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Philosophenduell Zizek vs. Peterson: Mit dem Taschenmesser ins Artilleriegefecht
Ulrich Baumgarten/ Getty Images; ZUMA Press/ imago images

Marxist trifft auf rechten Vordenker, 3000 Zuschauer füllen die Ränge. Und dann das: Slavoj Zizek hat im Duell mit Jordan Peterson lächerlich leichtes Spiel. Protokoll einer rhetorischen Meisterleistung.

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medium07 20.04.2019, 16:11
90. Das geschieht mit der Kohle:

Zitat von Dr. Kilad
Ich wüsste etwas Besseres mit dem Geld anzufangen. Nicht weil ich Zizek nicht gerne höre, sondern weil Peterson eher einem was zahlen sollte, damit man ihm zuhört.
Zizek spendet seinen Anteril für einen wohltätigen Zweck, Peterson behält den seinen. Ob Sie etwas Besseres damit anzufangen wüssten muss bezweifelt haben, da sowohl Peterson als auch Zizek darin übereinestimmten, dass Geld im Übermaß nicht unbedingt glücklich macht. Und wahrscheinlich hätte man für Ihre Auslassungen auch nicht so viel gezahlt.

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spon_4_me 20.04.2019, 16:14
91. Zisek vs. Peterson

Wirklich? Sieht man in Ihren Kreisen so die Welt, Herr Frank? Links gewinnt, rechts verliert? Oder umgekehrt? Ich habe offenbar eine andere Debatte erlebt als Sie. Nämlich die zwischen zwei klugen, engagierten Köpfen, beide durch das von Leuten wie Ihnen jeweils zugewiesene Milieus angefeindet (wahrscheinlich, weil sie zu denken versuchen, bevor sie zu antworten beginnen), beide voller Verachtung für die verzweifelte Hypermoralisierung und Gladiatorenmentalität, an der Sie und Ihresgleichen sich zu erfreuen scheinen. Was will man mehr als Leute solchen Formats komplexe Fragen diskutieren sehen? Woher diese kindische Fabulierlust von Taschenmessern und Kanonen? Es sagt in meinen Augen mehr über Bedürfnis der Journalisten aus, jede Auseinandersetzung als schnöde Rummelplatzkeilerei sehen zu müssen, als über die Protagonisten. Natürlich ist Zisek wunderbar - aber er ist auch galant und radikal im Denken. Wenn Ihr bei SPON nur ein Fünkchen dieses Esprit hättet, läge ich Euch zu Füßen.

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djrobinbyc 20.04.2019, 16:28
92. Look closer, Mr Frank!

Das war auch nicht sein Ehering, mit dem Person an jener Stelle gespielt hat, sondern die PET-Verschlusskappe seines Mineralwassers.
Das ist aber nur ein Fakt, der aber für mich bezeichnend ist. Ich habe mir sofort nach dem ich Herrn Franks Verruß gelesen habe das komplette Video auf Youtube angeschaut. So wie ich die beiden Kontrahenten aus ihren Schriften kenne, so kamen sie für mich auch rüber. Peterson, als praktizierender Therapeut, frei redend, stets um den Augenblicks Willen Ideen aufnehmend.
Zizek, liest dagegen vonm Blatt ab, ist brilliant, aber hektisch. Er ist theoretischer Philosoph und kann zehn Schritte vorausdenken. Peterson geht immer wieder zurück und muss sich immer erst erarbeiten was er sagt. Daraus folgt eine qualitativ hochwertige Debatte. Gemeinsamkeiten wurden immer wieder betont. Ich muss aber zu geben, daß ich viele Feinheiten nicht verstanden habe, ich warte auf eine gute Übersetzung. Ich bin mir sicher, daß diese Debatte noch Wellen schlagen wird. Ich glaube, als letztes Statement, gab Zizek von sich : " Trump is not a fascist!" Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen,In Bezug auf den inflationären Gebrauch des Begriffs Nazi von der Antifa, Wagenknecht etc.

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Richtig gut 20.04.2019, 16:33
93. Herr Frank.....

muss augenscheinlich einer anderen Diskussion zwischen Zizek und Peterson beigewohnt sein als ich.
Was ich sah, war grossartiges intelektuelles Engagement von zwei interessanten Menschen, die Themen wie menschliches Gluecklichsein von materiellen, politischen und spirituellen Perspektiven angingen, und letzlich ueber sehr viel mehr uebereinstimmten als nicht. Seltsam.
P.S Ich liebte uebrigens Zizek's Schlussermahnung an alle Linksliberalen, endlich damit aufzuhoeren, Menschen anderer Meinungen immer sofort mit der "Faschismus Keule" entgegenzutreten. Er sagte : wenn ihr das tut seid ihr zu faul Euch um bessere Argumente zu bemuehen.

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Haarfoen 20.04.2019, 16:34
94.

Zitat von bjmolitor
Aber zu glauben, man könne irgendwelche Phantastereien wiederbeleben, die sich im 20. Jahrhundert mehr als einmal als solche entpuppt haben, ist grober Unfug. Als ob es keine Alternative gäbe zwischen Marktradikalismus und Marximus...
Was Sie als "Phantasterei" bezeichnen, nannte sich in meinem Verständnis "real existierender Sozialismus". Eine Wiederbelebung von starren Politbüros, Mangelwirtschaft, fehlender Partizipation und desorientierter Planwirtschaft steht übrigens in der politischen Diskussion nicht im Raum, soweit ich das erkennen kann. Hinsichtlich einer "Alternative zwischen Marktradikalismus und Marxismus" haben Sie sicherlich Recht. Wobei ich den Marxismus nicht als "Gebrauchsanweisung" für die Lösung täglicher Probleme, sondern eher als theoretisches (oft sehr hilfreiches) Analysewerkzeug betrachte.

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courclau 20.04.2019, 16:39
95.

Zitat von vegefranz
niemand versteht, warum das hier (Achtung: Spiegel gehört nach eigener Darstellung zu den sog. "Qualitätsmedien...) anders dargestellt wird. Es ist traurig, wenn der Hass auf jeden mit einer politisch unerwünschten Meinung so ausufert.
Die Debatte hat für mich 68-er die Attraktivität des Marxismus auf ein Minimum reduziert, und zwar wegen Petersons klarformulierter Kritik dogmatischer Grundpostulate des M.; samt Zizeks fehlenden Alternativen. Positiv: Wegen Petersons klarer Argumentation für eine verantwortliche Lebensführung basierend auf ethischen Grundprinzipien: Zweifel und Wahrheitssuche, (Selbst)gespräch, Autonomie, Verantwortung.

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Haarfoen 20.04.2019, 16:44
96.

Zitat von Richtig gut
P.S Ich liebte uebrigens Zizek's Schlussermahnung an alle Linksliberalen, endlich damit aufzuhoeren, Menschen anderer Meinungen immer sofort mit der "Faschismus Keule" entgegenzutreten. Er sagte : wenn ihr das tut seid ihr zu faul Euch um bessere Argumente zu bemuehen.
Das zeichnet linke Denker aus. Aus dem rechten Spektrum kommen wenig Aufrufe zu einer Verbesserung der Diskussion: Es bleibt bei dem Argument "Sozialneid" und einem unterstellten Vorsatz, auf Kosten anderer leben oder Strukturen wie die DDR erneut installieren zu wollen. Auch hier wird sich nicht um bessere Argumente bemüht. Vermutlich weil es keine Argumente gibt, um die Exzesse zur Zerstörung unseres ökologischen und sozialen Lebensraums bei gleichzeitig explodierender Bereicherung einer Minderheit in irgendeiner Form zu rechtfertigen.

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silbersee 20.04.2019, 16:56
97. Schwach

Also schon alleine LGTBQ mit Maxismus in Verbindung zu bringen, ist absolut lächerlich. Dennocj stehen Interessen hinter der Bewegung und der Auswirkung , das es einem täglich in den MSM und von Hollywood um die Ohren gehauen wird.
Das sind aber -wenn dann- neoliberale Interessen.

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hup 20.04.2019, 16:58
98. Mir ist völlig unklar

Wie Peterson so berühmt werden konnte. Ausser bluffen kann er nichts, sein Geschwurbel macht keinen Sinn, und sein Auftreten ist das eines billigen Rattenfängers - man meint den Amateur-Magier eines zweit- oder eher drittklassigen Off-off-Broadway Varietés vor sich zu haben. Ich kann nicht nachvollziehen wie man diesen Mann als Intellektuellen bezeichnen kann - und ich habs versucht, musste den Versuch aber nach einer Stunde aufgeben, weil mich die Verschwendung meiner Lebenszeit einfach zu sehr reute.
Natürlich ist es für ihn immer ein Highlight gegen echte Intellektuelle antreten zu dürfen, das wertet ihn immer auf, und wie er auch hier wieder klar gemacht hatte ist Kohle verdienen sein eigentlicher Zweck und Antrieb.
Das sollte sich in Zukunft kein echter Intellektueller mehr antun. Das erste mal hatte ich von Peterson gehört nachdem Richard Dawkins in einer Zuschauer Fragerunde bereits genervt darauf reagiert hat, ob er denn eine Diskussion mit Peterson führen wolle. Dawkins Antwort war völlig korrekt und ausreichend umfangreich: „Nein“.
Danach hab ich Peterson gegoogelt und versucht mir seinen Sermon anzuhören - was für eine Zeitverschwendung. Der Typ ist der passende Seelenklempner und Messias für junge Konservative mit massiven Minderwertigkeitskomplexen und Frustration gegenüber Frauen und Minderheiten. Das ist sicher ein lukratives Feld und sichert in Trump-Zeiten eine weite Anhängerschaft - aber argumentativ, rhetorisch oder gar Inhaltlich ist der Mann einfach ein Federgewicht der sich für eine Superschwergewicht hält. Das mag den Fans egal sein, für alle anderen ist Petersen aber nicht auszuhalten vor Fremdschäm-Reflex, egal ob Solo oder gegen einen potenten Gegner.

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jerrinho 20.04.2019, 17:00
99. Die eigene Nase finden

Zitat von Haarfoen
Vermutlich weil es keine Argumente gibt, um die Exzesse zur Zerstörung unseres ökologischen und sozialen Lebensraums bei gleichzeitig explodierender Bereicherung einer Minderheit in irgendeiner Form zu rechtfertigen.
Da Sie offensichtlich mit einem Internetanschluss und einem internetfähigen Gerät ausgestattet sind, kann Ihr eigener Idealismus aber auch nicht besonders weit gehen, denn es gibt aktuell keine nachhaltigen internetfähigen Geräte. Auch Sie sind Teil dieser Konsumgesellschaft. Auch Sie sind offensichtlich nicht in der Lage ein nachhaltiges Leben zu führen.

Tun Sie was, anstatt mit dem Finger auf eine undefinierte Masse an Menschen zu zeigen. Es geht nicht um "wir gegen die", es geht um "wir gegen uns selbst". Wenn Sie das nicht verstehen, dann haben Sie Zizek nicht zugehört.

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