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Plädoyer für die Solidargemeinschaft: Wo bleibt der Klassenkampf?
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Wir identifizieren uns nicht mit Arbeitslosen und Alleinerziehenden, sondern mit Fußballern und Stars. Dabei wäre es Zeit, eine Solidargemeinschaft zu bilden. Und zu kämpfen.

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cave68 20.07.2019, 18:41
30. was schon wieder

für ein erschreckend schwacher Artikel.
Weder sehe ich (und viele meiner Bekannten) irgendwelche Stars als Vorbilder,noch finden die meisten deren Gehälter als gerechtfertigt.
Andererseits:Warum sollte deren Geld ausgerechnet an Arbeitslose verteilt werden...
Armut und einen Grund dagegen zu demonstrieren hat vor knapp 100 Jahren Sinn gemacht,als Menschen sich vor lauter Verzweiflung Schilder um den Hals hängten,dass sie Arbeit jeglicher Art suchen würden.
Und da will Frau Berg uns etwas von Klassenkampf erzählen in einer Zeit ,wo Hunderttausende Stellen unbesetzt bleiben...was ein billiges Gejammer.
Und bevor jetzt wieder einige damit kommen,dass man davon nicht leben kann:Vergesst es!
Wären ein Grossteil dieser Jobs besetzt würde ich noch mit auf die Strasse gehen,sofern es Ungerechtigkeiten gäbe...aber so bestimmt nicht.
Also Frau Berg was wollen sie...."denen da oben" einfach Geld abnehmen und "denen da unten" schenken oder was...damit diejenigen sich auch ohne Gegenleistung Luxusturnschuhe kaufen können anscheinend...
aber Sozialgejammer zieht anscheinend immer auch wenn es noch so überzogen ist.

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burlei 20.07.2019, 18:42
31. Liebe Frau Berg ...

... Solidarität war gestern. Oder haben Sie nichts aus den Folgen der 68er-"Revolution" gelernt? Konservative und Besitzende ja. Die haben gelernt, dass man verhindern muss, dass sich Menschen mit anderen Menschen solidarisieren. Jeder ein Einzelkämpfer, jeder nur für sich, jeder gegen Alle. So verhindert man, dass der Mensch erkennt, dass er nur gemeinsam stark ist. Alleine ist er nur ein willfähriges Werkzeug in der Hand derer, die ihn als ausbeutbare Masse oder Stimmvieh missbrauchen können. Damit er auch ein willfähriges Werkzeug bleibt, muss man ihm etwas hin werfen. Das erledigen Trash-TV und Bunte Blätter gerne. Der Mensch wird von diesen erzogen, dass nur er was zählt, nur er die/der Größte und Schönste ist, er muss nur irgendeinen Quatsch konsumieren. 50 Jahre nachdem die Jugend damals auf die Straße ging hat man es geschafft. Der Mensch beschäftigt sich mit sich selber und ist für die Machthaber aus Politik und Wirtschaft keine Gefahr mehr. Der Teil der Bevölkerung, der noch immer an so etwas veraltetes wie "Solidarität", "Gemeinschaftssinn", "Verantwortung für die Gesellschaft" und diesen ganzen Quatsch glaubt, wird in die linke Ecke gestellt. Es wird nur bedauert, dass das allseits beliebte "Wenns dir hier nicht passt, dann geh doch nach drüber!" nicht mehr zieht. Schade drum.

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Gwylim 20.07.2019, 18:44
32. Analyse

Fr. Bergs Analyse ist einfach ziemlich falsch, denn weltweit sind die Unterschiede so groß, dass wir in der Schweiz oder in Deutschland natürlich keine Klassenkämpfe erleben werden. Selbst die untere Mittelschicht ahnt instinktiv, dass der eigene Wohlstand viel größer ist, als der Wohlstand der oberen Mittelschicht in den meisten anderen Ländern. Daher sind die meisten Menschen verständlicherweise ein wenig vorsichtig wenn nach Systemveränderungen gerufen wird, denn diese Veränderungen würden natürlich auch ihren Wohlstand bedrohen.
Sie haben doch weltweite Solidarität und Gerechtigkeit im Sinn Frau Berg, oder sollen sich nur die europäischen Arbeiter und Angestellten solidarisieren? Vielleicht gegen die Konkurrenz aus China und in Zukunft Südamerika und Afrika?

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remedias.cortes 20.07.2019, 18:48
33. Sp ist es , Frau Berg.

Ungefähr seit Ende der Achziger. Wir hatten vergessen, dass Soziales und Solidarität nur aus Angst vor dem Kommunismus existierte. Was auch nicht neu ist. Schon Bismarck setzte gegen die damals ultralinke SPD das Solidaritätsprinzip ein. Heute herrscht die unmaskierte, zynische Brutalität - eventuell verbrämt mit den Worten "Reform" , "Fortschritt" , und ganz infam " Freiheit und Demokratie", womit gemeint ist, dass einige die Freiheit haben, so viel Geld zu verdienen wie möglich. Nur mit einer Sache bin ich nicht bei Ihnen: Die Massen- Migration ist nicht links, sondern ein neoliberales Projekt im Rahmen der Globalisierung: Menschenströme dahin lenken können, wo man sie wirtschaftlich verwenden kann, Menschen buchstäblich zu entwurzeln.

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remedias.cortes 20.07.2019, 18:54
34.

Zitat von Nordstadtbewohner
. Das heißt mehr Eigenverantwortung und mehr Freiheit als ständig diese Forderungen nach mehr Solidarität, die nur dazu führen, dass ich noch mehr Steuern und Abgaben an den Staat abdrücken muss, um Minderleister zu alimentieren.
Schon das Wort "Minderleister" ist so ein neoliberales Bullshit- Wort .
Wir sind Menschen. Manche können gut, manche weniger gut. Und ja, es gibt vielleicht Leute, deren IQ reicht gerade aus, mit einem Besen die Straße zu fegen. Eventuell macht sie solch eine einfache Arbeit sogar glücklich . Bei Ihnen fallen Alte, Behinderte, Kranke jeder, der am allgemeinen Rattenrennen nicht teilnehmen kann, unter den Tisch.
Das Christentum brachte eine neue Idee in die Antike der westlichen Welt - die Idee des Mitleids und Mitgefühls.
Gehört diese Ethik für Sie auf den Müllhaufen der Geschichte?

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willib1955 20.07.2019, 19:03
35.

Zitat von Nordstadtbewohner
Im Gegensatz zu zur Klassenkämpferin Frau Berg bevorzuge ich den Individualismus gepaart mit Liberalismus. Das heißt mehr Eigenverantwortung und mehr Freiheit als ständig diese Forderungen nach mehr Solidarität, die nur dazu führen, dass ich noch mehr Steuern und Abgaben an den Staat abdrücken muss, um Minderleister zu alimentieren.
Ich gehe nicht mehr arbeiten, dass Jobcenter hat mich auch "freigestellt" bis 2020.
Bin ich jetzt ein Minderleister?

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Emderfriese 20.07.2019, 19:03
36. Glaube

Zitat von ruhepuls
Machen wir uns nichts vor: Klassen in ursprünglichen Sinne gibt es nicht mehr. Heute legt der - gut verdienende - Facharbeiter sein Erspartes in Aktien(fonds) an oder kauft eine Eigentumswohnung - zur Altervorsorge. Mit wem soll der sich solidarisieren? Mit Leuten, die die Mieten begrenzen wollen? Wohl kaum. Mit Alleinerziehenden? Warum, er oder sie ist nicht allein erziehend. Solidarität ist eine nützliche Sache - solange man die anderen braucht. Heute wird die Gemeinschaft aber vielfach als Last und nicht mehr als Schutz empfunden. Ich vermute auch, dass Frau Berg mit der real existierenden Gemeinschaft auch eher weniger am Hut hat. Wenn man so ihre Kolumne kennt. Aber es ist immer schön, im stillen Kämmerchen von der besseren Welt zu träumen.
Glauben Sie einem der wichtigsten Klassenangehörigen der besitzenden Klasse:
"Es herrscht Klassenkampf, meine Klasse gewinnt, aber das sollte sie nicht." (Warren Buffett unter www.gutzitiert.de)
Beachtet man den Nebensatz nicht, so wird doch klipp und klar der Klassencharakter der Herrschaft in unserem System genannt. Von einem, der es wissen muss!
Eine Klasse macht sich nicht am Blaumann, an der Tätigkeit im "Schweiße seines Angesichts" oder an der Bezeichnung Proletarier fest, sondern ist ein objektiver Bestandteil soziologischer Gesellschaftskritik. Wer gezwungen ist, seine Arbeitskraft zu verkaufen, um Leben zu können, ist Teil der "Arbeiterklasse", wer sich die Arbeitskraft anderer aneignet, gehört zur Klasse des Kapitals -das ist zwar sehr verkürzt, aber dennoch richtig. In diesem Sinne vergrößert sich zur Zeit die "Arbeiterklasse" aufgrund der Umverteilung von Besitz bei uns immer mehr.
Deshalb ist Frau Berg durchaus zuzustimmen, dass diese unsere (!) Klasse sich stärker zusammenfindet, um die Herrschaft der "Oberklasse" zu beenden. Schön, dass der "Klassenkampf" endlich wieder Eingang findet in die Diskussionskultur. Er wurde lange mit einem Tabu versehen, damit die Menschen ja nicht über ihre Situation in der Gesellschaft und deren Veränderung nachdenken.

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Horst Scharrn 20.07.2019, 19:03
37.

Wie erfolgreich so ein Klassenkampf ist, kann man genau sehen wenn man sich anschaut wieviele Leute die Linkspartei wählen. Diese Partei vertritt nämlich die Interessen der unteren 80% der Bevölkerung.
Aber weil die Leute blöd sind glauben sie lieber das was die anderen Parteien erzählen, nämlich dass jeder es schaffen kann zu den Superreichen zu gehören wenn man sich nur anstrengt. Und 70% der Bevölkerung glauben den Schwachsinn dann auchnoch und wählen Parteien die nur die Interessen der oberen 10% vertreten.

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harald.klingelhoefer 20.07.2019, 19:06
38. Mit wem bitteschön,

soll ich mich solidarisieren, der Klassenkampf aggressiv und polemisch, er hat noch nie genützt, und stärkt auch nicht die Schwächeren, er ist verlogen und wirtschaftet nur in die eigene Tasche. Die das fordern sind doch schlichtweg nur Heuchler,
Mein Glauben macht mich solidarisch mit denen die unrecht leiden
Nächstenliebe praktizieren, hilft mehr als Gutmensch sein .

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gewi1 20.07.2019, 19:11
39. Herzensguter BergIn

Ich habe es ja eigendlich seit Ihrer ersten Kolumne hier gewusst. Sie sind die wiedergeborene Robina Hood. Die Recherin der Enterbten, die Retterin in der Witwen und Waisen. Gepriesen sei die gebenedeite BergIn.

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