Forum: Kultur
Plagiatsvorwürfe: Jury soll entscheiden, ob Ed Sheeran abgekupfert hat
Getty Images for Global Citizen Festival: Mandela 100

Das Gerichtsverfahren um Ed Sheerans Hit "Thinking Out Loud" geht weiter - und landet bei einer Jury. Kläger werfen dem Musiker vor, sich bei einem Song von Marvin Gaye bedient zu haben.

Seite 1 von 2
dasfred 04.01.2019, 17:03
1. Wann haben die denn die Ähnlichkeit bemerkt

Schon erstaunlich, dass in solchen Fällen immer gewartet wird, bis ein Künstler mit seinem Titel ordentlich Geld verdient hat. Erst dann zu kommen, wenn es Millionen abzugreifen gibt, finde ich recht dubios. Die Einnahmen ab Veröffentlichung bis zum Antrag auf Beteiligung sollten daher von Ansprüchen frei gestellt werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
moneysac123 04.01.2019, 18:36
2. Marginal

Als Hobbymusiker und Komponist finde ich das nicht abgekupfert. Die Ähnlichkeiten sind dann doch weitaus geringer, als man es von anderen Stücken kennt. Außerdem darf man nicht vergessen, dass in den eigenen Schaffensprozess auch all das einfließt, was man schon gehört hat, das muss nicht mal bewusst sein oder in dem Wissen woher es kommt. Oft "erfindet" man auch Tonfolgen und findet später heraus dass es die so oder so ähnlich schonmal woanders gegeben hat. Ich bin gerne kritisch wenn bestehende Stücke neu verwurstet werden und als neu verkauft werden, aber mit dieser Trivialität hier Geld machen zu wollen ist der eigentliche Skandal. Aber das ganze Business ist ja auch Geld machen ausgelegt, daher sind dann 100 Mio sicher angemessen für 39 Noten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
thisnotes4u 04.01.2019, 18:50
3. Weia!

So ein Quark! Da ist gerade mal die Akkordfolge der normalen Verse gleich. Hoffentlich kommt nicht mal jemand auf die Idee, das Blues-Schema einzuklagen. Da wäre vielleicht Reibach gemacht...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
beroyeah 04.01.2019, 19:21
4. Geistiges Eigentum ...

... ist in jedem Falle zu schützen. Auch mit Millionenklagen. Anders ist dem "abkupfern" nicht bei zu kommen. Und bei unserem Ed ist es ja nicht das erste Mal. Nicht wahr!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Steffen Gerlach 04.01.2019, 19:24
5. Absurd

Die beiden Stücke sind also unter Ausklammerung des Gesangs sehr ähnlich? Verehrte Erben & Co, das ist im Pop keine Seltenheit. Bei einem Zyklus von nur vier Akkorden, wie ihn die beiden Stücke haben (genau wie 90% der restlichen Popmusik), gibt es nicht unendlich viele Möglichkeiten. Eine Tonart hat nur drei Dur- und drei Moll-Akkorde. 6 hoch 4 ist 1296, und davon ergeben viele Kombinationen musikalisch keinen Sinn. Mit Synkopen kommt wieder ein Faktor drauf, aber dem stehen Hunderttausende, wenn nicht Millionen von Popsongs gegenüber. Auf dieser Ebene ist alles, was einfach ist und gut klingt, schon hundertfach da gewesen. Für ein Plagiat sollte schon die Melodie sehr ähnlich sein, sprich: der Gesang, und davon kann ich in den Videos nichts erkennen.

Es fällt schon sehr auf, dass solche Klagen meistens von irgendwelchen Rechteverwaltern kommen, selten von Künstlern selbst.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Bayer31 04.01.2019, 23:54
6. Wer findet ...

... ein älteres Stück, das ähnlich zu "Let's Get It On" ist?
Gibt es sicher

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Aberlour A ' Bunadh 05.01.2019, 11:54
7. Für ein Plagiat sollte schon die Melodie sehr ähnlich sein!

Zitat von Steffen Gerlach
Die beiden Stücke sind also unter Ausklammerung des Gesangs sehr ähnlich? Verehrte Erben & Co, das ist im Pop keine Seltenheit. Bei einem Zyklus von nur vier Akkorden, wie ihn die beiden Stücke haben (genau wie 90% der restlichen Popmusik), gibt es nicht unendlich viele Möglichkeiten. Eine Tonart hat nur drei Dur- und drei Moll-Akkorde. 6 hoch 4 ist 1296, und davon ergeben viele Kombinationen musikalisch keinen Sinn. Mit Synkopen kommt wieder ein Faktor drauf, aber dem stehen Hunderttausende, wenn nicht Millionen von Popsongs gegenüber. Auf dieser Ebene ist alles, was einfach ist und gut klingt, schon hundertfach da gewesen. Für ein Plagiat sollte schon die Melodie sehr ähnlich sein, sprich: der Gesang, und davon kann ich in den Videos nichts erkennen. Es fällt schon sehr auf, dass solche Klagen meistens von irgendwelchen Rechteverwaltern kommen, selten von Künstlern selbst.
Es kommt nicht auf die Anzahl der Akkorde und auch nicht auf den Gesang an. Akkordfolgen sind auch nicht patentierbar. Es ist die STRUKTUR der Akkordfolgen , die entscheidend ist, ob eine Wesensgleichheit mit einem bereits vorher erscheinen Song bestehen kann oder nicht. Und damit eine Verletzung von Geistigem Eigentum. Das kann bzw. muss für jeden Einzelfall geprüft werden - soweit es einen Kläger gibt. Nach meiner Meinung ist diese Struktur- und Wesensgleichheit zwischen "Thinking Out Loud" und "Let's Get It On", bis auf die gleiche Basslinie, nicht gegeben. Es bestehen zwar ähnliche rhythmische Bestandteile, die aber zum ALLGEMEINGUT der Popmusik schon vor "Let's Get It On" gehörten. Ansonsten haben die Songs in der Struktur nichts miteinander zu tun, so dass die Erben von Marvin Gaye keinen Ansatzpunkt für ein Plagiat haben dürften - wenn Ed Sheeran gute Anwälte hat, wovon auszugehen ist. Anders sieht es z.B. in einem weiteren bekannten Fall aus, der nun in die zweite Runde geht. Das Instrumentalstück "Taurus" der amerikanischen Band Spirit vs. "Stairway to Heaven" von Led Zeppelin. Hier begründet die Struktur der Akkordfolgen eine starke Wesensgleichheit, so dass die Melodie von "Taurus" gleichsam zum Intro von "Stairway To Heaven" wird. Hier kann man mit dem Nachlassverwalter des verstorbenen Spirit-Gitarristen Randy Wolfe (den Spitznamen Randy California hat er von Jimi Hendrix bei gemeinsamen Jams erhalten) von einem Plagiat sprechen. Wichtige Frage in diesem Fall: kannte Jimmy Page das Instrumentalstück, das von Randy Wolfe komponiert wurde, überhaupt. Ja, denn beide Bands tourten 1968 und 1969 gemeinsam.
Hier hatte Jimmy Page zum ersten Mal "Taurus" gehört, das ihn zu "Stairway To Heaven" inspirierte. Sagt der frühere Spirit-Bassist Mark Andes, der sich der Klage angeschlossen hat.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Steffen Gerlach 05.01.2019, 15:01
8. Wie?

Zitat von Aberlour A ' Bunadh
Es kommt nicht auf die Anzahl der Akkorde und auch nicht auf den Gesang an. Akkordfolgen sind auch nicht patentierbar. Es ist die STRUKTUR der Akkordfolgen , die entscheidend ist, ob eine Wesensgleichheit mit einem bereits vorher erscheinen Song bestehen kann oder nicht.
Werter Forist, Ihr Beitrag steckt voller Widersprüche. Dass es bei der Plagiat-Frage nicht auf die Anzahl der Akkorde ankommt, ist logisch, aber das hat auch keiner behauptet. Meine Rechnung sollte zeigen, warum man die Akkordfolge einer Passage vernünftigerweise nicht als Plagiat betrachten sollte. Dann schreiben Sie, es komme nicht auf den Gesang an. Also nicht auf die Melodie? Wie das? Ist das nicht bei den meisten anderen Fällen dieser Art die zentrale Streitfrage? Und nicht die Akkordfolge sei entscheidend, sondern die "Struktur" der Akkordfolgen? Was soll das sein? Ich dachte zuerst, Sie meinen die Kombination von Strophe und Refrain, aber das passt nicht zum Stairway-To-Heaven-Teil. Und die beiden Stücke haben gleiche Basslinien, aber keine "Strukturgleichheit"? Nun, im Bereich mit den gleichen Bässen (um einen Halbton verschoben) sind auch die Akkorde gleich. Was soll das alles?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Aberlour A ' Bunadh 05.01.2019, 17:24
9. Akkordfolge einer Passage nicht als Plagiat betrachten?

Zitat von Steffen Gerlach
Werter Forist, Ihr Beitrag steckt voller Widersprüche. Dass es bei der Plagiat-Frage nicht auf die Anzahl der Akkorde ankommt, ist logisch, aber das hat auch keiner behauptet. Meine Rechnung sollte zeigen, warum man die Akkordfolge einer Passage vernünftigerweise nicht als Plagiat betrachten sollte. Dann schreiben Sie, es komme nicht auf den Gesang an. Also nicht auf die Melodie? Wie das? Ist das nicht bei den meisten anderen Fällen dieser Art die zentrale Streitfrage? Und nicht die Akkordfolge sei entscheidend, sondern die "Struktur" der Akkordfolgen? Was soll das sein? Ich dachte zuerst, Sie meinen die Kombination von Strophe und Refrain, aber das passt nicht zum Stairway-To-Heaven-Teil. Und die beiden Stücke haben gleiche Basslinien, aber keine "Strukturgleichheit"? Nun, im Bereich mit den gleichen Bässen (um einen Halbton verschoben) sind auch die Akkorde gleich. Was soll das alles?
Ich glaube nicht, dass mein Beitrag Widersprüche enthält, vielleicht habe ich mich nur unklar ausgedrückt. Sie schreiben, dass "man die Akkordfolge einer Passage vernünftigerweise nicht als Plagiat betrachten sollte". Darauf - also um die reine Akkordfolge an sich - kommt es aber bei einem Prozess um geistiges Eigentum nicht an. Mein Einwand bezog sich daher darauf, dass Akkordabfolgen als solche grundsätzlich nicht patentierbar sind, aber selbstverständlich die Art und Weise wie diese Akkordfolgen in einem spezifischen Stück gespielt, also vom Komponisten/Künstler entwickelt werden - eben die Struktur der Akkord-Progression - die einem Song seinen spezifischen Charakter gibt. Andernfalls würde Copyright in der Musik überhaupt keinen Sinn ergeben. Daher werden jetzt - beim zweiten Stairway to Heaven-Plagiatsprozess - die Jury.Mitglieder beide Lieder auch einem Hörtest unterziehen müssen. Beim ersten Prozess war dies vom Richter untersagt worden, die Klärung sollte nur "theoretisch vom Notenblatt" erfolgen. Unzureichend, wie man im Nachhinein eingesehen hat. Ähnlichkeiten zwischen Akkordfolgen ergeben sich häufig, so auch zwischen Let's Get It On von Marvin Gaye und Thinking Out Loud by Ed Sheeran, obwohl die Stücke in unterschiedlichen Tonarten komponiert worden sind. Die entscheidende Frage bei Urheberrechtsprozessen ist immer: WIE WEIT gehen diese Übereinstimmungen, so dass von einem Plagiat gesprochen werden kann. Viel Raum also für Sachverständige, Ankläger und Verteidiger beim "Juristen-Jazz" - wenn sich die Fachjuristen die entsprechenden Fachbegriffe aus dem Recht des "intellectual property law" um die Ohren hauen. Mir ist auch nicht klar, warum Sie in diesem Zusammenhang ständig auf den Gesang rekurrieren. In der Regel wird erst die Musik komponiert und dann der Gesang oben drauf gesetzt. Selbst so ein Textaffiner Künstler wie Herbert Grönemeyer verfährt so.
.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 2