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Nordkorea-Doku: "Denken Sie, dass die Zuschauer so blöd sind?"
Kundschafter Filmproduktion GmbH

Bilder abseits des Klischees will Regisseurin Sung-Hyung Cho in ihrer Nordkorea-Doku zeigen - und lässt auch Propaganda-Phrasen für sich stehen. Ein Gespräch über Grenzen für Filmemacher in dem abgeschotteten Land.

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bloub 05.08.2017, 22:46
70.

Zitat von ph.latundan
soll hier vergessen gemacht werden das nordkorea eine bedrohung fuer alle laender asiens, einschl. china, darstellt ?
tja das was nicht ist, kann man nicht vergessen machen. sie sollten mit ihrer propaganda aufhören, die verfängt schon bei nomalen leuten nicht mehr.

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akmsu74 08.08.2017, 20:07
71. Tolle Arbeit!

Ich habe die Dokumentation gestern via Youtube gesehen und bin beeindruckt, um nicht zu sagen begeistert.
Das ist sauberer Dokumentar-Journalismus, der mit den derzeit üblichen (kaum) verkappten Propaganda-"Doku" kaum etwas gemein hat ... und gerade deshalb SEHR viel effektiver ist!

Da nicht ständig irgend ein verzerrter "Kontext" präsentiert wird, kann man sich voll und ganz auf Bilder und Gesprochenes konzentrieren und auf die Details achten, die den Zensoren entgangen sind und die das System viel mehr entlarven als jeder "Hinweis" auf Rüstungsausgaben und Lager.

Der Ingenieur, der keine Ahnung von Erdwärme hat ("wie tief gebohrt, 50 m? Nein, SO tief bestimmt nicht") oder das 100 Watt Solar-Panel mit dem angeblich die Haushaltsgeräte betrieben werden oder der Plastik-Schlauch, der aus der Jauchegrube kommt und eine "Bio-Gas-Anlage" darstellen soll (der Gaskocher sprang sofort an! ;)) - das alles zeigt das Absurde dieses Systems noch viel besser, als z.B. die "SS-Oma", die sich wünscht, IHR Enkel hätte sich für seinen Führer geopfert.

Man muss nur genau hinsehen und dann einige Momente freihändig geradeaus denken, um die Farce zu durchschauen.
Die Regisseurin erleichtert das mit ihren Stilmitteln SEHR - z.B. durch Zeitlupenaufnahmen, die es einem ermöglichen, auch bei vorbeifahrenden Bussen die Gesichter der Menschen zu sehen oder Details im Hintergrund wie den Mercedes SEL.
Nur das Denken nimmt sie einem nicht ab - man muss die Widersprüche und Grotesken schon selber wahrnehmen. Und genau DASS ist es, was diese Dokumentation so weit über andere Dokus und auch den allergrößten Teil des modernen Journalismus stellt - Verstehen und Erkenntnis sind Prozesse, die aus dem Betrachter selbst erwachsen müssen. Wer versucht, die mit der Brechstange von außen durch zu setzen, ist nicht besser, als die Nordkoreaner.
Die Aufgabe des Journalisten ist es eben NICHT, den Leuten die (bzw. seine) "Wahrheit" aufs Brot zu schmieren, sondern sie in die Lage zu versetzen, die Wahrheit (möglichst nahe an der Realität) selbst zu erkennen!
DAS gelingt bei diesem Film in einem Maße, das in der deutschen Medienlandschaft seinesgleichen sucht.
Vielen Dank dafür!

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lafari 09.02.2018, 19:21
72.

Weiß nicht, welche art von brainwash gefährlicher ist...die westliche des konsumierens, des narzissmus und des hamsterrads oder die aus nordkorea? Wer sagt es mir?

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