Forum: Kultur
Oscarverleihung 2010 - Hat die Academy richtig entschieden?

Christoph Waltz hat einen, Sandra Bullock auch und gleich in sechs Kategorien gewann das Irakkriegsdrama "The Hurt Locker". "Avatar" ging dagegen in den wichtigen Kategorien leer aus. Die Oscars 2010 sind verliehen, sind die Entscheidungen der Academy richtig?

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averell 08.03.2010, 13:53
70. der autor hat den joke nicht verstanden...

"Martin knöpft sich Waltz denn auch sofort vor. "Ein Nazi, der wie besessen nach Juden sucht", beschreibt er dessen Tour-de-Force-Rolle in "Inglourious Basterds". Dann breitet er einladend die Arme in Richtung Waltz aus: "Well, Christoph ..." Als wolle er ihn herausfordern: "Fang mich doch!""

was er damit sagen wollte: "hier hast du einen ganzen saal voll.."

lost in translation sag ich dazu nur

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kradist 08.03.2010, 14:04
71. Waltz Rolle

Glückwunsch an Christoph Waltz, es war eine Freude ihn spielen zu sehen in IB. Er hat den Oscar verdient. Wenn er im Film erscheint, verblassen andere (Pitt).

Ich empfehle allen die Filme, die sie kommentieren, zunächst anzusehen. Wer nur anhand von Hörensagen argumentiert, sollte seine Ansichten vielleicht generell überdenken.

IB ist ein Film von Quentin Tarrantino. Wer seine Filme kennt, weiß was diese ausmacht.
Der Film startet übrigens mit dem Worten "... once upon a time... "
Eine Geschichte also, eine alternative Realität, dennoch eine mögliche.
Christoph Waltz spielt in IB nicht den eindimensionalen Nazi, wie er leider oft dargestellt wurde. Er ist kein Überzeugter, sondern trägt eben nur zufällig diese Uniform.
Der "Agent" Landa, der "einfach tut was er gut kann".
Er ist Opportunist und Psychopath. Ein Monster, wie es sie zu jeder Zeit gibt. Je nach "System" werden solche Typen ans Tageslicht gespült, oder eben nicht.

Ein Seitenhieb gegen Regierungen oder Systeme, die solchen Menschen die Macht geben andere zu verfolgen oder zu foltern, was durchaus aktuell ist. Im Gegensatz zu vielen, die "nur ihren Dienst" gemacht haben, oder im NS-Staat hoch kamen und blieben, bekommt er am Ende, was er verdient.

Einer der besten Filme 2009.

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perpendicle 08.03.2010, 14:06
72.

Zitat von Natur-Talent
Na wenn man schon über einen Film urteilen möchte, ohne ihn gesehen zu haben, sollte man zumindest einen gescheiten Review lesen. Wie diesen z.B.:
ich habe ja nur geraten und andere User bestätigten meine Annahme.
we es in ihrem gescheiten Review heisst:

Es gibt keine Antikriegsfilme. Es gibt nur schlechte Filme über den Krieg. Und ein paar gute.

Ich bin kein großer Fan vom Kriegsfilmen:das Thema gibt selten etwas wertvolles her.
Ich habe "redacted" gesehen und auch "battle for Hadhita", kenne aber auch z B Black Hawk down. das sind so art Semidokumentarfilme mit denen man- nicht anders als das die Nazis taten- versucht, diese speziellen Erfahrungen das US Trauma mit diesem selbst angezettelten Krieg zu verarbeiten. Es werden sicher noch weitere folgen.
Vielleicht sollte man de Oskar wenn, dann eher den US- marines verleihen?

werde mir den Film aber sicher ansehen. Er hat sicher- aus der Sicht einer Frau -andere Qualitäten .Ob er, wie das Meisterwerk des Genres: "Apocalypse now- redux" rein intellektuell auch die Hintergründe aufzeigt, werde ich erst ansehen müssen. Der war ein afront für das amerikanische selbstverständnis, aber gerade deswgen patriotisch genug um nominiert zu werden

1979:
Oskar für die Beste Kamera (für Vittorio Storaro)
Oskar: Bester Ton (für Walter Murch, Mark Berger, Richard Beggs, Nat Boxer).

wieso aber noch hinterfragen? Auch wir sind da ja alle nun mit von der Partie und so spricht er auch uns Deutsche verstärkt an.
In L.A gab es nun (und das ist das eigentliche markante- 2010 aber offensichtlich die meisten oskars für Kriegsfilme ever since....

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BeckerC1972 08.03.2010, 14:06
73.

Jeff hat endlich einen Oscar! Der Rest interessiert mich nicht.

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bernie_witzbold 08.03.2010, 14:11
74. Jetzt mal im Ernst ...

Zitat von freiheitodertod
Ja klar. Eine solche amerikanisierung Deutschlands wünschen sich offenbar viele. Geistloser Jubel und vorbehaltlose Gratulationen ohne jedes kritische Hinterfragen. Das ist das neue Merkel Deutshcland. Nach dem gleichen Motto wollte sie ja schon Bush wegen dem Irak Krieg in den Arsch kriechen.
Ich bin keineswegs der Meinung, dass "Inglorious Basterds" ein guter Film ist. Und ich habe weder Frau Merkel gewählt noch unterstüze ich den Krieg im Irak oder sonstwo. Und um Missverständnissen vorzubeugen: Ich kann auch George W. Bush nicht ausstehen ...

Ich wüsste aber auch nicht, was das mit der Oscar-Verleihung zu tun haben sollte. Aber wenn dies ein Forum über japanische Blumensteckkunst wäre, würde früher oder später auch jemand beklagen, dass man hierzulande "Bush in den Arsch kriecht ... " - Typisch deutsch eben ...

Christoph Waltz hat einen Nazi gespielt, wie zumindest ich ihn zuvor nicht gesehen habe, eloquent, gebildet und von ganz doppelbödiger Brutalität. Im Vergleich zu ihm wirken die amerikanischen Hauptdarsteller wie dumpfe Schlagetods, und das ist der Unterschied zu den bisherigen Nazi-Darstellungen in amerikanischen Filmen und hat nichts mehr mit den "Aufgesessen, Schweinehunds!" schreienden Nazi-Offizieren der Vergangenheit zu tun.

Wie Christoph Waltz das herüberbrignt, wie er vier Sprachen akzentfrei spricht und seine Gegner elegant auflaufen lässt, das ist in meinen Augen hervorragend. Und auch wenn man den Film nicht mag, sollte man ihn deshalb zu seinem persönlichen Erfolg beglückwünschen.

Aber das geht anscheinend nicht. Dazu ist die Sache zu ernst ...

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Micirio 08.03.2010, 14:16
75.

Die Erwartungen wurden erfüllt: Die Auszeichnungen für Sandra Bullock und Jeff Brideges waren ebenso zu erwarten wie der Oscar für den genialen Christoph Walz. Auch wenn mal wieder die Verkörperung eines "typischen Deutschen" aus amerikanischer Sicht geehrt wurde, so ist seine Leistung eine der besten des letzten Jahres gewesen.
Auch die "Technikoscars" für "Avatar" waren von vorne herein klar. Doch das die Hauptoscars nicht an Camerons Werk gingen hat mich überaus gefreut. Avatar ist ein Meilenstein der Filmgeschichte keine Frage. Dies lag allerdings nicht an der Story und erst recht nicht an den Schauspielern: Nur die Technik zeichnete den Film aus. Der große Finanzielle Erfolg lässt sich im Übrigen mit den erhöhten Eintrittspreisen für die 3D-Vorstellung erklären. Bei einem Aufschlag bis zu 5 Euro pro Vorstellung (und damit teilweise doppelt so teuer wie eine normale Eintrittskarte) war der Platz an der Spitze der finanziell erfolgreichsten Filme aller Zeiten vorprogrammiert! Oscarauszeichnungen außerhalb der Tewchnikkategorien wären nicht verdient!
"The Hurtlocker - Tödliches Kommando" ist der wahre und verdiente Sieger der Oscarverleihung. Selten saß ich so angespannt in meinem Kinosessel. Und noch seltener sah ich einen amerikanischen "Kriegsfilm" ohne auch nur einen Hauch von amerikanischen Patriotismus zu spüren. Dazu noch die sehr authentische und schonunglose Darstellung des Krieges ohne erhobenen Zeigefinger und schon hat man einen meiner "All-Time-Favourite" Filme erschaffen. Absolut sehenswert!

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WasserTrinker 08.03.2010, 14:17
76.

Zitat von Fackus
Oscar - Preisübergabe ... da wir gerade von übergeben reden: Momentan (mindestens) 10! Beiträge auf der Hauptseite wegen einer dümmlichen Kommerz - PR - Deppenveranstaltung ! Wenn sich die Seite damit finanziert - ok - aber dann bitte wenigstens als Silikonreklame kennzeichnen.
Meine Güte, wo ist denn das Problem? Da findet einmal im Jahr eine durchaus weltweit interessierende Veranstaltung statt, die nichts mit H4, Steuersündern, Finanzspekulanten, Katastrophen oder Krieg zu tun hat. Man redet einen, maximal zwei Tage darüber und dann kann man sich wieder über die Westerwelles dieser Republik mokieren. Pausen sind manchmal ganz angenehm.

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Monark 08.03.2010, 14:19
77.

Zitat von perpendicle
ich habe ja nur geraten und andere User bestätigten meine Annahme.
Tun sie nicht. Wenn ich mir die Kommentare hier so durchlese, dann scheint "The Hurt Locker" kein übertrieben patriotischer Film zu sein. (Ich habe ihn auch noch nicht gesehen, werde dies aber nachholen und mir erst dann ein Urteil bilden.)

Zitat von perpendicle
wieso aber noch hinterfragen? Auch wir sind da ja alle nun mit von der Partie und so spricht er auch uns Deutsche verstärkt an.
Echt? Wir stehen "alle nun" im Irak? Da muss ich was verpasst haben.

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Rockker 08.03.2010, 14:26
78.

Zitat von averell
"Martin knöpft sich Waltz denn auch sofort vor. "Ein Nazi, der wie besessen nach Juden sucht", beschreibt er dessen Tour-de-Force-Rolle in "Inglourious Basterds". Dann breitet er einladend die Arme in Richtung Waltz aus: "Well, Christoph ..." Als wolle er ihn herausfordern: "Fang mich doch!"" was er damit sagen wollte: "hier hast du einen ganzen saal voll.." lost in translation sag ich dazu nur
Das stimmt. Das habe ich auch so verstanden, obwohl ich kein so großer Englisch-Experte bin.
Steve Martin hat nicht sich und nicht Alec Baldwin gemeint. Beide sind keine Juden.
Aber, der Joke von SM, zeigt wie unverkrampft und locker man in Hollywood damit umgeht.

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Rockker 08.03.2010, 14:29
79.

Wow! soviel Verschörungstheorethiker und Nörgler...Ich weiß nicht ob die Leute überhaupt eine Ahnung vom Oscar und von Hollywood haben?

Wenn Anthony Hopkins (hat für "das Schweigen der Lämmer" gewonnen), Deutscher wäre, hätten die Nörgler gleich gesagt; ach kuck mal, der Deutsche taugt nur als der verrückte Kannibale.
Unter den Nominierten für den besten Nebendarsteller gestern Abend, gab es eine noch sozusagen schlimmere Rolle, als die von Waltz.
Stanley Tucci hat einen widerlichen Kinderschänder und Kindermörder gespielt.

Der Oscar war schon immer so, daß man den Spagat zwischen Kunst und Kommerz schaffen mußte. Also, würde man nur die künstlich wertvollen Filme und deren Akteure auszeichnen, gäbe es zuwenig Rummel, zuwenig Interesse, zu wenig Werbung, und das alles braucht Hollywood.
Oder würde man nur kommerziell erfolgreiche Filme auszeichnen, hätten dann der Arnie und der Sly je fünf, sechs Stück gewonnen.- aber damit würde sich der Preis lächerlich machen.

Es gewannen also mal große, kommerziell erfolgreiche Filme; wie "Zehn Gebote", "Gladiator", ..."Titanic",...oder auch "Herr der Ringe".. und auf der anderen Seite immer wieder auch, die mehr anspruchsvollen Streifen die alle keine große Blockbuster waren, bzw. sind als solche gar nicht gedacht worden. Also so Filme, wie "Million Dollar Baby", "Crash",..usw...
So war es auch bei den Schauspielern. Mal sind die großen Stars und große Namen gewesen, mal sind es Charakterdarsteller gewesen, dem großen Publikum nicht so bekannt. So Leute wie Kathy Bates oder Geoffrey Rush..Oder kennt jemand Art Carney? Der in den Siebzigern, als schon älterer Herr, den Oscar für die beste Hauptrolle gewonnen hat.
Ein Oscar muß für einen Schauspieler kein Sprungbrett sein. Einige die ihn gewonnen haben, die davor keine Stars waren, wurden danach auch keine. Einige andere, die große Stars sind und nie gewonnen haben, sind trotzdem große Stars geblieben (unter anderem; Kirk Douglas, Carry Grant). Oder heute, zum Beispiel; ein Tom Cruise, oder ein Will Smith brauchen wirklich keinen Oscar...außer für die eigene Eitelkeit. Große, beliebte Stars, die das Riesengeld scheffeln, bleiben sie weiterhin auch ohne Oscar.

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