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"Palast der Republik"-Performance: DDR-Ufo im Berliner Westen gelandet
Berliner Festspiele/ Immersion/ Eike Walkenhorst

Das stolzeste Symbol der DDR ist wieder da: Das Haus der Berliner Festspiele hat sich zum "Palast der Republik" umdekoriert und präsentiert drei Tage lang Diskurse und Performances über verpasste historische Chancen.

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bauklotzstauner 09.03.2019, 17:02
1.

Es hätte nicht erst die Wikipedia gebraucht, um den Autor Wolfgang Höbel als Westdeutschen zu enttarnen.
Nicht nur der zynisch-spöttische Tonfall über den "Palast der Republik" läßt ihn auffliegen. Es ist vor allem seine Beschreibung des "Ährenkranzes". Denn tatsächlich - und als guter Journalist, noch dazu, wenn man die Zeit mit Jahrgang 1962 sogar live erlebt hat - hätte man wissen können, ja MÜSSEN, daß dieses seltsame Gebilde an der Palast-Baracke eine exakte (!!!) Nachbildung jenes Fragmentes ist, das nach der Entfernung des DDR-Wappens 1990 an der Fassade des Original-Palastes verblieben war:

http://www.maz-online.de/var/storage/images/maz/nachrichten/kultur/palast-der-republik-entsteht-neu/715133850-1-ger-DE/Palast-der-Republik-ersteht-neu-im-Westen_big_teaser_article.jpg

Daß er allerdings sofort eine Assoziation zur "Dornenkrone" des Jesus von Nazareth hat, ist wiederum bezeichnend - er ist eben ein Bayer, tief in der katholischen Sozialisation gefangen. Allerdings für die DDR und deren Befindlichkeiten vollig unempfindlich. Es zeigt sich wieder mal das Grundproblem der Wiederverinigung: Die Westdeutschen haben sich NIE mit der DDR beschäftigt. Nicht mal rudimentär. Aber leben im Vollbesitz des Glaubens, den "Ehemaligen" (auch so ein West-Narrativ) vorhalten zu können, wie sie damals gelebt wurden...

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stelzerdd 09.03.2019, 17:21
2. verpaßte Chancen?'

Da frage ich mich: welche denn? Die einmalige Chance der deutschen Wiedervereinigung wurde genutzt.
Und nebenher auch die Chance, Erich's Lampenladen - ein Symbol der deutschen Teilung - an einem der wichtigsten Berliner Orte loszuwerden.

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apfelmännchen 09.03.2019, 17:45
3.

Nicht aufregen,

Erichs Lampenladen ist doch in Hamburg an der Elbe längst viel protz- und prunksüchtiger denn je wieder aufgebaut worden. Na gut, das Dach ein bisschen eingesackt und wellig geworden, dafür hats auch nur 900 Mio gekostet.

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Das Pferd 09.03.2019, 17:50
4.

Zitat von bauklotzstauner
Es hätte nicht erst die Wikipedia gebraucht, um den Autor Wolfgang Höbel als Westdeutschen zu enttarnen. Nicht nur der zynisch-spöttische Tonfall über den "Palast der Republik" läßt ihn auffliegen. Es ist vor allem seine Beschreibung des "Ährenkranzes". Denn tatsächlich - und als guter Journalist, noch dazu, wenn man die Zeit mit Jahrgang 1962 sogar live erlebt hat - hätte man wissen können, ja MÜSSEN, daß dieses seltsame Gebilde an der Palast-Baracke eine exakte (!!!) Nachbildung jenes Fragmentes ist, das nach der Entfernung des DDR-Wappens 1990 an der Fassade des Original-Palastes verblieben war: http://www.maz-online.de/var/storage/images/maz/nachrichten/kultur/palast-der-republik-entsteht-neu/715133850-1-ger-DE/Palast-der-Republik-ersteht-neu-im-Westen_big_teaser_article.jpg Daß er allerdings sofort eine Assoziation zur "Dornenkrone" des Jesus von Nazareth hat, ist wiederum bezeichnend - er ist eben ein Bayer, tief in der katholischen Sozialisation gefangen. Allerdings für die DDR und deren Befindlichkeiten vollig unempfindlich. Es zeigt sich wieder mal das Grundproblem der Wiederverinigung: Die Westdeutschen haben sich NIE mit der DDR beschäftigt. Nicht mal rudimentär. Aber leben im Vollbesitz des Glaubens, den "Ehemaligen" (auch so ein West-Narrativ) vorhalten zu können, wie sie damals gelebt wurden...
allerdings lese ich au Ihrem Text auch heraus, wo Sie sozialisiert sind.
Merken Sie, wie absurd das ist, das jemanden vorzuwerfen?

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im_ernst_56 09.03.2019, 18:22
5.

Das hört sich für mich nach einer Art Nostalgie-Veranstaltung an. Bevor man der verpasste Chance eines "Dritten Weges", zu dem die große Mehrheit der DDR-Bürger kein Vertrauen hatte, künstlerisch nachtrauert, müsste man mal vertieft über die Gründe für das ökonomische Scheitern des real existierenden Sozialismus - nicht nur in der DDR - nachdenken. Das ist aber wohl nicht beabsichtigt.

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baghira1 09.03.2019, 18:25
6.

Für Erichs Lampenladen,der multifunktionell gewesen ist, ist jetzt ein auf alt getrimmter Bau gekommen, der eine Ausstellung beeinhalten soll, die Völkerkunde darstellen soll. Diese Austellung hätte auch im Palast der Republik ausgestellt werden können.
Das jetzt der Palast als Miniatur zurückkommt, ist schon O K.

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w.ulbricht 09.03.2019, 18:42
7.

Es war dumm und gegen den Willen den Palast d. Republik abzureißen.Aber mann will jede aber auch jede Erinnerung an die DDR tilgen.
Und die Sprengung des Stadtschlosses kann ich im nachhinein auch nur begrüßen. Es war zerszört und aus.
Aber den Betonklotz mit Namen Schloss im Zentum von Berlin zu errichten ist nun die dümmste aller Ideen gewesen. Kostet einen Haufen Geld und für wen? Den Berliner geht das DING nähmlich am Hintern vorbei.
Neue U-Bahnlinien oder Soziale Wohnungen das wäre besser gewesen.

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three-horses 09.03.2019, 18:46
8. Palast-Baracke ist gut.

Zitat von bauklotzstauner
Es hätte nicht erst die Wikipedia gebraucht, um den Autor Wolfgang Höbel als Westdeutschen zu enttarnen. Nicht nur der zynisch-spöttische Tonfall über den "Palast der Republik" läßt ihn auffliegen. Es ist vor allem seine Beschreibung des "Ährenkranzes". Denn tatsächlich - und als guter Journalist, noch dazu, wenn man die Zeit mit Jahrgang 1962 sogar live erlebt hat - hätte man wissen können, ja MÜSSEN, daß dieses seltsame Gebilde an der Palast-Baracke eine exakte (!!!) Nachbildung jenes Fragmentes ist, das nach der Entfernung des DDR-Wappens 1990 an der Fassade des Original-Palastes verblieben war: http://www.maz-online.de/var/storage/images/maz/nachrichten/kultur/palast-der-republik-entsteht-neu/715133850-1-ger-DE/Palast-der-Republik-ersteht-neu-im-Westen_big_teaser_article.jpg Daß er allerdings sofort eine Assoziation zur "Dornenkrone" des Jesus von Nazareth hat, ist wiederum bezeichnend - er ist eben ein Bayer, tief in der katholischen Sozialisation gefangen. Allerdings für die DDR und deren Befindlichkeiten vollig unempfindlich. Es zeigt sich wieder mal das Grundproblem der Wiederverinigung: Die Westdeutschen haben sich NIE mit der DDR beschäftigt. Nicht mal rudimentär. Aber leben im Vollbesitz des Glaubens, den "Ehemaligen" (auch so ein West-Narrativ) vorhalten zu können, wie sie damals gelebt wurden...
Man kann es deuten wie man will, ein Schrott Haltekranz mit einem Haufen von DDR Schutt und Asche. Eigentlich keine Gedanke Wert.

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Spiegelkritikus 09.03.2019, 18:47
9. Nicht intendierte Symbolträchtigkeit

Welch symbolträchtige Aktion, wo doch dieses Land unter Merkel immer mehr zu einer DDR 2.0 transformiert wird. Die Mauer fehlt noch, nachdem aber immer mehr und überwiegend hoch qualifizierte Deutsche auswandern, könnte auch sie wiederkommen.
Erich wäre auch heute schon stolz auf seine einstige Fachkraft für Agitation und Propaganda.

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