Forum: Kultur
Nordkorea-Doku: "Denken Sie, dass die Zuschauer so blöd sind?"
Kundschafter Filmproduktion GmbH

Bilder abseits des Klischees will Regisseurin Sung-Hyung Cho in ihrer Nordkorea-Doku zeigen - und lässt auch Propaganda-Phrasen für sich stehen. Ein Gespräch über Grenzen für Filmemacher in dem abgeschotteten Land.

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Parvis 01.08.2017, 18:41
10.

Zitat von OlafKoeln
Letzteres dürfe auch der Grund für die gute Wohnung und das Studium des Enkels sein. In einer anderen Doku "lebte" eine Vorführfamilie auch in einer guten Wohnung. Man merkte aber an verschiedenen Dingen, dass sie dort nur "Gäste" waren.
Wenn sie die Doku meinen, in der das ca. 8 jährige Kind nicht wusste, wie man eine Banane schält, ja, die habe ich auch gesehen.

Wussten sie, dass in Nordkorea sowas wie die Lindenstraße gesendet wird?
https://www.youtube.com/watch?v=isChFIvRqCA

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Besser_Meyer 01.08.2017, 18:42
11. Danke für diesen Satz

"Denken Sie, dass die Zuschauer so blöd sind, das nicht mitzubekommen? " Das ein Jornalist der Meinung ist man müsste gesehenes in einen "Kontext" bringen erschreckt mich. Das ist ja schlimmer wie in der DDR. Jetzt soll einem schon vorgegeben werden was man über Dinge zu Denken hat. Als wenn man keinen eigenen Kopf zum Denken hat.

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OlafKoeln 01.08.2017, 18:44
12.

Zitat von Knossos
Im damals kommunistischen Albanien, das ich ansonsten mit der Anstalt Nordkorea nicht vergleichen möchte, war die Verehrung Enver Hoxhas echt. Aber dort wurde den Menschen die Würde nicht nur gelassen, sondern sie auch gegen eventuelle Vorteilnahme leitenden Personals in Schutz genommen. Kleine Leute hatten die Möglichkeit zur Beschwerde und Aussicht auf Nachverfolgung ihres Anliegens. Was mich hinsichtlich Nordkoreas interessiert, ist wie man den Menschen Kommunismus oder Sozialismus weismacht, während sie in einer Dynastie leben. Schließlich sollten auch sie wissen, daß so bezeichnete Gesellschaftsform demokratisch sein will, und somit unmöglich hintereinander weg drei Vögel aus selbem Nest auf den Thron sollten. Und mit derzeitigem Kim leben sie gleich auch noch unter dem bisherigen Gipfel verzärtelt-narzißtischer Eitelkeit und Tyrannei. Mit Kommune hat die Veranstaltung nichts mehr gemein.
Ich kenne Albanien nicht. Aber den tatsächlichen und risikofreien Weg der Beschwerde gibt es in einer Diktaturen nicht. Natürlich konnte man sich z.B. auch in der DDR "beschweren". Aber das war in engen Grenzen und je nach Thema auch nicht zwingend risikofrei. Der Erfolg war eher dem Zufall gechuldet. Das wird in Albanien nicht anders gewesen sein. Und die Beschwerde ist kein Ersatz für Rechte und freie Justiz. Der Erfolg einer Beschwerde hat dann eher etwas von "Königlicher Gnade".

Einen tatsächlichen Vergleich haben die Nord-Koreaner ja nicht. Der Zugang zu Literatur etc. ist ja alles stark eingechränkt. Jede abweichende Meinung kann tödliche Folgen haben. Das dort hat ja mit dem "Kommunismus" - wie sie schon feststellten - nichts gemein. Das Land ist Eigentum einer Clique und diese verkaufen das als "Volkseigentum".

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OlafKoeln 01.08.2017, 19:25
13.

Zitat von Parvis
Wenn sie die Doku meinen, in der das ca. 8 jährige Kind nicht wusste, wie man eine Banane schält, ja, die habe ich auch gesehen. Wussten sie, dass in Nordkorea sowas wie die Lindenstraße gesendet wird? https://www.youtube.com/watch?v=isChFIvRqCA
Danke für den Link. Mein aktueller Bedarf an Horror-Filmen ist gestillt :-)

Sollte es tatsächlich einmal eine Wiedervereinigung von Nord- und Süd-Korea geben, sollte man jetzt schon einmal anfangen, 10.000sende Psychologen, welche der Sprache mächtig sind, auszubilden.

Ich würde sogar soweit gehen, eine Wiedervereinigung wie in Deutschland auszuschliessen. In der DDR waren die meisten ja relativ gut informiert und lebten alles in allem normal. Aber man sieht ja die Schwierigkeiten, welche Nordkoreanische Flüchtlinge haben, sich in ein normales Leben einzufinden.

Eine Normalisierung (und damit meine ich nicht die Wirtschaft) in Nord-Korea dürfte sicher einige Jahre dauern.

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Preppy 01.08.2017, 19:39
14. Es sollte auch erwähnt werden...

Zitat von asdf01
Es sollte auch erwähnt werden, dass sie ihre südkoreanische Staatsbürgerschaft abgeben und die deutsche annehmen musste, um den Film machen zu können. http://www.dw.com/de/bei-brüdern-und-schwestern-in-nordkorea/a-19415958
Vielleicht sollten Sie der Vollständigkeit zuliebe aber auch erwähnen, dass das in diesem speziellen Fall gar nicht an den Gesetzen Nordkoreas, sondern vielmehr Südkoreas lag - wie die Regisseurin sowohl im Film als auch im von Ihnen verlinkten Artikel klarstellt.

Ich jedenfalls bin aufgrund des vorherrschenden Bildes von Nord- und Südkorea nach Lesen Ihres Kommentars fest davon ausgegangen, dass das an Nordkoreas Gesetzen lag, und war dann ziemlich überrascht, als sie im Film genau das Gegenteil sagte.

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Annabelle_ 01.08.2017, 19:52
15. Das Regime und System machte die Lebenswünsche dieser Frau unmöglich

Warum? Weil es wohl glaubt, dass Kapitalismus zu relativen Wohlstand ohnehin nur für 50% der Menschen führt, und der Rest mehr oder weniger abgehängt wird. Und wir? Liefern dem Bestätigung en masse.

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yasieda 01.08.2017, 20:06
16. Sehr sehenswerte Doku !!!

Wir sehen keine "Monster", sondern ganz normale Menschen, die sich mit dem Verhältnissen arrangiert haben und weitestgehend normal leben und leben wollen. Menschen die in schlichen, sauberen Wohnungen leben, Lohn und Lebensmittelmarken bekommen, sehr hart Arbeiten, Biogas/Erdwärme nutzen. Und wer genau hinsieht und hört bemerkt auch das die Menschen dort sich ihren eigenen Teil denken, Nordkoreaner sind auch nicht blöder als Europäer. Diese Doku hebt sich sehr wohltuend von dem restlichen Propagandagedöns ab, was dem westlichen "Zuschauer" über Nordkorea zugemutet wird.
(Nebenbei: Die Straßen in Nordkorea sind sauberer als in mancher deutschen Großstadt :-) )

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helisara 01.08.2017, 20:54
17.

Zitat von Knossos
Im damals kommunistischen Albanien, das ich ansonsten mit der Anstalt Nordkorea nicht vergleichen möchte, war die Verehrung Enver Hoxhas echt. Aber dort wurde den Menschen die Würde nicht nur gelassen, sondern sie auch gegen eventuelle Vorteilnahme leitenden Personals in Schutz genommen. Kleine Leute hatten die Möglichkeit zur Beschwerde und Aussicht auf Nachverfolgung ihres Anliegens. Was mich hinsichtlich Nordkoreas interessiert, ist wie man den Menschen Kommunismus oder Sozialismus weismacht, während sie in einer Dynastie leben. Schließlich sollten auch sie wissen, daß so bezeichnete Gesellschaftsform demokratisch sein will, und somit unmöglich hintereinander weg drei Vögel aus selbem Nest auf den Thron sollten. Und mit derzeitigem Kim leben sie gleich auch noch unter dem bisherigen Gipfel verzärtelt-narzißtischer Eitelkeit und Tyrannei. Mit Kommune hat die Veranstaltung nichts mehr gemein. Das Land ist lediglich augenfälligstes Beispiel dafür, daß das Hirn unwillkürlich auf konstante Wiederholung jedweder Art eingeht, respektive, wie wirksam die Herrschaft der Medien ist. Je gleichgeschalteter sie sind, desto sicherer die Gewalt über Mensch und Weltbild. Deshalb, lieber SPON, braucht Deutschland dringend den alten SPIEGEL zurück.
Die Verehrung vieler Deutscher für Hitler war auch echt. Man muß auch bedenken, daß Albanien ein sehr rückständiges Land war, es gab praktisch keine gebildete Mittelschicht. Selbst heute ist man dort auf dem Lande noch uralten Traditionen verhaftet wie der Blutrache. So ist es nicht erstaunlich, daß es vielen Albanern gar nicht erst in den Sinn kam, die Macht Hoxhas anzuzweifeln, waren sie es doch gewohnt, von einem Patriarchen mit harter Hand regiert zu werden, kannten es ja nicht anders. Wer allerdings ein bißchen anders dachte, kam ins Lager. Da mußte man nicht einmal ein direkter Regierungsgegner gewesen sein. Schon die einfache Religionsausübung genügte um verfolgt zu werden, Stichwort "achtdreißig Märtyrer". Insofern kann man das albanische Regime jener Zeit durchaus mit Nordkorea vergleichen. Bezeichnenderweise höre ich von "albanischen" Albanern, die die aus dem Staat Albanien kommen, oft, daß es heutzutage vor allem die Kosovoalbaner sind die Hoxha verehren, und bei der durchaus wachsenden albanischen Mittelschicht, nicht zuletzt deswegen, als rückständig gelten.

Beschwerdemöglichkeiten gab es auch in der DDR, als es bei uns Probleme mit der Warmwasserversorgung gab, schrieb meine Mutter an die SED-Bezirksleitung und die haben sich tatsächlich darum gekümmert. Man konnte sogar an den "Staatsrat" schreiben, wenn es um solche Probleme ging, eine Diktatur war es trotzdem. Vielleicht noch ein bißchen gemütlicher als Albanien.

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gabeljürge 01.08.2017, 21:01
18. Warum in die Ferne schweifen...

Auch die deutsche TV-Moderatorin Frau Slomka - die einst in Tunesien die "erste facebook-revolution der Geschichte " entdeckte !! - verkauft ihr Publikum für dumm, wenn sie nach dem Messere-Angriff in Hamburg,
mit dem sich inzwischen der Bundesanwalt (!) beschäftigt, ihr Publikum zehn Minuten lang mit Details über
den Dieselskandal langweilt, ehe sie, en passant, von der Ermordung eines ganz normalen Hamburgers durch
einen, mutmßlichen, islamistischen terroristen berichtet !! Denn nach dem Rosenkranz von ARD und ZDF gibt es keinen islamistischen Terror in Deutschland, ist die Massen-Immigration aus dem Orient keine Gefahr für
den Alltag der gewöhnlichen Deutschen !! Wer fake-news sucht, muss nur ARD und ZDF analysieren... ...

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frank57 01.08.2017, 21:03
19. Man kann das Regime verurteilen

oder auch nicht, aber es ist keinesfalls kommunistisch und wenn man Nordkorea, was noch niemals ein fremdes Land überfallen hat, als Kriegstreiber bezeichnet, was ist dann Amerika?

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