Forum: Kultur
NS-Familiendrama "Die Lebenden": Horrortrip in die eigene Familie
Real Fiction

Das Leben vor ihr, die Geschichte im Nacken: In Barbara Alberts "Die Lebenden" findet eine Berlin-Mitte-Bewohnerin heraus, dass ihr Großvater SS-Mann war. Das Familiendrama über Lügenpanzer und Abwehrbewegungen ist eine starke Ergänzung zum NS-Fernsehepos "Unsere Mütter, unsere Väter".

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bananenrep 30.05.2013, 09:13
1. Oh mein Gott ......

schon wiederein Film über die bösen Deutschen. Ich bin nicht rechts, oder braun. Demokratie gibt es eh nur noch im Ansatz. Aber warum immer das Gleiche. Im Fernsehen, nur noch die bösen Deutschen im 3. Reich. Wo bleibt Frankreich-Algerien, Nun gut, jetzt endlich mal ein Film über Guantanamo. Oder Napoleon, der das Singen verbot und weshalb es Sängervereine gibt. Oder die Greueltaten der Engländer in den Kolonien, oder die Mauer in Israel, Palästina, etc, etc. Ich kann es nicht mehr hören. Die Römer haben ein weltreich zur Verteidigung erobert. Welche Greueltaten in dem Colosseum mit wieviel Toten. Mein Urururururururururgroßvater hat einen Nachbarstamm mit Steinäxten angegriffen und die Bewohner versklavt. Dafür schäme ich mich. Nicht falsch verstehen, aber nach fast 80 Jahre, so schlimm und unfassbar es war, auch das warum der Aufseher. Man kann es nicht mehr hören. Und die Israelis, die als Austauschschüler bei uns mehrfach waren, wollen es auch nicht mehr. Munter bleiben

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kumbao 30.05.2013, 09:35
2. Einfach wegsehen

Wenn Sie das Thema so stoert, warum schreiben Sie dann hier im Forum? Es gibt Filme zu jedem einzelnen von Ihnen angesprochenen Themen. Nutzen Sie dann doch lieber die Zeit, und schauen Sie sich diese an.

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gabor_kreisky 30.05.2013, 09:49
3. Ooooh Mann!

Ich kanns nicht mehr hören! Diese Filme machen auf mich den Eindruck, als bewerben sich die Regisseure damit bei einer Entnazifizierungskommission um einen Persilschein. Seltsamerweise kommen keine der Filme der Wahrheit, warum das damals so lief, wirklich nahe.
Und deswegen ist das Lernen aus der Geschichte auch nicht wirklich möglich. Mir graut vor der Zukunft! Wenn man ein Thema so ausbreitet ohne dem Kern nahe zu kommen, dann ist man auch blind für die Gefahren der Gegenwart!

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mactor2 30.05.2013, 09:50
4. Das Leben eines anderen...

Ja, ja der böse SS Opa... Das übliche Klischee halt. Der Opa ist ein Mensch. Alte Menschen haben einen Lebensweg. Welchen auch immer. Die Jugend von heute verurteilt die Lebenswege Ihrer Vorfahren. So, so. Das war ja schon immer so. Aber im Artikel steht es gut erklärt: Der Opa (und die Oma) hatte eine schöne Zeit damals. So ist es auch bei meinen Großeltern gewesen. Nur das meine Familie nicht über unsere Vorfahren und deren Lebensweg richten weil eben vieles damals richtig war und nach Kriegsende/heute erst falsch.

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jagenauundso 30.05.2013, 10:08
5. Die anderen

Zitat von bananenrep
schon wiederein Film über die bösen Deutschen. Ich bin nicht rechts, oder braun. Demokratie gibt es eh nur noch im Ansatz. Aber warum immer das Gleiche. Im Fernsehen, nur noch die bösen Deutschen im 3. Reich. Wo bleibt Frankreich-Algerien, Nun gut, jetzt endlich mal ein Film über Guantanamo. Oder Napoleon, der das Singen verbot und weshalb es Sängervereine gibt. Oder die Greueltaten der Engländer in den Kolonien, oder die Mauer in Israel, Palästina, etc, etc. Ich kann es nicht mehr hören. Die Römer haben ein weltreich zur Verteidigung erobert. Welche Greueltaten in dem Colosseum mit wieviel Toten. Mein Urururururururururgroßvater hat einen Nachbarstamm mit Steinäxten angegriffen und die Bewohner versklavt. Dafür schäme ich mich. Nicht falsch verstehen, aber nach fast 80 Jahre, so schlimm und unfassbar es war, auch das warum der Aufseher. Man kann es nicht mehr hören. Und die Israelis, die als Austauschschüler bei uns mehrfach waren, wollen es auch nicht mehr. Munter bleiben
In Deutschland interessiert in erster Linie die deutsche Geschichte, das ist nunmal so in einer nationalstaatlich aufgeteilten Welt. Schon alleine die Nachrichten zeigen, dass in Deutschland ein deutscher Verletzter in Timbuktu mitunter viel wichtiger ist, als 20 nicht-deutsche Tote irgendwo anders auf der Welt (und ja, hier kann man Deutschland durch jedes xbeliebige andere Land ersetzen).

Dass andere Länder ihre alles andere als glorreiche Vergangenheit nicht wirklich aufarbeiten, ist schade. Dass manche Länder ihre Vergangenheit ganz gerne sehr beschönigen und glorifizieren, obwohl es letzlich auch nur Mord, Totschlag und Unterwerfung anderer Völker war, ist erschreckend.

Dass es heute quer über die ganze Welt immer noch Menschen gibt, die sich per Nationalstolz vor den Karren ihrer Politiker und deren Hinterfrauen/männer spannen lassen, ist beschämend, zeigt aber, dass es noch nicht genug ist mit der Aufarbeitung diverser Greuelregime und -taten. Auch in Deutschland.

Dass Filme auch mal das zeigen, was eben ganz real ist, wie Menschen mit Dingen umgehen, sich schön reden, vertuschen, sich weigern, sich damit auseinander zu setzen, finde ich gut.

Es ist schwer, heute einen Stein zu werfen auf diejenigen, die damals lebten und Teil des Systems wurden, weil wir heute schlauer sein sollten, besser informiert, aufgeklärter und eben nicht wissen, wie hoch der Druck damals war oder auch nicht.

Andererseits sieht man auch heute sehr oft, wie sehr sich "die Masse" nicht für politische Zusamenhänge interessiert. Ein "wichtiges" Fussballspiel bringt die Leute auf die Strasse, eine Demo gegen die Wasserprivatisierung dagegen ...

Wir sind noch lange nicht so weit, dass wir uns beruhigt zurücklehnen können, weil "es" niemals wieder geschehen kann.

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joringel 30.05.2013, 10:10
6.

Den Artikel finde ich ja ganz gut und informativ, aber wann ist der Film eigentlich zu sehen?

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Ildjarn 30.05.2013, 10:16
7. Der Opa hatte eine schöne Zeit damals...

#1, #4: Einige hatten "eine schöne Zeit damals", zweifelsohne. Andere dagegen die schlimmste Zeit ihres Lebens.

"Der böse SS Opa" ist in ihren Augen also ein "übliches Klischee". Von diesen sogenannten Gutmenschen verbreitet, nicht wahr?
Sollen ihre Relativierungsversuche die SS in eine Art Pfadfinderorganisation verwandeln?
Solange Leute wie Sie dermaßen Unsägliches in Foren verbreiten, tun solche Filme wie die Oben beschriebenen auf jeden Fall Not.

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gerdjuergen 30.05.2013, 10:18
8. @mactor2

Jein.

Ich stimme mit Ihnen überein, dass wir Spätgeborenen mit unserer Sozialisierung, Bildung, Fremdsprachen, Informationsmöglichkeiten etc. nicht leichtfertig über die Generation der Großeltern zu richten haben. Den Nachweis in deren Lebensumständen anständig geblieben zu sein, mussten wir nie erbringen.

Aber KZ-Aufseher zu sein, diese Verbrechen aus der Nähe zu erleben, daran beteiligt zu sein, war weder damals noch heute richtig.

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E_SE 30.05.2013, 10:31
9. Zurücklehnen

Zitat von jagenauundso
...Wir sind noch lange nicht so weit, dass wir uns beruhigt zurücklehnen können, weil "es" niemals wieder geschehen kann.
"Wir" Menschen (oder nur wir Deutsche mit dem Nazi-Gen ?) werden niemals soweit sein, dass man sich beruhigt wieder zurücklehnen kann. "Es" geschieht, im Kleinen, ständig.
Verfolgung, Folter, Rassismus, gehört in den meisten Ländern der Welt zur Praxis. Aufgedeckt und wahrgenommen wird sie meist nur in Staaten mit einer halbwegs funktionierenden Pressefreiheit.


Ob solche Filme wirklich das Publikum erreichen und zum Nachdenken / Umdenken bewegen oder aber ob nicht eben doch ein Abstumpfungseffekt eintritt ?
Mein erster Gedanke hierzu war, dass mit solch einem Film im Gegensatz zu "unsere Mütter, unsere Väter" vermutlich keine Polen beleidigt werden.
Inhaltlich vielleicht sogar angelehnt an einen Film aus den 90ern - "Music Box - Die ganze Wahrheit."
Alles schon mal gesehen... ?

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