Forum: Kultur
Plädoyer: Der Spargelkult muss enden
Roland Weihrauch/ dpa

Es ist das privilegierteste Gemüse Deutschlands, der alte weiße Mann der Kulinarik, Dickpic-Ersatz im Netz - auch Markus Söder hat was dazu zu sagen. Ach ja, die Ernte ist übrigens auch menschenverachtend. Eine Abrechnung.

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bstendig 23.04.2019, 12:05
390. Also ich vermute, ihre Geschmacks-Rezeptoren

Zitat von ancoats
Ich bin selten mit Frau Stokowski völlig einer Meinung, aber hier muss ich mal laut "Ja!!! Endlich!" sagen. Das deutsche Getue um weißen Spargel grenzt tatsächlich ans Absurde; auch ich habe Freunde und Bekannte, die während der sog. Spargelzeit nichts, aber auch wirklich nichts, anderes essen - ein Gemüse mit eher - nun ja - subtilem Geschmack, der obendrein noch gerne von Schinkenbergen plus Hollandaise vollends ausradiert wird. Halb Deutschland rühmt sich mittlerweile, "ein großartiges Spargelanbaugebiet" zu sein, wobei es durchaus vorkommen kann, dass weitaus mehr Spargel aus einem bestimmten Gebiet auf dem Markt ist, als überhaupt dort angebaut - ein Spargelwunder, sozusagen... Und dann noch dieses Gemache beim Kauf auf dem Markt oder im Laden: die Stangen werden aneinandergerieben, weil: sie müssen "quietschen", und, oh Gott, ist da etwa ein trockenes, holziges Schnittende...? Da geht ja gar nicht! Außerhalb Deutschlands, in Frankreich etwa, interessiert das keinen Menschen. Da kauft man weißen Spargel, wenn überhaupt substanziell, so beiläufig wie Möhren, und gut ist's. Weil er wirklich, auch im Vergleich mit seinem grünen Vetter, ein echt banales Zeugs ist. Vom der Zweifelhaftigkeit seines Anbaus in kilometerlangen Plastikplanenwüsten mal ganz zu schweigen.
sind total verkümmert.

Weißer Spargel - und zwar deutscher Spargel - ist mit dem Kram in Frankreich nicht zu vergleichen.

Und ja, es ist etwas besonderes, da es ihn nur ein paar Wochen im Jahr gibt. Obendrein hat er eine so schöne phallische Form:-)

Also lassen Sie doch die Menschen ihren Spargel "verehren", wenn sie dies möchten. Was kümmert es Sie. Essen Sie Obst oder gar nichts. Ist mir zum Beispiel völlig wurscht.

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emil7685 23.04.2019, 12:07
391.

Zitat von ancoats
(....) . Weil er wirklich, auch im Vergleich mit seinem grünen Vetter, ein echt banales Zeugs ist. Vom der Zweifelhaftigkeit seines Anbaus in kilometerlangen Plastikplanenwüsten mal ganz zu schweigen.
Leider mag ich grünen Spargel nicht. Wo ich mich gerade aufhalte wächst der überall wild und ich könnte jeden Morgen wenn ich meine Runde mit dem Hund drehe ungefähr ein Kilo ernten. Grünen Spargel "verstehe" ich wahrscheinlich nicht.

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manicmecanic 23.04.2019, 12:09
392. Mobberin

durch die Hintertür ist die Frau auch noch wenn man ihren einigermaßen gut versteckten Seitenhieb auf Loriot liest.Ihn als überbewertet zu nennen sagt ja einiges aus,da ist wohl wer neidisch auf Fähigkeiten eines-ups-echten alten weißen Mannes.Dazu das übliche Mobbing der anderen alten weißen Männer,ihr fällt wohl nichts neues mehr ein.Ah doch,nun diffamiert sie noch pauschal die Landwirte als Vergewaltiger.Selten eine so verkrampfte junge Feministin gesehen wie diese penisfixierte Männerfeindin.

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colinchapman 23.04.2019, 12:10
393. Alleine dadurch

dass eine Arbeit mit körperlicher Anstrengung verbunden ist, ist sie deswegen noch nicht menschenunwürdig. Es gibt kein Grundrecht auf einen klimatisierten Büroarbeitsplatz mit einem Latte Macchiato neben dem MacBook. Wenn wir Arbeit auf dem Feld per se für menschenverachtend erklären, werden wir verhungern.
Und es gibt auch jenseits der Landwirtschaft noch sehr viel mehr Jobs, die in Deutschland niemand aus dem Inland noch machen will. Wer putzt Toiletten, wer schleppt auf dem Bau Dachziegel, wer erntet Obst und Gemüse? Und nach Frau Stokowskis Logik trägt derjenige, der weißen deutschen Spargel kauft, also irgendwie dazu bei, dass in Marokko Erdbeerpflückerinnen systematisch vergewaltigt werden. Bei aller Liebe für größere Zusammenhänge, aber diese Logik erschließt sich mir dann doch nicht.
Zu guter letzt: Ich glaube, der gute Loriot würde sich ob seiner Erwähnung in dieser vollkommen spaßbefreiten Kolumne im Grab umdrehen.

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schlüsselkind 23.04.2019, 12:10
394.

Auch mich verliert die Autorin hier etwas... Für eine zynisch-ironische Betrachtung des Spargelkults wäre ich ja immer zu haben. Mir ist angesichts der geradezu aggressiv-verbissenen Desavourierung jedes Spargelkonsumenten die Intention des Artikels indes etwas entglitten. Soll auf die (in der Tat, aber bei weitem nicht nur bei Spargel) hochbedenklichen Arbeitsbedingungen der Erntehelfer hingewiesen werden? Dann wäre nicht verständlich, das Ganze so allein auf den Spargel zuzuspitzen und die anderen Obst- und Gemüsesorten (sie selbst nennt Erdbeeren etc.) nur als Beispiele am Rande zu erwähnen. Falls der Autorin nur das spezielle Spargel-Getue auf die Nerven geht, dann ist sie vielleicht in dem vorliegend wohl von ihr beabsichtigten Aggro-Stil m.E. etwas über´s Ziel hinaus geschossen. So ist´s nun mal in der Marktwirtschaft, und es ist doch besser, um Gemüse einen Kult aufzubauen, als um irgendwelche Laborlebensmittel. Nur ein Beispiel: Auch Beaujolais Primeur - an sich ein billiger junger Wein - wurde insbesondere in den 80ern und 90ern, als wir uns alle ach so das "Savoir Vivre" der Franzosen aneignen wollten, mit massivem Kult und französischen Papierfähnchen in die Gastronomie geschoben. Wir haben´s alle überlebt. Und Spargel schmeckt mir einfach gut.

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k70-ingo 23.04.2019, 12:15
395.

Zitat von ancoats
Ich bin selten mit Frau Stokowski völlig einer Meinung, aber hier muss ich mal laut "Ja!!! Endlich!" sagen. Das deutsche Getue um weißen Spargel grenzt tatsächlich ans Absurde; auch ich habe Freunde und Bekannte, die während der sog. Spargelzeit nichts, aber auch wirklich nichts, anderes essen - ein Gemüse mit eher - nun ja - subtilem Geschmack, der obendrein noch gerne von Schinkenbergen plus Hollandaise vollends ausradiert wird. Halb Deutschland rühmt sich mittlerweile, "ein großartiges Spargelanbaugebiet" zu sein, wobei es durchaus vorkommen kann, dass weitaus mehr Spargel aus einem bestimmten Gebiet auf dem Markt ist, als überhaupt dort angebaut - ein Spargelwunder, sozusagen... Und dann noch dieses Gemache beim Kauf auf dem Markt oder im Laden: die Stangen werden aneinandergerieben, weil: sie müssen "quietschen", und, oh Gott, ist da etwa ein trockenes, holziges Schnittende...? Da geht ja gar nicht! Außerhalb Deutschlands, in Frankreich etwa, interessiert das keinen Menschen. Da kauft man weißen Spargel, wenn überhaupt substanziell, so beiläufig wie Möhren, und gut ist's. Weil er wirklich, auch im Vergleich mit seinem grünen Vetter, ein echt banales Zeugs ist. Vom der Zweifelhaftigkeit seines Anbaus in kilometerlangen Plastikplanenwüsten mal ganz zu schweigen.
Das deutsche Getue um den Spargel ist nichts gegen das Gewese, was die Südafrikaner um ihren Wein, die Nordkoreaner um ihr Kimchi, die Schotten um ihren Whisky oder die Conches (die Bewohner der Florida Keys) um ihren Key Lime Pie veranstalten.

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schlüsselkind 23.04.2019, 12:15
396.

Zitat von wiispieler
Wahrscheinlich schreibt Frau Stokowski diesen Artikel nur, weil ihr ein als Sexspielzeug entfremdeter Spargel bei der Benutzung abgebrochen ist.
Wie gelangt ein solcher Beitrag eigentlich an der Forenmoderation vorbei? Auch ich habe den Beitrag Frau Stokowskis kritisch kommentiert, aber doch bitte nicht so ordinär.

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Hoellenhagen 23.04.2019, 12:25
397. Drei Finger weisen zurück

Es sind doch die Erektionsgestörten der Medien, die jeden Frühling die Hype um den Spargel anheizen und daraus einen heidnischen Kult gemacht haben. :-)

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velbart 23.04.2019, 12:33
398. @benigno

Damit haben Sie wohl exakt den Nagel auf den Kopf getroffen. Hoffentlich werden als nächstes nicht die Bananen kastriert.

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wurstiwurstwurst 23.04.2019, 12:33
399. Starke 400 Kommentare...

über einen Spargelartikel! Irgendwas läuft hier falsch in diesem Land mit diesen Leuten.
Wirklich sehr beeindruckend wie man sich über sowas belangloses so auslassen kann!
Sänk ju Nummer 285 mhoereth.

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