Forum: Kultur
NSU-Trauma: Nichts ist wieder gut
DPA

Der Prozess ist vorbei - aber das Leben geht nicht einfach weiter: Ich kann mich nicht mit dem NSU-Komplex beschäftigen ohne Kloß im Hals. Denn Türken und alle, die so aussehen, wissen: Der Staat schützt sie im Zweifel nicht.

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www.detektei-schuett.de 14.07.2018, 20:08
40. Zuviele Fragen offen!

Dieser ganze Fall ist schlicht Monströs! Es wurden weder die Fragen beantwortet, welche unwürdige Rolle der Verfassungsschutz gespielt hat, noch ist der Hintergrund zu dem Tode von Michelle Kiesewetter ausreichend geklärt worden oder die letzten Stunden der NSU Täter Uwe u. Uwe. Es ist erschreckend, dass anscheinend keine behördliche Regierungsstelle daran interessiert ist, den ganzen Umfang des Falles aufzuklären, noch wir Bürger jemals die Wahrheit erfahren werden, weil die Macht dazu gänzlich fehlt. Wer immer auch DIE sind, die umfassend informiert sind, sie werden damit durchkommen und die Angehörigen dürfen von der Seitenlinie zuschauen. Es ist unbefriedigend wie hier mit der Wahrheit verfahren wird und erschreckend zugleich, das dies überhaupt machbar ist. Wenn man diesen Fall einmal zu Ende denkt in seiner Konsequenz, wird einem ganz schlecht, denn ein Jeder von uns könnte von der Straße spurlos verschwinden, weil der Fall nicht aufgeklärt werden kann, wenn der Staat es nicht will. Haben wir als Bürger, da überhaupt die Kontrolle, wenn wir der Staat sind, die sich Aufklärung wünschen? Was verbirgt der Verfassungsschutz und warum gibt es keine Aufklärung?

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kaltmamsell 14.07.2018, 20:20
41. Zu wenig Anteilnahme

Die Kanzlerin war nur irgendwie froh, dass es zu gegebener Zeit zu einer Aufklärung kommt. Die FDP hat ihre bucklige Verwandtschaft der ärmeren Selbstständigen schmählich im Stich gelassen. Zu Zeiten der Bonner Republik wäre so was eher nicht passiert. Aber heute, in diesen absolut irren Orientierungsschwierigkeiten möchte man keine Wetten mehr abschließen darüber, wer wem wann und wo irgendwie beisteht.

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hn-29223 14.07.2018, 20:21
42. Ende und aus

Ein Urteil ist nach rechtsstaatlichen Maßstäben gesprochen. Mag sein, dass es eine Revision gibt, aber erstinstanzlich ist jetzt Schluss. Alle relevanten Fragen sind juristisch abgeklärt, die Beschuldigten sind verurteilte Täter - und damit ist's gut.
Die Justiz kennt zurecht keine kontinuierliche Hexenjagd. Und Rechtsprechung ist nicht immer mit Gerechtigkeit identisch. Aber irgendwann muss nun einmal auch Schluss sein.

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großwolke 14.07.2018, 20:32
43. Natürlich schützt der Staat niemanden

So ist das auch gar nicht gedacht mit der Polizei. Das ist eine von diesen kleinen, boshaften Wahrheiten, über die man lieber gar nicht erst nachdenkt, damit man nicht in die Verlegenheit kommt, es zu begreifen: Jeder Mensch kann Straftaten begehen, wie er lustig ist, und zwar genau so lange, bis er geschnappt wird. Wer, wie die NSU-Killer, mit Entschlossenheit und Insiderwissen zu Werke geht, kann dann durchaus mehrere Verbrechen verüben, bis es vorbei ist. Das einzige, was ich konkret aus der ganzen Geschichte als Verbesserungsmöglichkeit erkannt habe: man sollte den rechten Untergrund nicht mehr zu unterwandern versuchen. Dann kommt es vielleicht zu ein paar mehr Straftaten, die keiner hat kommen sehen. Immer noch besser, als diesen Leuten ganz offen die Gelegenheit zur "Gegenspionage" zu bieten.

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fortelkas 14.07.2018, 20:57
44. Nein, das Leben kann auch

....nach diesem Prozess nicht einfach so weitergehen! Denn es gibt in Deutschland nach wie vor ein organisiertes nazistisches Netzwerk, und es gibt den nicht organisierten ganz gewöhnlichen Faschismus im Alltag. Ein Teil davon findet sich in der AfD wieder, ich sage nur einen bekannten Namen: Höcke, aber es gibt viele große und kleine Höckes. Wer nach diesem Urteil fordert, nun müsse aber gefälligst Schluss sein, ist entweder ein politischer Ignorant oder einfach politisch blind. Die Zeit zwischen 1933 und 1945 mit all ihren grauenhaften Begleiterscheinungen ist in Deutschland nie ehrlich und konsequent aufgearbeitet worden, weder juristisch noch politisch. Aber auch an dieser Stelle hört und liest man immer wieder, jetzt müsse aber mal gefälligst Schluss sein. Beate Tschäpe ist zu recht zu lebenslänglich verurteilt worden, und wer diesen Prozess (auch auf diesem Forum) als Schauprozess bezeichnet, ist entweder böswillig oder politisch nicht ganz bei Trost.
Erwin Fortelka

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nickleby 14.07.2018, 21:07
45. Ich schätze Emotionen...

aber keine Übertreibungen, die hier nach meiner Meinung von Frau Attamann verbreitet werden. In dem Strafrozess ging es um die juristische Aufarbeitung der Verbrechen. Das ist geschehen. Alles andere stand nicht zur Beurteilung. Wenn Frau Atamann nun schreibt, dass die Gesellschaft versagt habe, so irrt sie sich. die Gesellschaft hat angemessen gehandelt und sogar über das normale Maß hinaus Empathie gegenüber unseren einegwanderten Mitbürgern gezeigt. Bewähren müssen sich diese Mitbürrger im Kontext mitteleuropäischer Kultur. An diesem Maßstab werden sie gemessen. Das heißt, sie haben eine Bringschuld, denn auf der anderen Seite wollen sie im Rahmen unserre mirreleuropäischen Errungenschaften an diesen Erfolgen beteiligt werden, ohne auf deren Historizität zurückgreifen zu können.

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spmc-12355639674612 14.07.2018, 21:08
46. Selbst daran hätte ich Zweifel

Zitat von großwolke
So ist das auch gar nicht gedacht mit der Polizei. Das ist eine von diesen kleinen, boshaften Wahrheiten, über die man lieber gar nicht erst nachdenkt, damit man nicht in die Verlegenheit kommt, es zu begreifen: Jeder Mensch kann Straftaten begehen, wie er lustig ist, und zwar genau so lange, bis er geschnappt wird. Wer, wie die NSU-Killer, mit Entschlossenheit und Insiderwissen zu Werke geht, kann dann durchaus mehrere Verbrechen verüben, bis es vorbei ist. Das einzige, was ich konkret aus der ganzen Geschichte als Verbesserungsmöglichkeit erkannt habe: man sollte den rechten Untergrund nicht mehr zu unterwandern versuchen. Dann kommt es vielleicht zu ein paar mehr Straftaten, die keiner hat kommen sehen. Immer noch besser, als diesen Leuten ganz offen die Gelegenheit zur "Gegenspionage" zu bieten.
Wenn man, wie Sie richtigerweise vorschlagen, nicht versucht, im rechten Sumpf irgendwelche Insider als Informanten zu ködern, bricht wahrscheinlich auch ein Teil der Finanzierung dieses rechten Untergrundes weg und möglicherweise werden weniger schwere Straftaten begangen als jetzt.
Allerdings habe ich diesbezüglich kein allzu großes Vertrauen in unsere Verfassungsschutzorgane, denn wenn es den Mitarbeitern dieser Organisation wichtig erscheint, dass Akten zur NSU für 120(!) Jahre verschlossen bleiben, frage ich mich, was die dort mit meinen Steuergeldern eigentlich treiben. Jedenfalls drängt sich der Eindruck auf, als arbeiteten sie sowohl gegen die Polizei als auch gegen die Bürger. Die Verfassung schützen sie jedenfalls mit solchen Methoden nicht!

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mullertomas989 14.07.2018, 21:13
47. Unsinn!

Zitat von mullertomas989
... alles richtig gemacht haben. Aber das war nicht das einzige, worum es hier ging. Es hätte hier auch einen entschlossenen Richter gebraucht, der sich vom Verfassungsschutz nicht mit irgendwelchen Ausreden abspeisen lässt und den dortigen Fehlern auf den Grund geht! Dies war das große Versäumnis von Herrn Götzl - höchst ärgerlich!!!!!
Nur ein Beispiel: Wenn Herr Temme im selben Imbiss sitzt und später als Zeuge vorgibt, sich an nichts zu erinnern, muss ich als Richter sehr entschlossen nachhaken! Gehören Sie etwa auch zu denen, die hier den Staat vor der Veröffentlichung mutmaßlich massiver Fehler schützen wollen?

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telarien 14.07.2018, 21:15
48. Der Skandal

Bei diesem Prozess liegt darin, der Angeklagten über Jahre mit einem Rudel Anwälten diese Art von Bühne einzuräumen.
Das die Justiz auf dem rechten Auge blind ist, wer mag es bestreiten?
Die Behandlung der Opfer durch die Polizei ist eine Schande für den Rechtsstaat.

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mullertomas989 14.07.2018, 21:17
49. Sie irren....

Zitat von chalchiuhtlicue
Es war nicht die Aufgabe dieses Mordverfahrens, Fehler bei Ermittlungsbehörden aufzudecken, es war die Aufgabe, die Schuld oder Unschuld der Angeklagten festzustellen und ggf. Strafen zu verhängen. Ihre Forderung ist eben so unsachlich und falsch, wie es falsch wäre, einen Wartungstechniker nach Reperatur einer Waschmaschine dafür zu kritisieren, dass er diese nicht auf Konstruktionsfehler hin untersuchte und diese anprangerte. Wo kommen eigentlich so unlogische Forderungen wie die ihre her? Ein Bäcker muss nicht auch noch Käse und Wurst anbieten, ein Arzt muss bei einem Hausbesuch nicht schauen, dass in der Wohnung seines Patienten auch alle Feng Shui-Prinzipien eingehalten wurden, und ein Malermeister muss keine Dächer decken können. Zu Zeiten, wo die meisten Menschen ihr Hirn durch eine "Kann alles, aber nichts richtig"-Maschine (Smartphone) ersetzen, scheinen aber unlogische Erwartungen und überzogene Ansprüche an jeden außer sich selbst regelrecht zur Pflicht geworden zu sein. Traurig.
Hier gibt es durchaus Übeschneidungen, die der Richter sehr wohl versuchen sollte, zu klären! im Übrigen hinken Ihre Beispiele:
Ein guter Techniker weiß um manche Konstruktionsfehler und weist den Kunden zumindest drauf hin. Und ein Bäcker, der etwa Käsebrötchen anbietet, hat den Käse nicht hergestellt, aber ist dennoch in dem Moment des Verkaufs verantwortlich für dessen Qualität.

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