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Podcast "SPIEGEL live" zu "Wir seit '89": "Ein Stück kulturelles Erbe ist einfach ver
Sebastian Hoppe

Schauspielerin Christiane Paul ist in der DDR aufgewachsen, nach der Wende stieg sie zum Kinostar auf. Warum sie die Wiedervereinigung befürwortet, es sich aber anfühlt, als ob der Osten übernommen wurde, erzählt sie im Podcast.

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.patou 26.08.2019, 15:12
1.

Ich finde den Titel der SPON-Reihe "Wir seit 1989" etwas irreführend angesichts der Tatsache, dass von den 38 bisher erschienenen Beiträgen 33 den Osten bzw. die Ostperspektive behandelt, die restlichen übergreifende Themen. Man könnte meinen, der Westen habe mit der Wiedervereinigung und deren Folgen kaum etwas zu tun.

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ibecf 26.08.2019, 15:19
2. Es ist auch so

"Warum sie die Wiedervereinigung befürwortet, es sich aber anfühlt, als ob der Osten übernommen wurde"

Rein rechtlich wurde die DDR ja von BRD übernommen. steht ja im Artikel 1 des Einigungsvertrag, wo vom Beitritt der DDR zur BRD die Rede ist.

Aber über 40 Jahre wirtschaftlicher, politische und kulturelle Spaltung braucht schon genau solange bis das vereint ist, aber wir sind aber heute schon ganz schön weit.

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cup01 26.08.2019, 15:35
3. Selbst wenn..

die DDR gefühlt vom Westen übernommen wurde, so war dieser Staat bankrott. Es gab also kaum eine andere Wahl. Bevor man jammert sollte man sich mal die Frage stellen, wo man heute stünde, wenn es nicht dazu gekommen wäre. Das sind immer noch die Nachwehen der SED Diktatur unter denen der Osten noch heute leidet.

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alles_auf7 26.08.2019, 15:40
4. Veränderte Wahrnehmung

Ich bin schon erstaunt, wie sich mit der Zeit die Erinnerung an die Realität der DDR verändert. Selbst bei so intelligenten Menschen wie Frau Paul. Das einzige, was nach meiner persönlichen Erfahrung sicher war, war die politische Repression, ein Arbeitsplatz, allerdings ohne nennenswerte Produktivität, und ein Einkommen, mit dem man auskam, weil es außer den Grundmitteln nicht viel mehr gab, für das man sein Geld ausgeben konnte. Gleichgültig, ob es um Autos, Kacheln, Schlitten, Usambaraveilchen oder Fisch im Gastmahl des Meeres in Zingst ging. Die Qualität der Lebensmittel war durchgehend Miserabel. Eine eigene Wohnung gab es nur für Verheiratete; dementsprechend war die Scheidungsrate auch recht hoch. Dass es eine große Solidarität nicht gegeben haben kann, sieht man u.a. an den Unmengen von Spitzelprotokollen der Stasi. Ich erinnere mich an viel Misstrauen, dass man verpfiffen werden konnte; was unerfreuliche Konsequenzen haben konnte. Die Verklärung des Sozialismus mit seiner Gleichmacherei (auf unterstem Niveau) war nur eine Camouflage für eine Diktatur, wie man sie auch woanders fand und findet. Wenn sie das alles mit der afd wieder haben wollen, nur zu.

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doctoronsen 26.08.2019, 15:43
5. Ja, aber...

Ich habe (aufgewachsen in Bayern, in Leipzig seit 2004) viel Sympathie mit Christiane Pauls Sichtweise, aber ich glaube, sie übersieht etwas, wenn sie fordert, man solle den Menschen im Osten zugestehen, ihre Biographien "selbst zu deuten":

Was der Mensch "ist", definiert sich nicht nur aus ihm/ihr selbst heraus, sondern leitet sich stets wesentlich ab aus der Wahrnehmung, die seine Umwelt von ihm hat. Ich glaube, diesem Effekt können sich auch die früheren Bürger der DDR nicht entziehen. Schadet ja nicht, man kann sich damit auseinandersetzen, nicht?

Darüber hinaus nehme ich bei unseren neuen Freunden hier in Leipzig einen ausgeprägten Unwillen wahr, sich mit der Möglichkeit auseinanderzusetzen, dass ihre Biographien einen deutlichen und im wissenschaftlichen Sinn "erklärungsbedürftigen" Unterschied zu den Mitbürgern aus dem Westen begründen. Vielleicht tun sie das im Stillen - intellektuell sind sie dazu mit Leichtigkeit in der Lage. Aber sie tun nicht dort, wo es ja auch für Christiane Paul darauf ankäme: im Diskurs mit anderen. Das soll eine Beschreibung sein, keine Schuldzuweisung sein. Als "Ostler" hätte ich auch wenig Lust, mich permanent mit echten oder vermeintlichen Defiziten meiner Biographie konfrontiert zu sehen. Das Gespräch müsste weg bewegt werden von Fragen nach Defiziten, hin zu Fragen nach Unterschieden.

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thor.z1367 26.08.2019, 15:48
6. Nur der Osten zählt Sch.....ß

Ich bin es leid immer diese braune Gemeinde zu hören denn diese machen 15 % Der gesamt Bevölkerung ein aber führen sich auf als seinen sie die Mehrheit der Bevölkerung. Also ihre Befindlichkeiten interessieren doch keinen mehr ,denn da die im Osten eine Demokratieintoleranz besitzen sollte man wieder die Mauer aufbauen.Denn meine Brüder sind es nicht nur gleidgeile Verwandtschaft.

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Pinky42 26.08.2019, 15:54
7.

Zitat von cup01
die DDR gefühlt vom Westen übernommen wurde, so war dieser Staat bankrott. Es gab also kaum eine andere Wahl. Bevor man jammert sollte man sich mal die Frage stellen, wo man heute stünde, wenn es nicht dazu gekommen wäre. Das sind immer noch die Nachwehen der SED Diktatur unter denen der Osten noch heute leidet.
Genau!! Die direkte Aufnahme der DDR in die Bundesrepublik nach Artikel 23 des Grundgesetzes war die einzige Chance, die Wiedervereinigung in so kurzer Zeit durchzuführen. Spätestens nach dem Einmarsch des Irak in das Emirat Kuwait am 2. August 1990 wäre der Einigungsprozess Deutschlands sofort gestoppt worden, z.B. durch Margaret Thatcher, wenn zu diesem Zeitpunkt nicht schon alle Verträge usw. abgeschlossen gewesen wären, die dann am 3. Oktober 1990 zur Wiedervereinigung führten. Davon und von der Tatsache, dass die DDR praktisch bankrott war und all die „Errungenschaften“ in der DDR komplett auf Pump geschaffen wurden, will niemand in den neuen Ländern mehr etwas wissen. Die Nachwehen dieser völlig verfehlten Politik der SED und ihres stalinistischen Machtsystems wirken immer noch nach, leider.

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Kalle Bond 26.08.2019, 15:57
8. Damals bei der WV ...

... habe ich mich meiner Tränen nicht geschämt! Heute könnte man schon wieder die Krise bekommen.
Nur diesmal sind es keine Tränen des Glücks sondern der Verzweiflung, Wut und Ernüchterung.

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Pinky42 26.08.2019, 16:02
9. Artikel 23 GG war die einzige Chance

Genau!! Die direkte Aufnahme der DDR in die Bundesrepublik nach Artikel 23 des Grundgesetzes war die einzige Chance, die Wiedervereinigung in so kurzer Zeit durchzuführen. Spätestens nach dem Einmarsch des Irak in das Emirat Kuwait am 2. August 1990 wäre der Einigungsprozess Deutschlands sofort gestoppt worden, z.B. durch Margaret Thatcher, wenn zu diesem Zeitpunkt nicht schon alle Verträge usw. abgeschlossen gewesen wären, die dann am 3. Oktober 1990 zur Wiedervereinigung führten. Davon und von der Tatsache, dass die DDR praktisch bankrott war und all die „Errungenschaften“ in der DDR komplett auf Pump geschaffen wurden, will niemand in den neuen Ländern mehr etwas wissen. Die Nachwehen dieser völlig verfehlten Politik der SED und ihres stalinistischen Machtsystems wirken immer noch nach, leider.

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