Forum: Kultur
Pegida und die German Angst: Auf Alarm geschaltet

Die Angst des Deutschen vor der Welt: In Dresden geht es ja gar nicht um den Islam. Jede Demonstration ist ein Schrei nach Sicherheit.

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Leser161 17.01.2015, 17:07
10. Wie einfach.

Die Leute sind also selber schuld und sollen sich nicht so haben?

Gut. Dann fragen wir uns mal warum die Leute Angst haben:
Vielleicht weil es öffentlich immer so dargestellt wird, als wenn man nur was erreichen und behalten kann, wenn man sich permanent den Arsch aufreißt. Das nur der Beste was bekommt und der Rest sehen kann wo er bleibt (Einfach mal z.B. den Fernseher anmachen).
Vielleicht haben die Leute erkannt, dass nicht jeder der Beste sein kann? Vielleicht wollen die Leute einfach ganz nett vor sich hin leben und wollen ihren Durchschnitt. Sich nicht permanent den Arsch aufreissen um vielleicht der Beste zu sein.

Denken Sie mal drüber nach.

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waltraudnetwall 17.01.2015, 17:09
11. Gute Kolumne.

Bis auf der letzten Zeile.Wir haben selber Schuld. Vermute sie meint Einige. Mehr als 40 Jahre gelernt u.studiert , Kind gut erzogen auf Beruf und Leben vorbereitet. Enkelkind b.B.genommen damit kein Arbeitsausfall entsteht. Bei jeder Wahl das Kreuz gemacht und gehofft , daß Versprechen von der jeweiligen Partei eingehalten werden.Empfinde keine Schuld. Aber stelle trotzdem fest , daß die Welt sich verändert hat und gebe Frau Berg mit kl. Unterschied recht.

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Mister Stone 17.01.2015, 17:15
12. Wem nutzt der Wohlstand Deutschlands?

Ihre erste Kolumne, der ich zustimme. Nur eine minimale Änderung hätte ich gerne gelesen. Sie schreiben in Fettschrift: "Wasnutzt der Wohlstand Deutschlands?" Die Frage ist aber eher "Wem nutzt der Wohlstand Deutschlands?", denn sie führt zu einer Antwort auf viele Fragen.

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ambulans 17.01.2015, 17:31
13. liebe

frau berg - wie ich gehört habe, hat die schweizerische notenbank diese woche die selbstgewählte feste bindung vom franken an den EURO (kurs: 1,2 CHF zu 1 EURO) aufgegeben. ich habe, glaube ich, bereits in der darauf folgenden nacht wegen des aus der schweiz herübergellenden angstgeheuls kaum schlafen können, weil: 1. wenn ihr fränkli nun derart an "wert" gewinnt - an wen wollen sie eigentlich ab sofort verkaufen? 2. wer soll sie von nun an als tourist besuchen kommen - bei diesen preisen? 3. kurzfristig können sie sich zwar, bei diesen wechselkursen, fast alles leisten - aber, was kommt dann, wenn ihre rücklagen aufgebraucht sind? ich habe selten ein derart konsequentes, >wirtschaftliches selbstmord-programm wie dieses gesehen ... mfg, dr. hom.oec. ambulans (alle kassen)

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Bruder Theodor 17.01.2015, 17:38
14. Zünfte

Zitat von Immanuel_Goldstein
[German Angst ist in meinen Augen ein Krankheitsbild]
Ja, das ist es, ein Krankheitsbild, das zur Krankheit auswachsen kann, aus dem eine Krankheit, das heißt eine Spaltung, erwachsen kann.

Aus dem Artikel:
[I"]- es ist doch nur ein Schrei nach Sicherheit. Die Menschen, glaubt man den Studien, wollen sich nicht neu erfinden, wenn sie auf dem Weg in die zweite Hälfte ihres Lebens sind."[/I]

Hier muß man Sicherheit definieren - und einen Blick in die deutsche Geschichte werfen. Grundsätzlich haben die Worte von Frau Berg den Finger auf die gerötete Stelle des Volkskörpers gelegt. Eine Stelle, deren Schwellung nicht über Worte zurückgeht. Deutschland erlebt im Generationezyklus von 25 Jahren grundlegende Veränderungen - durch Erschütterungen. Vor Bismarck war es so, nach Bismarck ist es so. Leichtfertig wurde 1948 mit der Währungsreform die deutsche Teilung in Kauf genommen - von westlicher Seite aus. Leichtfertig beschließt jede Generation aufs Neue Grundlegendes und schiebt ein Volk so herum wie Mensch-ärgere-dich-nicht-Figuren auf dem Spielbrett; so "empfunden", um die Wortwahl aufzugreifen. Aber nicht nur "empfunden", das Empfinden ist irrational, sondern auch so gefühlt und so de facto getan. Leichtfertig und oberflächlich wird eine Energiewende losgetreten, nur als ein Beispiel zu nennen, die definitiv ein Jahrhundert-Projekt ist, und sie wird gehandhabt wie eine "Tüte Eis". Mit einem Ding also, das an sich eine 4-Generationen-Aufgabe ist, wird umgegangen, als sei es eine 1/4-Generation-Fingerübung. Wir haben also mit "Oberflächlichkeit" zu tun - und die grassiert wie ein Virus. Sicherheit auf materielle Güter zu reduzieren ist zu einfach bzw. nicht ursächlich, Sicherheit auf Terrorlosigkeit zu reduzieren im Zeitalter der Terrorwarnungen, ist gleichwohl zu einfach und ebenso nicht ursächlich. Es brechen die Konstanten weg. Grundlegendes ist Verhandlungsmasse. So machten es der Zocker Hitler und seine Riege, sie verzockten ein Erbe von 2000 Jahren - einfach mal so am Spieltisch der düsteren Visionen. Alt-Bewährtes, nicht Antwort auf alles, aber Teil des Ganzen, wird abgelöst über Hektisch-Augenblickliches. So löst sich eine Grundstruktur auf - die Folgen sind dann überall "Unsicherheit".

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Maya2003 17.01.2015, 17:49
15.

Zitat von Augustusrex
..... Merkel versucht auch, diesen Eindruck von "Stabilität" zu verbreiten. Trotzdem haben einige Leute Angst vor der Zukunft.
Viele haben Angst. Sie haben Angst weil sie erkennen daß ihr Job gefährdet ist, daß ihre Rente mickrig ausfällt, daß es ihren Kindern und Enkeln wahrscheinlich schlechter gehen wird als uns heute. Die Zukunft ist für Millionen einfach düster und bedrückend - 16 Mio. sozial Deklassierte heute; und morgen noch mehr.

Sie haben Angst weil sie erkannt haben daß unsere gewählte Regierung vollkommen hilflos der Macht der "Märkte" ausgeliefert ist und verzweifelt versucht den SCHEIN von Handlungsfähigkeit aufrechtzuerhalten - wo die in der Realität die Wallstreet über weit mehr Macht verfügt als jeder Regierung auf diesem Planeten. Über eine Macht die jeder sozialen Verpflichtung abhold ist, die Menschen als Güter behandelt, abschreibt, in den Dreck tritt und zur Krönung noch verspottet ("Minderleister").

Sie haben Angst weil die Sicherheit weg ist, das Mindestmass an Sicherheit um uns alle ruhig zu halten, Vertrauen in den Staat zu haben und wenigstens halbwegs sein Leben planen zu können. Vom Arbeitsplatz zu H4 ist nur noch ein kurzer Weg - auch wenn das viele verdrängen. Im Hinterkopf wissen sie es.

Wir kehren jetzt zum Normalzustand im Kapitalismus zurück; die Phase nach dem Krieg, mit relativer sozialer Sicherheit und steigendem Wohlstand für die breite Masse, war die Ausnahme. Kaltlächelnd zeigt uns das große Geld WER herrscht und wer dient - und wer von der Arbeit der Millionen profitiert, ALLEIN profitiert.
Der Staatssozialismus ist gescheitert - keine Notwendigkeit mehr für "Sozialgedöns" und "Sozialindustrie", das kostet nur und "bringt" nichts.

Doch, es bringt etwas: Wut, und die wird immer größer. Heute richtet sie sich gegen Zuwanderer, morgen vielleicht gegen andere. Alles schon dagewesen.

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hans-georg-pabst 17.01.2015, 17:55
16. Nehmen Sie die Scheuklappen ab

Es ist in Deutschland nicht alles so schön und lustig wie Sie schreiben. Unser Wohlstand hängt nur noch an einem seidenen Faden: der Autoindustrie und Angehörigen. Tatenlos und unfähig haben unsere Politiker zugesehen wie eine klassische deutsche Industrie verschwand nach der anderen. Werften, Foto, TV, Möbel, Porzellan, Phono, Uhren. Lebensmittel, Presseagenturen...
Vom gegenseitig Haareschneiden kann ein Land das Devisen braucht nicht leben.

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chrimirk 17.01.2015, 17:56
17. Danke Frau Berg!

Im Gegensatz zu vielen anderen Spiegelbeiträgen, endlich was lesenswertes.

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andy69 17.01.2015, 18:05
18. Naja

Zitat von Maya2003
Der Staatssozialismus ist gescheitert - keine Notwendigkeit mehr für "Sozialgedöns" und "Sozialindustrie", das kostet nur und "bringt" nichts.
Schon etwas übertrieben in einem Land, in dem der Posten "Soziales" noch immer der Größte ist.
Auch wenn in der Tat viel schief läuft, aber wie wollen Sie diesen Posten ohne die "Märkte" finanzieren?

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Sal.Paradies 17.01.2015, 18:08
19. Viele wollten es so haben

Es gibt in D ein immer besser vernehmbares "Grundrauschen", was man temporär durchaus als "Angst" definieren könnte. Aber es ist ja diese subtile Angst, die im eigenen Kopf entsteht und nicht, weil man jemandem gegenübersteht, der einen direkt bedroht. Wodurch sind diese Ängste entstanden? Eventuell, weil uns seit vielen Jahren unsere Politiker immer wieder zu verstehen geben, all die (nötigen/unnötigen) Veränderungen sind leicht zu handhaben und ergeben immer für "Alle" Bürger einen Vorteil und/oder positive Veränderungen. Wie lange wurde den Wählern in D bezüglich EU all die Vorteile herausgestellt, ohne ehrlicherweise zu erwähnen, dass es natürlich auch immer "Verlierer" geben wird. Und in einem hat Fr.Berg recht. Viele von uns hatten schon ganz zu Anfang ein "ungutes, beklemmendes" Gefühl, eben weil alles zu gut war um wahr zu sein. Aber haben wir wirklich insistiert als immer deutlicher sichtbar wurde, dass immer mehr Menschen auf der Strecke blieben. Über wie viele Jahre mussten wir erleben, dass all die "Versprechungen" und "Schwüre" sich in Luft auflösten. Nur noch wenige Wähler glaubten den Versprechungen unserr Politiker und deren Ansehen sank faktisch ganz nach unten. Aber haben wir uns alle wirklich "eingemischt" und "gewehrt"? Außer einigen lausigen Demonstationen passierte hier in D doch nichts. Kein Wunder haben dies all unsere Experten aus dem Bundestag als Aufforderung gesehen, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen, noch schneller und tiefer in Richtung EU und eine Bremse war längst nicht mehr in Sicht. Und jetzt? Eine Rückkehr ist nicht mehr möglich und wir alle sitzen hinten auf dem Schlitten und haben längst den Glauben verloren, dass der Fahrer noch die volle Kontrolle hätte. Denn natürlich wissen wir längst, dass wir von Menschen geführt werden, die ihren "Glauben" lediglich daraus schöpfen, weil sie ihn täglich gebetsmühlenartig wiederholen. Der Glaube gebiert aus sich selbst, aber er erreicht ja längst nicht mehr die normalen Menschen auf der Straße.

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