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Oscars 2019: Die Nacht der harten Wahrheiten
AFP

Die Oscar-Show im Fernsehen war eine Sache. Eine ganz andere war, was sich hinter der Bühne abspielte. Hier ließen die Sieger ihren Gefühlen freien Lauf - und manche sprachen klare Worte. Unser Korrespondent war dabei.

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rubraton 25.02.2019, 15:28
10. persönlicher bester Film des Jahres ...

war für mich Bohemian Rhapsody.
das hat für mich gezeigt wie man unterhaltsame Filme produziert, die sowohl an die Augen aber auch ans Herz gehen. Für mich war Roma gut aber zu langatmig. man darf aber nicht vergessen dass wir seit einigen Jahren auf einer Integrations/Rassismus Welle reiten. desweiteren denke ich auch dass bei Gliedes habe über den Film sich nicht äußert weil er persönlich für sich den Preis gerne Anspruch genommen hätte. vielleicht war er einfach in den letzten Jahrzehnten etwas zu laut mit seinen Äußerungen über Oskar, Kritiken und dessen Jury. wenn man aber mal die Oscars genau überblickt haben wir meines Erachtens deutlich mehr schwarze oder Integrations-Akteure gewonnen, als die Jahre zuvor.

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otis_kribbelkobis 25.02.2019, 15:54
11. Preispolizei lässt Fallbeil sausen

Liebe SPIEGEL ONLINE-Kolleginnen und -Kollegen,

ich habe schon heute am frühen Morgen mitbekommen, dass alle vom "Oscar"-Liveticker mit der Vergabe des "Bester Film"-Preises nicht zufrieden sind. Jetzt reicht es aber auch mal! Bei tausenden Akademiemitgliedern läuft eben nicht immer alles nach deutschem Feuilleton.
Lasst die beleidigte Leberwurst zu Hause, bitte.

Danke vielmals,

ein Kollege

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NewYork76 25.02.2019, 15:55
12. Zustimmung

Zitat von xcver
Hat für mich ehrlich gesagt sogar vielleicht einen Oscar für sein Lebenswerk verdient, aber hier liegt er einfach falsch. Der Oscar für den besten Film wird nicht an sozialkritischsten oder Diversesten Film verliehen sondern sollte an den reinen filmischen Kriterien bewertet werden. Ich habe sowohl BlackKklansman als auch Green Book gesehen. Beide fand ich sehr gut, aber rein filmisch war für mich Green Book stärker. Ein Oscar für Do the Right Thing oder 25th Hour hätte ich da eher verstanden.
Da stimme ich Ihnen zu. Filmerisch war Green Book deutlich staerker.

Ich kann allerdings nicht verstehen, dass Glen Close nicht den schon laengst verdienten Oscar gewonnen hat. Sie war fantastisch in "The Wife".
Und warum bitte war das Snooze-Fest "Roma" in der Kategorie "Best Foreign Film" UND "Best Picture" nominiert?!? Da haette man sich doch bitte fuer eine Kategorie entscheiden muessen.

Ansonsten eine relativ langweilige Show... leider.

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mimas101 25.02.2019, 16:10
13. Hmm Tja

Der Oscar war auch immer, neben modischen Albträumen, eine politische Ansage mit gewesen; man erinnre sich nur mal an die schwarze Mummy im "Vom Winde verweht".
Dieses Jahr feiert man halt entgegen Trumps Tweets die Freundschaft mit Mexiko.

Allerdings - Hollywood feiert sich gerne auch mal selbst: La-La-Land wurde deshalb "Sieger" weil Hollymünd Musicalfilme neu verfilmen wollte. Die Lalla-Akteure gaben auch die Vorlage: Aus anderen Filmen zusammngeklaubte Tanzszenen und nix mit Singen und Tanzen.
Avatar war eine Standardschmonzette gewesen und die Titanic ein billig heruntergekurbeltes Heulsusenfilmchen das auch in 45 Minuten reingepaßt hätte.

Schlimmer sind nur die Emmys denn da kaufen sich in dem Club der filmschaffenden Firmen nämliche gleich selbst die Trophäen wenn man für Dürftigproduktionen einen Kaufanreiz schaffen will.

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fredfeuerstein 25.02.2019, 16:45
14. Rassismus!

Vom Spiegel!
Zumindest lässt sich der Artikel so interpretieren.
Wenn die Hautfarbe der Schauspieler und Regisseure das wichtigste (einzige?) Argument ist, um einen Film zu ehren ist das Rassismus oder?
Jede andere Interpretation der Zeilen
"Dass die Oscar-Academy sich müht, aus ihren Fehlern zu lernen, doch zugleich auf halbem Wege aufgibt...Beim Best Picture aber verlor er gegen "Green Book"eine Feelgood-Story über Rassismus, deren Held weiß ist....Andere Entscheidungen dagegen scheinen richtig...Carter hat als erste Schwarze einen Kostüm-Oscar gewonnen"
erscheint mir schwierig.
Und nein ich habe keinen Teil der Begründungen unterschlagen.

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g.eliot 25.02.2019, 16:48
15. Ein "feel-good" Film?

Ein Film, in welchem die amerikanische Apartheid dargestellt wird, kann für keinen denkenden und fühlenden Menschen ein "feel-good" Film sein. Durch diese Einschätzung wird der Zuschauer für unmündig erklärt. Ihm wird fehlendes Urteilsvermögen und fehlende Kenntnisse der Geschichte unterstellt, und last but not least: fehlende Empathie.

Nein, eine gebildete, empathische Far oder ein Mann braucht keine soziologische Anleitung, um das wahrzunehmen, was er/sie sieht und hört, denn das spricht für sich, und er ist durchaus in der Lage, seine eigene Meinung zu bilden.

Wer dafür nicht sensibilisiert ist, wird es auch nicht lernen, wenn ihm alles vorgekaut wird.

Beim Oscar sollte es um Kunst gehen, und auch die Wahl der weiblichen Hauptdarstellerin Olivia Colman zeigte, dass die Schauspielkunst bei diesem Oscar ausschlaggebend war.

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Flinsenberger 25.02.2019, 16:50
16. Es wäre schön...

... wenn Filme aufgrund ihrer Qualität und nicht aufgrund ihrer Politik beurteilt werden.

Und wenn Schauspieler und andere Filmschaffende anhand ihrer Leistung, und nicht ihrer Hautfarbe oder Herkunft beurteilt würden.

Beim Spiegel scheint das einzige Bewertungskriterium jedenfalls zu sein, ob die Filmemacher einer MInderheit angehören. Jetzt gibt es also in den Kernkategorien jede Menge schwarze Gewinner, ungefähr die Hälfte. Ist mir eigentlich egal. Solange ihre Leistungen auch die besten sind. Aber irgendwie kommen mir beim Lesen der Oscarberichterstattung so meine Zweifel, ob das das wichtigste Kriterium gewesen wäre.

Es erscheint mir mehr wie eine Diversity Quoten Veranstaltung.

Wenn man schon Black Panther loben muss, ein Film, in dem sich die Hauptdarsteller wie in einer 19.Jahrhundert Fiktion (Stichwort "edle Wilden") einen Zweikampf um die Königs-Herrschaft liefern, und das nennt man dann noch eine positive schwarze Zukunftsvision... Also ehrlich... da fragt man sich schon, ob man gerade eine Parodie liest. Wie wäre es denn mit einer demokratischen Wahl statt mit archaischem Nepotismus samt gewalttätiger Lösung für ein Thronfolgeproblem? Da wird einem ja ganz schummrig, wenn das Qualität sein soll.

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jjcamera 25.02.2019, 16:55
17.

Zitat von mimas101
Der Oscar war auch immer, neben modischen Albträumen, eine politische Ansage mit gewesen; man erinnre sich nur mal an die schwarze Mummy im "Vom Winde verweht". Dieses Jahr feiert man halt entgegen Trumps Tweets die Freundschaft mit Mexiko. Allerdings - Hollywood feiert sich gerne auch mal selbst: La-La-Land wurde deshalb "Sieger" weil Hollymünd Musicalfilme neu verfilmen wollte. Die Lalla-Akteure gaben auch die Vorlage: Aus anderen Filmen zusammngeklaubte Tanzszenen und nix mit Singen und Tanzen. Avatar war eine Standardschmonzette gewesen und die Titanic ein billig heruntergekurbeltes Heulsusenfilmchen das auch in 45 Minuten reingepaßt hätte. Schlimmer sind nur die Emmys denn da kaufen sich in dem Club der filmschaffenden Firmen nämliche gleich selbst die Trophäen wenn man für Dürftigproduktionen einen Kaufanreiz schaffen will.
Titanic war sicher kein filmisches Meisterwerk, aber wie kommen Sie auf die Idee, dass er ein "billig heruntergekurbeltes Heulsusenfilmchen" war? Sagen Sie doch mal, was aus Ihrer Sicht keine "Dürftigproduktion" und "Standardschmonzette" war.

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Das Grauen 25.02.2019, 17:09
18. Geht es nur um political correctness? Dann wäre ein Oscar nichts wert.

Denn das hieße dann, daß nicht die beste Leistung gewonnen hätte, sondern nur die politisch passendste! Wie unfair gegenüber den verdienten Gewinnern. Zu denen auch die Beteiligten an Green Book gehören. Ob es manchen in den politischen Kram passt oder nicht.

Nach langen Jahrzehnten von Ungleichbehandlung in der Fimindustrie haben Minoritäten jetzt seit kurzem bessere Chancen und talentierte Filmschaffende haben diese Chancen genutzt. Dies schlägt sich auch in den Oscars nieder. Aber die Forderung, jeder Oscar müsse jetzt nachgesellschaftspolitischen Erwägungen vergeben werden, ist lächerlich und würde nur zu neuer Diskriminierung führen. Die "Academy of Motion Picture Arts and Sciences" hatte schließlich gerade erst, in Reaktion auf frühere Kritik, eine Rekordzahl neuer Mitglieder aufgenommen und damit die Jury signifikant verjüngt. Diese jüngere und damit repräsentativere Gruppe von im Filmgeschäft Beschäftigten hat in demokratischer Art und Weise die Gewinner gewählt. Wer den Oscar für das Drehbuch von BlacKkKlansman lobt, handelt undemokratisch, wenn er/sie den Oscar für Green Book als "falsch" bezeichnet. Wahlen können eben auch zu Ergebnissen führen, die man persönlich nicht mag, das muß man respektieren!

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g.eliot 25.02.2019, 17:09
19. "Let's do the right thing!"

Spike Lee ist eine amerikanische Ikone. Er kann lustig und locker oder aber auch beißens und direkt sein. Eines sticht heraus: sein Bedürfnis aufzufallen. Das konnte man diesmal wunderbar beobachten.

So war Spike Lee der Einzige, der die Veranstaltung ganz direkt politisierte. Er mahnte das Publikum unmissverständlich, dass sie 2020 die richtige Wahl treffen sollten, mit den Worten:
"The 2020 presidential election is around the corner. Let's all mobilize. Let's all be in the right side of history. Make the moral choice between love versus hate! Lat's do the right thing!"

Tja, das war mutig, und aus der Sicht eines Trump Gegners natürlich das Richtige. Bin gespannt, ob und wie Trump dazu twittert. ;-)

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