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Obama auf Abschiedstournee: Der Feel-good-Präsident
AFP

Er verwandelt Politik in Comedy: US-Präsident Barack Obama ist immer für einen Gag gut. Nicht so witzig dürfte das Resümee seiner Amtszeit ausfallen. Dazu hat er zu viele Hoffnungen enttäuscht.

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heinzpeter0508 09.05.2016, 11:11
40. Der sogenannte

ist halt nicht so mächtig wie gern gesehen, denn er unterliegt zuviel Abhängigkeiten. Doch Obama hat wohl das getan, was ihm möglich war zu tun unter den gegebenen Umständen in seiner Regierungszeit.

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StefanXX 09.05.2016, 11:21
41. Obama war ein guter Präsident

Zitat von zaldarie
Obama hat höchstens die Erwartungen naiver Idealisten enttäuscht, die sich eine regelrechte Revolution erhofften. Die Erwartungen realistischer Pragmatiker hat er erfüllt. Und wer seine Präsidentschaft auf Guantanamo, Libyen und Obamacare herunterbricht, der hat wahrscheinlich die letzten acht Jahre nur deutsche Medien konsumiert.
Ich stimme Ihnen in allen Dingen zu. Außerdem gehört auch zur Wahrheit dass es für Ihn extrem schwer zu regieren war gegen die Mehrheit der Republikaner im Senat. Und außenpolitische Erfolge wie die Annäherung an Kuba oder das Atomabkommen mit dem Iran werden viel zu wenig oder überhaupt gewürdigt, ebenso wie die Innenpolitik mit dem Einführen einer Krankenversicherung. Alles in allem ein guter Präsident, und ganz nebenbei auch noch ein sehr sympathischer wie ich finde. Er hat das erreicht, was möglich war. Glauben Sie mit Clinton oder Trump wird es besser?

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Fuscipes 09.05.2016, 11:46
42.

Da Obamas Erbe diskutiert wird, sind fast acht Jahre vergangen, seit er Bushs Erbe antrat.
Dass er die Erwartungen nicht erfüllen konnte liegt auch an der desolaten Ausgangslage 2009, den tiefen Wunden, die sein Vorgänger in die arabische Welt schlug.
Man kann sich nur wünschen, dass nicht wieder so ein Elefant an die Macht kommt.

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Duzend 09.05.2016, 12:10
43. Herr Diez verkennt ein paar Zusammenhänge

Das Richtigste, bzw. in meinen Augen Zustimmungswürdigste vorweg: Daran, ob die Politik im systematischen Ramponieren der Mittelschicht so weitermacht, wie das vor Obama groß in Mode war, wie er selbst das nichts als weitertragen konnte und wie eine wie die Hillary das ebenfalls - notfalls bei gegenteiliger Bekundung - perpetuieren wird, wird sich die Existenzfähigkeit der Demokratie als solcher erweisen. Eine Demokratie, die ihren Namen verdient, braucht mündige Bürger. Und mündig ist nur, wer sich die wesentlichen Bedürfnisse und Wünsche an sein Leben aus eigener Kraft erfüllen kann. In einer Welt mit so hohem Automatisierungsgrad wie der unsrigen, mit so hoher Arbeitsplatzproduktivität, eigentlich ein immer kleineres Problem. Wäre da nicht die Umverteilung von unten nach oben und die Tendenz zur Versklavung aus reinem Machtstreben und aus der Lust an der Versklavung.

In den USA ist beides sehr hoch im Kurs. Dabei ist gerade die Außenpolitik der Dreh- und Angelpunkt aller Fehlentwicklungen. Wer nicht einfach nur eine Nation unter vielen im Wohlstand seiner Bürger, sondern Weltaufpasser und Imperium sein will, der hat ständig wachsende und mit der Zeit astronomische Rüstungsausgaben. Der braucht ein verdumpftes Heer Aussichtsloser, die sich "freiwillig" zur "Landesverteidigung" melden, nur um im schönen Ausland ins Gras beißen zu dürfen. Die Einnahmen der Rüstungskonzerne gehen in die privaten Taschen der Wahlkampffinanzierer - und fehlen in den Geldbeuteln des Normalbürgers.

Und sich in diesem Zusammenhang die Order für die "notwendigen" Kriege von einem ausländischen Staatschef abzuholen, komplettiert eigentlich nur den Ausverkauf des Heimatlandes und den Verrat an seiner Bevölkerung. Wenn da mal ein Präsident käme, der damit radikal bricht, dann wäre der Kittel zur Hälfte schon wieder geflickt. Herrn Diezens Ratschläge weisen allerdings in die Gegenrichtung. Schade - für ihn und für SPON!

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Thilo_Knows 09.05.2016, 12:21
44. Unmenschliche Erwartungen

Es ist wie immer, wenn ein Messias angekündigt wird. Die Erwartungen sind nicht erfüllbar und damit ist Enttäuschung immer vorprogrammiert. Und Herr Diez kritisiert aus ideologischen Gründen vieles, was eigentlich gut oder zumindest nicht so schlecht war. Warum sollte man Guantanamo schließen? Der Rechtsstaat stößt im Kampf gegen Islamismus immer deutlicher an Grenzen. Da sind solche Zonen für "Spezialbehandlungen" das Beste, was man zum Schutze der Bevölkerung tun kann. Was spricht gegen die Liquidation von Terroristen durch Drohnen? Was kann Obama dafür, dass das us-amerikanische System (Kongress und Repräsentantenhaus) den Präsidenten faktsich entmachtet und teilweise zur Lame Duck degradiert? Was kann Obama dafür, dass die Waffenlobby stärker ist als der Mehrheitwille und auch stärker als der Präsident? Natürlich hat der Mann Fehler gemacht. Aber klar ist doch auch, dass er nie auch nur den Hauch einer Chance, die überbordenden Erwartungen an ihn zu erfüllen.

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derandersdenkende 09.05.2016, 12:47
45. Vom Hoffnungsträger zum Hosenträger

Obama hat die große Chance zum Politikwechsel verspielt.
Er war Platzhalter und kein wirklicher Erneuerer!
Die Kolumne von Diez finde ich ausgezeichnet!

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santoku03 09.05.2016, 12:48
46.

Zitat von peterkneter
ganz so negativ würde mein urteil nicht ausfallen. immerhin sehe ich einige errungenschaften: -Gesundheitsreform (gerade unter den schlimmen anfeindungen und der konsequenten blockadepolitik der republikaner ein wunder, dass sie so durchgekommen ist) -Annäherung......
- Gesundheitsreform (+)
-Annäherung an Kuba (-) wird für Kuba nach hinten losgehen
-Entspannungspolitik mit dem Iran (-) wird für den Westen nach hinten losgehen
-Nukleare Abrüstung zusamen mit Russland (+) läuft aber schon sei 1982 Reagan (START)
-Tötung Osama Bin Ladens (+)
-Er hat die Arbeitslosenquote von 10 auf 5 Prozent halbiert! (+)
-Die Wirtschaft hat sich merklich erholt. +
-Vorgaben und Klimaziele sind das erste mal konkret
formuliert. (+)
- Guantanamo beibehalten (+)

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Bondurant 09.05.2016, 12:56
47. Weinerlich

Enttäuschung vieler Wähler, dass sie von ihm nicht das bekommen haben, was sie sich erhofft hatten

Ach echt jetzt? Diez und Seinesgleichen leben in einer Parallelwelt. Sie glauben wirklich, irgendwelche finsteren Mächte hinderten "das Gute" am Durchbruch. Und es könnte einer kommen, der den Durchbruch herbeiführt. Und dann sind sie enttäuscht, wenn alles beim Alten bleibt, im wesentlichen. Diez sei die gute alte Platte "Eve of destruction" (1965) aufgelegt:

Ah, you may leave here for four days in space
But when you return it's the same old place


Vielleicht begreifen wir das alle mal.

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kratzdistel 09.05.2016, 14:51
48. leider vieles übersehen

Obama hat schon unter obama viel verändert. er hat vielen die würde in der gesellschaft wieder gegeben. viele polizeidienststellen in den USA haben heute afroamerikaner als Chefs. unter ihm sind die kardiologischen Ereignisse rapide gesunken. seine Fitness ist ansporn für viele zum nachmachen. die Amerikaner leben heute gesünder. Putin und Obama haben in Krisenzeiten sich verantwortungsbewusst verhalten und nicht die gegenseitige Konfrontation gesucht.ein Präsident hat nunmal auch eine machtbegrenzung. er kann nicht durchregieren in einem förderalistischem
Staat, hat die grundsätze der verfassung zu beachten. dazu zählen viele Freiheiten, sich selbst zu schützen mit waffen, volle meinungsfreiheit, dispositiosfreiheit mit seinem Eigentum usw.er hatte keine Affären. was wünscht sich der Amerikaner mehr. einen präsidenten mit klugem kopf und durchsetzungsvermögen,viel harmonie im umgang mit menschen und mit seiner Familie. er hat das schiff gut durch alle Widrigkeiten gesteuert.

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scoopx 09.05.2016, 15:35
49. Gerechtigkeit für Obama!

Man sollte sich mal überlegen, wie die USA heute aussehen würden, wenn 2008 erneut ein republikanischer Kandidat Präsident geworden wäre.

Dann wären die USA ein Drittweltland mit einer steinreichen korrupten Oberschicht samt Prätorianergarde, Massenelend, verfallenden Städten (Detroit ist überall), fanatischen christlichen Endzeitsekten, einem gulag-ähnlichen, gigantischen privaten Gefängnissystem incl. riesiger Straflager für auffällige Jugendliche, Drogengangs wie in Mexiko (der "war on drugs" muß ja verschärft werden), Internetzensur wie in China, einer absoluten Herrschaft der Finanzindustrie, einem zusammenbrechenden Gesundheitssystem, einer Unzahl von Geisterstädten und -siedlungen infolge der Immobilienkrise und, nicht zuletzt, einer erpresserischen, ganovenhaften und gewalttätigen Außenpolitik.

An dieser kontrafaktischen Prognose kann man sehen, was Obama alles tun mußte und getan hat - und das die meiste Zeit gegen den Kongreß.

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