Forum: Kultur
Noir-"Tatort" aus Dortmund: Kindermörder sucht Familienanschluss
WDR/ Thomas Kost

Neuanfang mit altem Bekannten: Im Dortmunder "Tatort" trifft Kommissar Faber den Serienkiller Graf wieder. Die beiden haben ein inniges Verhältnis - wunderbar kranke Krimikunst.

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Ekkehard Grube 05.02.2018, 12:44
10. Der nächste „Fantomas“-Tatort

Nach den Kieler Tatorten mit dem „stillen Gast“ hat die ARD mit "Markus Graf" zum zweiten Mal eine Verbrecher-Figur geschaffen, die den Ermittlern im letzten Moment entwischt – ähnlich wie der Titel-(Anti)-held der französischen Groteske „Fantomas“.

Generell behagen mir solche Konstellationen nicht – bei aller Komik will ich schon sehen, dass der Böse am Ende seiner Strafe nicht entgeht. Insofern würde ich mir wünschen, dass „Markus Graf“ in irgendeinem der nächsten Dortmunder Tatorte gestellt wird und dann Schluss ist mit dieser Figur.

Die Handlung selber war so bedrückend gut dargestellt, dass ich an etlichen Stellen weggucken musste.

Ein großes Kompliment möchte ich den Dortmundern machen, was die Darstellung der Spannungen im Ermittler-Team betrifft: Den Drehbuchautoren ist es gelungen, zu jedem Zeitpunkt klarzumachen, dass bei diesen Spannungen jeder auf seine Weise ein bisschen Recht hat. Das ist ein wohltuender Gegensatz zum Dresdner Tatort-Team, das nach dem Motto konzipiert wurde: „Männer sind Trottel, Frauen sind perfekt.“

Deshalb möchte ich an dieser Stelle auch eine Lanze für Nora Dalay brechen, die sich von Faber zwar auch nichts gefallen lässt, aber dennoch nicht so erstarrt und verbiestert daherkommt wie Gorniak in Dresden. Ich möchte Dalay nicht missen. Die Auffassung von „galipoka“ teile ich ausdrücklich NICHT.

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joxy 05.02.2018, 18:47
11. Casablanca?

Der Anfang hatte seine Längen, 2. Hälfte war gut. Die Szene mit dem Telefonat scheint mir aber eher an das Ende von Schweigen der Lämmer angelehnt.

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MiriLore 12.02.2018, 22:23
12. Ging nur mit Rotwein...

...ich dachte, ich versuchs noch mal, nachdem ich die letzten Dortmunder Tatorte schon als so unfassbar grottig empfunden hatte... Schuster bleib bei deinen Leisten. Wo ist er hin, der gute solide Sonntagabend-Krimi? Stattdessen versuchen wir uns an Hollywood- Niveau, ohne auch nur annähernd über die gleichen Mittel zu verfügen. Ein trauriger "Schweigen-der-Lämmer" Abklatsch, gepaart mit ein bisschen "Outbreak"? Ich weiß nicht, aber etwas anderes fällt mir jetzt gerade dazu nicht ein. Vielleicht hätte man statt der Drohne überm Knast noch kleine grüne Männchen ala "Mars Attack" einfliegen lassen können. Die hätten dann mit Lasern auf den davonrollenden Gefangenentransport schießen können... da hätte ich wenigstens etwas zu Lachen gehabt. So blieb mir nur der Griff zum Rotweinglas, als einzige Alternative zum Ausschalten.
Also das mit den Marsmännchen geht mir noch nicht ganz aus dem Kopf... vielleicht klopfe ich mal dort an und frage, ob man nicht vielleicht noch einen Co- Author gebrauchen könnte...? Ich hätte da schon tolle Ideen für die Fortsetzung. Ich sehe.... einen abgetrennten Kopf in einem Päckchen zum Beispiel... ;-)

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