Forum: Kultur
Offener Brief an die Bundesregierung: Theaterchef fordert Soli-Zuschlag für Kultur
DPA

Steuermilliarden für die Oper statt für Ostdeutschland? Zum Jahrestreffen deutscher Bühnenchefs fordert der Leiter des Mannheimer Theaters in einem Offenen Brief, den Solidaritätszuschlag umzuwidmen: in eine Kulturabgabe.

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#Nachgedacht 12.06.2014, 10:24
260. Das ist ein Witz!

Zitat von sysop
Steuermilliarden für die Oper statt für Ostdeutschland? Zum Jahrestreffen deutscher Bühnenchefs fordert der Leiter des Mannheimer Theaters in einem Offenen Brief, den Solidaritätszuschlag umzuwidmen: in eine Kulturabgabe.
Macht Theater fürs normale Volk wieder bezahlbar und zum Erlebnis! Dann kommt auch Geld in die Kassen.
Die Privatisierung konnte vielen Künstlern nicht schnell genug gehen, mögen sie jetzt auch mit der Realität leben.
Kleinere Gehälter oder an große Häuser wechseln sofern das Talent reicht.
Die Realität kommt endlich an, wo man sie zu verdrängen suchte.
Entsolidarisiert, weil man sich für Besser hielt, sollte man jetzt nicht nach Solidarität schreien. Das Theater und die Kultur überhaupt könnte, wie auch Medien, wenn man denn wollte, viel mehr Einfluss auf gesellschaftliche Entwicklungen nehmen! Werte und Haltungen vermitteln welche die Gesellschaft festigen und voran bringen aber man macht sich zum Erfüllungsgehilfen einiger Weniger, dann mögen auch diese dafür bezahlen!
#Nachgedacht

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cato. 12.06.2014, 10:34
261.

Zitat von ogonoi
Peinlich Es gbt leider viele Ignoranten, die sich hier wider die Kultur aussprechen, nach dem Motto: "das ist nur was für Wenige, und die sollen das gefälligst selbst zahlen". Deutschland, das Land der Dichter und Denker, also passé? Mir wäre es lieb, wenn kulturferne Menschen statt so dämliche Kommentare zu posten, einfach mal in Ruhe drüber nachdenken, warum sie in Deutschland und nicht in Timbuktu leben wollen... Und wenn sie das getan haben, habe ich auch nichts dagegen, wenn sie sich für Timbuktu entscheiden, da werden sie bestimmt keine Oper zu sehen bekommen. Im Ernst: was macht unser Land so einzigartig in der ganzen Welt? Nein, nicht Fußball, RTL2 sondern eine Theaterlandschaft, die weltweit ohnegleichen ist. Das ist ein Gut, das man eigentlich in die UNESCO-Liste aufnehmen sollte. Ich unterstütze den Vorschlag des Mannheimer Intendanten!!
Man muss nicht Kulturfern sein, um in der Subventionierung Zweitklassiger Theater, die künstlich modern sein wollen und versuchen mit Nacktheit und Ekeleffekten Aufmerksamkeit zu sichern, keinen Wert an sich zu sehen. Die Erstklassigen Theater würden ja weiterhin bestehen, zum einen weil sie ausreichend zahlungskräftige Kundschaft anziehen (gerade die Bevölkerungsschichten die ins Theater oder Oper gehen brauchen ja nun wirklich keine Subventionen, sondern könnten sich auch erheblich höhere Preise leisten), zum Anderen weil sie sicherlich auch in der Lage sind private Förderer zu finden. Mal davon abgesehen, dass durchaus ein Bedarf besteht für die Verfilmung klassischer Inszenierungen der großen Werke deutscher Kunst, die Faust Inszenierung von 1960 ist hier ja immer noch die Ausnahme - was eben auch eine zusätzliche Einnahmequelle darstellen würde.

Übrigens über die Frage was Hochkultur ist kann man sicherlich streiten, manche halten ja auch Brecht, der außer der 3-Groschen-Oper hauptsächlich propagandistischen Müll produziert hat, für Hochkultur und halten dagegen eine großartige Band wie Rammstein für kulturell wertlos.

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!!!Fovea!!! 12.06.2014, 10:36
262.

Zitat von dr.u.
Jedem seine Meinung. Die Stones muss man nicht mögen. Mit dem Recht und der Kraft von Angebot und Nachfrage. Schließlich müssen die Kostendeckend arbeiten. Oder Glauben Sie (oder können es vielleicht sogar belegen), dass ein Platz beim Stones-Konzert mit einem dreistelligen Euro-Betrag von der Allgemeinheit subventioniert wird? Kultur ist weit mehr als nur Kunst bzw. eine einzelne fragwürdige Kunstform.
Für Stones ist jeder Betrag über 20.-€ eindeutig zu hoch angesetzt. Der Rest ist Geschäft, sogar noch mehr Geschäft, als bei einem Theater, dort braucht man Handwerker u. v. m.
Für eine überdimensionierte Bühne, geschweige Zuschauer in einem Stadion zu sein, wo man dann einen Jagger auf einer Leinwand sehen kann, da er ansonsten vom Platz aus nur Stecknadel groß wäre, ist ein dreistelliger Betrag deutlich zu hoch angesetzt. Dann lieber 100.-€ für eine Theaterkarte.

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Elfsilbler 12.06.2014, 10:36
263.

[QUOTE=tkedm;15900583
Vielleicht können Sie trotzdem die Frage beantworten: Wenn die Theater alle so voll sind, warum schafft es dann die Finanzierung selber nicht? Was ist daran so teuer und wo verschwindet das ganze Geld? Im Vergleich zu vielen anderen Veranstaltungen, Konzerten und Festivals ist dort der Kostenaufwand nun wirklich nicht hoch, vor allem an Mitarbeitern.[/QUOTE]
Haben Sie sich schon mal in einem Theater umgesehen? Wieviele Leute da herumwuseln, damit der Lappen hochgeht? Da braucht es von der Garderobenfrau über den Bühnentechniker bis zum Schreiner eine Hundertschaft. Und die würden ja auch gerne Wasser und Brot für ihre nach Nahrung schreiende Brut heranschaffen...

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Elfsilbler 12.06.2014, 10:45
264.

Zitat von cato.
zum einen weil sie ausreichend zahlungskräftige Kundschaft anziehen (gerade die Bevölkerungsschichten die ins Theater oder Oper gehen brauchen ja nun wirklich keine Subventionen, sondern könnten sich auch erheblich höhere Preise leisten),
Ach, wenn ich mich so bei einem Opernbesuch im Publikum umsehe, sind die Pelzträgerinnen doch eher in der Minderheit. Studenten und junge Leute sind immer noch genügend zu finden, und ich kriege auch keine 2000 netto raus und würde gerne von Zeit zu Zeit eine Oper sehen.

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PerciGang 12.06.2014, 10:59
265. Subventionen verdoppeln

Zitat von cato.
Übrigens über die Frage was Hochkultur ist kann man sicherlich streiten, manche halten ja auch Brecht, der außer der 3-Groschen-Oper hauptsächlich propagandistischen Müll produziert hat, für Hochkultur und halten dagegen eine großartige Band wie Rammstein für kulturell wertlos.
Ich würde mal angesichts des Bildungsstandes der dergleichen Aussagen ermöglicht, für eine Verdopplung aller Theatersubventionen plädieren. Offensichtlich befinden wir uns bereits im kulturellen Notstand.
"Trommeln der Nacht", "Das Leben des Galilei", "Mann ist Mann" ... alles propagandistischer Müll..wow.

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dr.u. 12.06.2014, 11:21
266. Wie gesagt

Zitat von !!!Fovea!!!
Für Stones ist jeder Betrag über 20.-€ eindeutig zu hoch angesetzt. Der Rest ist Geschäft, sogar noch mehr Geschäft, als bei einem Theater, dort braucht man Handwerker u. v. m. Für eine überdimensionierte Bühne, geschweige Zuschauer in einem Stadion zu sein, wo man dann einen Jagger auf einer Leinwand sehen kann, da er ansonsten vom Platz aus nur Stecknadel groß wäre, ist ein dreistelliger Betrag deutlich zu hoch angesetzt. Dann lieber 100.-€ für eine Theaterkarte.
Jedem seine Meinung. Und die Stones muss man nicht mögen.
Aber die (zahlenden) Besucher, die sich das von Ihnen Beschriebene Martyrium antun, die machen das freiwillig und auf eigne Kosten. Und was die vielen HAndwerker, etc. angeht, die Sie dem THeater zugute halten: entweder haben große Tourneen, wie die der Stones, eine änhlichen Bedarf, oder sie zeigen eindrucksvoll, dass es auch effizienter, mit weniger Personal-Wasserkopf geht.

Darüberhinaus ist Kultur weit mehr als Theater oder Pop-Konzert. Informieren SIe sich doch mal über die Begrifflichkeit des Wortes "Kultur". Dann sehen Sie, dass ein Kultur-Soli für Theater nur einen kleinsten Aspekt des Begriffes Kultur überhaupt abdeckt.
Und wer soll denn entscheiden, was föredungswürdige und subventionsfähige Kultur ist? Was macht ein zweifelhafte, als modern proklamierte Inszenierung eines alten Stückes zu besserer oder wertvollerer Kultur, als ein Kleinkunst-Darbietung von Marc-Uwe Kling?
Letzterer bringt wenigstens oft noch ein hohes Maß nachdenklich stimmender Gesellschaftskritik in seinen Darbietungen.
Kunst hat natürlich auch was mit Können zu tun. Mich soll Kust vor allem ansprechen und Begeistern; nicht abstoßen und beleidigen.
Aber wie gesagt, Kunst ist ja nur ein Aspekt von Kultur. Es gibt noch viele weitere.
Genauso, wie privatfernsehen und Radio und ein Rückgang von Printerzeugnissen nicht zu einem Entfall von Meinungsvielfalt geführt haben, wird ein Gesundschrumpfen von Theater-, Opern- und Konzertkultur den niedergang von Kultur als solches bedeuten. Kultur ist menschgemacht. Und menschen machen, je nach Zeitalter, Epoche oder Generation andere Dinge, andere Kultur. Dieser Wandel ist entweder gesellschaftlich zu akzeptieren, oder es ist ihm durch individuelles (finazielles) Engagement entgegenzutreten. Nicht jedoch pauschal auf Kosten Aller.

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rolf.piper 12.06.2014, 11:50
267. Erschütternd, was man hier über die Haltung der Bürger zur Kultur liest!

Es gab ein Land, in dem einfache Arbeiter Konzerte, Theateraufführungen, Gemäldeausstellen etc. im Jahr besuchten, weil, ja weil es in ihrem Brigadeplan stand. Überraschend war, dass die Mehrzahl tatsächlich diese Möglichkeiten nutzte, auch wenn manche in der Pause einer Aufführung in die nächste Kneipe verschwanden. Irgendwie war auch der einfachste Arbeiter letzten Endes stolz, in einer solchen Veranstaltung sitzen zu dürfen, für wenig Geld. Man erinnert sich gern an den Theaterzug aus der Provinz nach Berlin, um im Berliner Ensemble oder im Deutschen Theater beste deutsche Schauspieler zu sehen und zu hören und zu verstehen.
Dafür wurde ganz nebenbei bei jeder Kulturveranstaltung ein Kulturpfennig gezahlt. Keiner empörte sich.
Kultur gehört eben zur Menschwerdung und nicht zum Reichwerden!

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cato. 12.06.2014, 11:50
268.

Zitat von PerciGang
Ich würde mal angesichts des Bildungsstandes der dergleichen Aussagen ermöglicht, für eine Verdopplung aller Theatersubventionen plädieren. Offensichtlich befinden wir uns bereits im kulturellen Notstand. "Trommeln der Nacht", "Das Leben des Galilei", "Mann ist Mann" ... alles propagandistischer Müll..wow.
Brechts politische Positionierung überlagerte sein künstlerisches Schaffen und viele seine Werke insbesondere einzelner Lieder kann man nunmal nur als propagandistischen Müll abtun. Dem Leben des Galilei mag ich voreingenommen gegenübsterstehen, auf Grund meines Deutsch Unterrichts, aber Werke wie der gute Mensch von Sezuan sind mit Sicherheit keine Hochkultur. Und Brecht sollte man entsprechend auch nicht mit den Großen Deutschen Dichtern in eine Reihe stellen.

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Helga-B- 12.06.2014, 11:56
269. den Solidaritätszuschlag umzuwidmen: in eine Kulturabgabe...

finde ich unverschämt. Es macht mich sehr sehr wütend, daß alle den Soli für ihre eigenen Interessen haben wollen und überhaupt keinen Gedanken daran verschwenden, daß wir Bürger diesen nicht mehr länger zahlen wollen. Aber wir Bürger werden ja nicht gefragt. Gerade was den Soli betrifft müsste es endlich eine Bürgerbefragung geben.

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