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Neue Rechte in Deutschland: "Islamismus gilt als heroische Kriegerkultur"
Annette Hauschild/ Ostkreuz

AfD, Pegida und sonstige rechte Strömungen sind sein Spezialgebiet: Der Historiker Volker Weiß seziert die Selbstinszenierung der Neuen Rechten, ihre Idee vom "Ethnopluralismus" und analysiert, was genau Neo-Nazis am Islam schätzen.

mac4me 22.03.2017, 19:57
1. Das Problem: Idelologien und Polarisierung

Das gilt für alle politischen Lager, ob links oder rechts. Und auch Tabus, Denk- und Sprechverbote gibt es auf allen Seiten - nicht nur rechts, sondern eben auch links, wie der Historiker implizit bestätigt, wenn er anmerkt, daß dies bei der Neuen Rechten wie bei allen anderen gelte.

Um einen Gewinn für die Gesellschaft - und darum sollte es immer gehen - zu erzielen, sollte zunächst die Realität als Gesprächsgrundlage anerkannt werden. Das ist aber nicht immer ohne Bewertung möglich, und oft sehe ich Tatsachen als marginal oder irrelevant bewertet oder als Lüge angesehen, weil sie nicht ins vorgefertigte Bild passen. Und das gilt auch wieder für rechts UND links.

Beispiel: einen ausgewiesenen "USA-Hasser" wird man nicht davon überzeugen können, dass Assad bzw. die Russen in Syrien absichtlich ein Krankenhaus bombardiert haben. Für ihn ist das einfach eine Lüge oder aber keine relevante Tatsache. Und wenn ja, hat sie keine Bedeutung. Denn schließlich haben auch die USA bekanntermaßen ein Krankenhaus in Afghanistan bombardiert. Und wir werden sowieso belogen. Ende des Beipiels.

Des weiteren stellt jede politische Richtung ganz bestimmte Fragen an die Gesellschaft. Und damit muss man sich beschäftigen.

Eine Frage der Rechten besteht zum Beispiel darin, welche Rolle die Nation in der heutigen Zeit spielen kann und vor allem spielen sollte. Und hinsichtlich der Bewertung des zweiten Weltkrieges, was in dem Artikel angesprochen wurde, steht selbstverständlich außer Frage, dass dieser von Deutschland mit dem Überfall auf Polen begonnen wurde. Beschäftigt man sich allerdings intensiver mit den historischen Fakten, so kommt man schnell darauf, dass auch außerhalb Deutschlands ein Interesse an einem Krieg bestand, jedenfalls lassen darauf beispielsweise Äußerungen von Churchill schließen. Dies genauer zu beleuchten, ist wiederum bei Linken tabu.

Man wird die neuen Rechten nicht dadurch los, dass man sie totschweigt. Man muss ihre Themen aufnehmen und sich damit auseinandersetzen. Denn diese Themen sind in der Gesellschaft virulent. Wie sehr, wird wiederum von den Linken unterschätzt. Aber dass dies möglich ist, spricht der Historiker an.

Und da sind wir bei der in Deutschland über Jahrzehnte gepflegten unseligen Tradition des Etikettierens. Das Etikett ersetzt die Auseinandersetzung. Und die vermisse ich weitgehend in den Medien. Wenn man dies nämlich nicht tut, wirken diese Ideen im Untergrund. Und sind damit noch sehr viel zerstörerischer, als wenn man darüber sprechen würde. Denn was die etablierten Medien nicht tun, leistet das Netz, wo Lüge und Wahrheit gleich aussehen. Mit allen Risiken und Nebenwirkungen.

Wir sollten die kritischen Fragen, die von jeder politischen Kraft an die Gesellschaft gestellt werden, ernst nehmen und uns ihnen stellen, egal, ob sie nun von Linksterroristen oder von Neonazis, von Flüchtlingshelfern oder Islamfeinden, von Intellektuellen oder Hauptschulabrechern, von Entscheidern oder Abgehängten kommen.

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lequick 23.03.2017, 08:04
2.

Zitat von mac4me
Das gilt für alle politischen Lager, ob links oder rechts. Um einen Gewinn für die Gesellschaft - und darum sollte es immer gehen - zu erzielen, sollte zunächst die Realität als Gesprächsgrundlage anerkannt werden. Das ist aber nicht immer ohne Bewertung möglich, und oft sehe ich Tatsachen als marginal oder irrelevant bewertet oder als Lüge angesehen, weil sie nicht ins vorgefertigte Bild passen. Und das gilt auch wieder für rechts UND links.
Ich kann Ihren gesamten Beitrag nur unterschreiben. Als jemand, der sich politisch in der Mitte sieht, und beide Flügel sowie die Mitte selbst immer hinterfragt, beobachte ich diese Entwicklung (speziell durch das Internet) schon lange. Es ist unbedingt notwendig gegen die Radikalen jeglicher Couleur anzukämpfen, den sie alle bedrohen die Gesellschaft an sich. Auch wenn es sehr mühsam ist.

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arrache-coeur 23.03.2017, 10:11
3.

"was genau Neo-Nazis am Islam schätzen" - Dass die Ideologie des Islam faschistoide Tendenzen beinhaltet, ist nicht gerade neu.

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