Forum: Kultur
Oscars 2019: Die Nacht der harten Wahrheiten
AFP

Die Oscar-Show im Fernsehen war eine Sache. Eine ganz andere war, was sich hinter der Bühne abspielte. Hier ließen die Sieger ihren Gefühlen freien Lauf - und manche sprachen klare Worte. Unser Korrespondent war dabei.

Seite 3 von 3
Das Grauen 25.02.2019, 17:23
20. @xcver Genau! Spike Lee betreibt da leider Rosinenpickerei.

Zitat von xcver
Hat für mich ehrlich gesagt sogar vielleicht einen Oscar für sein Lebenswerk verdient, aber hier liegt er einfach falsch. Der Oscar für den besten Film wird nicht an sozialkritischsten oder Diversesten Film verliehen sondern sollte an den reinen filmischen Kriterien bewertet werden. Ich habe sowohl BlackKklansman als auch Green Book gesehen. Beide fand ich sehr gut, aber rein filmisch war für mich Green Book stärker. Ein Oscar für Do the Right Thing oder 25th Hour hätte ich da eher verstanden.
Sehr richtig. Bei allem Respekt für den verdienten Filmemacher, aber da hat er, menschlich nicht unverständlich, den Emotionen freien Lauf gegeben. Rational gesehen dagegen ist es untragbar, erst die neue Präsidentin zu loben, die für eine verjüngte Jury mit vielen neuen Mitgliedern gesorgt hat, dazu die meisten Ergebnisse der Wahl dieser Jury gutzuheißen, dann aber ein einzelnes Resultat als "falsche Entscheidung" zu schmähen. Das ist scheinheilige Rosinenpickerei! Ich hoffe, daß das auch Spike Lee klar wird, nachdem er die erste Enttäuschung überwunden hat.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mimas101 25.02.2019, 17:26
21.

Zitat von jjcamera
Titanic war sicher kein filmisches Meisterwerk, aber wie kommen Sie auf die Idee, dass er ein "billig heruntergekurbeltes Heulsusenfilmchen" war? Sagen Sie doch mal, was aus Ihrer Sicht keine "Dürftigproduktion" und "Standardschmonzette" war.
Avatar erinnerte mich in weiten Strecken an Coming Home - Sie kehren heim. Und da wars allemal besser als kalte CGI-Szenerien mit blauen Böppchen in einer austauschbaren Handlung die man schon x-mal anderswo gesehen hatte. Der Rest war einfache SF-Story mit dem bekannten Schnittmuster: 1/3 Liebe, 1/3 Hiebe und der Rest mimt dann der Dumme August oder ähnliches.
Standardschmonzette. Das geht so in Richtung Pilcher. Nachdem die Autorin dahin schied gibt es fürs ZDF jetzt 2 Optionen - entweder die verschonen einen von den Groschenromanen oder alle Jahre wieder wird mit Wiederholungen der Todestag der Autorin gefeiert. Ich tendiere zur letzten Annahme.
Bei den Emmys gibt es den Preis u.a. schon dann wenn der Beleuchter in einer Nachtszene die Studiobeleuchtung herunterschraubte und statt 8 nur noch 4 "Sonnen" im Film zu sehen sind. Oder neue teuer produzierte Serie? Dann sind reichlich dieser Emmys für diese Serie gewiß. Nicht nur einmal wurde mit solchen Preisen geworben, spätestens dann wenn sich herausstellte das ein Film bzw. eine Serie zu einem Flop zu werden drohte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
g.eliot 25.02.2019, 17:27
22.

Zitat von NewYork76
Da stimme ich Ihnen zu. Filmerisch war Green Book deutlich staerker. Ich kann allerdings nicht verstehen, dass Glen Close nicht den schon laengst verdienten Oscar gewonnen hat. Sie war fantastisch in "The Wife". Und warum bitte war das Snooze-Fest "Roma" in der Kategorie "Best Foreign Film" UND "Best Picture" nominiert?!? Da haette man sich doch bitte fuer eine Kategorie entscheiden muessen. Ansonsten eine relativ langweilige Show... leider.
Glenn Close hat den (längst verdienten) Oscar nicht gewonnen, weil eine andere Schauspielerin, die Britin Olivia Colman, eine bessere schauspielerische Leistung erbracht hat.
Hätte man Glenn Close nur aus jenem Grund den Oscar verliehen, hätte das stark nach Seilschaften gerochen.

Ich hatte vor ein paar Jahren aufgehört, die Oscar Veranstaltung zu sehen, weil es mich immer mehr an eine große Gala bzw. Musical-Show erinnerte. Mir waren die spektakulären Kulissen und das ganze Brimborium einfach zu viel des Guten, wobei die Filme und die Künstler wie eine Nebensache wirkten. Weniger Show und mehr Kunst, das gefällt mir.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
philosophus 25.02.2019, 17:43
23. Äpfel und Birnen...

Filme welche für Streaming Dienste (Netflix und Co.) gedreht werden, gehören zu einer anderen Kategorie und sollten getrennt prämiert werden. Regie führen für Kleinformat-konsumenten, wie etwa dem Fernseher, PC, Laptop, Smartphone und Tablet... ist NICHT dasselbe wie wenn der Film im Kinosaal projiziert wird.
Da herschen ganz andere Zeit-Raum Verhältnisse !...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Affenhauptmann 25.02.2019, 19:39
24. Peinlich

Es ist nur noch peinlich, wie beim Spiegel die eigene Ethnie herabgesetzt wird, weil es angeblich soo politisch korrekt ist. Das ganze artet hier langsam zu Rassismus gegenüber "Weissen" aus. Und zum Thema peinlich: selten eine peinliche Dankesrede als die von Spike - ich bocke so lange, bis ich einen weiteren Oscar bekomme - Lee gesehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
polza_mancini 25.02.2019, 20:35
25. Oh Mann

Ist denn dann auch mal gut? Es haben jetzt sicher alle bemerkt, dass der Geschmack der Spiegelredaktion nicht getroffen wurde. Und wenn es selbstreferentiell nicht reicht ( Verweis auf den hauseigenen Borcholte, der für seine Jammer-Kritik auch Foren-Feuer kriegt), dann wird noch der Kinder-Spiegel aka Bento beauftragt, mit einzusteigen: „die wütendsten Twitter-Beiträge zu Green Book“, mit - wow - dreistelligen Zustimmungen...nur noch peinlich...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
antimaterie 26.02.2019, 08:59
26. Bad love

Jeder Markt basiert auf Identifikation. Und es ist doch normal, dass man sich nur dann mit fremden Ethnien identifizieren kann und will, wenn jene über alle Maßen hochstehend sind. Eine Identifikation nach unten ist Charity Imperialismus. Also bad love.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Aberlour A ' Bunadh 26.02.2019, 20:53
27. die falsche Gesellschaftskritik

Zitat von Niteftef
Green Book nie als Film kritisiert? Er hat keinen social justice Preis gewonnen, sondern den für den besten Film, warum wird das jetzt kritisiert, weil er die falsche Gesellschaftskritik enthält oder nicht genug oder was weiß ich? Kann Mal jemand schreiben, warum ein anderer Film als Film besser war? Das sollte doch das Kriterium sein!
Warum hat "Shape of Water" den Oscar als "bester Film" gewonnen und nicht Steven Spielbergs "The Post" oder "Darkest Hour" von Joe Wright? Weil er ein besserer Film ist? Nein, weil er eine herzerweichende Liebesgeschichte über ein stummes Mauerblümchen zu einem seltsamen amphibischen Wesen vom Amazonas erzählt, auf dessen Spur natürlich so ein richtig fieser Bösewicht ist, der dem Ganzen sofort ein Ende bereiten würde. Der Film hat die richtige Message (Toleranz gegenüber anderen Rassen, Hautfarben, Religionen (die vorgebliche Gottheit vom Amazonas darf sogar Katzen verspeisen, ohne das man ihr das Übel nimmt) und natürlich unkonventionellen Liebesbeziehungen. Und als zum Schluss das Böse zu triumphieren scheint, gibt es natürlich ein tränenreiches Happy End. Der Film hat alle Zutaten, die man braucht, um die Leute tief gerührt aus dem Kino gehen zu lassen. Das ist der Stoff, aus dem "Beste Filme" bei der Oscar-Verleihung gemacht werden. Und im Grunde ist es mit "Green Book" nicht anders. Die Message stimmt und der Wohlfühlcharakter auch. Ein Feel-Good-Film für ein weißes Publikum. Das haben die Macher von Green Book gut erkannt. Daher haben sie das wahre Leben von Dr. Donald W. Shirley auch nicht tiefgründig(er) ausloten wollen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 3 von 3