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Neorassismus: Nennen wir es doch Wurzelmanie!
ASSOCIATED PRESS

Allergische Reaktionen, Schnappatmung und Abwehr? Wie wäre es mal mit einem entspannten, sachlichen Umgang mit dem Thema Rassismus. Vielleicht finden wir dann sogar einen besseren Begriff dafür.

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michi11161 09.03.2019, 13:05
1. Fragen erlaubt.

Ich bin auch einer der ständig fragt.
.Ich bin neugierig,mich interessiert woher die Dialekte kommen.
Ich habe schon beruflich viel mit unterschiedlichen Menschen zu tun.
Es ist für mich ein einfacher Anknüpfungspunkt um mit Menschen ins Gespräch zu kommen, egal woher sie kommen.
Die meisten schwarzen die ich frage,kommen übrigens aus Amerika oder England.
Das sind für mich auch nicht Afrikaner, das sind Amerikaner oder Engländer.
Ich werde übrigens auch ständig gefragt woher ich komme,ich hab einen süddeutschen Akzent und sehe nicht gerade sehr deutsch aus.
Einfach mal entspannen es ist eine angenehme Art mit Menschen ins Gespräch zu kommen.

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stefan.martens.75 09.03.2019, 13:09
2. Klasse Artikel

Vorbeireden gehört zum Menschsein dazu.
Wie sagte schon Ben Kenoby: Viele Wahrheiten an die wir uns klammern, hängen von unserem persönlichen Standpunkt ab.
Und JA! Wir brauchen dringend ein anderes Wort als Rassismus!
Ich denke Schubladendenken ist da bestens geeignet.
Ist zwar auch leicht vorwurfsvoll, trifft es aber und ist nachvollziehbar.
Und wir alle machen es, weil unser Gehirn schlicht so konstruiert ist.
Wie sie sagten brauchen wir uns deshalb auch keinen Vorwurf machen.
Wir sind ganz einfach so konstruiert.
Aber wir haben auch die Fähigkeit uns das bewusst zu machen und dagegen anzugehen, wenn es uns nicht gefällt.
Wir sind halt freie Menschen mit Verstand.
Oder entscheiden uns daran zu glauben, dass dem nicht so ist! :-)

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at.engel 09.03.2019, 13:19
3.

Vielleicht ist das Problem, dass der Begriff "Rassismus" letztendlich seinen Ursprung in einem Wort hat, dass nur einen Sinn hat, wenn man Rassist ist.Es hat aber wahrscheinlich nicht viel Sinn, sich überhaupt Gedanken zu machen, wie man das sonst benennen sollte - Xenophobie ist ja auch etwas anderes - da die meisten sowieso solche Begriffe gebrauchen, wie es ihnen gerade passt.
André Glucksman hat in einem Artikel mal geschrieben, dass es vielleicht das Einfachste sei, davon auszugehen, dass wir alle "Rassisten" sind - und die eigentliche Frage sei, wie man "trotzdem" ein vernünftiges Zusammenleben ermöglicht. Das halte nach wie vor für einen guten Ansatz. Ich kenne eigentlich kaum jemanden, der nicht irgendwie "rassistisch" denkt - und vollkommen unabhängig der politischen Orientierung, der sozialen Zugehörigkeit... und der Herkunft. Ich habe schon alles mögliche erlebt, und meine Erfahrung ist: Umso mehr das alles tabuisiert wird, umso schlimmer wird alles!

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jar.koz. 09.03.2019, 13:21
4. @stefan.martens.75, Beitrag #2

Guter Beitrag, den ich vollumfänglich unterstütze!

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Sleeper_in_Metropolis 09.03.2019, 13:27
5. Mal nebenbei gefragt

Zitat : "Ich schaue jedes Jahr die Übertragung des Wiener Opernballs auf 3 Sat."

Warum tut man sich das denn freiwillig an ? Selbst, wenn die ganze Veranstaltung völlig rassismusfrei wäre, fände ich mehr Spass am erstellen einer Steuererklärung.

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im_ernst_56 09.03.2019, 13:36
6. Nicht die Frage, die Reaktion auf die Antwort ist maßgebend

"Nicht an der Frage kann ich Rassismus oder Abgrenzung ablesen, sondern an der Reaktion auf meine Antwort. Wenn jemand meint, ich werde niemals dazugehören, weil ich anders aussehe, weil meine Vorfahren nicht deutsch sind, dann kann ich von Ausgrenzung sprechen. Und von Rassismus, wenn jemand mich als minderwertig sieht aufgrund meiner kulturellen oder ethnischen Wurzeln.
Denn Rassismus setzt immer voraus, dass man die andere soziale Kategorie als minderwertig ansieht. Die Frage, woher man kommt, kann zu einer Kategorisierung führen, aber ist erst dann rassistisch, wenn man glaubt, dass jemand, der aus Bayern kommt oder aus Anatolien, minderwertiger sei."
Cigdem Toprak in der WELT online vom 27.02.2019
Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

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shotaro_kaneda 09.03.2019, 13:42
7.

Sehr geehrte Frau Ataman,
Es macht wenig Sinn in einer festgefahrenen Debatte noch mehr Kategorisierungen vorzunehmen und den hundertsten -Ismus anzuführen. Ich hab inzwischen auch schon den Überblick in der Debatte verloren, was denn nun rassistisch (oder neorassistisch) sein soll, oder was noch als eine wertschätzende bzw. interessenbekundende Rückfrage gilt. Einerseits reden wir von Vielfalt der Kulturen bei uns, sprich hier unterscheiden wir zwischen verschiedenen Kulturen und wollen möglichst jeder gerecht werden. Wenns um die doppelte Staatsbürgerschaft geht, wollen auch die meisten eben diese behalten, da sie sich nicht "nur" als Deutsche fühlen und sich ihrem "Herkunftsland" verbunden fühlen, sprich hier wird auch Wert darauf gelegt, unterscheidbar zu bleiben. Anscheinend sind manche Fragen in gewissen Zusammenhängen zur Herkunft erlaubt, manche in anderen Zusammenhängen widerum nicht. Und wenn zwei Menschen aufeinandertreffen, besteht immer die Möglichkeit, dass beide aneinander vorbeireden. Der eine kann durch eine Frage gekränkt werden, während einer anderer die gleiche Frage schätzt und darüber bereitwillig Auskunft gibt. Für den Fragenden ists natürlich immer schwierig dies einzuschätzen. Natürlich muss man nicht gleich bei einer ersten Begegnung so dummdreist wie Bohlen nachbohren, sondern sollte die Frage, wenn einen die Herkunft denn wirklich interessiert, zurückhalten, bis man sein Gegenüber besser kennt und sich dann auch mit der ersten Antwort seines gegeüber zufriedengeben. Aber wenn man ständig Gefahr läuft, in ein rassistisches Fettnäpfchen zu treten, unterlässt man künftig eben jedwede Frage zur Herkunft. Dann sollte man von anderer Seite aber auch nicht erwarten dürfen, dass die Herkunft bzw. der Migrationshintergrund (oder Vordergrund oder wie auch immer der aktuell politisch korrekte Begriff ist), in anderen gesellschaftlichen Bereichen das gegenüber wiederum interessieren sollte.

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Dr. Kilad 09.03.2019, 13:42
8. Zum Rassismus gibt es doch jede Menge an Literatur

Richtig ist jedoch, dass hier wenig in der Schule dazu diskutiert wird. Was ist Rassismus? Was Faschismus? Was Antisemitismus? Was Nationalismus? Usw. usf. Ein geradezu klssischen Rassismus präsentierte übrigens Herr Sarrazin. Der reproduzierte sogar direkt die alte NS-Ideologie von der Vererbung der Inteligenz. Selbst den Titel gab es 1936 fast wortgleich bei den NS-Ideologen.

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Treeman 09.03.2019, 13:46
9. Verbrechen vs. Tatsachenfeststellung

"Rassismus" als Abwertung aus vermeintlich biologischen Gründen ist für mich ein Verbrechen, die Aussage, dass es Unterschiede in der Funktionalität der Gesellschaft in Deutschland und in Nigeria gibt und das diese Unterschiede überwiegend in kulturellen Differenzen begründet sind, ist hingegen eine simple Tatsachenfeststellung. Ich halte es daher für völlig verfehlt, hier die Begrifflichkeiten zu vermischen.

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