Forum: Kultur
Pianist Krystian Zimerman: Wegen Handyfilmer Konzert unterbrochen
Getty Images

Wegen YouTube-Filmen habe er schon Plattenprojekte verloren, klagte der Pianist Krystian Zimerman am Montag bei einem Konzertabend in der Essener Philharmonie. Dort filmte ein Zuschauer mit seinem Smartphone. Der polnische Klaviervirtuose unterbrach verärgert seinen Auftritt.

Seite 5 von 47
OneTwoThree 04.06.2013, 10:25
40. Nunja, Ansichtssache

Wurden den eigene Stücke gespielt, oder hat der ´´Künstler´´ nur etwas von anderen Komponisten gespielt?
Dann ist er nämlich kein Künstler, sondern lediglich ein Interpret.

Mal ganz abgesehen davon, dass er sich wohl selber reichlich bei anderen Leuten bedient. Aber so ist es ja oft, wenn jemand, der sich an den Leistungen anderer bereichert, selber von anderen Leuten kein Geld für die Aufführung der Stücke der wirklichen Künstler erhält, ist nicht er derjenige der sich fremdes Leistungsgut aneignet, sondern derjenige, der den (nennen wir es mal) Dieb bestiehlt.

Mal ganz abgesehen davon, dass man scheinbar von seinem eigenen Können nicht so ganz überzeugt zu sein scheint, wenn man der Meinung ist, die Veröffentlichung eines (wahrscheinlich schlecht gefilmten) Handyvideos würde jemanden vom Kauf der xxxxten Aufnahme irgendeines Werkes abhalten.
Braucht halt nicht jeder 75 Versionen eines x-beliebigen Werkes.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Rochus 04.06.2013, 10:25
41. Diebstahl?!

Der Mann hat bezahlt! Und wenn das Tastensensibelchen das Filmen nicht abkann, soll er sich einen neuen Job suchen! Man spielt keine Stücke öffentlich, wenn die Tournee oder der Platten- äh Aufnahmevertrag nicht unter Dach und Fach ist.
Wenn jemand wegen eines Videos ein Konzert nicht besucht oder eine elektromechanische Reproduktion (Klassikplatten und -CDs werden ja zugunsten MP3s usw kaum noch produziert) nicht erwirbt, dann ja wohl nur, um diese Publikumsbeschimpfung nicht zu erleben.
Wenn überhaubt en Diebstahl/Betrug stattgefunden hat, ist es wohl der Beschiß der vielen anderen (nicht zu knapp) zahlenden Zuschauer durch die unprofssionellen Turbulenzen und der Arbeitsverweigerung durch den Solisten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
torstenschäfer 04.06.2013, 10:26
42.

Ich war mal bei einem Open-air-Konzert von Massive Attack. Man sah kam was von der Bühne, weil Hunderte Leute ihre Smartphone hochreckten und zu filmen versuchten. Mal abgesehen davon, dass die Qualität solcher Filmchen ja meist unterirdisch ist:

diese Trophäen-Eiferer ("schau mal, was ich gefilmt habe") gehen mir mehr und mehr auf die Knäcke. Kein Unfall, kein Feuerwehreinsatz, wo nicht irgendein Depp sein Handy zückt.

Dem Pianisten möchte ich gratilieren. Wer sein Handy im Konzertsaal zückt, gehört rausgeworfen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
blob123y 04.06.2013, 10:26
43. Der hat Recht

ich habe alleine in den letzten 12 Monaten etwa 400 Fotos und etwa 300 Seiteninhalte meiner Websites bei anderen gefunden, das Problem ist Google denn die sind nicht in der Lage (keine Lust) Originale von Kopien zu unterscheiden und knallen oft die Originale hinaus und definieren die Kopie als Original worauf die Originalwebsite verschwindet. Wenn man das denen via dmca mitteilt werden etwa 20% der Meldungen gerichtet und der Rest einfach ignoriert usw. Da spielen ein paar Halbwuechsige in Mountain View Business haben aber keinerlei Ahnung was die eigentlich tun.

Zitat von sysop
Wegen YouTube-Filmen habe er schon Plattenprojekte verloren, klagte der Pianist Krystian Zimerman am Montag bei einem Konzertabend in der Essener Philharmonie. Dort filmte ein Zuschauer mit seinem Smartphone. Der polnische Klaviervirtuose unterbrach verärgert seinen Auftritt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
becem 04.06.2013, 10:30
44. Verbreitung bezahlt nicht die Miete

Zitat von cthullhu
Zitat "Die Vernichtung der Musik ist enorm durch YouTube." - Bester Spruch, den man je von einem "Künstler" hören könnte. Frage an den Pianisten: Machen Sie Kunst - oder machen Sie Geld? Machen Sie Musik oder machen Sie Konsumgut? Vielleicht sollte der Pianist mal in sich gehen und über seine schwachsinnigen Worte nachdenken. Das einzige, was für einen Künstler wirklich zählt - ist weniger das Geld - vielmehr die Verbreitung seiner Werke. Aber... wer ist heutzutage schon noch ein echter Künstler... gerade in Zeiten von Lena, Sido, Black Eyed Peas... etc.
Aha, und du gehst kostenlos arbeiten?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
stefanbln 04.06.2013, 10:32
45. ...

Recht hat er - im wahrsten Sinn des Wortes!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
XXXXX 04.06.2013, 10:34
46.

Zitat von cthullhu
Zitat "Die Vernichtung der Musik ist enorm durch YouTube." - Bester Spruch, den man je von einem "Künstler" hören könnte. Frage an den Pianisten: Machen Sie Kunst - oder machen Sie Geld? Machen Sie Musik oder machen Sie Konsumgut? Vielleicht sollte der Pianist mal in sich gehen und über seine schwachsinnigen Worte nachdenken. Das einzige, was für einen Künstler wirklich zählt - ist weniger das Geld - vielmehr die Verbreitung seiner Werke. Aber... wer ist heutzutage schon noch ein echter Künstler... gerade in Zeiten von Lena, Sido, Black Eyed Peas... etc.
Wenn jemand mit anderer Leute Musik Geld verdient ist das nicht okay. Ein Künstler hat das Recht zu entscheiden, ob und wie seine Kunst verbreitet wird. Ein Zuschauer, der das Video auf Youtube hochlädt und dann mit Werbung Geld verdient, hat nichts zur Kunst beigetragen. Sich mit anderer Leute Arbeit zu bereichern ist kriminell.

Und bevor hier jemand behauptet Kunst sei keine Arbeit, dem seien die Worte von Karl Valentin ins Poesiealbum geschrieben: "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit." und von seiner Arbeit muss der Künstler auch leben können.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Gesellin 04.06.2013, 10:35
47. Überzogen

Hätte es ihn nun gestört, wenn jemand mit Blitzlicht mehrmals fotografiert hätte, hätte ich die Aufregung aufgrund der Konzentration noch logisch nachvollziehen können. Aber hier scheint wohl jemand eher und schlichtweg egozentrisch zu sein.

Meiner Erfahrung nach gehen Musikliebhaber (unerhablich welcher Musikrichtung zugehörig) in ein Konzert, um etwas live zu erleben: Klang, Atmosphäre, Licht, Emotionen, den Künstler selbst. Kein Video auf YouTube kann und wird daran etwas ändern geschweige denn dafür sorgen, dass sich Konzerhallen nicht mehr füllen.
Im Gegensatz dazu rufen viele Künstler mittlerweile geradezu auf, hier aktiv zu sein. Ein Video dient neben dem Anschauen zuhause ja nun dazu, den Künstler 'weiterzusagen'. In den USA nennt man das "to spread the word"; und auch bei einer Reihe von Konzertbesuchen im New Yorker Beacon Theatre im Mai hatte der Künstler ausdrücklich erlaubt, ja die Gäste regelrecht aufgefordert, sich Erinnerungsfilme zu machen (und eben nebenbei für die eigene Person zu werben, so es online gestellt wird).

Geld verdienen in allen Ehren, aber dank der neuen Medien trennt sich überall die Spreu vom Weizen. Daran wird man sich gewöhnen müssen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
feindlich-negativ 04.06.2013, 10:35
48.

Zitat von cthullhu
Das einzige, was für einen Künstler wirklich zählt - ist weniger das Geld - vielmehr die Verbreitung seiner Werke.
So wie für die Verkäuferin lediglich die Verbreitung ihrer Waren zählt und für den Bauarbeiter die Fertigstellung seiner Baustelle. Was für ein Geschwafel. Was Künstlern wichtig ist, wissen diese am besten und wer ihnen das Recht abspricht, von ihrer Kunst zu leben, tut das aus reiner Missgunst und weil er selbst noch keine fünf Minuten seines Lebens kreativ war.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Das Grauen 04.06.2013, 10:36
49. Äpfel und Birnen

Ein Smartphone-Video soll die Leute davon abhalten, eine qualitativ wesentlich höherwertige, professionell erstellte CD oder Audio-DVD zu kaufen? Das glaube ich keine Minute. Wer sich damit zufrieden gibt, klassische Musik als Youtube-Filmchen zu "genießen", der hört sicher auch keinen Unterschied zwischen Zimerman und irgendeinem anderen Pianisten und hätte sich wohl eher eine Ramsch-CD vom Grabbeltisch gekauft, als mehr Geld für dessen Aufnahme auszugeben. Selbstverständlich muß der Pianist solche Raubmitschnitte nicht hinnehmen, und hier ist auch der Veranstalter sowie das Publikum gefordert, dies zu verhindern, aber trotzdem ist die Begründung Zimerman's doch an den Haaren herbeigezogen. Wenn er sich von einem Zuschauer auf der Empore ablenken lässt, dann kann er von vornherein nicht sehr konzentriert gewesen sein!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 5 von 47