Forum: Kultur
Obama auf Abschiedstournee: Der Feel-good-Präsident
AFP

Er verwandelt Politik in Comedy: US-Präsident Barack Obama ist immer für einen Gag gut. Nicht so witzig dürfte das Resümee seiner Amtszeit ausfallen. Dazu hat er zu viele Hoffnungen enttäuscht.

Seite 1 von 6
horribilicribrifax 08.05.2016, 13:42
1. Nicht vergessen!

Hätte Obama den Tatendurst seiner Aussenministerin Hillary C. zu bremsen vermocht, die das Libyen- und das Syriendebakel ohne zwingenden Grund vom Zaun gebrochen hat, er wäre ein wirklich grosser Präsident geworden.

Beitrag melden
staxxxx 08.05.2016, 13:47
2. Möglich

dass der Präsident nur ein Verwalter ist. Auch dann nehme ich nur die Beurteilung eines Insiders ernst, was Erfolge oder Misserfolge waren für Obama. Am ehesten seines persönlichen Beraters. Jede andere Sicht auf seine Tätigkeit ist lächerlich. Medial war er so kontemplativ, wie es der Welt gut tat.

Beitrag melden
varphi 08.05.2016, 13:49
3. Da halten sie Obama aber was vor...

Ich finde Obama war in der Aussenpolitik weit besser positioniert als seine Vorgänger: Sie geben Obama also die Schuld am Krieg in Syren? Guantanamo hat er zwar nicht geschlossen, aber denken Sie Trump wird das? Er hat ja schon gesagt was er mit dem Waterboarding vorhat. Oder Hillary? Nicht im Ernst. Sie müssen sich einmal die Alternativen verinnerlichen bevor sie seine Erfolge in Frage stellen. Außenpolitisch wird wohl kein Präsident mehr so beliebt sein wie er. Und die Nummer mit Israel können Sie ruhig weglassen, oder fürchten sie sonst um Ihre eigene Mitgliedschaft bei der AIPAC wenn Sie das nicht erwähnen? Es ist gut, dass das Obama auf die Länder zugeht und keinen erneuten kalten Krieg auslöst wie Trump und Co. das tun würde. Und nun lassen sie dem Herren doch mal seine Verdienste.

Beitrag melden
naklar261 08.05.2016, 13:55
4. guter kommentar

hat mir spass gemacht zu lesen. war ganz nett beschrieben, der Versuch den Einfluss der NRA zu verringern hat mir nur gefehlt..

Beitrag melden
zaldarie 08.05.2016, 13:58
5.

Obama hat höchstens die Erwartungen naiver Idealisten enttäuscht, die sich eine regelrechte Revolution erhofften. Die Erwartungen realistischer Pragmatiker hat er erfüllt. Und wer seine Präsidentschaft auf Guantanamo, Libyen und Obamacare herunterbricht, der hat wahrscheinlich die letzten acht Jahre nur deutsche Medien konsumiert.

Beitrag melden
peterkneter 08.05.2016, 14:00
6.

ganz so negativ würde mein urteil nicht ausfallen. immerhin sehe ich einige errungenschaften:
-Gesundheitsreform (gerade unter den schlimmen anfeindungen und der konsequenten blockadepolitik der republikaner ein wunder, dass sie so durchgekommen ist)
-Annäherung an Kuba
-Entspannungspolitik mit dem Iran
-Nukleare Abrüstung zusamen mit Russland (Ja, natürlich nur ein kleiner Anfang aber in die richtige Richutng)
-Tötung Osama Bin Ladens (Gut, Gefangennahme und Prozess wären mir lieber gewesen...)
-Er hat die Arbeitslosenquote von 10 auf 5 Prozent halbiert!
-Die Wirtschaft hat sich merklich erholt.
-Vorgaben und Klimaziele sind das erste mal konkret
formuliert.

das insgesamt finde ich alles eine gute wandlung und ich könnte mir solche errungenschaften unter trump nicht vorstellen. auf der anderen seite sind die nicht
gehaltenen versprechen und enttäuschungen zu sehen...

Beitrag melden
peterpanofsky 08.05.2016, 14:03
7. Steile Thesen

das "Eingreifen" in Lybien war laut Diez falsch, weil es nicht entschlossen genug war. Nicht etwa, weil es destruktive Regime-Change-Politik unter Mißbrauch einer Un-Resolution war. Da wundert dann auch nicht mehr, dass Diez das Problem in Syrien darin sieht, dass der selbsternannte Weltpolizist dort angeblich nicht "eingegriffen" hätte.
In diesen kontrafaktischen Aussagen zeigt sich eine unterwürfige Anbiederung an den imperialen Narrativ.
So ähnlich argumentiert auch Hillary. Auch PNAC-Falke Robert Kagan, der meinte, er würde Clinton wählen, sollten die Republikaner Trump nominieren.
Merke: Auch Diez schmeckt reaktionäres Denken.

Beitrag melden
lars.manhof 08.05.2016, 14:11
8. Die Verklärung ist schon vorbei

Vielen Dank für diese Kolumne. Aber außer den Anfängen der Gesundheitsreform hat Obama kaum etwas vorzuweisen. Gut, er ist Drohnenkönig mit den meisten unschuldig ermordeten Menschen, er hat für das Klima und die Umwelt praktisch überhaupt nichts getan, er hat die Kriegslust Amerikas kultiviert und beflügelt, Brandherde geschürt (Ukraine, Rußland, Syrien) und er hätte gern Europa als Absatzmarkt für Amerika okkupieren wollen (TTIP). Aber sonst fällt mir nichts ein.

Beitrag melden
c.m.johannsen 08.05.2016, 14:51
9. Ich muss hier widersprechen.

Barack Obama hat meiner Meinung viel mehr erreicht, als viele wahr haben wollen. Wenn er nicht gewesen wäre, würden die USA die Themen, die Bernie Sanders anspricht, überhaupt nicht diskutieren. Ich sehe ihn vielmehr als Wegbereiter eines modernen Amerika. Und letztendlich stellt sich immer die Frage, warum gerade wir Deutschen glauben, die innenpolitische Leistung eines amerikanischen Präsidenten beurteilen zu können. Und was die Außenpolitik angeht: Jetzt halten sich die USA mal in Syrien zurück und da rufen selbst linke Journalisten nach ihrer Hilfe. Hei, man kann die Dinge doch gewaltfrei lösen und den Daesh, IS oder sonst irgendwen auch totbeten, oder nicht?

Beitrag melden
Seite 1 von 6
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!