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Philosophie-Talk "Precht" im ZDF: Zwei Stühle, eine Meinung
ZDF

Philosophie? Für das ZDF eine klare Sache: Zwei Männer stellen mit großen Gesten steile Thesen auf. So sieht die neue Prestige-Sendung mit Richard David Precht aus. Die Premiere mit dem Krawall-Neurologen Gerald Hüther erinnert an eine Talk-Satire.

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Walther Kempinski 30.08.2012, 19:03
20. Hauptsache weg

Ganz egal wie schlecht oder gut Precht mit seiner Sendung sein soll, hauptsache den Stotterdijk sind wir los. Der Stotterdijk konnte doch keinen einzigen geraden Satz rausbringen. Seine pseudointellektuelle Art mit seinen verwurstelten und sinnfreien Bandwurmsätzen, haben den Rand der Lächerlichkeit doch stetig übertreten. Senilität als Philosophie zu verkaufen, war die größte Dreistigkeit der Programmacher beim ZDF.

Zusammen mit seinem lispelnden f*ck-buddy Safranski, hat Stotterdijk sogar manchmal versucht, den überlegenen linken Intellektuellen zu geben. Auch damit ist er natürlich prechtig gescheitert. Denn niemand hat ihn verstanden, er sich selbst wahrscheinlich auch nicht. Schily und Fischer haben diesen zwei Clowns dann wohl endgültig die Luft raus gelassen.

Weder als Philosophen, noch als Staatsideologen, hatten die zwei Legastheniker etwas zu melden.

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Sackaboner 30.08.2012, 19:03
21.

Der Vergleich mit Andre Rieu macht einem Herr Sloterdijk direkt sympatisch. Analog zum besagten Geigenspieler würde man dann Herrn Precht einen Kitschphilosophen nennen.

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lehrlauf 30.08.2012, 19:12
22. Wieviele Unterrichtsstunden?

Über 100.000? Also rund 4.000 volle Tage, 9 volle Jahre.

Umgerechnet auf echte Schultage mit Wochenenden und Ferien sind das also etwa 90 Jahre Unterricht. Respekt...

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hartholz365 30.08.2012, 19:13
23. Wieso ist der eigentlich im TV?

Früher tingelte er immer durch die Talkshows, bei Anne Will hatte man den Eindruck er gehört dort schon zum Inventar.

Schon damals fragte ich mich: Wat will der denn in der Sendung? Wer hat den eingeladen und vor allem warum? Der Filosof erklärt uns aufm Sofa die Welt, aha. Vor 100 Jahren wäre damals vermutlich ein Pfaffe gesessen und hätte seinen Senf zu jedem Thema abgesondert, hätte auch keinen interessiert, wäre genauso überflüssig gewesen. Ich gebe ungefragt meinen Senf ab also bin ich.

Wie der sich in die Sendungen eingeschlichen hat möchte ich mal gerne wissen, der muss ja gute Kontakte haben.

Jetzt bekommt der auch noch eine eigene Sendung. Schrotthändler, Wurschtbudenbesitzer und sowas wie diese Katzenberger haben heute ihre eigenen Sendungen, bei denen fragt man sich brauchen wir das, wer schaut sich das an? Genau die selben Fragen stelle ich mir bei Precht. Wieso quält uns das ZDF so?

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BlakesWort 30.08.2012, 19:17
24.

Wie sich die Poeten und Philosophen an dieser Stelle wieder echauffieren. Lesen Sie doch lieber Sloterdijks neuste Schwurbel-Tagebücher und fühlen sie sich allen anderen intellektuell überlegen...

Precht vereinfacht, das ist richtig. Aber viele seiner Ansichten fernab der Philosophie haben Hand und Fuß. Das ist es, was ihn so erfolgreich macht.

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frommehelene 30.08.2012, 19:19
25. Danke

für die Wortschöpfung 'Krawall-Neurologe' und den Satz "....dass der Göttinger Neurowissenschaftler es versteht, seine wissenschaftlichen Erkenntnisse derart allgemeinverständlich zu präsentieren, dass man nicht nur kein Studium braucht um sie zu begreifen, sondern auch keines um sie zu äußern."
Köstlich - treffender hätte man es nicht sagen können. Aber der Mann hat einen wahnsinnigen Zulauf . Das Niveau von solchen Sendungen ist u.a. der Grund, weshalb ich meinen Fernsehapparat angeschafft habe. Nicht, dass ich die elaborierten Verrisse des 'Literarischen Quartetts' geschätzt habe aber ein derartiger Abstieg war nun doch nicht wünschenswert.
Außerdem weiß ich ohnehin nicht, warum sich Hüther so aufplustert - seine verkündeten Weisheiten sind längst beim Mainstream und vielen Schulen angekommen. 'Individualisiertes Lernen' heißt die neue Sau, die man jetzt durchs Dorf treibt.

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ancoats 30.08.2012, 19:21
26. Mag sein, aber

Zitat von Böörnd
Ich habe mich oft über SPON-Beiträge gefreut und auch geärgert! Aber das Gesagte zu Herrn Hüther ist nur von bodenloser Dummheit und vollständiger Unkenntnis über einen excellenten Neurobiologen gekennzeichnet, es ist traurig, derartig diffamierende Beiträge bei SPON lesen zu müssen
Herr Hüther ist möglicherweise ein exzellenter Neurobiologie - das kann ich nicht beurteilen, da selbst bestenfalls gut gebildeter Laie auf dem Gebiet. Ins Grübeln bringt mich allerdings, dass er die gute alte Scientology-Mär vom ungenutzten Gehirnpotential im Munde führt - wenn etwas nachgewiesenrmaßen gequirlter Quark ist, dann das, und das weiß man eigentlich auch als weniger exzellenter Neurobiologie. Und was einen Vertreter dieses Fachs außerdem dazu qualifiziert, über "die Schule" zu urteilen, ist mir auch nicht klar. Vermutlich, weil es auch irgendwie ein Stück weit mit Gehirn & Neurodingensbumens zu tun hat...

Und das bringt mich zu Precht. Ich bin wahrlich kein Fans von Sloterdijk, aber "Rieu der Philosophie" ist großartig und voll auf den Punkt. Das Wikipedia-Niveau der philosophischen Ausführungen dieses Herrn ist vielleicht was für FreundInnen erbaulicher Coffeetable-Literatur, aber ganz gewiss nicht ernstzunehmen. Insofern passen offenbar beide zusammen und beide ins Fernsehen.

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ma ko 30.08.2012, 19:24
27. Was wollt ihr?

Der Artikel berührt einige Grundprobleme von Wissenschaft und Populärwissenschaftlicher Literatur / Medien!
Die ca. 10.000 wissenschaftlichen Philosphen in D brauchen sicherliche keine Fernsehsendung um ihre Inhalte zu diskutieren.
Precht ist es zu Gute zu halten, die Philosohie zu verbreiten (zu demokratisieren?).
Reduktionen sind dafür notwendig und sinnvoll!
Will man dies kritisieren, könnte man auch Ranga Yogeshwar vorwerfen die Physik zu profansieren!
Was wird vom Medium Fernsehen erwartet?
Ohne die Sendung gesehen zu haben, möchte ich mumaßen, dass sie "wertvoller" ist als 95% der übrigen Inhalte! Wo bleibt die Kritik an den übrigen Inhalten?
Herrn Hüther und seine Veröffentlichungen kenne ich nicht!
Vllt. wäre es sinnvoller gewesen, Herrn M. Spitzer zu laden. Dieser versteht es sehr gut wissnschaftliche (neurologische) Inhalte (relativ) populär- und breitenkonform aufzuarbeiten.
Im Endeffekt plädiere ich für den "second best Ansatz"!:
Bevor es gar keine Philosophie im TV gibt, besser Precht!
Im Gengensatz zu Typen wie Sloterdijk haben er und seine Themen sogar gesellschaftliche Relevanz,

MfG

Ma Ko

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si-ar 30.08.2012, 19:30
28. .

Einige hier scheinen zu denken, dass Philosophie aus vertrackten Sätzen und Worthülsen besteht und nur dann wertvoll ist, wenn es kein Normalsterblicher mehr versteht.
Das gibt dann so ein schönes Gefühl dem Pöbel unendlich überlegen zu sein, ohne Nachweis selbst auch nur ansatzweise das Gesagte verstanden zu haben.

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Spiegelkritikus 30.08.2012, 19:31
29.

Zitat von GyrosPita
Nicht nötig, ich habe Precht oft genug in anderen Talkshows gesehen um mir sicher sein zu können das ich mir diese Sendung auf keinen Fall geben muß. Man mag ja von Sloterdijk halten was man will, aber wo er (P)Recht hat hat er Recht. Precht ist das größte Heißluftgebläse dem im deutschen Fernsehen eine Bühne geboten wird. Kann auf die Schnelle leider nicht mehr den Link finden, aber in der Süddeutschen (glaub ich zumindest) wurde mal von einem echten Philosophen eins seiner Machwerke dermaßen verrissen, da war jede einzelne Zeile eine schallende Ohrfeige für diesen blasierten Laberheini...
Precht kann man als Populärphilosophen bezeichnen, der philosophiehistorische Themen mit etwas Naturwissenschaft vermixt und das Resultat dann gut vermarktet. Immerhin hatte er damit Erfolg und manche Leute vielleicht für weiteres philosphisches Fragen interessiert.

Was mich an ihm vor allem stört, ist seine geradezu naive politische Überzeugung. Er steht grundsätzlich hinter dem Kapitalismus und hat schon vor längerer Zeit seine große Bewunderung für Merkel in die Mikrophone posaunt.

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