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PID-Debatte bei "Hart aber fair": Tiefschläge im Namen des Lebens

Selten wurde bei "Hart aber fair" so hitzig debattiert: Theologe gegen Theologe, Politikerin gegen Mutter, und mitten drin Schlagerbarde Guildo Horn. Es ging um die umstrittene Präimplantationsdiagnostik, um Fehlgeburten und das Recht auf Leben. Talkshow und Moral - passt das überhaupt zusammen?

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mirinord 30.06.2011, 12:04
60. Anfragen

Das Auslands"argument" ist als solches keines - oder akzeptieren die Befürworter auch die Leihmutterschaft? Denn dafür fahren deutsche Paare auch ins Ausland, z.B. nach Indien.
Auch nicht vom Tisch ist die Frage, welches Leiden wir denn als Grund für eine PID ansehen würden - und welches nicht - und mit welchen Gründen sich eine Grenze ziehen ließe.
Bleibt noch der Hinweis darauf, dass es tatsächlich um die Ermöglichung eines leiblichen Kindes geht - während es auch in Deutschland weiterhin viele Kinder gibt, die auf liebevolle Pflegeeltern warten.

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husker 30.06.2011, 12:04
61. ...

Was mich bei dieser Diskussion irritiert hat, war die Anmerkung, dass behinderte Menschen es anscheinend toll finden, wenn ihre Behinderung weiter erhalten bleibt, damit sie selbst auf eine bessere Lobby in der Politik etc. hoffen können...

Und deswegen sollte man eine persönliche Entscheidung derjenigen Familie illegalisieren. Aha.

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mundi 30.06.2011, 12:06
62. Über das Moralisieren

Zitat von tutzt
Leicht lässt es sich moralisieren und mit dem Finger wedeln, wenn man selbst kein Betroffener der Thematik ist - wie eben die katholische Kirche. Müssen die halt sehen, wie sie mit einem (schwerst)behindertem Kind klarkommen, wen interessiert schon das Leben von Eltern und Geschwistern, es geht immerhin um, ja um was eigentlich? Achja: Ums Prinzip, so!
Natürlich moralisiert sich leichter, wenn man nicht persönlich betroffen ist.

Wie ist es aber mit dem betroffenen Behinderten, der erfahren muss, dass er eigentlich unerwünscht ist.
Es fehlt noch der Katalog mit Punktezahl für die Auswahl bei der PID.

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M@ESW 30.06.2011, 12:07
63. _

Zitat von Michael Giertz
Bei diesem Thema denke ich weiter. Erstens auf globaler Ebene - NIRGENDWO darf "optimiert" werden dürfen,
Das wird zum Glück niemals passieren
Zitat von Michael Giertz
und den Aufruf an die Menschheit, sich endlich ethisch weiterzuentwickeln.
Würde Sie ja wenn Leute nicht verbieten würden Designermenschen zu schaffen ;)
Zitat von Michael Giertz
Vor der künstlichen Evolution des menschlichen Erbgutes muss eine Evolution der Ethik stattfinden.
Das ist ein Wunsch, keine tatsächliche Voraussetzung. Praktisch geht es sehr wohl ohne

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hansklauspeter 30.06.2011, 12:08
64. ...

Zitat von mars444
Die Freigabe der PID führt bei anderen Menschen zu Leid. Wer sich fragen lassen muss, warum er eine Erkrankung durch PID nicht verhindert hat, leidet danach. Wenn er sich die Gedanken vorher macht, baut sie auch einen enormen Druck auf. Wenn ich zukünftig keinen Versicherungsschutz mehr bekomme, weil die Abfrage bei Erkrankungen bereits vor der Geburt beginnt, leidet auch dieser Mensch.
Bei mir stellen sich banale Fragen bei dieser Diskussion:

1. Es wird immer vor weiteren Ausuferungen und der Weg zum Kind nach Wunsch beschrieben. Wenn aber Kinder nach Wunsch Eltern wieder mehr bewegen würden, überhaupt Kinder zu bekommen und Abtreibungen vermieden werden... warum nicht. Aufhalten werden wir diesen Prozess in Deutschland eh nicht, im Zweifel macht es jemand anderes.

2. Der Gesetzgeber würde es sich zu leicht machen, einfach die PID zu verbieten, statt sich um die möglichen Folgen (Bsp. mit der Versicherung) zu kümmern.

3. Als oberste Entscheidungsinstanz stehen bei mir die Betroffenen. Wenn eine moralische Diskussion stattfinden sollte, dann doch bitte bei denen, für die PID in Frage kommt. Ich bin nicht betroffen und finde es unverschämt mich in diese Entscheidung einzumischen. Moral kann man nunmal nicht diktieren.

4. Es wird immer gesagt, wenn wir jetzt über das reden, dann kommt später das. Klingt beinahe so als wäre die Politik vollkommen unfähig solche Prozesse zu gestalten und zu lenken.

5. Ich sehe auch keine Religiösen Konflikte. Das Töten per se ist ja nicht verboten, sondern nur Morden und das macht einen Unterschied. Schließlich sind ja auch nicht alle Christen Vegetarier. Die Frage ob die befruchteten Eizellen Leben sind ist also vollkommen nebensächlich. Und letztlich entscheidet ja sowieso nicht Gott über unser Handeln, sondern wir und auch dann ist es wieder Entscheidung des Arztes und der Frau ob sie den evt. Gang in die Höhle in Kauf nehmen (naja... die katholische Kirche hat für solche Fälle ja noch Mittel und Wege). Also ist es auch aus religiöser Sicht, egal ob es ein Verstoß gegen die Werte des Christentums ist, da es eine Entscheidung ist die die betroffenen Treffen müssen. Letztlich wissen wir ja nichtmal wie Gott zu dem Thema steht (grundsätzlich müsste man ja annehmen, dass ein allmächtiger Gott uns die PID garnicht machen lassen würde, wenn er nicht wöllte).

6. Aus rein Staatlicher Sicht gibt es wenig, was dagegen spricht. Sehen wir solche Eizellen als Leben an, dann haben wir ein Problem. Wir müssten die Länder, in denen die PID erlaubt ist ständig an ihre Menschenrechtsverletzungen erinnern (ich glaube das willkürliche Töten von Menschen ist eine Verletzung der Menschenrechte). Wenn ein Arzt in England einer deutschen bei der PID hilft, müssten wir eine Auslieferung fordern, schließlich hat er einen oder gleich mehrere Deutsche getötet. Das ist jetzt natürlich total abstrakt, aber die PID schadet niemandem, also gibt es keine Notwendigkeit für den Staat einzugreifen.

7. Allen die sich Sorgen machen, dass es keine Behinderten mehr gibt (ich weiß garnicht warum man sich darüber sorgen machen müsste), viele Behinderungen entstehen erst während der Austragung oder im späteren Leben. Bedauerlicherweise ist es also tatsächlich nur eine relativ kleine Gruppe, denen mit der PID geholfen werden kann, für die Mehrheit der Behinderten wird sich nichts ändern, auch die Wahrnehmung dieser Menschen nicht.

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herbert 30.06.2011, 12:09
65. schade um den Platz !

dieser Gildo war die größte Fehlbesetzung

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Rodelkönig 30.06.2011, 12:11
66. qwertzuiop

Zitat von leser_81
Mal ganz abgesehen von dem Thema der Sendung ! Was macht bitteschon "Schlagerbarde Guildo Horn" bei dieser Debatte? Viele kennen "Unseren Guildo" doch nur noch im Zusammenhang mit Nussecken oder mit dem schwachsinn Song "Pip Pip Pip Guildo hat euch lieb". Ich denke der Typ kann zu dem Thema ungefär soviel erzählen wie eine Kuh vom Eier legen. Ich denke mit solchen Kanidaten disqualifiziert sich die Talksendug bei vielen Zuschauern von selbst.
Naja. Guildo Horn setzt sich schon seit Jahrzehnten für die Gleichberechtigung von Behinderten ein, hat viele behinderte Freunde in seinem Freunds- und Bekanntenkreis, macht regelmäßig Musik mit Behinderten, ist Pädagoge und Musiktherapeut bei der Trierer Lebenshilfe (für Menschen mit Behinderungen) usw.
Ich finde nicht, dass er weniger qualifiziert ist, über dieses Thema zu reden als jeder andere Mensch.

Viele Grüße

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Liechtenstein 30.06.2011, 12:12
67. .

Zitat von zickezackehoihoihoi
Nur leider hat die gute Frau im Wesentlichen so argumentiert, dass Sie am Ende wie eine egoistische, laute Nervensäge rüberkam,
Das war überhaupt nicht der Fall. Es wurde intensiv argumentiert. Mehr nicht.
Zitat von zickezackehoihoihoi
Weil zudem Herr Hintze nur rumgeschriehen
Herr Hintze hat nicht rumgeschrieen. Er hat sehr gut argumentiert.
Zitat von zickezackehoihoihoi
und dieser Arzt ständig nur den Kopf geschüttelt hat
Bei den Argumenten der Gegenseite muss man ja den Kopf schütteln. Darüber hinaus hat auch der Arzt sehr gut argumentiert.

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drspieler 30.06.2011, 12:13
68. Du Ungeist!

Zitat von mbschmid
Nun ist der IQ ein schwer zu fassendes Ding. Ein IQ von 120 sagt eigentlich nicht mehr aus, als jemand ist in der Lage in einem IQ-Test auf den Wert 120 zu kommen. Die Tagesform spielt natürlich auch eine Rolle. Ausserdem ist der IQ wahrscheinlich nicht rein genetisch bedingt. Aber angenommen es wäre möglich zu entscheiden aus welche paar Zellen der Mensch entsteht, der leichter lernt, als der andere, was spricht dagegen quasi den "klügeren Embryo" einzupflanzen.
Weil der Mensch dann zu einem künstlichen PRODUKT degradiert wird. Es genügt anscheinend dem Menschen nicht Rinder, Hühner und Schafe zu züchten. Nein, auch der Mensch soll gezüchtet werden. Zuchtkriterien werden dann Fragen sein, inwieweit er dann in der Lage ist der Gesellschaft zu dienen. Ein Sklave sozusagen. Wo bleibt dann noch die Natürlichkeit? Man sollte erst gar nicht die Wahl haben sich zwischen zwei Embryonen zu entscheiden.

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Gottes-Gehörgang 30.06.2011, 12:13
69. Weltweit?

Zitat von Michael Giertz
mir geht's eher um ein weltweites Verbot und den Aufruf an die Menschheit, sich endlich ethisch weiterzuentwickeln.
Ach, gleich "weltweites Verbot"?
Darunter wollen wir's gar nicht mehr machen.
Klingt jedenfalls sehr,sehr ambitioniert.
Motto: Am deutschen Wesen soll die Welt genesen? Oder?

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