Forum: Kultur
Pegida-Parolen: Die Schwelle ins Reich der Verblödung ist längst überschritten

Warum ist Deutschland eigentlich so laut geworden? Schreien wirkt sich auf unsere Hirne doch so sagenhaft ungut aus! Womit wir bei Akif Pirinçci wären.

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Feldlaus 24.10.2015, 15:43
180. Zum Thema

....ist zu sagen, dass Pegida nur der Kanal ist, über den sich die Wut der Bevölkerung entleert.
Würde es einen legimitierten Kanal (sagen wir - in Form einer wohl-wollend etablierten Partei - geben, über das sich das Volk mit seiner Meinung entleeren könnte, würden Sie vermutlich nicht ganz so abwertend darüber berichten, stimmts ;-)

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cobaea 24.10.2015, 15:44
181. andere Teilnehmergruppe

Zitat von platzanweiser
...Der gesunde Menschenverstand sagt uns doch: würde es wirklich allen so richtig gut gehen - es würde sich niemand finden, der am Sonntag die Zeit auf einer Demo von Schwachköpfen totschlagen würde!
Bei den Demos scheinen mir aber weniger die zu sein, denen es wirklich nicht gut geht, als jene, denen es eigentlich ganz ordentlich geht, die aber Angst vor einem sozialen Abstieg haben. Könnte man mit den Leuten reden - was sie ja konsequent verweigern - wüsste man vielleicht auch, ob diese Angst berechtigt ist oder nur ein diffuses Gefühl. Vor allem aber können weder die jetzt erst eintreffenden Flüchtlinge, noch die bereits anwesenden Ausländer etwas für die soziale Verunsicherung. Die sind davon genauso betroffen, wie alle anderen. Wenn schon, müssten die Demonstranten gegen jene demonstrieren, die von niederen Löhnen und möglichst wenig Schutz der Arbeitnehmer profitieren. Und das ist mit Sicherheit nicht die Gruppe, gegen die Pegida lautstark auftritt.

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max-holzdorf 24.10.2015, 15:50
182.

Zitat von sefopo
Wegen der Flüchtlinge wird bei uns wohl kaum die Scharia eingeführt. Wo ist also der Zusammenhang?
http://www.welt.de/politik/deutschland/article13845521/Scharia-haelt-Einzug-in-deutsche-Gerichtssaele.html Dumm, Dümmer, Deutschland.

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jan.suckow 24.10.2015, 15:52
183. Lächeln ist schöner

"Der Patriotismus des Deutschen hingegen besteht darin, dass sein Herz enger wird, dass es sich zusammenzieht wie Leder in der Kälte, dass er das Fremdländische hasst, dass er nicht mehr Weltbürger, nicht mehr Europäer, sondern nur ein enger Deutscher sein will..."(Heine)
Viele Europäischen Patrioten können sicher lesen und schreiben. Demzufolge müssten sie in der Lage sein, sich mal ganz in Ruhe die Begriffe ihres Mottos: Patriotismus, Abendland, Islam sowie Europa - anzueignen.
Da wäre schon mal viel zu tun. Dann könnten sie sich vielleicht einmal die Charta der Menschenrechte anschauen oder auch die geographischen Kenntnisse erweitern. Dann wäre nicht so viel Zeit für Bastelarbeiten.
Und die Menschen, die schon denken können, sollten aber eindeutig den Unterschied zwischen Meinungsfreiheit und Hetze kennen.
Ein gewaltigen Unterschied gibt es auch zwischen Bücher verbrennen und dem Nichtverlegen von Büchern. Hier sollten gerade die Deutschen genau sein.
Liebe Frau Berg, nein, die "Leisen" verstummen bestimmt nicht. Sieht man doch an Ihrem schönen Beispiel.

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candidesgarten 24.10.2015, 16:00
184. Wäre ich ein Rechter, würde ich SPON dankbar sein

Bei den echten Rechten knallen nun vermutlich die Korken. Der Rechtsruck (besser: die Rechtsverschiebung durch ganz viele kleine Rechtsrucke) kommt so sicher wie das Amen in der Kirche.

Heute genießen die Linksliberalen eine Diskurshoheit, die sie zur Abschaffung des Diskurses nutzen. Durch die implizite Unterstellung, alle Gegner dieser (!) Form der Einwanderung seien Pegidisten oder hätten den Gral der wahrhaft guten Gesinnung noch nicht gefunden, woran etwas Aufklärung und moralischer Appell aber etwas ändern könne.

Wir sind aber bereits aufgeklärt, wir lehnen Flüchtlinge und Armutsmigranten nicht per se ab, wir sehen nur, dass Deutschland sich hoffnungslos überfordert. Und wir wissen, dass mit Zeitverzögerung ein Umschwung kommen wird. Wenn die Kosten der Einwanderung offenbar werden, wenn klar ist, dass die Integrationsfähigkeit der Wirtschaft gar nicht so groß ist, wenn die Konjunktur schwächelt, die Steuern steigen, wenn ein Teil der unbeschäftigen jungen Männer in Kriminalität oder gar Radikalismus abgleiten ( Es müssen gar nicht mal so viele sein), wenn eine dreizehnjärige Schülerin eines sauerländischen Dorfes gruppenvergewaltigt wird, und das dann erst totgeschwiegen, dann aber fälschlich als repräsentativ genommen wird, wenn Abschiebungen angekündigt aber nicht durchgeführt werden (Wie will man hunderttausende abschieben, ohne den militärischen Notstand auszurufen?), dann kommt der Rechtsruck.

Irgendwann werde ich aufwachen, und in einem rechten Land leben.

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Hilfskraft 24.10.2015, 16:00
185. welche Wirkung will man erzielen ... ?

... mit Statements dieser Art?

Dass die hirnlosen Brüllaffen verschämt erkennen; ..."oh, ich bin scheinbar einer dieser hirnlosen Brüllaffe. Ich will aber kein hirnloser Brüllaffe sein. Also, bin ich jetzt ganz lieb und passe meine Meinung der allgemeinen an"?

Erwartet man diese Reaktion in der Redaktion?

So tickt der Mensch leider nicht.
Durch Schulhof-Gemobbe und Gestänker lässt der sich nicht von seinem Sinnen und Trachten abbringen und wird plötzlich weise und klug.

Ganz im Gegenteil. Das stachelt ihn nur noch weiter an, das macht ihn noch wütender.

Will man das damit erreichen?

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Spax73 24.10.2015, 16:00
186. Ja, aber....

Volle Zustimmung Frau Berg, und ganz nebenbei möchte ich anmerken, dass die Kolumne wunderbar geschrieben ist.
Aber ganz ohne Kritik geht es dann auch wieder nicht:
Auch Sie Frau Berg haben sich in der Vergangenheit an der Brüllerei beteiligt, und es ist zu vermuten, dass wir auch in Zukunft von Selbigem nicht verschont bleiben werden. Gut, Ihr Gebrüll war in Buchstaben gegossen, aber das ist das Gebrüll in den sozialen Medien ja auch. Gut, Ihr Gebrüll war wohlartikuliert, es hatte Stil, es war eloquent. Aber es war letztlich eben auch nur Gebrüll.
PS: Die Abarbeitung an einem gewissen Autor sei Ihnen herzlich gegönnt. Man trifft sich halt immer zweimal im Leben... ;-)

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ms66 24.10.2015, 16:05
187. Pegida, und anderer Hass

Pegida verstehe ich als Sammelbewegung derer, die sich in unserem Gemeinwesen nirgendwo mehr repräsentiert fühlen. Das macht den Hass den sie verbreiten, und welcher sich eiterbeulenartig überall den Weg an die Oberfläche bahnt nicht weniger widerwärtig. Nur woran liegt das?
Es ist zu einfach alle Anhänger dieser Bewegung als Dumpfbacken darzustellen; sind sie vielleicht, aber ich denke das Problem trägt weiter.
In unserer Euphorie, dass es uns allen angeblich wirtschaftlich so gut gehen soll, haben wir die vergessen, die längst durch alle Statistikraster hindurch gefallen sind, oder einfach in irgendwelchen Versorgungsschubladen abgelegt worden sind.
Insbesondere in Sachsen (im Gegensatz z.B. zu Brandenburg) empfinde ich die Diskrepanz zwischen medialer Darstellung, politischer Wahrnehmung und tatsächlichen sozialen Zuständen als besonders krass. Natürlich gibt es dort Reichtum und herausragende Fortschritte, aber der abgehängte Teil der Bevölkerung findet sich irgendwo außerhalb der gängigen Routen zwischen Oschatz, Mügeln, Eisenberg und Pirna.
Die Wendeverlierer die mir ihrem Dasein hadern, die vielleicht ja auch schon einiges versucht haben, zwischen Fortbildung, 1Euro-Job, Scheinselbständigkeit, Getränkeverkäufer ... denjenigen die heute einfach die Kraft fehlt, und die tatsächlich die pure Angst vor der Zukunft plagt. Für viele dieser Leute hat sich in den letzten 25 Jahren nichts zum Besseren gewendet.
Das soll nichts entschuldigen; das Rütteln an den Grundfesten unserer bundesrepublikanischen Grundüberzeugungen darf nicht ungestraft bleiben; nur denke ich, dass neben der dringenden Aufgabe die Flüchtlinge zu integrieren, auch ein neuer Aufbau in Ost und West notwendig ist.
Die marktliberalen Schreihälser aller Couleur haben einen Scherbenhaufen hinterlassen, aus dem sich dieser Hass entwickelt.
Nicht umsonst rekrutiert die AfD einen Großteil ihrer Anhänger auch aus dem Bereich der sogenannten Mittelschicht; hier spricht sie vor allem die an, die eine wackelige, prekäre Exisitenz führen, als Kleinunternehmer oder Angestellte mit ungewisser Zukunft.
Viele dieser Leute sind vielleicht nicht grundsätzlich als Fremdenfeinde einzustufen, sie führen nur eine Leben ohne doppelten Boden und Sicherheitsnetz; im Gegensatz zu vielen Menschen die heute als Politiker unsere Geschicke lenken, und den Kontakt zur Realität schon längst verloren haben.
Auch ich möchte die Flüchtlinge als Chance für unser Land begreifen;
aber auch wir müssen uns grundsätzliche Gedanken darüber machen, auf welchen Grundsätzen wir unser Gemeinwesen aufbauen wollen; dazu gehört auch, dass wir versuchen müssen, den abgehängten Teil unserer Mitmenschen wieder in die Gesellschaft zu integrieren.
Solidarität muss ein gelebter Teil unserer Gesellschaft werden, und dazu gehört auch eine Neuverteilung der Reichtümer, und Investitionen in unserer Zukunft.
Solange es interessanter ist Geld mit Spekulation zu vermehren, an Stelle es in unserer gemeinsame Zukunft - auch gerne mit Gewinn - zu investieren, werden wir es weiterhin mit Pegida zu tun haben. Und ich befürchte die Folgen werden fürchterlich.

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lutzpediga 24.10.2015, 16:09
188. Selbstbewusst

Frau Berg im Gegensatz zur Schweiz ist Pegida nur eine lokale Bewegung, die über regional Anklang findet.
Ihr Land hat bereits Pegida gewählt und in die Pflicht genommen, die Schweiz vor weiteren Flüchtlingen zu bewahren.

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m a x l i 24.10.2015, 16:11
189. Ausrufezeichen-Dauerfeuer

Interessant, aber keineswegs überraschend, wie hier viele Abernazis, die sich bemühen, mit ihrem Kommentar Frau Berg zu widersprechen, in blinder Ignoranz des Umstandes, dass die Artikelautorin dieses Phänomen extra angesprochen hat, es sich nicht verkneifen können, Mangels Substanz ihre Zeilen mit Ausrufezeichen-Dauerfeuer wie aus dem Maschinengewehr aufzufüllen, und somit unfreiwillig-komisch Frau Berg nur bestätigen. Verblödung eben.

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