Forum: Kultur
Ökonomie und Feminismus: Die Mutter aller Märkte
Getty Images

Wer hat dem Nationalökonom Adam Smith sein Essen gekocht? Die Mutter. Zeit, die weiblichen Aspekte der Wirtschaftsgeschichte zu betrachten - mit dem Feminismus kann der Markt neu gedacht werden.

Seite 1 von 4
murksdoc 20.05.2018, 17:24
1. Machonomics -Femocommies

Wer hat in meiner Schule "Rennt nicht so schnell auf dem Gang", "Streitet euch nicht so laut auf dem Hof", "Sitzt still im Unterricht" und "Kloppt euch nicht mit den Schülern der anderen Klasse" gerufen? Die alte Deutschlehrerin Fräulein Borst. Die würde heute auch "leistungsloses Grundeinkommen", "Gleichstellung der beim Konkurrenzkampf Zurückgebliebenen durch Quoten", "Einser-Abis für Alle" und den "Verzicht auf alles, was andere "neidisch" machen könnte", wie "Besitz", "Erfolg", "Reichtum" und "Eigentum" fordern. "Kein Neid, kein Streit, kein Streit, kein Krieg". So einfach denkt man wohl in diesen Köpfen. Weil "Konkurrenzkampf" eher maskuline Eigenschaften sind, wäre sie die ideale Links-Feministin. Mit ihren Beinen, die behaarter waren, als die ihrer Schüler, auch. Was also wird Frau Smith zu Herrn Smith beim Schreiben des kapitalistischen Manifests gesagt haben: "Sitz' nicht so krumm beim Schreiben", "Die Nachbarn haben schon wieder ein neues Auto" und: "Die Mülltonne steht schon seit drei Tagen neben deinem Tisch".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
RalfHenrichs 20.05.2018, 17:36
2. Kenne Marcial nicht

wenn aber die Kritik richtig ist, hat Marcial Smith nicht gelesen und schon gar nicht verstanden. Smith war alles andere als ein Neoliberaler sondern ist nur daraus von Leuten gemacht worden, die nur eines seiner Hauptwerke ("Wohlstand der Nationen") gelesen hat und das wohl auch nur quer. Mit "Theorie der ethischen Gefühle" hat sie sich wohl nicht beschäftigt. Insofern scheint mir Marcials Buch ziemlicher Quatsch zu sein - oder Diez Kritik ist Quatsch. Auch möglich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
curiosus_ 20.05.2018, 17:45
3. Echt jetzt?

Schon schön, wie man alles - und sei es noch so abwegig - mit der feministischen Brille betrachten kann. Wirkt allerdings ziemlich bemüht und hat mit sachlich-logischer, rationaler Problemlösung absolut nichts zu tun. Oder wird eine Systemerklärung nur dadurch richtiger, dass sie mit der korrekten Ideologie angegangen wird?

Wohl kaum, darüber sollten wir seit der Aufklärung vor 300 Jahren eigentlich hinweg sein. Gut, so mancher hat noch Aufholbedarf.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
holger.heinreich 20.05.2018, 18:01
4. Das ist aber niedliche Propaganda

Seit wann ist der Staat weiblich? Gegen den Staat zu rebellieren und ihn aus der Wirtschaft heraushalten zu wollen ist doch wohl eher ein Sinnbild der Rebellion gegen einen Vater. Normalerweise rebellieren Männer gegen ihren Vater und haben eine engere Bindung zu ihrer Mutter. Die ganze Staatstheorie scheint an dieser Dame vorbeigegangen zu sein. Und seit wann handeln Frauen anders. Im Mittelalter haben Laiengemeinschaften von Frauen sich mit den Handwerkergilden angelegt und die wirtschaftlich in Not gebracht. Die Damen haben keine Rücksicht genommen auf die Gesellen, Kinder und Ehefrauen der Handwerker. Gewinn war das Ziel und das haben sei erreicht. Prinzessinnen der Merowinger haben Klöster zu Basen für Räuberbanden umgebaut, um sich nach ihrer Verbannung ins Kloster eine Machtbasis aufzubauen. Deren Banden haben niemanden verschont. Jede Frau, die in der Geschichte etwas zu sagen hatte, hat gewirtschaftet wie Mann, wenn es um das Überleben und den Sieg der Familie ging. Wurde die Burg belagert, hat die Burgherrin auch nicht den Feind zum Tee eingeladen, sondern die Männer auf die Mauern geschickt, wenn sie die Hosen anbehalten wollte. Und das Hinterfragen der Freiheit des Markts ist auch nicht neu, jeder, der sich mal mit dem Kapitalismus und dem freien Markt auseinandersetzen muß, macht das und zieht seine Schlüsse, entweder man glaubt blind oder hinterfragt. Ist wie in der Religion. Überhaupt ist Milton Friedman eigentlich das Ziel für Kritik am Kapitalismus und am uneingeschränkten Markt. Und man sollte natürlich auch Ayn Rand berücksichtigen, die Erfinderin des Objektivismus, die den unkontrollierten Markt über alles stellte.
Die war keine Feministin, aber auf die Dame berufen sich nicht wenige Männer. Ist schon schlimm, wenn eine Frau das Vorbild für Männer ist und die Frau nicht so tickt, wie Frau es sich wünscht. Der Feminismus hat gar nichts geschaffen, seine dritte Welle ist gerade dabei für Krieg, Spaltung, kulturellen Niedergang und Zerstörung des Westens zu sorgen. Die Unterdrückung der Frau ist Geschichte, die gibt es nicht mehr im zivilisierten Teil der Welt. Frauen habe alle Chancen, sie müssen sie nur nutzen, anders würde keine Angela herrisch über uns thronen. Und sexuelle Unterdrückung sehe ich eher in Bezug auf Männer, Mätressen haben die Betten der Mächtigen erobert und dann versucht Politik zu machen. Mätressen haben Päpste manipuliert. Kriegsmüde Griechinnen zwingen mit Sexentzug die Männer im griechischen Theater zum Frieden. Kleopatra und Adelheid haben sich mit Sex Einfluß verschafft. Die Mutter Kirche wollte der Frau den Sex verbieten, die Männer hingegen waren da immer eher pragmatisch veranlagt, immerhin haben sie ja auch etwas davon. Es ist wirklich niedlich, wenn man die Kritik, die Männer über Jahrzehnte und Jahrhunderte am uneingeschränkten Kapitalismus übten, auf einmal streicht, feministisch übermalt und als Werk des Feminismus verkauft. Christen glauben auch sie hätten alles Gute in der Welt erfunden und Muslime sind da auch nicht anders. Ist aber schön, daß der Feminismus sich der Torheit anderer Religionen anschließt und damit endlich den Suizid ansteuert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
häuptling83 20.05.2018, 18:19
5. Ausgemachter Blödsinn

Der hier beschriebene Feminismus ist nichts anderes als Kommunismus in Seidenstrümpfen. Etwas attraktiver, aber genauso gefährlich. Und die Behauptung, dass Adam Smith überholt sei, ist doch nur ein schlechter Witz. Ich mag nicht, was Georg Diez oder Katrine Marçal schreiben? Dann kauf ich deren Bücher nicht. Mir gefällt, was Adam Smith geschrieben hat? Der gute Mann könnte wahrscheinlich heute noch von den Tantiemen leben. Angebot, Nachfrage - so einfach das. Aber wenn man an der Realität kein Interesse hat, muss man halt ideologischen Dünnpfiff verbreiten und sein Glück mit social engineering versuchen. Aber lasst wenigstens Smith' Mutter aus dem Spiel - die Frau ist tot und kann sich gegen derartige merkwürdige Vereinnahmungen nicht mehr wehren!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Sissy.Voss 20.05.2018, 18:22
6. Haggis

Da hat der Herr Dietz endlich einmal ein Thema aufgegriffen, das viel zu häufig unter dem Schreibtisch verschwindet: die Rolle der Mutter des berühmten Nationalökonomen, dessen Denkmal direkt auf dem Vorplatz der Burg von Edinburgh steht, rechter Hand, wenn man von der Burg kommend in Richtung Thistle Church (St. Giles´ Cathedral) geht. Was hätte Smith zeitlebens ohne Mutter gemacht, ohne ihr Abendessen? Das wäre dem Mann aus dem ländlich-strukturierten und nicht eben wohlhabenden Kirkcaldy auf der Fife-Halbinsel sicher als großer Mangel erschienen und wahrscheinlich - wie Herr Dietz so unausweichlich schlussfolgert - wären seine wirtschaftsphilosophischen Werke nie entstanden. Insofern ist es sicher richtig, Margret Douglas als die Mutter der Nationalökonomie zu bezeichnen: ohne ihr berühmtes Haggis-Rezept wäre der Arbeit Ihres Sohnes nicht der gerechte Ruhm zuteilgeworden. Leider verlässt Dietz - wieder mal - auf höchstens halber Strecke die Inspiration: ohne Pauline Koch müssten wir heute noch ohne die Relativitätstheorie auskommen, was sicher der Mehrheit der Mitbürger wenig Schmerzen bereiten würde. Nicht, dass Albert besonders dankbar für ihr Abendessen gewesen wäre, nein, viel profunder: er wurde von ihr geboren. So steht fest, dass es die Mütter sind, denen wir die großartigsten Theorien verdanken. Damit ist klar, dass der Feminismus die tragende Säule der wissenschaftlichen Erkenntnis ist. Leider ist uns nicht der Familienname der großartigen Frau überliefert, die 1990 Iraks Präsident Saddam Hussein als die >Mutter aller Schlachten< bezeichnete. Das ist wahrscheinlich wieder ein typischer Fall von männlichem Chauvinismus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
denk.mal.wieder 20.05.2018, 18:24
7.

(1) Man muß nicht den feministischen Sexismus bem?hen, um den Neoliberalismus zu kritisieren.
(2) Alle erfolgreichen Theorien m?ssen von einigen Aspekten der Wirklichkeit abstrahieren. Es ist das Wesen JEDER Theorienbildung und eines der Erfolgsrezepte der Physik. (Wann eigentlich bekommen wir eine feministische Physik?)
(3) Nicht nur Frauen sondern auch fast alle Mànner zur Zeit Adam Smiths waren nach heutigen Maßstäben äußerst unfrei. Z.B. so: 98% der Männer und 99.5% der Frauen.
(4) Diese Unfreiheit wurde durch " männliche" Theorienbildung ( Mathematik, Physik, Ingeneiurwissenschaften etc.) in wohlhabenden Ländern stark reduziert. Dies gilt auch f?r Frauen.
(5) Fortschrittshemmende Mechanismen wie z.B. Religion wurde in den Familien besonders auch von Frauen tradiert.
(6) Der HEUTIGE Femnismus zementiert das Denken in Geschlechtskategorien (Sexismus) und setzt damit die unter 5 angedeuteten Mechanismrn fort.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
denk.mal.wieder 20.05.2018, 18:27
8. @Ralf Henrichs

Sie haben nat?rlich vollkommen Recht. Dieser wichtige Punkt ist in meiner Aufzählung untergegangen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Crom 20.05.2018, 18:33
9.

Meine Frau macht mir auch ab und zu was zu Essen. Inwiefern dies oder die aktuellen Kantinengerichte Auswirkung auf meine berufliche Tätigkeit haben, konnte ich noch nicht feststellen. In der Hinsicht sei allen Kantinenfrauen und -männern gedacht und natürlich allen Ehepartnern, die für das leibliche Wohl sorgen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 4