Forum: Kultur
Podcast "SPIEGEL live": Trümmer, Frieden, Neuanfang - Deutschland zwischen 1945 und 1
DPA

Wie erlebten die Deutschen die ersten Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg? Und wie stellten sie sich dem geistigen und politischen Neubeginn nach dem Nationalsozialismus? Die Diskussion im Podcast "SPIEGEL live".

jutta_weise 12.08.2019, 18:07
1. ganz einfach....

erstmal alles auf die Reihe bekommen. Wohnung, Arbeit, Familie und ganz besonders: Lebensmittel organisieren!
Abwohl erst 3-4jährig kann ich mich noch gut an meine Geburtsstadt Hildesheim erinnern, dessen Innenstadt am 22.3.45 zu über 90% zerbomt wurde und ich, auf dem Weg zu meinen Großeltern, ca 4km über Trümmer laufen mußte. Habe mich immer gefragt, warum mich das nicht gewundert hat und ich dementsprechende Fragen nach dem Warum gestellt habe.
Auf dem Weg gab es aber ein kleines Wunder mit dem Namen "Eis-Cero", ein Italiener der direkt nach dem Krieg hierherkam, einen Eissalon in einem halbzerstörten Haus eröffnete und uns Kinder, große und kleine, glücklich machte. Er hatte auch einen dieser Spezialeiswagen auf 2 Rädern, mit den 2 dicken, glockenartikeln Deckeln, an einer Straßenecke stehen. Sie lag an meinem Weg zum Freibad, wo ich mir dann für die 20 Pfennig Eintrittsgeld 2 Kugeln kaufte. Rein kam ich immer irgendwie. Was für schöne Erinnerungen!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schramkl 12.08.2019, 19:50
2. Überschrift

Der Terror der Polen im okkupierten Schlesien war nicht von schlechten Eltern! Nach der Vertreibung landeten meine Ahnen zum Glück in der englischen Zone.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fortelkas 12.08.2019, 20:45
3. "Der Terror der Polen im okkupierten Schlesien war nicht

....von schlechten Eltern!" Ja, das glaube ich. Ich (Jahrgang 1943) bin mit meinen Eltern, genauer, sie sind mit mir aus dem Sudetenland geflohen. Den Sudetendeutschen ging es, um es mal milde auszudrücken, am Ende des Krieges und danach auch nicht gut. Nur, meine Eltern und ich haben uns später auch mal kritisch nach Ursache und Wirkung gefragt. Am Anfang stand nämlich Hitlers Krieg, ausgelöst durch den Überfall auf Polen und später der Vernichtungskrieg Hitlers gegen die Sowjetunion mit bis dahin noch nicht dagewesenen Kriegsverbrechen durch SS, Einsatzgruppen und auch auch durch die Deutsche Wehrmacht. Was sich im späteren Generalgouvernement Polen unter Hans Frank und im Sudetenland unter Reinhard Heydrich an Verbrechen abspielte, das kann auf diesem Forum gar nicht breit erörtert werden, das würde Bände füllen. Ja, das gehört eben auch zur Geschichte der Vertreibung nach 1945. Die deutschen Landsmannschaften haben diesen Teil der Geschichte völlig ausgeblendet. Ich selbst habe genau aus diesem Grund (als gebürtiger Sudetendeutscher) nie den Kontakt zur Sudetendeutschen Landsmannschaft gesucht. An Geschichtsklitterung und Revisionismus wollte ich mich nämlich nicht beteiligen.
Erwin Fortelka (Klarname)

Beitrag melden Antworten / Zitieren