Forum: Kultur
Pegida und Podemos: Ich back mir meine Debatte

Syriza und und Podemos sind keine verantwortungslosen Populisten - sie sind die Folge von politischen Entscheidungen in Berlin und in Brüssel. Zeit, über das Wesentliche von Politik und Geschichte zu sprechen.

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maier-pf 06.02.2015, 18:36
20. Spätrömische Dekadenz?

Das römische Reich, die DDR oder die UdSSR ist sang- und klanglos untergegangen. Kann es nicht sein Herr Dietz dass das Gutmenschentum oder die politische Korrektheit von heute auf morgen auch verschwinden kann?
Gerade die Pediga beweißt doch dass vieles in unserem Staat total aus dem Ruder läuft und die öffentliche Meinung eine ganz andere als die veröffentlichte Meinung.

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nofreemen 06.02.2015, 18:44
21. stimmt alles

Gut analysiert. Im nächsten Artikel bitte etwas über die Umsetzung schreiben.

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Maya2003 06.02.2015, 18:45
22.

Zitat von pecaracas
Was weiss der Kolumnist von Populisten? Es gibte viele, die darueber schreiben, aber keine Ahnung haben. Podemos in Spanien, wurde z.T. von den linken Populisten, Antidemokraten und kommunistischen Diktatoren aus Venezuela finanziert, und das Geld wurde in korrupter Weise am Fiskus vorbei gesteuert. Es geht um die Macht der Linken, man koennte ja Herrn Augstein fragen.
Seit wann ist Venezuela eine "kommunistische Diktatur" ?

Chavez hat wenigstens VERSUCHT die soziale Lage für viele Bürger etwas zu verbessern. Über seine Methoden kann man streiten, aber wenn JEDER der NICHT den Interessen der Oberschicht dient gleich zum "Diktator" wird ahnt man wessen Ziele damit verfolgt werden.

Zurück in die "gute alte Zeit" - wo jeder weiß wo er hingehört. Und WEM das Land gehört - und das gottgegebene Recht dieses zu regieren. Ganz demokratisch versteht sich :)

Und irgendwann bekommt dann auch die Mafia ihre Casinos auf Kuba zurück. Applaus !

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AxelSchudak 06.02.2015, 18:50
23. Berlin und Brüssel?

>"Syriza und Podemos sind die Folge von politischen Entscheidungen in Berlin und in Brüssel."

Und diese Entscheidungen waren die direkte Folge GRIECHISCHER Politik. Das in vier Jahren nicht bei den Reichen Geld eingetrieben wurde, und vorwiegend bei den Armen gespart wurde, war GRIECHISCHE Politik, nicht von der Troika so vorgegeben.

Jetzt die Schuld für die politische Stimmung in Griechenland auf Berlin oder Brüssel zu schieben, ist nicht nur Polemik sondern rechtfertigt geradezu noch den Extremismus dadurch, das die Verantwortung dafür (mal wieder) jemand anderes bekommt.

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Whitejack 06.02.2015, 18:54
24.

Der Artikel reißt ein Thema an, das ich selbst sehr wichtig finde. Wenn es eine Krankheit gibt, die unsere Gesellschaft verkörpert wie kaum eine andere, dann ist es die Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung, kurz ADHS. Genauer: mediales ADHS.

Denn die mediale Wahrnehmung des Bildungsbürgertums gleicht einem Kind mit ADHS, das zwischen wichtig und unwichtig nicht filtern kann. Was heute drängend, unfassbar wichtig, überwältigend erscheint, kann in wenigen Monaten vergessen sein.

Symptomatisch ist ein Beispiel unseres Bundespräsidenten: Vor knapp zwei Jahren, als die Brüderle-Debatte gerade auf Hochtouren lief (#Aufschrei, für die, die sich erinnern), mahnte Gauck:

"Wir reden tagelang intensiv über das Verhalten eines Politikers abends an der Bar - aber wir sprechen nur wenig über die brandgefährliche Lage in Mali."

Mali. Ach, was war das damals wichtig. Wichtiger als innenpolitische Debatten, als die von zahlreichen Frauen angestoßene Frage über die Rolle der Frau in der heutigen Gesellschaft. Ohne das jetzt hier bewerten zu wollen: Mali war Gauck offenbar weit wichtiger.

Nun kann man das vielleicht so sehen. Aber schon einige Monate später war Mali vergessen. Weiß noch jemand, was in den letzten zwei Jahren dort passiert ist? Alles okay, alle Islamisten weg, die Gesellschaft frei und glücklich? Natürlich nicht, der Norden kämpft weiterhin gegen den Zentralstaat. Aber jetzt ist Mali unwichtig. IS und Ukraine, das sind aktuell die Aufmerksamkeitsmagneten. Bis es langweilig wird und der nächste Konflikt ruft. Gaza war letzten Sommer hoch im Kurs, mittlerweile aber wieder vergessen. Bis zur nächsten Runde.

Nur macht das ADHS jegliches wirkungsvolles Handeln zunichte. Ein ADHS-Kranker macht überall etwas, und nichts richtig. Er beginnt die Dinge intensiv und lässt sie dann fallen. Dieses Muster zieht sich durch die Weltpolitik, und mehr als Drohnen über Pakistan oder erfundene Massenvernichtungswaffen ist es diese Inkonsequenz, die den Leuten im Rest der Welt Angst einjagt. Wer weiß, ob man nicht in fünf oder zehn Jahren im Zentrum von westlicher Aufmerksamkeit, Waffenlieferungen und Militärschlägen steht? Wenn dann alles verwüstet ist, guckt der Westen - der jetzt eigentlich erst wirklich gefordert wäre - woanders hin und überlässt die Leute ihren Ruinen.

Dieses mediale ADHS, diese Lenkung der Aufmerksamkeit in irrwitziger Geschwindigkeit, ist eines der Grundprobleme unserer Zeit.

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jan07 06.02.2015, 18:54
25.

Zitat von hermannheester
Der Mitläufer ist Pegidas Liebling. Der "erläutert" seinen Prozess und wird dann nicht mehr vernommen. Diese schweigsame Masse (was die Kritik an Pegida betrifft) ist besonders liebenswert, wenn sie gleich auch noch AfD wählt oder gewählt hat. Die Liebe geht halt seltsame Wege!
Der Mitläufer ist der Liebling jeder Demo, auch der 'bunten' Gegendemo. Ganz gleich, wie man zu Pegida steht: es gehört sicher mehr Mut dazu, bei Pegida mitzudemonstrieren, als bei den von der etablierten Presse wohlgefällig begleiteten Gegendemos.

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jan07 06.02.2015, 19:00
26.

Ein bunter Strauß verschiedener Themen.

Was Griechenland betrifft: die gegenwärtige Regierung ist vor allem das Resultat eines totalen Versagens des griechischen Staats in den letzten Jahrzehnten.
Denn nicht vergessen: die Griechen selbst haben ihr Land in den Abgrund gefahren. Nicht Berlin oder Brüssel. Die versuchen zu helfen. Man kann sicher diskutieren, ob die Mittel immer richtig waren. Aber Ursache und Wirkung sollten wir nicht vergessen.

Wobei: das sind ja die Ablenkungsmanöver und Nebenkriegsschauplätze, über die Herr Diez hier schreibt. Er selber ist ein gutes Beispiel.

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holzbocki 06.02.2015, 19:01
27. Ich lese

gerne und viel. Aber solch einen schwachsinnigen Artikel wie der von Herrn Diez finde ich zum Glück fast nie.

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keksen 06.02.2015, 19:06
28.

Zitat von Aleksandrs Krievs
Herr Diez, Sie beklagen die verlogene Geschichtspolitik und widersprechen sich in Ihrem eigenen Artikel selbst: "... Gabriel ... Gesicht seines eigenen Nazi-Vaters ..." (soll wohl heißen: PEGIDA-Demonstranten = alles Nazis) und messen wie bei Gutmenschen üblich mit zweierlei Maß: "die Fixierung auf die Frage, ob daran auch "faschistische" Gruppen beteiligt sind, hat dabei von Anfang an das überdeckt, worum es eigentlich ging: Ein Land, das um seine Freiheit ringt, und Bürger, die selbst bestimmen wollen, wie sie leben." Diesen Bürgern gestehen Sie diese Freiheit zu, da kann man kaum widersprechen. Aber was ist mit der Freiheit jener Bürger, die auch bestimmen wollen WO sie leben wollen (sprich: zu welchem Land sie gehören und sich historisch auch zugehörig fühlen)? Dass sie durch die Umstände der jüngeren Geschichte einem anderen Staat zugesprochen wurden, ist nicht deren Schuld.
Setzen Sie sich mal mit dem Verlauf des Konfliktes und der Geschichte des Landes auseinander. Dann würden Sie nicht so einen Unsinn schreiben.
Auf die Krim mag das vllt noch bedingt zutreffen, auf den Rest des von Ihnen wohl als "Neurussland" bezeichneten Gebietes aber kaum.
Und jetzt kommen Sie mir nicht mit den "Faschisten" in Kiev. Diese Propaganda-Mär war von Anfang an lächerlich.

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Lion 06.02.2015, 19:08
29. Wunderbarer Beitrag, der mal wieder ins Schwarze trifft!

Ich wäre dankbar, wenn es mehr davon gäbe!

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