Forum: Kultur
Oscar für "Green Book": Der falsche Film
ddp/ Universal

Viel Raum für Frauen, Schwarze und Latinos: Die 91. Oscar-Verleihung lief besser als erwartet. Der Triumph von "Green Book" zeigt jedoch, wie viel Veränderung noch nötig ist.

Seite 1 von 20
fx33 25.02.2019, 09:51
1. The Green Book...

The Green Book ist kein gesellschaftskritischer Film. Es ist ein Roadmovie mit einer Hauptperson, dem Chauffeur. Die Kritik, die ich jetzt schon mehrfach bei SPON lesen konnte, verlangt von dem Film nichts anderes, als ein anderer Film zu sein. Welche Anmaßung, zu verlangen, dass sich jeder Film mit gesellschaftlichen Hauptproblemen (oder dem, was der Kritiker als solche betrachtet) zu beschäftigen hätte. Hier spielt sich der Kritiker als "White Saviour" auf, der den Rassismus als so großes Problem betracht, dass sich seiner Meinung nach jeder Film um dieses Thema drehen muss.
Rassismus IST ein großes Problem, da hat der Kritiker selbstverständlich recht, aber die Schlußfolgerung, dass dashalb jeder Film sich um dieses Thema drehen muss, ist grundfalsch. The Green Book ist kein Film über Rassismus, sondern das Portrait eines Italo-Amerikaners, das in dem Spannungsfeld zwischen den beiden grundverschiedenen Charaktere der Hauptfiguren gezeigt wird, und das den alltäglichen Rassismus lediglich als Hintergrund hat. Der Kririker erwartet jedoch eine betroffenheitstriefende Geschichte, in der der Weiße, obwohl selbst unter Rassismus und Ausgrenzung leidend, der obligatorische Böse zu sein hat. Diese Sichtweise zeigt auch einen gewissen Rassismus.

Beitrag melden
frida1209 25.02.2019, 09:54
2. Wie immer unzufrieden...

Dass der Kritiker meckert, war ja klar. Welchen Film haben Sie sich denn gewünscht, "Roma" höchstwahrscheinlich, weil die Kritik sich so gut in eine indigene Hausangestellte hinein versetzen kann... Darf ich sagen, dass ich "Roma" langweilig fand und mindestens eine halbe Stunde zu lang. Hat mein Herz nicht berührt.
Die Oscars haben in diesem Jahr ein Füllhorn der Diversität ausgeschüttet und dann gewinnt eben Green Book und nicht Kritkers Liebling.

Beitrag melden
payton_m 25.02.2019, 09:55
3. Warum sorgte Green Book jetzt für einen Rückschlag?

Ich dachte, jetzt geht es los, aber da kam nichts mehr. was war an diesem Film jetzt falsch und sorgte für einen Rückschlag bei der Weiterentwicklung dieser Veranstaltung?

Beitrag melden
voivod18 25.02.2019, 09:58
4. Ich würd den Kommentar für ziemlich gut halten....

...wenn ich nicht gestern dasselbe fast 1:1 im amerikanischen Rolling Stone gelesen hätte....https://www.rollingstone.com/movies/movie-features/oscars-2019-what-does-it-mean-if-green-book-wins-best-picture-795587/
Das Internet ist schon ne bitch, wa? :)

Beitrag melden
lugj 25.02.2019, 10:00
5. Diversität heißt

Diversität heißt aber auch, dass "Weißen-Filme" weiterhin gewinnen können und dürfen.

Beitrag melden
homersimpson75 25.02.2019, 10:00
6. Kein Wunder

Kein Wunder, daß das Interesse an solch aufgeblasenen Events wie dem Oscar immer weiter schwindet, wenn es offenbar mittlerweile nur noch darum geht, möglichst alle Minderheiten und (tatsächlich oder vermeintlich) benachteilgte Gruppen angemessen mit Preisen und Auftritten bei der Preisverleihung zu berücksichtigen.

Beitrag melden
eulenspiegel1979 25.02.2019, 10:00
7.

Film ist Film und Ideologie ist Ideologie. Beides kann etwas miteinander zu tun haben, muss es aber nicht. Und das ist gut so! Ich erwarte, dass der beste Film einen Oscar gewinnt und nicht der Film mit der am saubersten herausgearbeiteten politischen / iedologischen / religiösen / gesellschaftskritischen Botschaft. Dieser Druck in diese Richtung ist ohnehin schon nicht mehr auszuhalten und hat guten Filmen und Serien mehr geschadet als geholfen.

Beitrag melden
dadubmix 25.02.2019, 10:01
8. Und ich dachte...

...es ginge bei den Oscars um den besten Film und nicht darum, wo welche Quoten am besten erfüllt werden.

Beitrag melden
spon-facebook-10000145733 25.02.2019, 10:04
9.

Wer "L.A.Crash" als "seifigen Episodenfilm" sieht, hat einen anderen Film gesehen als ich (und ich war damals auch eher für "Brokeback Mountain").
Die arrogante Grundhaltung des Autors dieses Artikels ("ihr habt alles richtig gemacht, aber sobald eine Entscheidung nicht meine Prioritäten widerspiegelt, bin ich beleidigt") zeigt das Problem der meisten gegenwärtigen Debatten, in denen es zwanghaft politisch korrekt zugehen muss.

Beitrag melden
Seite 1 von 20
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!