Forum: Kultur
Oscars und Filmrummel: Die Fassade steht - noch
REUTERS

Nach dieser politischen Oscar-Nacht könnte man meinen: Die Academy Awards sind endlich auf der Höhe der Zeit. Sind sie aber nicht. Dem System Hollywood stehen schmerzhafte Veränderungen bevor.

Seite 1 von 3
dosmundos 29.02.2016, 15:12
1.

Klar hätte ein Film wie Chi-Raq nominiert gehört. Aber für ein "We need opportunities" wären auch konkrete Beispiele notwendig, wie dies erreicht werden kann.

Diese Gelegenheiten verschafft ja nicht die Academy. Letztlich spiegeln die nominierten Filme US-amerikanische Realität. Filme über Trapper im 19. Jahrhundert, die Redaktion des Boston Globe, Trader an der Wall Street oder den "ersten Transsexuellen", alle mehr oder weniger basierend auf realen Personen - wo hätte da eine Filmrolle an einen farbigen Schauspieler vergeben werden können?

Man hätte einen Schwarzen auf den Mars schicken können statt Matt Damon, okay. Doch wenn ein Gegenargument sein sollte, dass Matt Damon im Gegensatz zu einem Farbigen eher die hohe Zuschauerzahl garantiert, die ein solcher Film benötigt, sind wir so weit wie vorher.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Vex 29.02.2016, 15:14
2.

"Die von Rock interviewten Leute - alle schwarz - mussten bei einem Oscar-nominierten Film nach dem anderen passen. "Spotlight"? Nein, nicht gesehen. "Bridge of Spies"? Noch nicht mal was davon gehört. Aber "Straight Outta Compton" - den hatten alle Befragten gesehen."

Das empfand ich ehrlich gesagt gestern als Schuss der nach hinten losging.
Es hat gelinde gesagt eher die schwarzen Kinogänger enttarn als Hollywood.
Filme wie Spotlight und The Big Short sollte auch jeder Schwarze gesehen haben. Gerade diese beiden Filme haben Bedeutung frei von Hautfarbe. Creed und Straight out of Compton hingegen waren zwar gut aber eben Bedeutungslos. Vor allem der NWA Film weil er eben nicht DrDre Gewalt gegen Frauen thematisiert sondern totschweigt. Macht den Film zwar nicht schlechter aber nimmt ihm Bedeutung und macht ihn eben zu fiktiver Unterhaltung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Jan Wein 29.02.2016, 15:29
3.

Der Anteil der Afroamerikanischen Bevölkerung liegt in den USA bei etwa 13%.
Betrachtet man die Verleihungen Best Actor/Actress
und supporting Actor/Actress von 1995-2015, sieht man das 12.5% der Nominierten afroamerikanischen Hintergrund hatten.
Bei den Gewinnern bei best Actor waren es 15%.

Ich sehe bei diesen Zahlen keine Unterrepräsentation von Leuten mit afroamerikanischem Hintergrund.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
miss_moffett 29.02.2016, 15:35
4.

Umwälzungen?
Ach was, Will Smith und Spike Lee werden nächstes Jahr für egal was nominiert und schon herrscht wieder Friede.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
erkrath 29.02.2016, 15:48
5. Doppelmoral

Im Spon-Artikel "Damenmode bei den Oscars" kann man das schönste Outfit wählen - von den 25 zur Wahl stehenden Damen ist eine (!) farbig. Das sagt doch viel darüber aus, auf welcher "Höhe der Zeit" man hier tatsächlich ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
twistie-at 29.02.2016, 15:52
6. Mehr Schwarze unter den Nominierten

In der Serie "Good Wife" sagte Alicia Florrick (die Serienhauptfigur) kürzlich erst "nein, es soll nicht nach Vetternwirtschaft gehen" und sah auch ein "wir wollen aber Schwarze" als Vetternwirtschaft. Ich sehe genauso das "mehr Schwarze unter den Nominierten" gespalten - es gibt sicherlich viele dunkelhäutige oder wie auch immer häutige Menschen, die Preise für ihre Darbietung verdient hätten,, aber automatisch dadurch, dass sie dunkel... häutig sind?

Ich habe z.B. "Straight outta compton" angesehen und muss zugeben, dass ich zwar den Soundtrack sehr gut finde, aber ich die eigentliche schauspielerische Leistung der Schauspieler nicht wirklich überzeugend fand, auch weil der Film mir eher sehr klischeelastig rüberkam - dunkelhäutige Schauspieler, die mit Waffen herumfuchteln, f*** dich und ähnliches von sich geben sind aber nicht automatisch deshalb auch gute Schauspieler. Dass dunkelhäutiges Publikum sich eher Filme mit dunkelhäutigen ansieht und hellhäutiges eher mit hellhäutigen, finde ich für beide Seiten entblößend. "Compton" ist ein imho recht guter Musikfilm, reicht aber z.B. an 8 Mile nicht heran und lässt vieles außen vor und reiht Klischee an Klischee.
Das mag ja alles so gewesen sein, aber es wirkt eben klischeehaft und die Schauspieler wirken nicht wirklich ambitioniert sondern wie die üblichen "hey, yo, motherf... verpiss dich..."Ableser.
Warum sollte dieser Film also nur deshalb weil er ein dunkelhäutiges Ensemble hat, nominiert werden? Tatsächlich fand ich die hellhäutigeren Darsteller überzeugender, allen voran Paul Giamatti, weitaus besser.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Kosmopolit08 29.02.2016, 15:54
7.

Zitat von dosmundos
Doch wenn ein Gegenargument sein sollte, dass Matt Damon im Gegensatz zu einem Farbigen eher die hohe Zuschauerzahl garantiert, die ein solcher Film benötigt, sind wir so weit wie vorher.
Sie meinen also Independence Day, Man on Fire oder Training Day wären erfolgreicher mit Matt Damon in der Hauptrolle gewesen? Was für ein Quatsch. Man kann sich darüber streiten ob Will Smith für seine Rolle in Concussion den Oscar verdient hätte, aber dass sich Filme mit nichtweißen Hauptdarsteller schlecht verkaufen ist schon weit weg von der Realität. Die Oscar Vergabe ist aber auch prinzipiell fraglich. Das zeigt sich schon daran das Leute wie Martin Scorsese, Denzel Washington oder zuletzt Leonardo di Caprio zwar irgendwann zwingend den Preis erhalten, aber nicht für den Film oder die Rolle für den / die sie sie verdient hätten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Andreas Rolfes 29.02.2016, 15:56
8. Unnütze Diskussion

>>>Chris Rock bei den Oscars 2016: "Klar, verdammt, ist Hollywood rassistisch!"

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schlamassel_hoch_12 29.02.2016, 16:01
9. Und damit nicht genug

Skandalöserweise hat das weisse Hollywood auch noch die Verleihung der "Goldenen Himbeere" weitestgehend an sich gerissen und untereinander ausgemacht. Soweit ich das überblicke, war das schwarze Amerika nur durch Michael B. Jordan vertreten und nicht mal alleine: Kategorie "schlechtestes Leinwandpaar" zusammen mit 3 Weissen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 3