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NSA-Reporter Glenn Greenwald: Hetzjagd auf Snowdens Mittelsmann
AP

Es ist ein alter Trick: Wem die Nachricht nicht gefällt, der bekämpft den Überbringer. Dies bekommt auch Glenn Greenwald zu spüren, der "Guardian"-Reporter hinter den NSA-Enthüllungen. Die einen durchstöbern sein Privatleben - andere fordern seine Verhaftung.

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KingTut 29.06.2013, 13:03
140.

Zitat von Eutighofer
In einer Zeit, da es auch in Spiegel-online schick ist, anti-amerikanische Töne zu spucken, trifft Herr Greenwald offenbar ein Bedürfnis. Über russische oder chinesiche Geheimdienste erfährt man nichts - wieso versagt da der investigative Journalismus ? Oder will man es gar nicht so sehr wissen, ist der "Feind" doch Amerika ?
Man muss nicht antiamerikanisch eingestellt sein, um die US-Regierung für dieses Ausmaß an Bespitzelung gegenüber ihrer eigenen Bevölkerung, ihren Freunden und Verbündeten sowie dem Rest der welt zu kritisieren. Der langjährige New York Times Reporter Chris Hedges sagte in einer Fernsehdiskussion, dass die USA die Ostdeutsche Stasi in den Schatten stellen "We make the East German Stasi state look like Boy Scouts".
Wenn Menschen wie Snowden dies aus Gewissensgründen nicht mehr mitmachen wollen, weil sie der Auffassung sind, die Öffentlichkeit habe einen Anspruch darauf zu erfahren, in welchem Umfang ihre eigene Regierung sie bespitzelt, dann sind diese nicht kriminell, sondern sie gehören dafür belobigt. Aber das Gegenteil ist der Fall; kein anderer Präsident ging derart scharf gegen Whistleblower vor, wie man auch am Fall von Bradley Manning sieht, der lediglich Verbrechen der US-Streitkräfte aufdeckte.

Als sei dies nicht schon schlimm genug, versucht man die Whistleblower und Journalisten, die über diese Machenschaften berichten, zu kriminalisieren und schreckt sogar nicht mal davor zurück anderen Ländern (z.B. China, Russland, Ecuador) mit Konsequenzen zu drohen, falls sie den flüchtigen Snowden unterstützen.

Ich kenne viele Freunde Amerikas, die über die momentane Entwicklung in der amerikanischen Politik entsetzt sind. Herr Obama sollte sich überlegen, ob es nicht besser wäre, den Friedensnobelpreis anstandshalber zurückzugeben. Ob er den an diesen Preis gestellten Anforderungen gerecht wird wage ich zu bezweifeln.

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Steve Holmes 29.06.2013, 13:03
141.

Zitat von spiegelleser_12345
Überbringer oder Anstifter? Es ist zu vermuten, dass der Reporter wie üblich einen naiven Menschen dazu gebracht hat, Dinge zu tun, die sein Leben ruinieren. Der Reporter gehört erstmal in Untersuchungshaft.
Seit wann ist es strafwürdig jemanden dazu anzustiften das Richtige zu tun und einen Rechtsbruch des Staates aufzudecken?

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tauschspiegel 29.06.2013, 13:04
142. aburdes "argument"

Zitat von Eutighofer
In einer Zeit, da es auch in Spiegel-online schick ist, anti-amerikanische Töne zu spucken, trifft Herr Greenwald offenbar ein Bedürfnis. Über russische oder chinesiche Geheimdienste erfährt man nichts - wieso versagt da der investigative Journalismus ? Oder will man es gar nicht so sehr wissen, ist der "Feind" doch Amerika ?
*** warum müssen sich leute die sich zb für elementare bürgerrechte in demokratischen staaten einsetzen eigentlich ständig dieses "anti-amerikanismus" geschwätz anhören? für demokratien gelten eben andere maßstäbe als für totalitäre staaten, das begreifen schon schulkinder...

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take02 29.06.2013, 13:06
143. Welch Überraschung

Zitat von sysop
Dies bekommt auch Glenn Greenwald zu spüren, der "Guardian"-Reporter hinter den NSA-Enthüllungen. Die einen durchstöbern sein Privatleben - andere fordern seine Verhaftung.
Hat jemand wirklich etwas anderes erwartet? Die Verleumdungs-Maschinerie läuft auf Hochtouren. Es werden die untersten Schubladen geöffnet, Wahrheiten zerpflückt, mit Halb- oder Unwahrheiten garniert, schön darin herumgerührt, um dann der Öffentlichkeit präsentiert zu werden mit dem einzigen Ziel, die "Verräter" damit zu verunglimpfen.
All das aber trifft nicht den Punkt. Es geht um PRISM und es geht um Tempora.
Wenn ich dann hier von US-Antiamerikanismus lese, kann ich nur sagen, die Briten und Amis lassen nichts unversucht, um diesen zu fördern.

Liebe Mitmenschen,
stellt euch vor, über jeden Bürger werden Profile generiert. Wenn noch nicht heute in vollem Umfang, dann spätestens morgen. Da benötigt man auch gar nicht so viel dazu, entsprechende Speicher, Hochleistungsrechner, Software und eine gehörige Prise Machtgier und Kontrollzwang genügen. Da muss auch keiner mehr irgendetwas manuell zusammenfügen.
Ein jeder mit Zugriff auf diese Profile, kann bei Bedarf diese für sich nutzbar machen und ein (fast) jeder Mensch wird dadurch erpressbar. Egal ob es sich um eine kleine Privatperson handelt, die etwas hinterfragt, oder um einen Unternehmenslenker, Entscheider und/oder einen Politiker. Vielleicht hat das keine direkten Auswirkungen auf SIE, weil sie ja nichts zu verbergen haben, indirekt aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schon.
Das ist der Super-GAU der Informationsgesellschaft. Es gibt kein schlimmeres Szenario als das, an dessen Anfängen wir uns gerade befinden.
Es ist die konzentrierte Macht in den Händen einiger Weniger. Wären das die Guten, die moralisch Unantastbaren und über jeden Zweifel Erhabenen, dann wäre das alles gar nicht so schlimm. Aber sind sie das wirklich? Ich befürchte nein.
Wer als mündiger Bürger vor dieser Gefahr die Augen verschließt, es ihn nicht interessiert, dem ist nicht zu helfen.
Es geht nicht darum, ob SIE etwas zu verbergen haben. Wenn Sie es nicht sind, den man erpressen kann, dann vielleicht Ihr Chef, Ihr Bürgermeister, Ihr Bundeskanzler, oder eine Person, deren Entscheidungen Sie tangieren.
Ist vielleicht doch einen Gedanken wert, oder?

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mein Gott 29.06.2013, 13:07
144.

Dieser miese Typ spielt mit unser aller Leben! Bitte genau so lange einsperren, wie der durchgeknallte, in Moskau befindliche, Snowden !

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Knacker54 29.06.2013, 13:08
145. Beadley Manning

Zitat von neuronenzenker
an Glenn Greenwald und vor allem Snowden. Im Grunde sollte Snowden in Russland bleiben, denn ein Flug nach Equador wird wahrscheinlich abgefangen (immer vom gegenteil ausgehen was ein politdarsteller wie Obama sagt)
Es werden immer mehr: Erst Bradley Manning - vergesst ihn nicht!!!! - nach langem Knastaufenthalt steht er jetzt vor einem Militärgericht, wo ihm im schlimmsten Fall die Todesstrafe wg "Landesverrates" droht - dann Edward Snowden und nun Glenn Greenwald. Die USA mit ihrem Friedensnobelpreisträger-Präsidenten entwickeln sich zu einer Diktatur bzw sind es schon. Eine Diktatur der rekigiösen Fundamentalisten, der Witschaftskriminellen, des Militärisch - Industriellen-Komplexes, der Geheimdienste usw. usf. ....

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emperor-of-mankind 29.06.2013, 13:09
146.

Weiter so Greenwald auch wenn die Hunde bellen oder beissen.

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heinz-brass 29.06.2013, 13:09
147. Wo bleibt

der Aufschrei der Journalistenverbände? Weltweit .
Land of the brave and free. Ich kotze.

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caledonian2010 29.06.2013, 13:10
148. Codewort der servilen Hardliner

Zitat von o.schork
wie reflexartig man heute als anti-amerikanisch bezeichnet wird (einschliesslich von unserem Innenminister) bloss weil man sich nicht bespitzeln lassen will?
Anti-amerikanisch ist das Codewort der servilen Hardliner, für servile Redetabus und servile Denkverbote (gegenüber einer Grossmacht: analog zur Besatzungszeit des kalten Krieges), die Leute wie dieser Friedrich unters Volk streuen. Weil sie selbst zu demjenigen Teil der Hardliner der Gesellschaft gehören, die den Polizeistaat herbei provozieren wollen.

Absoluter Schwachsinn dieser Begriff, undifferenzierter, serviler und instrumentalisierender geht's nimmer. Dann müssen wir auch über Anti-Senegalesisch, Anti-Indisch, Anti-Burkina-Faso-isch, Anti-neukaledonisch, Anti-Luxemburgisch, Anti-russisch etc.pp. reden. Merkwürdig, warum beanspruchen diesen Begrifflichkeit eigentlich nur die Diener der selbst gefühlten Weltdominante?

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caledonian2010 29.06.2013, 13:11
149. tragisch

Der russische Außenpolitiker Puschkow bezeichnet den Fall Snowden als TRAGISCH. Snowden habe als Idealist offenbar davon geträumt, dass die Demokratie nach seinen Enthüllungen triumphieren werde. Die besondere Tragik besteht darin, dass offenbar das Gegenteil der Fall ist.

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