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Netflix-Serie "Tote Mädchen lügen nicht": "Scheißleben für immer"
Netflix

Die US-Serie "Tote Mädchen lügen nicht" löste eine Debatte über die Darstellung von Suizid aus. Dabei ist darin viel mehr über kaputte Jugendliche zu erfahren, das beweist jetzt auch das dritte Kapitel.

Lars. M. 26.08.2019, 18:29
1.

Ich kann eigentlich nur zustimmen. Am Ende des ersten Absatzes stimmt aber etwas inhaltlich nicht: Die Szene auf dem Schulklo mit Tyler findet schon in der zweiten Staffel statt und ist einer seiner Gründe für das geplante Schulmassaker.

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13Rfan 26.08.2019, 18:52
2.

Kleiner Dreher in der Einleitung: Die Attacke auf Tyler fand in der letzten Episode Staffel 2 statt.

Ich empfand die Aufarbeitung und Entwicklung der Jugendlichen, die sexuelle Gewalt erlebt haben, vom "Opfer" zum "Survivor" als eines der Hauptthemen der 3. Staffel.

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vir-cotto 26.08.2019, 19:32
3.

Man merkt, die Autorin hat die Serie nicht wirklich verfolgt und sich damit auseinander gesetzt. Stichwort Tyler. Das ist mehr als ein Fauxpas und unentschuldbar. Ohne Spoiler fortzufahren. Die Einführung einer komplett neuen und unbekannten Figur/Charaktere, um die verwobene Geschichte/Handlung der zwei vorangegangenen Staffeln aus der teilweise Ich-Perspektive fortzuführen, fand ich unglaubwürdig und aufgesetzt. Mit 13 Folgen und fast jeweils 60min Länge sehr in die Länge gezogen. So viele unnötige rote Heringe. Bei aller Sensibilität zum Thema, hätten auch halb so viel Folgen gereicht. Die letzten beiden Folgen waren auch die Höhepunkte nach Etablierung des neuen Handlungsstranges in den ersten Folgen der 3ten Staffel. Ich hoffe die Serie ist damit auch endgültig beendet. Offene Fragen und Antworten bleiben wie im wahren Leben immer zurück...mir war das alles zu perfekt abgestimmt.

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otto1939 27.08.2019, 06:35
4. Ich konnte der Serie nichts abgewinnen

Die Serie ist doch vor allem eines: Maßlos überzogen und emotional überladen. In der Psychologie nennt man das katastrophieren. Tatsächlich vorhandene Probleme werden hier zu Schwerverbrechen hochstilisiert. Eltern, die versuchen, die Wogen zu glätten, werden als total ignorant oder korrupt dargestellt. - Wer Probleme von Teenagern auf die gleiche Ebene stellt, wie Shakespearses Hamlet, muss sich nicht wundern, wenn Teenager, angesichts ihrer Adoleszenzprobleme in Depressionen versinken und auf die dumme Idee kommen, sich das Leben zu nehmen.

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claudiapittelkow 27.08.2019, 06:49
5. Achtung Spoiler!!!

Der Artikel sollte nicht gelesen werden, wenn man gerade beginnt die dritte Staffel zu gucken!

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Humanfaktor 27.08.2019, 11:35
6. Scheinheilige Moral

Unabhängig von diesem Themenaufhänger halte ich die Diskussion für heuchlerisch und scheinheilig. Das Problem nicht zu zeigen ist Vogel-Strauss-Verhalten. Kindisch. Was ich nicht sehe ist nicht existent, sollte eigentlich, eines verantwortungsvollen Umgangs mit der zugrunde liegenden Problematik wegen, nicht zum Mittelpunkt der Diskussion und Aufmerksamkeit gerückt werden. Auch Warnhinweise am Ende eines Beitrags der sich mit Suizid, Suizidgedanken und Berichterstattung über suizidgefährdete Menschen befasst, sind nicht mehr als ein Feigenblatt. Das Problem wird dadurch nicht gelöst. Durch diesen verschämten Umgang wird es womöglich sogar ungewollt noch vergrößert. Viele Menschen leben in unserer recht herzlos daher kommenden Gesellschaftsform, in der Menschen in erster Linie nach ihrem ökonomischen Nutzen und Wert klassifiziert werden, wie Aussenseiter, fühlen sich wie Aussenseiter und werden wie Aussenseiter behandelt. Diese Entwicklung kommt nicht von ungefähr, und ihre Wirkung nicht überraschend. Wer die Zusammenhänge und die Kausalitäten nicht sieht, sondern lieber die Wirkungen ausblendet, um so zu tun als wäre das eigentlich etwas, dass es zu verstecken und zu ignorieren gilt, tut alles dafür, dass die Dinge sich so weiter entwickeln, wie es sich heute bereits abzeichnet. Menschen leben gesünder und werden älter - doch immer mehr (selbst)kritische Menschen fragen sich auch: wofür eigentlich?

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Esheisstextravertiert01 27.08.2019, 16:41
7. Unverantwortlich

Ich finde es befremdlich, wie dieser Artikel einen der größten TV-Skandale der letzten Jahre bagatellisiert. Die Daten deuten mit einer hohen Wahrscheinlichkeit darauf hin, dass die erste Staffel dieser Serie bei etwa 200 amerikanischen Teenagern den Ausschlag zum Suizid gegeben hat. So etwas gehört abgesetzt und nicht gefeiert.

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