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Niedergang der Demokratie: Warum Populismus nicht die Ursache ist
DPA

Den Erfolg von Trump und Co. auf Populismus zu reduzieren, ist zu kurz gedacht - der ist nur Symptom einer globalen Krise. Die Ursache für den autoritären Aufschwung liegt in den liberalen Demokratien selbst.

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ashrak2014 05.03.2017, 12:29
300. Fehlende Demograthie die Ursache

Es werden immer mehr Entscheidungen ohne das Volk getroffen, auch in dem Wissen, das das Volk nicht damit einvestanden ist. Zudem wird oftmals nicht mehr Sauber recherchiert. Das führt dazu das vieles Unglaubwürdig wirkt bzw. ist. Das Internet gibt viele Möglichkeiten sich zu informieren und Informationen auch das Ausland zu erhalten, die viele Sachen anders sieht und sich viele anders Darstellt als es wirklich ist. Und es gibt Natürlich beide Seiten bei den Populisten, diejenigen, die einem die Einzige Wahrheit eintrichten wollen und die Zweifel daran haben und im Grunde nur auch mal die andere Seiten darstellen wollen. Pupulismus ist im Grunde der Verzeifelte versuch etwas zu Retten, was im Grunde nicht mehr zu Retten ist, in diesem Fall wohl eine Glaubwürdige Demokrathie

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Pride & Joy 05.03.2017, 12:34
301. Mehr Demokratie - mehr freiheitliche Rechte

Ich verstehe den Autor nicht und seine These, denn gerade Trump mit seinem: "Drain the Swamp" etc. hat doch seinen Wählern die Wiederherstellung von demokratischen Verhältnissen im Sinne von: Ich nehme jenen wenigen die Macht, den Einfluß und das Geld um sie an die Mehrheit zu verteilen, versprochen. und damit die Zunahme der individuellen Rechte auf die Mehrheit.

Deshalb haben sie ihn gewählt! Dass dies auf reinen Populismus beruhte, ist vielen jetzt erst klar geworden. Also ist der Populismus die Triebfeder für den Aufstieg von Leuten wie Trump, die ihren Auftrag nicht erfüllen!

Deshalb von einer "Demokratie-Rezession" zu sprechen, üverzeichnet das Problem und führt daher in die Irre, denn die Reps in den USA sind keineswegs Antidemokraten, sondern Konservative! https://de.wikipedia.org/wiki/Republikanische_Partei

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luny 05.03.2017, 12:42
302. Nur begrenzt

Zitat von fördeanwohner
Und auch, wenn Politiker nicht immer alles richtig entscheiden, so haben wir doch die Möglichkeit, sie wieder abzuwählen.
Hallo Fördeanwohner,

eine Abwahl ist durch die Zweitstimme = Listenwahl nur möglich,
wenn eine Partei unter die 5%-Hürde gewählt wird, siehe F.D.P.

Nach den Bundestagswahlen ist das politische "Spitzenpersonal" =
Berufspolitiker merkwürdigerweise mit dem politischen "Spitzen-
personal" VOR den Wahlen identisch.

Damit für die Berufspolitiker nichts anbrennt, lassen sie sich
auf die oberen Plätze der Landeslisten der jeweiligen Partei
setzen, wie z. B. die amtierende Bundeskanzlerin und ihr
Finanzminister.

Somit ist eine Abwahl UNMÖGLICH, außer die CDU fiele unter die
5%-Hürde, was in etwa so wahrscheinlich ist, wie ein Wahlergebnis
von 50+% für die F.D.P.

LUNY

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schnapporatz 05.03.2017, 12:49
303. Effiziente Demokratie durch Direktdemoratie und Volksabstimmungen

Ziel ist ein starker, direktdemokratisch kontollierter Staat. Wie in Artikel 20/2 beschrieben und nie vollumfänglich umgesetzt.

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binismus 05.03.2017, 12:49
304. Niedergang der Demokratie

Das ist soweit alles nicht falsch. Aber, eine funktionierende Demokratie ist langweilig! Und, mehr Menschlichkeit durch weniger Menschen! Denn überall wo es eng wird, durch zu viele Menschen, entstehen erst Probleme dann ... Kriege!!! Das sind prinzipielle, verifizierte Fakten!!! Man muss in allem das Prinzip erkennen. Dann weiß man als Mensch, wo es lang geht. (harnack prinzip max planck)

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blutiger ernst 05.03.2017, 12:50
305. Dazu ruhig mal Richard Rorty lesen

Zitat von Aberlour A ' Bunadh
Ich halte es für einen schweren Fehler die gesellschaftspolitischen Verhältnisse in den USA einfach auf europäische Verhältnisse übertragen zu wollen. Leider leistet der Autor des Hauptartikels dem auch noch Vorschub. Das führt aber völlig in die Irre. Sie bringen Leute wie Milton Friedman und Friedrich August und von Hayek ins Spiel. Dieses neoliberale Element ist aber geradezu vorzüglich in Trumps neuem Kabinett vertreten: Micheal Pence, John Mulvaney, Reinhold Priebus, Steven Mnuchin, Wilbur Ross, Rex Tillerson und und und. Neoliberale und "free marketeers" so weit das Auge reicht. Warum sollen also im "Gewand der Wirtschaftswissenschaften" Demokratien "ethisch und sozial vor die Hunde gehen", wenn gerade eine aktuelle US-Wahl diese Leute ins Weiße Haus gespült hat. Natürlich kann dabei die "Demokratie vor die Hunde gehen". Aber dann hat das der Wähler so gewollt. Die USA waren nie ein Sozialstaat und werden nie einer sein. Das hat Werner Sombart schon um die vorletzte Jahrhundertwende intellektuell interessiert, mit der Frage, warum der Sozialismus (die Sozialdemokratie) in den USA keine Chance hat. Milton Friedman und Friedrich August und von Hayek sind in der Tat liberale Denker. Ihre wirtschaftspolitische Agenda mag uns nicht gefallen. Aber sie sind deswegen keine "Anti-Demokraten". Ihre wirtschaftspolitische Agenda wird unter Trump von fast seinem ganzen Kabinett fast in Gänze geteilt. Daher geht der Autor des Haupt- Artikels mit seiner "Demokratie-Rezession" als Antwort auf die Verwerfungen der liberalen Demokratie völlig in die Irre. Das Gegenteil ist richtig. Vielen Wählern, auch und gerade von Trump, sind die Verhältnisse noch nicht libertär genug. Daher DEREGULIERUNG und PRIVATISIERUNG von Arbeit bis Waffenbesitz.
Friedman ist der Totengräber des Keynesianisches Nachkriegsmodells einer sozial halbwegs ausbalancierten Gesellschaft, die auch Arbeiter vom Wachstum profitierten ließ. Sicher kann man das nicht eins von den USA auf Europa übersetzen, aber selbst in den USA gab es bis in die Nixon-Ära durchaus "sozialstaatliche" Elemente (Kennedys "Great Society" etwa) - und in Westeuropa einem relativ hohen Anteil teils sogar funktionierender Staatsbetriebe. Im Kern ist "libertäre" Marktradikalismus zutiefst elitär, sozialdarwinistisch und anti-demokratisch - und die Ideologen in der Trump-Administration, die es geschafft haben, desillusionierte Arbeiter für ihr Staats-Zerstörungs-Programm zu gewinnen, profitieren vom Versagen der Linksliberalen - übrigens nicht nur in den USA. Die haben ab Ende der 1960 - induziert durch Vietnam und den Zerfall des "linken" Patriotismus - davon verabschiedet, für soziale Errungenschaften der breiten Masse zu kämpfen - und sich stattdessen um Gleichstellung von Minderheiten gekümmert.
Richard Rorty hat das schon vor Jahren problematisiert und den Drift breiter Wählerschichten nach rechts prognostiziert, die sich von den "Linken" nicht mehr vertreten sehen. Eben das ist längst auch in Europa eingetreten - und die Frage ist eigentlich eher, wieso die politischen Liberalen und "Linken" das Feld freiwllig geräumt haben und es Zerstörern wie Friedman überlassen haben.

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vormaerz 05.03.2017, 12:57
306. Populismus ist ein neoliberales Kampfmittel

Wo immer dieser Populismus an die Macht drängt, ist die Finanzelite nicht weit. Nach der Wahl wird als Volkswillenssimulation den Sündenböcken der Mode das Leben schwer gemacht. Die Finanzelite wird derweil mit Deregulierung bedient, so macht es gerade Trump.

Dazu sei auf diesen Artikel im Guardian hingewiesen, der aufzeigt, dass ein US-Millardär unter Einsatz modernster Algorithmen, Facebook und anderen sozialen Medien und eines gigantischen Netzwerks selbstreferentieller Websites sowohl Trump, als auch den Brexit massiv befördert hat. Solange Milliardäre sich legal anmaßen dürfen, die Geschicke der Menschheit zu lenken, ist die Demokratie nur noch solcher Leute Kasperletheater.

1984 ist ein Dreck dagegen, das wäre wenigstens noch Unterdrückung mit offenem Visier. Hier der Link, Spiegel, übernehmen Sie:

https://www.google.de/amp/s/amp.theguardian.com/politics/2017/feb/26/robert-mercer-breitbart-war-on-media-steve-bannon-donald-trump-nigel-farage

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Aberlour A ' Bunadh 05.03.2017, 13:04
307. Lernprozesse?

Zitat von syracusa
Wie Diamond bin auch ich Kulturoptimist. Ich glaube erstens, dass die Geschichte der Menschheit eine Geschichte der fortlaufenden Zivilisierung des Menschen ist, und ich glaube zweitens, dass diese Entwicklung zyklisch verläuft. Das Tempo, in dem diese Zyklen verlaufen, hängt von der Geschwindigkeit der globalen Kommunikation ab, also davon, wie schnell sich Ideen verbreiten. Den bisher weltweit extremstem Anschub in Richtung mehr Demokratie, mehr individuelle Freiheit, und mehr Solidarität gab es mit dem, was wir als 68er-Bewegung kennen. Diese Kulturrevolution hat uns in Europa aus dem Mief der halbautoritären Halbdemokratien geführt, und hat die offene, liberale Gesellschaft erst geschaffen. Der Beginn dieser Welle, die in der 68er Kulturrevolution mündete, liegt im Widerstand freiheitlicher Kräfte gegen die halbfaschistische McCarthy Ära der USA, und sie begann - scheinbar ganz unpolitisch - als Hippiebewegung. Die Wellenbewegung der Zivilisierung ist auch einfach und logisch verständlich, wenn man sich vor Augen führt, dass politischer Druck immer Widerstände provoziert. Setzt sich der Widerstand durch, dann versinken die reaktionären Kräfte in zeitweise Agonie, die progressiven Kräfte richten es sich bequem ein und ermatten. Das revolutionär Erkämpfte wird als Selbstverständlichkeit hingenommen. Zugleich setzt bei der Reaktion ein Lernprozess in Gang. Es dauerte nur ca 15 Jahre nach dem Erfolg der 68er, bis die Reaktion buchstäblich die Sprache wieder fand, bis sie entdeckte, dass derjenige den gesellschaftlichen Diskurs bestimmt, der die Sprache beherrscht. Die Reagan Ära war genau diese Phase, in der die Reaktion der progressiven Linken die Herrschaft über die Sprache wieder streitig machte. Ich gehe mit Diamond also völlig d'accord. Danke für diesen Beitrag.
Dass in den 70er Jahren der "keynesianische Konsens" zerbrochen ist, hatte handfeste ökonomische Gründe (Strukturwandel, Ölpreiskrise, "Stagflation"). Und nichts mit Hippies zu tun. Richard Nixon war Keynesianer! Dann kam die neoliberale Wende in den 80er Jahren fast gleichzeitig mit Reagan und Thatcher in den angelsächsischen Ländern und natürlich kontinentaleuropäisch abgeschwächter bei Kohl. "Kapitalismus und Freiheit" von Milton Friedman (1962!) war wieder Standardlektüre. Jetzt wurde die "neoliberale Story" auch vom einfachen Arbeiter geglaubt. Bis zur großen Finanzkrise 2007/2008. In der Zwischenzeit musste sogar die Sozialdemokratie/Labour die "neoliberale Story" erzählen, um vom Arbeiter gewählt zu werden. Ich halte den Beitrag von Diamond daher für völlig verfehlt, weil er im typischen sozialwissenschaftlichen Holismus gefangen ist. Daher immer die Bezugnahme zum "Volk". Demokratische Konsensfindungsprozesse sind deswegen "träge", weil der Bürger Einwendungen machen können - auch auf gerichtlichem Wege. Es wir immer gesagt, dass Hauptproblem ist die fehlende Partizipation des Bürgers. Bitte, dann wird's halt träge. Natürlich könnte die Politik ökonomisch effizientere Wirtschaftspolitik machen (Marktfreiheit und Seitenzahlungen an die negativ Betroffenen, Kopfsteuern). ABER DAMIT GEWINNT MAN KEINE WAHLEN. .

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fördeanwohner 05.03.2017, 13:05
308. -

Zitat von theanalyzer
Naja, bei PEGIDA kamen auch hunderttausende zusammen. Um sich dafür beschimpfen zu lassen. Kein Wunder, dass diese Menschen nun nicht mehr mögen.
? Ich meinte nicht im Zeitraum eines Jahres oder so, sondern zu einer einzigen Veranstaltung, also hundertausend Individuen und nicht immer wieder dieselben x.

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luny 05.03.2017, 13:06
309. Immer zwei

Zitat von bonifeto
Einziges Korrektiv dessen könnte die Politik der Demokratie sein, wenn sie im Interesse der breiten Bevölkerung handelte, jedoch - nicht zuletzt auch in Deutschland - vom Kapitalismus durch Lobbyisten und Eigennutz korrumpiert ist und zu einer auseinandergehenden Schere zwischen arm und reich führt.
Hallo Bonifeto,

damit Lobbyisten erfolgreich sein können, benötigen sie den
willfährigen Politiker, der sich korrumpieren läßt.

Diese Spezies scheint es zu geben, sonst wären die Lobbyisten
nicht so zahlreich in Berlin, Brüssel etc. vertreten.

LUNY

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