Forum: Kultur
Philosophenduell Zizek vs. Peterson: Mit dem Taschenmesser ins Artilleriegefecht
Ulrich Baumgarten/ Getty Images; ZUMA Press/ imago images

Marxist trifft auf rechten Vordenker, 3000 Zuschauer füllen die Ränge. Und dann das: Slavoj Zizek hat im Duell mit Jordan Peterson lächerlich leichtes Spiel. Protokoll einer rhetorischen Meisterleistung.

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Vanagas 20.04.2019, 14:46
70. Salonlöwen- Duell

Gepushtes Salonlöwen- Duell!
Darauf fährt SPON dermaßen ab??

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ancoats 20.04.2019, 14:51
71.

Zitat von freizeitverkaeufer
...soviel steht fest: Zwischen Linken und Rechten herrscht Krieg. Keine Spur von Einsicht oder Frieden in Sicht.
Ich bezweifle stark, dass irgendjemand Jordan Peterson "hasst". Dazu ist er, mit Verlaub, theoretisch/wissenschaftlich zu unbedeutend und insgesamt eher irrelevant außerhalb der entsprechenden Fanblase. Oder wie mein Oppa noch gesagt hätte: eigentlich "nicht satisfaktionsfähig". Wenn seine platten Thesen nicht prinzipiell gefährlich wären und fröhlich Munition für unerquickliche Rechtsausleger liefern würden, müsste sich ein denkender Mensch überhaupt nicht damit auseinandersetzen.

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jerrinho 20.04.2019, 14:51
72.

Zitat von ancoats
Journalisten auf diese Art nur persönlich anzugehen, ohne konkret zu belegen, was genau an diesem Artikel "unprofessionell" ist (außer das er einem nicht gefällt), ist sozusagen der Höhepunkt von Unprofessionalität. Als Nichtjournalist darf man das zwar, sieht aber argumentativ scheiße aus.
Doch, es ist ziemlich eindeutig kommuniziert worden, was an diesem Artikel unprofessionell ist: Er enthält keine inhaltlichen Informationen.

Das ist wie wenn ein Sportjournalist einen Artikel über ein Fußballspiel schreibt, dabei den Sieger nennt, aber die Torschützen nicht erwähnt. Das hat dann einfach keinen Wert, gerade wenn man - meines Erachtens gerechtfertigter Weise - davon ausgeht, dass ein Großteil der SPON-Leser sich keine Sekunde dieser Debatte anschauen werden. Die nehmen aus diesem Artikel keine neuen Informationen mit außer einer subjektiven und komplett unbelegten Meinung eines Menschen, der selbst recht offensichtlich nicht die ganze Diskussion gesehen hat.

Dafür brauche ich keine Journalisten, dafür kann ich auch YouTube-Kommentare lesen. Das habe ich getan und die meisten Kommentare enthalten massiv mehr Informationen, als dieser "Artikel".

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eenberlina 20.04.2019, 14:52
73.

Zitat von jerrinho
Dieser Artikel erklärt nicht, warum er den Debattenstreit entschieden haben soll, denn der Artikel enthält fast keine inhaltlichen Informationen. Mit keiner Silbe wird erwähnt, dass Zizek und Peterson zu mindestens 90% übereinstimmen. Mit keiner Silbe wird erwähnt, dass diese Diskussion offensichtlich schlecht geplant war und die beiden Protagonisten in ihren vorbereiteten Statements in völlig verschiedene und dennoch miteinander vereinbare Richtungen diskutiert haben. Deshalb gebe ich Ihnen den Ratschlag, dass Sie sich (im Gegensatz zu dem hier schreibenden Journalisten) die Debatte anschauen - so wie es @doc_snyeder gemacht hat - und selbst feststellen, dass dieser Kommentar auf mittelmäßigem Twitter-Niveau ist.
Oh, ich habe die Debatte gesehen, keine Sorge.

Dort hat sich meine Meinung bestätigt. Hr. Peterson hat sich als Laie in eine Debatte mit einem Fachmann begeben und wurde dort (wieder) als das enttarnt, was er ist: Jemand, der der Popularität wegen über Themen spricht, die ausserhalb seiner Expertise liegen.

Mag den Laien überzeugen, jedoch nicht Fachleute.

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bjmolitor 20.04.2019, 14:52
74. Radio Eriwan

Radio Eriwan hätte einfach kurz und bündig geschrieben: Peterson wurde nur Vorletzter und Zizek ehrenvoller Zweiter. Es ist bemerkenswert, wie weit der Realitätsverlust schon gediehen ist. Zizek hat die Debatte nicht gewonnen, er hat nur unter Beweis gestellt, dass er ein recht intelligenter und irgendwie liebenswürdiger Chaot ist, der zwar viele Dinge richtig erkennt, aber den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Das ist verständlich bei jemandem, der sich mit dem Virus der hegleschen Dialektik infiziert hat. Peterson ist mit ihm sehr höflich umgegangen; er hat ihm gleich am Anfang „komplexe“ Gedankengänge attestiert, wo „konfus“ das bessere Wort gewesen wäre.

Was die Verbindung zwischen Postmodernismus und Marxismus angeht, hat Peterson ganz richtig auf die Affinität und Geistestradition der Gedankengänge verwiesen. Der wichtigste Name, der diese Schulen verbindet, ist auch gefallen, nämlich Jacques Derrida, dessen marxistische Wurzeln kein denkender Mensch ernsthaft bestreiten wird. Natürlich hat Zizek insofern recht, als dass sich adornöse Ausdeutung von Marx in unendlich vielen Spielarten in vieler Hinsicht weit von Marx‘ ursprünglichen Gedanken entfernt hat. Über die Herkunft und Methodik dieser Spielart der Dialektik besteht aber kein Zweifel, auch wenn ihre Vertreter dank der Strategie des „doppelt verschanzten Dogmatismus“ (in den Worten Karl Poppers) sich je nach Situation umbenennen und alle belastenden geistigen Verbindungen abstreiten. Auch Zizek war vor dieser Versuchung nicht gefeit, als er einige Äußerungen von Marx ins Feld führte, die der marxistischen Praxis widersprechen. Dialektische Theorien schaffen es halt, gleichzeitig eine These und ihr Gegenteil zu behaupten. Eine solche Theorie kann man nicht so leicht anhand ihrer falschen Behauptungen festnageln (und Petersons einziger Fehler war, dass er sich vielleicht zu sehr auf diese Herausforderung eingelassen hat ohne die scharlataneske dialektische Methode an sich anzugreifen).

Als positives Ergebnis aus der Debatte bleibt immerhin festzuhalten: Obwohl der Nebel der Dialektik nicht leicht zu durchdringen war, brachten die beiden doch eine zivilisierte Konversation unter denkenden Menschen zustande. Man konnte einen Grundkonsens über die conditio humana und wichtige Probleme in unserer heutigen Gesellschaft erkennen. Weniger Einigkeit erzielten die beiden darüber, wie diesen Problemen zu begegnen sei. Das lag in meinen Augen aber vor allem daran, das Zizek wenig Interesse an konkreten Lösungsansätzen hat, sondern lieber mäandernd von einer Beobachtung und Reflexion zur nächsten driftet.

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Newspeak 20.04.2019, 14:56
75. ....

Peterson wird schon für rechts gehalten, weil er sich erdreistet, selbst zu denken, und nicht mit dem Mainstream einer Meinung zu sein. Das kann natürlich auch dem Journalisten des Spiegel nicht gefallen. Man berichtet nicht neutral, sondern ergreift Partei, weil man glaubt die korrekte Meinung zu haben. Ich finde das nur erbärmlich. Lasst es doch einfach sein, wenn ihr euer Metier nicht versteht, sachlich zu berichten.

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checkitoutple 20.04.2019, 15:01
76. Ok die philosophische Basis der Alt Right Bewegunc basiert auf einer

Dünnbrettbohrer Ideogie. Isr denen aber egal. Den Vertrettern der Bewegung geht es ja nur darum den Status Quo zu erhalten. Intelektuell sind sie das auf niedrigstem Niveau und das wollen sie ja auch es geht dRum die Coutch Patetls ruhig zu stellen damit die Schwellende Revolution in den USA nicht zu einer richtigen Revulotion wird.
Das wird dann viel der Amerikanische Traum beschworen das reicht um die Dummen und die Träumer davon abzuhalten antiv zu werden.
Natürlich ist das viel komplexere Philosophisch System von Marx mit einem kompleten Modell Seman5isch deutlkch überlegen.
Pech nur das es in der Realität bisher am Egoismus der Verwirklichenden Personen immer gescheitert ist. Denn im Gegensatz zum Kapitalismus yer ja auf purem Egoismus und 100% Ausbeutung basiert. Bäuchte der Marxismus Ideologksch reifere Altrjistisch Habdelnde Menschen in der Regkerung. aund da sind die Selektionsmethoden welche dafür sorgen würden das Altruistische Menschen auch die Macht übernehmen bisher wovl nicht entwickelt.
Dashalb fi det man in beid3n Systemen die gleichen Egotyprn an yer Macht also eben eher Egomanisch selbstverliebte Alphatiere.Denke mal.das ist dad grössere Problem als die Wahl der Verteilung.

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ancoats 20.04.2019, 15:06
77.

Zitat von jerrinho
Dieser Artikel erklärt nicht, warum er den Debattenstreit entschieden haben soll, denn der Artikel enthält fast keine inhaltlichen Informationen. Mit keiner Silbe wird erwähnt, dass Zizek und Peterson zu mindestens 90% übereinstimmen. Mit keiner Silbe wird erwähnt, dass diese Diskussion offensichtlich schlecht geplant war und die beiden Protagonisten in ihren vorbereiteten Statements in völlig verschiedene und dennoch miteinander vereinbare Richtungen diskutiert haben. Deshalb gebe ich Ihnen den Ratschlag, dass Sie sich (im Gegensatz zu dem hier schreibenden Journalisten) die Debatte anschauen - so wie es @doc_snyeder gemacht hat - und selbst feststellen, dass dieser Kommentar auf mittelmäßigem Twitter-Niveau ist.
Ich zum Beispiel habe mir die Debatte angeguckt. Ich sage mal so: wenn Herr Zizek nicht so ein ruhiger und kompetenter Debattierer wäre, der mit dem interlektuellen Florett statt dem populistischen Faustkeil (wie Leute vom Schlage Petersons) operiert, dann wäre das Ganze noch beschämender für J.P. ausgegangen. Es spricht nicht für seine Anhänger, wenn sie die argumentative Feinheit Zizeks und sein mildes, eher unkonfrontatives Verhalten gegenüber Peterson als Beleg für Ebenbürtigkeit missverstehen. Wenn man denn die Wettkampfmetaphorik bemühen will (was ich in diesem Artikel auch eher unglücklich finde), dann steht es klar 100:1 für Zizek.

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Haarfoen 20.04.2019, 15:06
78.

Zitat von freizeitverkaeufer
...soviel steht fest: Zwischen Linken und Rechten herrscht Krieg. Keine Spur von Einsicht oder Frieden in Sicht.
Als Krieg würde ich das nicht bezeichnen wollen, eine politische Systemdebatte ist kein Krieg. Nachdem jahrzehntelang Privatisierungen und der Aufbau von Superkonzernen als Garanten des allgemeinen Wohlstands bejubelt wurden, kehrt langsam Einsicht ein. Gier steht einer nachhaltigen Wirtschaft entgegen, die neoliberalen Eliten haben in der Lösung von ökologischen und sozialen Fragen vollumfänglich versagt. Die Mär einer Selbstregulierung ist eine Mär geblieben. Große Teile der Bevölkerung machen sich berechtigt Sorgen, wie ein Überleben unter Aufrechterhaltung von Lebensqualität in dieser Systemstruktur möglich sein soll. Wie definieren Sie hier "Einsicht und Frieden"? Soll das alles so weiter laufen oder kann "Einsicht und Frieden" durch die Entmachtung der neoliberalen Eliten und eine Vergesellschaftung von Kapitalkumulation geschaffen werden? Dies sind immanent wichtige Fragen, die einer Klärung bedürfen.

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vox veritas 20.04.2019, 15:12
79.

Zitat von ancoats
Der Mann ist übrigens kein Psychoanalytiker, sondern hat einen Bachlor of Arts in Psychologie der Universität of Alberta. Ich sag da jetzt mal nicht viel zu, aber besonders beeindruckend ist das nicht, und es qualifiziert auch eher wenig für die Themen und Wissenschaftsbereiche, für die er sich insgesamt so berufen zu fühlen scheint.
Wenn Sie schon die Qualifikation ins Spiel bringen, dann sollten Sie das bitte auch richtig machen und erwähnen, daß Peterson einen Ph.D. in Klinischer Psychologie hat.
https://en.wikipedia.org/wiki/Jordan_Peterson

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