Forum: Kultur
Neues "Maischberger"-Format: Wochenschau im Schweinsgalopp
Peter Rigaud/ WDR

Sandra Maischberger macht sich locker - und verordnet ihrer Sendung für den Sommer ein luftigeres Kleid. Ihr Konzept "Die Woche" geht aus mehreren Gründen auf.

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dasfred 13.06.2019, 04:36
1. Ja, der Zeitgeist

Bei der durchschnittlichen Aufmerksamkeitsspanne, die dem Zuschauer im Internetzeitalter verblieben ist, scheint das Konzept doch recht sinnvoll. Wie am kalten Buffet von Häppchen zu Häppchen springen und schon das nächste auf den Teller schaufeln, bevor die ersten verdaut sind. Den meisten reicht das. So wie oft viele Foristen schon die Kommentarspalte stürmen, sobald sie die Überschrift gelesen haben. Und fünf Minuten später ist schon das nächste Thema in Angriff. Auch ein Grund, warum heute kaum noch ein Politiker zurück tritt. Man weiß, kein Thema kann sich mehr länger halten, sobald die nächste Sau durchs Dorf getrieben wird.

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ga.tobias 13.06.2019, 06:13
2. finde ich gut

ist das hier ein "bisschen ironisch" gemeint?
Mir hat dieses Format sehr gut gefallen. Kurze präziese Aussagen, ohne stundenlanges Herumgerede.
Und ich habe das auch nicht als oberflächlich empfunden. War doch Alles auf den Punkt.

Habe seit Jahren nicht mehr 'Maischberger' geschaut - werde jetzt wieder öfter reinsehen.

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siryanow 13.06.2019, 06:36
3. Sandra Maischberger

Ich mag sie . Meine Vermutung zum neuen Format. Wenige haben Interesse ihr bei einem einstuendigem Gespräch mit Helmut Schmidt zuzuschaun und -hoeren . Insofern waehlt sie diesen Weg wohl dem Mainstream geschuldet . Ein Wunsch , ich wuerde gern auch einen italienischen Gast bei ihr sehen, z. B. Romano Prodi , den sie in Italienisch interviewt.

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carlplayer 13.06.2019, 08:01
4. Ein kleiner Schritt der Öffnung

Es war immerhin ein Versuch. Nach gefühlten 1000Jahren öffentlich rechtlichen Dauertalk ein kleiner Aufbruch vom immer selben Format.
Ein informiertes Publikum (wie hat man die in die Sendung gelockt?)
wurde zumindest gelegentlich mit eingebunden. Das wird noch in einer öffentlich rechtlichen Sendung sonst kaum noch gewagt wird. Ein Politiker trifft auf Praxis (Sozialarbeiterin) und hört sogar noch zu. Auch ein seltenes Fernsehereignis.
Natürlich ging es nicht ohne zwei übliche Dauergastjournalisten, aber wenigstens eine Sendung ohne die unvermeidliche Springer Leute.
Ein kleiner Aufbruch im immer ewig gleichem Format. Sicher nicht ganz freiwillig.
Die alten Talksendungen gehen Hand in Hand mit dem alten Parteiensystem in die Abenddämmerung.
Sie müssen sich schnell was überlegen bevor der letzte Ü70 Zuschauer friedlich entschlafen ist.

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fatherted98 13.06.2019, 08:03
5. mir stellen...

...sich nach dieser Sendung zwei Fragen. Warum muss man in der ARD an einer Moderatorin festhalten wenn man ein neues Konzept vorstellt? Hat Frau Maischberger wirklich so den Fuß in der Tür bei der ARD....oder hat man schlicht sonst niemanden? Seit gefühlten 30 Jahren ist Dame auf der Mattscheibe....Zeit für einen Abschied....nicht auszudenken.
Die zweite Frage....eher etwas ironisch....warum eigentlich bei dem ganzen Zeitgeist-Geschwaffel noch das Klatscho-Meter bemühen? Warum das Publikum nicht einfach hüpfen lassen....das ist doch der momentane Zeitgeist....also das Thema bei dem am meisten gehüpft wird (Neuwahlen) hat gewonnen.

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varlex 13.06.2019, 08:20
6.

Zitat von dasfred
Bei der durchschnittlichen Aufmerksamkeitsspanne, die dem Zuschauer im Internetzeitalter verblieben ist, scheint das Konzept doch recht sinnvoll. Wie am kalten Buffet von Häppchen zu Häppchen springen und schon das nächste auf den Teller schaufeln, bevor die ersten verdaut sind. Den meisten reicht das. So wie oft viele Foristen schon die Kommentarspalte stürmen, sobald sie die Überschrift gelesen haben. Und fünf Minuten später ist schon das nächste Thema in Angriff. Auch ein Grund, warum heute kaum noch ein Politiker zurück tritt. Man weiß, kein Thema kann sich mehr länger halten, sobald die nächste Sau durchs Dorf getrieben wird.
Ach ja, früher war alles besser...

Ich gebe zu beachten, dass die größte deutsche Tageszeitung es schon seit 1952 gibt und eben genau auf die Leute abzieht, die nur Überschriften lesen. "Damals" musste man halt noch umständlich Leserbriefe schreiben...heute kann jeder seinen Stammtisch im Netz finden.

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Jörg-Detlef 13.06.2019, 08:22
7. Eine "gewissen Oberflächlichkeit§" hat auch was für sich.

So mag es gelingen, spät nachts übermüdete Zuschauer bei der Stange zu halten. Ist jemand schon halb eingepennt, wird er mit einem neuen Thema wachgerüttelt. Etwas von allem bleibt im Gedächtnis hängen, überdauert vielleicht sogar den wegen des Durchhaltens wohlverdienten Schlaf. Wer am folgenden Morgen glaubt, nunmehr bestens informiert zu sein, möge sich mit Maischbergers "Die Woche" zufriedengeben. Für jemanden, der sich mit politischen Problemen ernsthaft auseinandersetzen will, ist das zu wenig. Den Unterhaltungswert der gestrigen Ausstrahlung möchte ich mit diesen Worten nicht geringschätzen, habe sie schließlich genossen. Möglicherweise haben auch Menschen zugeschaut, die die Sendung dazu verleiten konnte, sich zukünftig intensiver mit Politik zu beschäftigen, sich auch anderen Formaten verstärkt zuzuwenden.

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karlo1952 13.06.2019, 10:14
8. @ 5. Zwei Fragen, eine Antwort.

Frau Maischberger macht das Konzept der Sendung und lässt auchnproduzieren, nicht die ARD. Es ist ihre Sendung. Mit einer anderen Moderatorin wäre es auch eine andere Sendung und Konzept.

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Tante_Frieda 13.06.2019, 10:24
9. Notiz

Der Autor des Artikels schreibt „Gabor Steingart vom „Handelsblatt“...“Herr Steingart hat vor geraumer Zeit dieses Blatt verlassen und ist heute Betreiber eines Podcasts,an dem auch der Springer-Verlag (mit 36 Prozent) beteiligt ist.

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