich daran, wie wir miteinander umgehen, in Vorschriften, in Massregelungen, im amtlichen Umgang, in der Wortwahl, im Nebeneinander. Es hat den Deutschen geprägt. Es ist seine Geschichte. Gleichzeitig lähmt es. Wir können uns nicht mehr herzhaft stellen, nicht mehr wirklich entscheiden. Wir schweigen lieber. Weil wir nie wissen, welche Abgründe sich beim Anderen auftun könnten. Und dann hätten wir Andersdenkende uns verraten. So ist Deutschland 65 Jahre nach Hitlers Diktatur, wenig aufgearbeitet, immer noch wenig bereit in den wunden Punkt hineinstossen und ihn durch und durch zu säubern - umzudenken. Unser Grundgesetz - aus der Erfahrung und dem Schock des 3. Reiches heraus formuliert - ist das beste, was uns wiederfahren konnte. Lassen wir es u n v e r ä n d e r t bestehen, was immer auch kommen mag, es schützt uns alle zusammen, auch vor uns selbst.
Ich ziehe tief den Hut vor Ihrem wohlformulierten Beitrag und kann dem Gesagten nur zustimmen.
Leider muss ich auch immer wieder die Erfahrung machen, dass in meinem Umfeld diese "leisen" Vorbehalte, Vorurteile und pauschalen Sündenbocktheorien die Runde machen.
Mich wundert ehrlich der anscheindend ahnungslose Aufschrei, der nun plötzlich allerorten zu hören ist.

Und wenn es dann wieder "soweit" kommt, haben wir wieder von nichts gewusst.

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raka 25.11.2011, 20:46
77.

Zitat von mbu66
Nur dass man gerade in diesem Fall die braunen Terroristen wohl auch ohne den Einsatz dieser verfassungsrechtlich bedenklichen Mittel mit offenen Augen und Ohren bei den Ermittlungsbehörden wesentlich früher aus dem Verkehr hätte ziehen können.
Man darf auch nicht vergessen, dass den Ermittlern der Blick verstellt war durch die genetischen Fingerabdrücke der Packerin der Wattestäbchen, die diese mit ihrer eigenen DNA verunreinigt hatte. Dadurch waren die Ermittler auf der komplett falschen Spur, da verschiedenste Verbrechen unter einen Hut kamen und das Bild völlig konfus verschoben war.
Profiler hatten das Bild einer 'Räuberbraut' gezeichnet, die mit wechselnden Komplizen durch Deutschland zog.

Es ist in diesem Fall fast alles saudumm gelaufen, eine Menge Pech war auch dabei. Er wird für die Zukunft ein Lehrstück sein.

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raka 25.11.2011, 21:03
78. .

Zitat von Knippi2006
(...) Wir brauchen nicht mehr Bespitzelung, Überwachung und an jeder Straßenecke Kameras, wir brauchen auch keine Drohnen zur flächendeckenden Beobachtung der Bürger, wir brauchen anständig ausgebildete, bürgernah operierende und sichtbare Polizeipräsenz.
Wir brauchen beides.
Sie und ich und wir alle als normale und ordentlich Bürger sind doch gar nicht Ziel solcher Staatsmaßnahmen.
Wenn der Staat etwas von uns möchte, dann schreibt er uns einen Brief und setzt uns eine Frist für die Antwort. Wanzen und Trojaner hat der Staat gegen uns doch gar nicht nötig. Mit dem Widerstand gegen diese Mittel, die wie Hausdurchsuchungen nur durch Gerichten angeordnet werden dürften, besorgen wir doch nur das Geschäft der Kriminellen.

Zitat von Knippi2006
(...) kostenlose Bildung (...)
Seit wann wird in Deutschland Schulgeld kassiert? Hingehen, aufmerksam und fleissig sein ist alles was man aufbringen muss. Aber selbst das scheint heutzutage schon zuviel verlangt zu sein.

Zitat von Knippi2006
Kameras verhindern keine Verbrechen - sie zeichnen sie nur auf.
Es ist wunderbar diese Aufnahmen für die Fahndung und als Beweismittel zu haben.

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salomona7o 25.11.2011, 22:37
79. der buerger

Zitat von sysop
Haben Politik und Behörden im Kampf gegen den rechtsextremen Terror versagt? Die meisten Talk-Gäste bei Maybrit Illner waren sich in diesem Punkt erstaunlich einige: Ja, und zwar auf ganzer Linie. Nur Polizeigewerkschafter Rainer Wendt scherte aus und erging sich im Schwarzer-Peter-Spiel.
nein, der deutsche buerger hat im kampf gegen den rechtsextremen terror versagt.denn viele deutsche buerger regen sich doch ueber laermstoerungen um die mittagszeit durch den rasenmaeher, kindergeschrei, schlecht geschnittene rasenraender und buesche ueber nachbars garten auf.aber wenn glazkoefige, mit fahnen und hassspruechen durch die strassen ziehn stoert das nicht.nein, das ist nicht 'nur' ein problem der politiker.im uebrigen haelt sich die 'betroffenheit' der bevoelkerung sehr in grenzen.
und ausserdem sind weihnachtsmarkt und plaezchenbacken angesagt.....

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