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Neue Comics: Die letzte Hoffnung der Superhelden
Panini/ Millar/ Yu

Die klassischen Recken wie Superman, Batman und Spider-Man sind großenteils zu Merchandise- und Marken-Vehikeln verkommen. Neue Comics zeigen, wie aufregende Superhelden mit Substanz heute aussehen können.

possumgfx 09.04.2012, 10:42
1.

Zitat von sysop
Die klassischen Recken wie Superman, Batman und Spider-Man sind großenteils zu Merchandise- und Marken-Vehikeln verkommen. Neue Comics zeigen, wie aufregende Superhelden mit Substanz heute aussehen können.

Toller Artikel, der Lust auf mehr macht. Eine kleine Anmerkung vielleicht: Sicherlich grosses Vorbild für diese Generation von Superheldencomis ist "Watchmen" von Moore/Gibbons, das ebenfalls die Anwesenheit von Menschen mit Übernatürlichen bzw. scheinbar übernatürlichen Kräften auf unsere Gesellschaft beleuchtet und auch von Hollywood verfilmt worden ist.

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symeon arkham 09.04.2012, 11:13
2. Nicht neu, aber interessant

Zitat von possumgfx
Toller Artikel, der Lust auf mehr macht. Eine kleine Anmerkung vielleicht: Sicherlich grosses Vorbild für diese Generation von Superheldencomis ist "Watchmen" von Moore/Gibbons, das ebenfalls die Anwesenheit von Menschen mit Übernatürlichen bzw. scheinbar übernatürlichen Kräften auf unsere Gesellschaft beleuchtet und auch von Hollywood verfilmt worden ist.
An Watchmen muss ich besonders ebi "God" denken, denn die Geschichte von Dr. Manhatan ist nicht ganz unähnlich. Wie der Artikel bereits treffend sagt, ist das alles nicht neu. Die Geschichten werden immer wieder auf unterschiedliche Weise, anden Zeitgeist angepasst, erzählt.
Die alten Helden deshalb zu langweiligen Merchandise-Vehikeln zu erjklären, halte ich für übereilt. Nemesis und KickAss zeigen doch, dass Millar ständig "neue" Figuren erschaffen muss, da er seine Erfindungen nicht langfristig interessant halten kann.
Auf der anderen Seite lassen sich noch immer unterschiedliche und spannende Superman-Geschichten erzählen. Das kommt eben immer auf den Autor an und nur bedingt auf die Figur.

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ginfizz53 09.04.2012, 11:27
3. es passt irgendwie...

... die neuen comics im stile einer Roy-Lichtenberg-Rezension zu besprechen, verbunden mit der überschäumenden freude darüber, dass jetzt politisch korrekte themen eingebaut werden ("beschützen mitschüler vor rassistischen Schlägern").

Dumm nur, dass das an der - eigentlichen - zielgruppe vollkommen vorbeigeht.

Beides erinnert daran, wie sendungsbewusste deutschlehrerinnen im Unterricht "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl..." lesen lassen.

Mit der betonung auf "lassen", von selbst würden die schüler hier nie zugreifen.

schon zu unserer schulzeit waren die damaligen comics beim bildungsbürger verpönt. Diese Einstellung verbunden mit prohibitiven preissteigerungen (nix mehr mit "Groschenheftchen") hat zum niedergang aller comic-genres geführt.

Ach wenn sich doch die kinder heute noch um micky-maus-hefte prügeln würden. die beklagenswerten rechtschreibschwächen wären geringer.

Aber nein, es soll ja belehren, künstlerisch sein und landet deshalb als hochpreis- und hochglanzausgabe im regal eines mittelalten yuppies...

Oder sollte gerade dies die zielgruppe sein...

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saarstudentin 09.04.2012, 13:04
4. Also wenn Mark Millar eins nicht ist...

... dann ein guter Autor.

Es stimmt schon, es scheint schwierig zu werden, so alte Figuren noch interessant zu gestalten. Das scheint mir vor allem dran zu liegen, dass ständig Leute an den Figuren rummurksen, die sie einfach nicht LIEBEN.
Ich habe um die Jahrtausendwende viele (DC-)Comics gelesen und damals gab es unglaubliche epische Storys. Dann musste ich aufhören, weil es finanziell zu viel wurde. Ich habe aber versucht, die Entwicklung weiterhin zu beobachten und war mehr als einmal entsetzt.
Nicht nur wurde das ganze Universum, mit dem ich großgeworden war und das ich vollkommen durchblickte, wieder auf einen Stand von vor 25 Jahren versetzt, nicht nur kehrten seit Jahrzehnten tote Helden, mit deren Tod man sich abgefunden hatte wieder, nein, plötzlich gab es bunte Lanterns! Und einen toten Batman, eine Wonder Woman im neuen Kostüm, und sogar einer meiner Lieblingshelden, seit 70 Jahren aktiv, wurde plötzlich böse.

Es ist einfach nicht mehr dasselbe. Lieber lese ich zum 10. Mal den Grant Morrison JLA Run, als mir auch nur ein neues Heft zu kaufen. Ich würde ohnehin nichts mehr verstehen... und das ist das Problem. Die Autoren WÜRDEN vielleicht gute Storys liefern, wenn sie sich nicht mit der Altlast von 70 Jahren rumplagen müssten - die sich dann auch noch ständig ändert!

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Arno Nühm 09.04.2012, 17:39
5.

Zitat von saarstudentin
Nicht nur wurde das ganze Universum, mit dem ich großgeworden war und das ich vollkommen durchblickte, wieder auf einen Stand von vor 25 Jahren versetzt, nicht nur kehrten seit Jahrzehnten tote Helden, mit deren Tod man sich abgefunden hatte wieder, nein, plötzlich gab es bunte Lanterns! Und einen toten Batman, eine Wonder Woman im neuen Kostüm, und sogar einer meiner Lieblingshelden, seit 70 Jahren aktiv, wurde plötzlich böse.
Und das ist nicht zum ersten Mal und auch nicht zum letzten Mal passiert. Auch Ihr geliebtes Universum war schließlich nur eine fragwürdige Neuinterpretation des Orginalstoffs. Aus künstlerischer Sicht hätte man diese Serien schon vor Jahrzehnten auslaufen lassen sollen aber eine einträgliche Kuh muss eben solange gemolken werden, wie sie noch Milch gibt

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saarstudentin 09.04.2012, 19:10
6.

Zitat von Arno Nühm
Und das ist nicht zum ersten Mal und auch nicht zum letzten Mal passiert. Auch Ihr geliebtes Universum war schließlich nur eine fragwürdige Neuinterpretation des Orginalstoffs. Aus künstlerischer Sicht hätte man diese Serien schon vor Jahrzehnten auslaufen lassen sollen aber eine einträgliche Kuh muss eben solange gemolken werden, wie sie noch Milch gibt
Neuinterpretation? Ja! Fragwürdig? Sicher nicht, würde ich sagen!

Mir ist klar, dass die Leser, die sich in den 60er und 70er Jahren im DC-Universum heimisch fühlten, von der Crisis in den 80ern ziemlich frustiert gewesen sein müssen. Für sie hat sich plötzlich die ganze Comicwelt geändert, so wie für mich durch Infinite Crisis auch.
Aber ich sage ja nicht, dass Änderungen generell schlecht sind! Und "Crisis on infinite Earths" war eine gewaltige Änderung, doch diese geschah meiner Meinung nach in die richtige Richtung. Zu diesem Zeitpunkt erschienen seit über 45 Jahren DC-Comics, und das in einer Zeit, in der man sich um Logik und Kontinuität noch nicht so wirklich Gedanken gemacht hat. Die Crisis hat da abgeholfen: Es wurde eine richtige Kontinuität eingeführt, intelligentere Origins entworfen und einige der albersten Auswüchse des Golden und Silver Age glattgebügelt. Das Endergebnis konnte sich sehen lassen - meiner Meinung nach! Mir jedenfalls ist ein Lex Luthor als skrupelloser Geschäftsmagnat lieber denn als psychopathischer Wissenschaftler, der durchgedreht ist, weil er ne Glatze bekommen hat!

Wo jedoch der Sinn dabei lag, das ultra sperrige Multiversum wieder einzuführen, erschließt sich mir immer noch nicht...

Die Serien hätten nicht auslaufen müssen... nur sollte man die Publikationsform vielleicht ändern. Von Batman und Superman erscheinen jeden Monat 4 Hefte in den USA, ob den Autoren etwas einfällt oder nicht! Besser wäre es, den Output zu verringern und dafür nur wirklich gute, abgeschlossene Storys zu veröffentlichen. Doch dafür ist die Branche zu festgefahren und im Fall von Wonder Woman ist das auch gar nicht möglich, da sonst DC die Rechte an ihr verliert (jeden Monat mindestens ein Heft, sonst fallen die Rechte an der Figur an die Erben ihres Schöpfers zurück - witzige Vertragsklausel).

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