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Neues Album "Humanz": Gorillaz im Nebel
Mark Allan/ Warner Music

Vielstimmige Endzeit-Party: Auf ihrem neuen Album "Humanz" zelebriert die virtuelle Pop-Band Gorillaz um Damon Albarn mit vielen prominenten Gästen den Irrsinns-Zustand der Welt - und das eigene Verschwinden.

.patou 27.04.2017, 19:40
1.

Ich habe die ersten drei Gorillaz-Alben geliebt. Obwohl Albarn in fast jedem Interview als arroganter Sack rüberkommt, muss man ihm zugutehalten, dass er von den Britpop-Frontmännern der kreativste und neugierigste ist. Auch von seinem Projekt The Good, The Bad & The Queen hätte ich gern noch mehr gehört.
Ich hatte zwar auch immer eine große Schwäche für Oasis, aber musikalisch herrschte dort ja ziemlich schnell Stillstand und auch die Nachfolgebands klingen noch immer ähnlich. Erstaunlich nach all den Fehden immerhin, dass Noel Gallagher auf dem neuen Gorillaz-Album vertreten ist.
Mit "Humanz" tue ich mich schwer. Die Co-Musiker sind wie immer erlesen, aber thematisch erschöpft mich das Ganze etwas. Außerdem fehlen mir auch die Melodien, die einige der Vorgänger-Alben so unwiderstehlich gemacht haben.

Ich glaube, ich werde mich wieder dem gerade erschienenen Album von Jarvis Cocker und Chilly Gonzales widmen, das hier übrigens auch eine Besprechung verdient gehabt hätte.
Cocker ist mir von den genannten Britpop-Heroen eh der liebste. :-)

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team_frusciante 27.04.2017, 20:48
2.

Zitat von .patou
(...) Obwohl Albarn in fast jedem Interview als arroganter Sack rüberkommt, muss man ihm zugutehalten, dass er von den Britpop-Frontmännern der kreativste und neugierigste ist. (...) Cocker ist mir von den genannten Britpop-Heroen eh der liebste. :-)
Wenn ich mir das, was Gorillaz, Blur und Jarvis Cocker in den letzten Jahren so fabriziert haben, anhöre, wundert es mich doch etwas, dass Albarn und Cocker nach wie vor unter dem einen Genre "Britpop" einsortiert werden. Eine "Musikrichtung", die mehr so ein 60er-Revival in den 90ern war und schon damals der einen Band besser (Oasis, Supergrass), anderen wieder etwas schlechter gepasst hat (Radiohead und Blur ab 97, Pulp). Heute hat sich der Britpop auseinandergelebt. Die machen einfach alle nur noch: Musik.

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.patou 27.04.2017, 21:24
3.

Zitat von team_frusciante
Wenn ich mir das, was Gorillaz, Blur und Jarvis Cocker in den letzten Jahren so fabriziert haben, anhöre, wundert es mich doch etwas, dass Albarn und Cocker nach wie vor unter dem einen Genre "Britpop" einsortiert werden. Eine "Musikrichtung", die mehr so ein 60er-Revival in den 90ern war und schon damals der einen Band besser (Oasis, Supergrass), anderen wieder etwas schlechter gepasst hat (Radiohead und Blur ab 97, Pulp). Heute hat sich der Britpop auseinandergelebt. Die machen einfach alle nur noch: Musik.
Natürlich hat der Output all dieser Musiker (außer den Projekten der Gallghers) seit vielen Jahren nichts mehr mit dem zu tun, was man im engeren Sinne mit dem Britpop der Mittneunziger assoziiert. Mir ging es angesichts der Tatsache, dass Albarn und Noel Gallagher auf "Humanz" das erste Mal zusammenarbeiten, auch weniger um eine musikalisch differenzierte Einordnung als um eine griffige, verbindende Bezeichnung für die seinerzeit populärsten britischen Bands. Mit "Britpop" assoziiert man halt meistens Oasis, Blur oder auch Suede.
Man verzeihe mir die fehlende Präzision.

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dr.eldontyrell 28.04.2017, 10:17
4. Klasse Projekt!

Und ich bin total verknallt in Noodle...

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