Forum: Kultur
Öffentliche Entschuldigungen: Tut mir ja sooo Leid
Leonhard Foeger/ Reuters

Wer etwas falsch gemacht hat, bittet um Verzeihung - so weit die Theorie. Doch in der Praxis läuft das oft anders: Entschuldigt wird sich für vermeintlich verletzte Gefühle statt für Fehlgriffe.

Seite 3 von 10
mwroer 20.05.2019, 18:53
20.

Das einzige was wirklich hilfreich gewesen wäre, geehrte Frau Stokowski, haben Sie wie üblich vergessen zu schreiben: Nämlich wie die, aus Ihrer Sicht, Entschuldigung hätte aussehen sollen.

So ist es wie üblich: DIE machen es falsch, ICH weiss das. ICH sage aber nicht wie es richtig wäre.

Übrigens - wer bei der 'Loch ist Loch' Werbung an Frauen gedacht hat, und das schließt Frauen ein, muss echt einen an der Waffel haben.

Ich habe das sofort auf den Glaubenskrieg zwischen Donut-Liebhabern (diese unwissenden Narren) und Bagel-Genießern bezogen - wie jede(r) andere in meinem Umfeld, soweit ich gefragt habe, auch.

Beitrag melden
Lichtgestalt1503 20.05.2019, 18:56
21. Und

für lange nicht alles, was irgend jemand kritiwürdig findet, muss man um Entschuldigung bitten, das Meiste ist eben Interpretationssache. Insofern finde ich die Entschuldigung wegen verletzter Gefühle schon richtig.

Beitrag melden
vgquarat 20.05.2019, 18:58
22. Da stimmt etwas nicht mit dem Gefühl?

Danke für diesen Artikel! Es wird auch nach meiner Beobachtung häufig ein Bedauern für erzeugte Gefühle ausgedrückt, wo ein Eingestehen eines Fehlers angebracht wäre. Ein Beispiel: „Wir bedauern, dass Sie sich unzureichend informiert fühlten“ - in einer Situation, in der eine notwendige Information überhaupt nicht gegeben wurde - das bedeutet für mich mangelnde Reflexion und den unterschwelligen Vorwurf der übertriebenen Empfindlichkeit - frei nach Loriot: Da stimmt etwas nicht mit Deinem Gefühl.

Beitrag melden
klapo 20.05.2019, 19:07
23. Äpfel und Birnen...

Es ist beim Ex Vizekanzler der Ösis ganz offensichtlich dass das Fehlverhalten mit Verletzen von Gefühlen gar nichts zu tun hat. In allen anderen Fällen kann ich die sich Entschuldigenden schon irgendwie verstehen. Die Bahlsen-Prinzessin hat was gesagt, und wenn es ihre Meinung ist dass sie die braune Vergangenheit nichts mehr angeht dann ist das eben ihre Meinung, ob es anderen gefällt oder nicht. Da hat sie halt auch kein schlechtes Gewissen und kann sich gar nicht ernsthafter und gleichzeitig glaubhaft entschuldigen. Und wenn die Lidl Verantwortlichen bei Loch ist Loch eher an Golfplatz oder Poolbillard gedacht haben, wollen sie sich ob ihrer Naivität auch keine Blöße geben. So oder so lässt sich Reue oder Einsicht eh nicht erzwingen und wenn es ob der Wortwahl klar ist dass auch keine echte Reue empfunden wird ist mir das immer noch lieber als die ganz große Heuchelei. Wer auch nur minimal zwischen den Zeilen lesen kann weiß dann wenigstens woran er ist.

Beitrag melden
markus_wienken 20.05.2019, 19:11
24.

Zitat von nobody_incognito
Jemandem zu vergeben ist auch anmaßend, denn das kann nur Gott. Im Prinzip hängt es davon ab, ob der "Sünder" wahre Einsicht hat und bereit ist aus dem Fehler zu lernen. Wenn dem so ist, hat die Menschheit einen Fortschritt gemacht. Aber wenn es einem nur peinlich ist "erwischt" worden zu sein, mit dem Versprechen sich beim nächsten mal etwas schlauer anzustellen, dann wird das so sein wie in diesem Fall. Ernstere Konsequenzen sind auf jeden Fall eh nicht zu befürchten und man kann auch nie wissen ob es ein abgekartetes Spiel ist, bzw. ob er politisch überhaupt jemals wirklich das vertreten hat, was er vorgab. Bei der NPD soll ja auch der eine oder andere V-Mann unterwegs gewesen sein, ohne dies in irgendeiner Weise werten zu wollen.
Quatsch.
Vergeben kann nur der Geschädigte, niemand sonst.

Beitrag melden
steueragent 20.05.2019, 19:13
25. Erinnert mich an Lisa Loch.

Da gab es auch mal ein Lochproblem. Nur hat sich Stefan Raab meines Wissens nie entschuldigt. Der Mann hat eben Charakter.

Beitrag melden
wühlmaus_reloaded 20.05.2019, 19:15
26. Ganz abgefahren ...

… ist ja auch die sogenannte Entschuldung dafür, dass das, was man gesagt hat, von der Öffentlichkeit missverstanden werden konnte und dass so ein falscher Eindruck entstanden sei. Selbst wenn es da überhaupt keine Zweifel oder Missverständnisse geben konnte.

Beitrag melden
ramuz 20.05.2019, 19:20
27. Aber dass das ...

Zitat von Annalu
Über gesellschaftliche Umgangsformen ziehe ich lieber den alten Adolph Franz Friedrich Ludwig Freiherr Knigge zu Rate als eine Frau namens Stinkowski.
.. bei ungebildeten + umgangsformlosen Deppen wie Ihnen auch nix hilft, haben Sie ja soeben fundiert nachgewiesen.

Und: "Über" bei "zu Rate ziehen" .. jaja... das "stinkt" doch nach üblem Fehler.

Bevor Sie jetzt verbal zurück schiessen: ICH nehme keine Anleihen bei Knigge, ich halt's mit der Bibel... kennen Sie wohl auch nicht, zitieren Sie aber schon mal?

Beitrag melden
gnugo 20.05.2019, 19:21
28. öffentlich gelebter Narzissmus

Das kenn ich von Narzissten, sich für die verursachten Gefühle zu entschuldigen - "sorry dass du dich davon jetzt angegriffen fühlst". Sowas lass ich jemandem - wenn überhaupt - nur durchgehen, wenn die Verletzung nachvollziehbar unbeabsichtigt war. Bei Strache kann davon ja wohl überhaupt keine Rede sein - dem tut es nur leid, dass er erwischt wurde und jetzt ziemlich blöd aus der Wäsche guckt. Fadenscheinige Schadensbegrenzung, mehr nicht. Und umso schlimmer (und gut beobachtet von Frau Stokowski!), dass das immer mehr zum Trend wird - ein etwas subtileres Anzeichen dafür, dass die Narzissten und Egomanen immer mehr den Ton in der Welt angeben.

Beitrag melden
HISXX 20.05.2019, 19:24
29.

Da haben Sie recht: Mit öffentlichen Entschuldigungen machen es sich die meisten heute sehr einfach. Man lässt einfach verlauten, man habe "die Gefühle von irgendjemanden nicht verletzen wollen" - und fertig. Eine Einsicht, Mist gebaut zu haben, das auch zu benennen und die Bereitschaft zu Konsequenzen, so etwas gehört heute zu einer Entschuldigung nicht mehr dazu. Es ist schon putzig, wenn Steuerhinterzieher wie Uli Hoeneß davon sprechen "einen Fehler gemacht zu haben", zu einem Fehlverhalten, dass jahrelang durchgezogen wurde. Das System dahinter ist immer das Gleiche: Nur so schnell wie möglich zur Tagesordnung zurück.

Beitrag melden
Seite 3 von 10
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!