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Neurobiologíe: "Die Seele ist eine Hirnfunktion"
Corbis

Der Hirnforscher Gerhard Roth spürt der Seele nach. Im Interview spricht er über evolutionäre Vorteile, den Hass der Geisteswissenschaftler und die Mona Lisa.

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Till67 19.11.2014, 18:04
90. Das stimmt so nicht

Zitat von goliat7
1. Mit einem Lineal, kann nicht nicht die Schärfe eines Essens messen und mit Laborgeräten nicht die Seele entdecken. 2. Nur weil etwas (noch) nicht beweisbar ist, beweist das nicht, dass es nicht existiert. 3. Wenn ich etwas bemerke, dazu eine These aufstelle, die funktioniert, ist das noch kein Beweis, die Ursache gefunden zu haben. Siehe Urknall. Die These funktioniert rechnerisch, nach dem jetzigen Kenntnisstand, das ist aber keine Beweis für den Urknall.
Zu 1:
Sie nehmen ein Versuchskaninchen, füttern ihm das Essen und mit dem Lineal messen Sie wie hoch es vor Entsetzen (bei mexikanischen Chilies z.B.) springt. Und korrellieren dies mit der Schärfe von Versuchsessen. Das ist zwar nicht tierfreundlich, wird aber funktionieren.

Das ganze nennt man indirekte Messung.

Zu 2: Beweisen können sie in diesem Universum gar nichts, nur falsifizieren. (Harte) Beweise gibt es nur in theoretischen Konstruktionen wie der Logik.

Zu 3: Das Graviton ist auch noch nicht wirklich entdeckt, trotzdem nehmen wir als Arbeitshypothese die Graviatationstheorie.

Natürlich kann man das Universum auch mit Engelchen und Teufelchen füllen, die alles von Hand herumschieben. Nur damit läßt sich nichts berechnen - mit einer Gravitationstheorie schon.

Die Hirnforschung steht halt ganz am Anfang - und Messungen dort funktionieren so wie bei dem von mir abgewandelten Beispiel 1. Indirekt.

PS: Natürlich können Sie mit Laborgeräten die Seele messen - nur äußerst ungenau.
Z.b. können Sie einen Hirnscan machen, während Sie Bach oder Metallica oder nichts hören - Ihre Emotion wird eine meßbare Auswirkung haben. Nur ist ein Hirnscan nicht genau genug, irgend etwas genaues zu erfahren. Er erkennt nur, das seelische Aktivitäten sich auf Hirnzentren konzentrieren (und dort Kohlehydrate verbrauchen...).

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bimberle84 19.11.2014, 18:42
91. Keine Lösung

Das dieses Thema ein argumentatives Minenfeld ist war vorher schon abzusehen. Zwischen Wissenschaft und Glauben kann niemals ein Konsens geschlossen werden solange der gläubige/spirituelle Mensch als einzigen Beleg für seinen Irrtum den Wahrhaftigen akzeptiert der Ihnen persöhnlich erklärt das er nicht existiert. Zirkuläre Bewisführung, absurde Vergleiche (siehe Fernseher/Empfänger..) und was auch immer hilft um sich seiner Überlegenheit über den schnöden Versuch lustig zu machen die Dinge durch verifizieren und falsifizieren zu erklären. Damit schlägt sich die Menschheit schon seit wir Denken können herum. Das Problem ist nur das die eine Seite niemals die fundamentalen Spielregeln einer argumentativen Diskussion akzeptieren wird bzw. kann. Aber die Luft wird dünner.Wir forschen weiter. Praktisch jedes religiöse Statement das sich bisher widerlegen lässt wurde auch widerlegt. Das tolle ist nur das die Welt in der wir leben nach heutigen physikalischen Erkentnissen noch wesentlich verrückter ist als alles was sich ein Prophet oder was auch immer hätte ausdenken können.

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Dengar 19.11.2014, 20:10
92. Mag so sein

91. Keine Lösung
bimberle84 heute, 18:42 Uhr
Das dieses Thema ein argumentatives Minenfeld ist war vorher schon abzusehen." Zitatende. -------------- Jeder Mathematiker weiß, wie auch Physiker es wissen sollten, dass ihr Modell auf Annahmen (Axiomen) beruht. Alle Beweise sind in sich schlüssig und schließen auch andere Beweisketten mit ein. Unser Zahlensystem, unsere Vorstellung von Dreidimensionalität fußt auf genau drei Axiomen, auf denen ein Modell aufgebaut wurde. - Wollen Sie da eine "Seele" in Zweifel ziehen?

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haumera 19.11.2014, 20:36
93. Egal wie

Es macht keinen Unterschied, ob nun von "Seele" oder "Geist" die Rede ist, ob religiös geprägt oder nicht. Wir müssen wohl (oder übel) zur Kenntnis nehmen, dass so etwas wie ein Ich-Bewusstsein nicht existiert. Es ist die reine Selbstwahrnehmung, die uns das vorgaukelt. Und wir fallen leicht darauf rein.

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Dengar 19.11.2014, 20:55
94. Hmm

93. Egal wie
haumera heute, 20:36 Uhr
Es macht keinen Unterschied, ob nun von "Seele" oder "Geist" die Rede ist, ob religiös geprägt oder nicht. Wir müssen wohl (oder übel) zur Kenntnis nehmen, dass so etwas wie ein Ich-Bewusstsein nicht existiert. Es ist die reine Selbstwahrnehmung, die uns das vorgaukelt. Und wir fallen leicht darauf rein." Zitatende -------------- Fallen wir dann auch auf Leid wie Hunger, Durst, körperliche Gebrechen oder gar Kriege rein? - Für mich ist das alles sehr real, ja sogar existenziell, denn sonst wäre das "Ich", welches ich bin, bald tot.

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Discordius 19.11.2014, 21:31
95. beweis und falschifizierung

Zitat von Till67
Zu 1: Sie nehmen ein Versuchskaninchen, füttern ihm das Essen und mit dem Lineal messen Sie wie hoch es vor Entsetzen (bei mexikanischen Chilies z.B.) springt. Und korrellieren dies mit der Schärfe von Versuchsessen. Das ist zwar nicht tierfreundlich, wird aber funktionieren. Das ganze nennt man indirekte Messung. Zu 2: Beweisen können sie in diesem Universum gar nichts, nur falsifizieren. (Harte) Beweise gibt es nur in theoretischen Konstruktionen wie der Logik.
Ihre Kaninchen werden sich wahrscheinlich irgendwann in Krämpfen winden und umkippen, wobei sie wohl noch versuchen würden aus dem Abstand der Ohrenspitzen des bewusstlosen Tieres eine Korrelation zur Menge des aufgenommenen Capsaicins herbeizuaubern.

Auch bei der Falsifizierung als alleiniger wissenschaftlich gültigen "Beweisführung" werden sie an Grenzen stoßen. Da die Naturwissenschaften ohne logische und mathematische Grundlage wertlos sind, sollte zumindest berücksichtigt werden, dass es in deren formalen Systemen laut Gödel Aussagen geben muss, die weder bewiesen noch wiederlegt werden können. Da hilft dann auch Sankt Popper mit der Falsifizierung nicht mehr weiter, wenngleich diese ein Kriterium zum Umgang mit wissenschaftlichen Hypothesen sein kann. Allerdings werden in den Naturwissenschaften zunächst Phänomene beobachtet, die eine Art vorweggenommene Verifikation einer abzuleitenden Theorie darstellen. Dann folgt Verifikation auf Verifikation. Praktisch ist Poppers Ansatz eher selten, siehe dazu Matthews "Manche Schwäne sind grau" in Spektrum der Wissenschaft (3, 2009)

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glise 19.11.2014, 21:56
96.

Zitat von taglöhner
Es gibt nicht den geringsten Hinweis darauf, dass irgend etwas von irgendeinem Gott erschaffen wurde. Die theologische Relevanz der Theologie ist dementsprechend.
Wer hat die Menschen gemacht, die Tiere und all das Leben? Komplexe Informationsstrukturen können niemals von selbst entstehen auf keinen Fall - nicht in 100 Billiarden Jahren.

Man stelle sich vor eine Bombe unter einem Felsen zu zünden. Die Wahrscheinlickeit dass aus den Bruchstücken der Kölner Dom entsteht ist vergleichbar mit der Wahrscheinlichkeit, dass das Leben von selbst entstanden wäre.

Das einfachste Bakterium ist komplexeste Nanotechnologie. Dafür braucht man ausgefeilte Ingenieurstechniken. Viel zu komplex ist die Regulation der Proteinsynthese und der Transport der Proteine an dessen Bestimmungsort.

Selbst wenn es außerirdische Bioinformatiker gewesen wären, dann müssten diese auch von irgend jemanden erschaffen worden sein.

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Herbert Bader 19.11.2014, 22:03
97. Um es noch deutlicher zu sagen

Roths Definition von Seele, das Unbewusste des Kognitiven, ist gerade das, was die höchst entwickelten Tiere erreicht haben. Es ist das Maximale, was individuelle mentale Entwicklung erreichen kann. Um darüber hinaus zu kommen, müssen sich mehrere Individuen zusammenschließen und ihre Geistesleistungen kombinieren. Einzelne Spezies schaffen das paarweise, andere sippenweise und andere staatenbildend. Nur der Mensch entwickelte eine skalierbare, universelle und dauerhafte Kommunikationsform, die es ihm ermöglichte, das Wissen effizient zu multiplizieren und weiterzuentwickeln. Voraussetzung dafür war das Bewusstsein, das sich über reine Gefühlszustände erhebt. Unsere Sprache ist Digitalisierung der Gefühle. Ratio, Logik usw. sind dann weitere Entwicklungen, die aber immer noch auf dieser einfachen Neuronenrepräsentation der Gefühle und damit den Gefühlen selbst aufsetzen. Eine Abstraktionsform wie reine Mathematik ist ein vorläufiges (?) Endprodukt der Erhabenheit und damit schon ziemlich weit von ihrer Basis entfernt. Deswegen fällt sie uns auch so schwer - weil wir uns disziplinieren müssen, nicht emotionell an sie heranzugehen!

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haumera 20.11.2014, 00:02
98.

#54 tetaro:
"Vielleicht sind Sie ja auch in jedem anderen Menschen gelandet. Doch dank der Beschränktheit des jeweiligen Gehirns, glauben Sie in jedem einzelnen Menschen, sie seien ausschließlich in diesem gelandet."

Stimmt grundsätzlich. Sie wissen gar nicht wie nahe Sie der Lösung sind.

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UM Pieper 20.11.2014, 00:33
99. Schlecht für Sie.

Zitat von Coemgen2
Jeder Glauben beruht auf einen Wahn. Der Glauben, dass es ein Seele gäbe, ist eine religiöse Fiktion aus kranken Hirnen. Früher hätte das ein Spiegel-Redakteur gewusst.
Der Glaube, daß es keine Seele gibt, ist auch ein Glaube.........

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