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NSA-Reporter Glenn Greenwald: Hetzjagd auf Snowdens Mittelsmann
AP

Es ist ein alter Trick: Wem die Nachricht nicht gefällt, der bekämpft den Überbringer. Dies bekommt auch Glenn Greenwald zu spüren, der "Guardian"-Reporter hinter den NSA-Enthüllungen. Die einen durchstöbern sein Privatleben - andere fordern seine Verhaftung.

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Sharoun 29.06.2013, 11:01
60. OK, und weiter?

Zitat von sysop
... "hoch professionellen Verfechter aller Art von Anti-Amerikanismus" ...
..jaaa; gegen 'gods own country' zu sein, das gehört sich nicht.

Umgekehrt war es für die Amerikaner immer etwas ganz Freiheitliches, Dissidenten in mißliebigen Systemen - der Laus im Pelze gleich - aufzubauen und uneingeschränkt mit allem Möglichen zu unterstützen.
Da wurde die ganz große Moralkeule geschwungen, wenn man dort daraufhin argwöhnte und sich das nicht bieten ließ...

Und nun, wo man selbst am Pranger steht, offenbart man sich - je rechter, desto schärfer - selbst als ebenso tyrannisch!

Was für eine Doppelmoral!

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Friedrich der Streitbare 29.06.2013, 11:02
61. Antiamerikanisch ?

Ja ich bin mittlerweile antiamerikanisch. In den 60ern war dieser Staat noch ein leuchtendes Vorbild für mich, dem ich zudem für seine Aufbauhilfe nach dem 2. Weltkrieg dankbar war. Die ersten Kratzer im Lack bekam dieses Idol durch den Vietnamkrieg. Beispiele für die über das Echelonprojekt gegenüber Deutschland verübte Inbdustriespionage - Diebstahl eines Platinenlayouts zur Steuerung von Windkraftanlagen; das deutsche Muster wurde dann erfolgreich in den USA patentiert - vertrieben dann den letzten Rest von Blauäugigkeit bei mir. Spätestens seit Guantanamo hege ich nur noch Verachtung für diesen Staat.
Und ich will jetzt bitte nicht hören, dass es noch massenweise schlimmere Staaten gibt. Darum geht es nicht. Der Punkt ist, dass ein Staat, der für sich reklamiert God's own country zu sein und als leuchtendes Beispiel demokratischer Rechtstaatlichkeit inkl. Pressefreiheit, Bürgerrechten usw. gelten möchte, an seinen eigenen Maßstäben gemessen im Dreck versunken ist. Und offensichtlich weite Teile seiner Bevölkerung und auch Öffentlichkeit (s.d. Artikel) das auch noch gut finden.

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shokaku 29.06.2013, 11:02
62. Hier könnte ein Titel stehen

Zitat von meon
Was ist nur geworden, aus dem "land of the free and the home of the brave".
Irgendwann kam eine Generation, die wollte es besser machen als die free and brave. Jetzt erkennt man es nicht mehr wieder.

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sorata 29.06.2013, 11:02
63. Die gute alte, "freie" und "unabhängige" Presse.

Zitat von tre.2013
Wie schön und wie wichtig, dass es solche Reporter immer wieder gibt.
"So etwas gibt es bis zum heutigen Tage nicht in der Weltgeschichte, auch nicht in Amerika: eine unabhängige Presse. Sie wissen das, und ich weiß das. Es gibt hier nicht einen unter Ihnen, der es wagt, seine ehrliche Meinung zu schreiben. Und wenn er es täte, wüsste er vorher bereits, dass sie niemals im Druck erschiene. Ich werde wöchentlich dafür bezahlt, dass ich meine ehrliche Meinung aus dem Blatt, mit dem ich verbunden bin, heraushalte. Andere von Ihnen erhalten ähnliche Bezahlung für ähnliche Dinge, und wenn Sie so verrückt wären, Ihre ehrliche Meinung zu schreiben, würden Sie umgehend auf der Straße landen, um sich einen neuen Job zu suchen. Wenn ich mir erlaubte, meine ehrliche Meinung in einer der Papierausgaben erscheinen zu lassen, dann würde ich binnen 24 Stunden meine Beschäftigung verlieren. Das Geschäft der Journalisten ist, die Wahrheit zu zerstören, schlankweg zu lügen, die Wahrheit zu pervertieren, sie zu morden, zu Füßen des Mammons zu liegen und sein Land und die menschliche Rasse zu verkaufen zum Zweck des täglichen Broterwerbs. Sie wissen das, und ich weiß das, also was soll das verrückte Lobreden auf eine freie Presse? Wir sind Werkzeuge und Vasallen von reichen Männern hinter der Szene. Wir sind Marionetten. Sie ziehen die Strippen, und wir tanzen an den Strippen. Unsere Talente, unsere Möglichkeiten und unsere Leben stehen allesamt im Eigentum anderer Männer. Wir sind intellektuelle Prostituierte."

Aus einer Rede von John Swinton, ehemaliger Chef der New York Times,in einer Rede zum Thema "Free Press", aus dem Jahre 1880.
Hat sich da inzwischen etwas geändert? Einst tägliche Lektüre, lese ich die NYT nurmehr sehr selten. Ähnlich ergeht es mir mit dem Spiegel, der TAZ und FR, da klicke ich dann doch lieber auf die SZ und FAZ.

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souveränsatt 29.06.2013, 11:04
64. jedes Volk...

...hat seine Faschisten. Das sind die, die mit Gewalt und Folter ihre Ziele erreichen wollen. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, wie man diese Gruppierungen unter Kontrolle halten kann. In Deutschland hat man damit ja bitterste Erfahrung gesammelt. Christian Whiton ist einer von dieser Faschisten-Clique (Bush, Cheney und jetzt auch Obama sin Laden etc.), die zur Zeit in den USA die Macht halten und die ganze übrige Welt erpressen mit ihren Waffenarsenalen. (auch Assange sollte nach Whiton eigentlich schon hingerichtet sein) Das ist das einzige, womit sie den Wert des Dollar noch aufrecht erhalten können. Hätten sie dieses Abschreckungspotential nicht, wäre der Dollar längst in Bedeutungslosigkeit versunken. Man kann nur hoffen, daß sich die Ami-Eliten in ihrem üblichen soziopathischen Pfusch verfangen, wie schon so oft. Oh, Amerika, wo sind die Hüter deiner Verfassung?

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matz-bam 29.06.2013, 11:07
65. sie haben recht

Zitat von dackelducki
Es ist eine große Sauerei, was hier passiert. Hetzjagd auf Journalisten, das gab es bis jetzt nur in Diktaturen. Jetzt sind es Journalisten, dann Künstler und dann? Wie armselig.
da gabs doch mal dieses brecht zitat.

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brut_dargent 29.06.2013, 11:08
66.

Dass Greenwalds schmutzige Wäsche in aller Öffentlichkeit gewaschen wird, ist doch klar. Wenn die Sachargumente ausgehen - im Fall NSA geht das sehr schnell - dann wird es unfair. Womit sich die daran beteiligten nur selber noch mehr diskreditieren. Habe das selber auch schon in Diskussionen hier auf Spiegel online erleben dürfen. An anderen Stellen auch schon auf die ganz geschmacklose Tour.

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kaynchill 29.06.2013, 11:08
67. warum ist der erste Kommentar meistens irgendein wirrer Nonsens?

Glenn Greenwald ist einer der wenigen Journalisten die noch ihren Job machen. Das ist auch der grund warum unabhängige medien wie bspw The Young Turks Network so rasanten Zulauf finden.

Dass er von anderen Journalisten den Mund verboten bekommt ist sehr beängstigend in unserer Gesellschaft. Außerdem dezimiert sich die Zahl investigativer Journalisten drastisch. Michael Hastings, derjenige der General McChrystal zu Fall gebracht hat, ist mit nur 33 Jahren unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen.
Greenwald wird öffentlich denunziert, solche Methoden lernt man normalerweise aus den Geschichtsbüchern in der Oberstufe.

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Roberto7 29.06.2013, 11:08
68.

Zitat von Eutighofer
In einer Zeit, da es auch in Spiegel-online schick ist, anti-amerikanische Töne zu spucken, trifft Herr Greenwald offenbar ein Bedürfnis. Über russische oder chinesiche Geheimdienste erfährt man nichts - wieso versagt da der investigative Journalismus ? Oder will man es gar nicht so sehr wissen, ist der "Feind" doch Amerika ?

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Wolpyy 29.06.2013, 11:09
69. Wen wundert das noch?

Dass die meisten US-Zeitungsverlage ebenso wie CIA und Teile der Justiz unter Republikanischer Kontrolle sind, braucht man sich über die Qualität solcher "journalistischer" Auswürfe nicht wundern. 'Freiheit' und 'Recht' gilt dort nur für das Kapital und seine Verbündeten. Wer ihnen nicht zu Diensten ist, wird als Staatsfeind diskreditiert. Wen überrascht da noch der weltweit wachsende Abscheu vor diesem Staatswesen?

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