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"Once Upon a Time in Hollywood": Bei diesen Filmen und Serien hat Tarantino geklaut
Sony Pictures

Perfekte Imitationen, falsche Zitate: Tarantino verweist in "Once Upon a Time in Hollywood" auf etliche Vorbilder - die er zum Teil recht eigenwillig interpretiert. Hier die wichtigsten Kino- und TV-Bezüge.

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silbersee 19.08.2019, 18:48
20. Sensationeller Film

Obwohl viele oh nicht verstehen werden. Auch schön zu sehen, wie der selbsternannte #Me Too Aufpassr Spon gleich verucht , den Film in Bezug auf sein Ende zu diskridetieren bzw. zu relativieren, da der Film wegen seines Endes so gar nicht in die #Me Too Debatte passt. Um so schöner mit anzusehen, wie Tarrantino offensichtlich genug von moralinsauren, einseitigen # Me Too Debatten hat, und dies am Ende auch deutlich zeigt. Wobei das eigentlich nicht mal frauenfeindlich ist, sondern nur konsequnte zu Ende gedacht und gerecht: Wer gleichberechtig austeilen darf/soll (siehe QT frühere Filme), muss/soll auch gleichberechtigt einstecken können, oder ? Das Ede ist ein wirklich gelungenes gesellschaftliches Korrektiv der aktuellen Debatten. Aber auch sonst ist der Film ausgesprochen sehenswert, wenn man auf QT Filme steht.

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Little_Nemo 20.08.2019, 12:08
21. ...und wenn sie nicht gestorben sind

Zitat von marsupilama
Irrwitzig finde ich eher, dass der Titel nicht erwähnt wird. "Once upon a time in the west" (in Deutschland "Spiel mir das Lied com Tod")
Oder auch "Once upon a Time in America" (deutsch "Es war einmal in Amerika" - Leones letzter Film), ein Filmtitel, der, wie der von "Once upon a time in the West", darauf hinweist, dass es um den Mythos, um nicht zu sagen um das Märchen von Amerika geht, im Sinne von "Es war einmal..." wie es zu Beginn vieler Märchen heißt. Und so geht es bei Tarantino wohl um den Mythos Hollywood. Gibt es denn außer dem Titel noch etwas in dem Film, was auf "Spiel mir das Lied vom Tod" (garstiger Verleihtitel) anspielt?

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Little_Nemo 20.08.2019, 12:22
22. Achtung Moral!

Zitat von spassamarbeiten
Man mag zu Roman Polanski stehen wie man will - Ihn nicht zu fragen ob es ok ist, den Mord an seiner schwangeren Frau Sharon Tate zu verfilmen halte ich schon mal für ein absolutes NO GO ! Und dann noch unter "Kollegen" .... wie muss sich das anfühlen, in der Rolle Polanskis, das 2 TopHollywood Stars mit Tarantino einen der grausamsten Morde der jüngeren Vergangenheit verfilmen, mit Tarantino Humor und Slapstick Sidekick. Also das finde ich schon mal unter aller Kanone. Jetzt klaut Tarantino erneut bei den grossen Klassikern der Filmgeschichte. Wer The Great Escape mit Steve McQueen nicht kennt, kann nur der jüngsten Generation Insta-Doof entspringen. Das Tarantino schon immer sich bedient hat, geschenkt, aber hier breitflächig herumzuklauen, und dann noch die Story als solche, ... geht alles einfach gar nicht. Für einen Umweltstiftungsbeitrag haben Pitt , Robbie und DiCaprio da auch nicht mitgemacht. Und von denen hat auch keiner sich mit Roman Polanski unterhalten. Aber so ist das heutzutage: Moral Respekt und Achtung gibts nicht mehr . Money talks - und erst Recht wenn es auf dem Rücken anderer erritten wird. Furchtbar.
Naja, es gibt schon einen bedeutenden Unterschied zwischen "klauen" bzw. "sich bedienen" und "zitieren". Wobei ich einräumen muss, dass inflationäres Zitieren, besonders wenn es zum charakteristischen Stilmerkmal eines Künstlers wird, etwas allzu Bequemes (für den Künstler) und Ermüdendes (für den Rezipienten) haben kann. Mir ging das schon bei Brian De Palma sehr auf den Senkel, der seine Karriere weitgehend darauf gründete sich ständig vor Hitchcock und anderen Meister-Regisseuren verbeugen zu müssen und diese dabei so überstrapazierte, dass er selten auch nur annähernd deren Wirkung und Meisterschaft erzielte.

Was die Chuzpe anbelangt, den Mord an Sharon Tate zu verfilmen ohne Polanski gefragt zu haben: Werden nicht öfter Morde verfilmt, die tatsächlich stattgefunden haben? Und werden dafür jedesmal die Hinterbliebenen gefragt, ob sie einverstanden sind? Gelten bei Prominenten da besondere Empfindlichkeitsrechte oder ist es nicht vielmehr so, dass sie sowas, als öffentliche Personen der Zeitgeschichte, sogar eher in Kauf nehmen müssten als Normalbürger?

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buster98 20.08.2019, 13:50
23. Nicht gesehen?

Zitat von spassamarbeiten
Man mag zu Roman Polanski stehen wie man will - Ihn nicht zu fragen ob es ok ist, den Mord an seiner schwangeren Frau Sharon Tate zu verfilmen halte ich schon mal für ein absolutes NO GO ! Und dann noch unter "Kollegen" .... wie muss sich das anfühlen, in der Rolle Polanskis, das 2 TopHollywood Stars mit Tarantino einen der grausamsten Morde der jüngeren Vergangenheit verfilmen, mit Tarantino Humor und Slapstick Sidekick. Also das finde ich schon mal unter aller Kanone.
Achtung, enthält Spoiler! Sie erlauben sich hier ein Urteil, ohne den Film gesehen zu haben. Sonst wäre Ihnen klar, dass eben nicht der Mord an Sharon Tate verfilmt wurde. So ein Kleingeist ist Tarantino nicht.

Es gibt übrigens im gesamten 2 Stunden und 40 Minuten langen Film genau zwei "Action" Szenen, wovon nur eine relativ explizit ist. Und diese explizite Gewalt hat auch noch einen tieferen Sinn.

Ich bin bei weitem nicht der größte Tarantino Fan, aber dieser Film ist neben Three Billboards outside Ebbing Missouri einer der besten Filme der letzten 10 Jahre.

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