Forum: Kultur
"Pokémon Go" und die Folgen: Da habt ihr eure Revolution!
DPA

Danke "Pokémon Go"! Wir dachten, das Zeitalter der Ideen und Utopien sei vorbei. Jetzt aber geht die Jugend endlich wieder auf der Straße.

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wanderer777 20.07.2016, 14:21
100. Zombies auf den Strassen

Ja, die Jugend geht wieder auf die Strasse - aber als Zombies, die den Blick nur auf ihr Smartphone gerichtet haben. Meine Freunde und ich nutzen die Gunst der Stunde und spielen jetzt "Walking Dead" nach, wobei die aufs Smartphone glotzenden, gebückt laufenden Smombies die Zombies darstellen. Noch nie hatten wir so viele "freiwillige" Statisten wie jetzt. Danke Pokemon Go, du bist ein perfekter ZOMBIE-RECRUITER! :-D

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muontec 20.07.2016, 14:46
101. Ich denke...

Frau Stockowski ist in Wahrheit eine Schläferin des konservativ-liberalen Spektrums unserer Gesellschaft mit dem Auftrag die Protagonisten der links-alternativen Kulturhegemonie zu veräppeln. Alleine die Ansammlung abgegriffner Polit-Termini in Verbindung mit Albernheiten a'la Habermas und Adorno sollten genügend Hinweis darauf sein.
Weiter so Frau Stockowski...

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lupenreinerdemokrat 20.07.2016, 15:07
102.

Wenn die Jugend auf die Straße ginge, um gegen CETA, TTIP, NATO-Truppenstationierungen in Osteuropa, Syrienpolitik oder neue Atomsprengkopf-Stationierungen in Deutschland zu demonstrieren - ja, das wäre mal was. Fast wie in alten Zeiten!

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benmartin70 20.07.2016, 15:29
103.

Zitat von derjonny
Wie so oft in diesem Forum lese ich viele der Kommentare und werde mit einem Kopfschütteln zurückgelassen. So wird sich auch hier mal wieder an einem ziemlich belanglosen Thema aufgehangen, tief in den eigenen Vorurteilskisten gekramt, pauschalisiert und diskriminiert. Viele Kommentatoren hier lesen nur etwas von Pokemon GO, einer Spieleapp fürs Smartphone und meinen alles über die Spieler zu wissen. Jeder, ausnahmslos jeder wird in eine Schublade gesteckt und anschließend fleißig darüber hergezogen. Das alles nur, weil sie Handlungsweisen anderer nicht nachvollziehen können und offensichtlich wenig gewillt sind abweichende Meinungen zu respektieren. Statt dessen bestätigt man sich untereinander, maßt sich ein Urteil an und fühlt sich in der Folge auch noch überlegen. Leider steckt auch dort dieselbe Denkweise dahinter wie bei Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Homophobie oder Sexismus. Nur der Aufhänger durch den die Intoleranz und Diskriminierung sich Bahn bricht ist ein anderer. Die Leute werden nun eben mal nicht an der vermeidlichen Herkunft oder am biologischen Geschlecht vorverurteilt, sondern am Vorhandensein einer bestimmten App auf einem Smartphone. Das lässt für mich, einen freiheitsliebenden, sehr toleranten Zeitgenossen leider nur einen Schluss zu. Egal ob politisch konservativ oder links. Bei Vorurteilen messen viele mit zweierlei Maß. Es gibt eben gute Vorurteile (die eigenen) und Schlechte (die der anderen).
Das passt, Treffer!

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benmartin70 20.07.2016, 15:30
104.

Zitat von lantelme.import
Man braucht keine H-Bomben mehr. Bei künftigen Kriegen reicht eine Graphitbombe zur Ausschaltung des Stroms und/oder ein hyper-elektromagnetisches Feld, um eine Gesellschaft ohne elektr.Strom bzw. ohne brauchbaren elekronischen Schnickschnack in die Verzweiflung zu treiben. Die springen dann alle freiwillig aus dem Fenster, weil sie analog mit ihrer Zeit und der Natur nichts mehr anzufangen wissen.
Ein sogenannter EMP wird durch eine Kernwaffenexplosoin "mitgeliefert".......

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benmartin70 20.07.2016, 15:32
105.

Zitat von lantelme.import
Natürlich kann jeder Einzelne machen, was er will, wenn niemand und nichts anderes gefährdet wird. Trotzdem kann man mit Recht eine gesellschaftliche Entwicklung kritisieren oder mit Sorge sehen. In diesem Fall entgleitet ein großer Teil der jungen Leute dem gesellschaftspolitischen Engagement (vergleichen Sie mal mit den 1970er/80er Jahren), damit der Verantwortung für die Allgemeinheit und dem Sinn für Natur, Umwelt und Natürlichkeit. Ein Beispiel als Folge: Youngsters in England, von denen nur ein Drittel zum Referendum geht, die aber dann aufjaulen, wenn sie überstimmt sind. Sie fühlen sich "um die Zukunft betrogen", weil sie nicht mehr so schnell in Europa hin- und herreisen können, sondern evtl. ein Paß vorzeigen müssen. Die Cyberwelt verführt zum Abkapseln, zur ausschließlichen Spaßgesellschaft ohne hinreichende Allgemeinbildung. Zum Gruseln immer wieder die Beispiele der Umfragen bei Jugendlichen auf der Straße mit Fragen/Antworten wie "Wie heißt der deutsche Bundespräsident?" ----> "Horst Seehofer". Da paßt es, wenn sie mit dem iPhone in der Hand vor den nächsten Vollpfosten laufen.
Da fragen Sie doch mal die "Erwachsenen" - glauben Sie ernsthaft so eine Umfrage würde da viel "besser" ausfallen?

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suelzer 20.07.2016, 15:57
106.

Guter Artikel! Wir leben in einer Gesellschaft, in der besonders die ab Ende der 70er Jahre geborenen Menschen offenbar Angst vor Individualität haben. Deswegen können Medien oder Unternehmen etwas zum Trend oder Hype (warum muss das so heißen? In Frankreich und meines Wissens auch in Polen gibt es Gesetze, die Anglizismen verbieten) erklären und alle machen mit. Auch diejenigen, denen das eigentlich zu blöde ist. Aber wer aus der Reihe der Normcore-Verpeilten ausschert ist suspekt. Wer Fahrrad fährt anstatt es zu schieben, der gehört nicht dazu, zu was auch immer. Ich gehöre zur Generation der Anfang der 60er Geborenen, ich mache stets das, was ich will und lebe meine Individualität exzessiv. Ich finde Pokemons hässlich und ich müsste vollkommen belämmert sein, in der Gegend herumzulatschen und aufs Handy zu glotzen. Vorhin liefen hier ein paar chinesische Studenten so herum, mit Sicherheit auf der Jagd nach Pokemon. Einfach erbärmlich. Für die Jungs ist das gefährlich. Die Zeit, die sie auf der Jagd nach japanischen Comic Figuren verplempern, könnten Sie den nächsten Hype verpennen.

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