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Politik-Talk in Zahlen: Am liebsten Mann, am liebsten CDU
DPA

Wen laden die vier großen Politik-Talkshows wie oft ein? Über welche Themen wird am häufigsten diskutiert? Eine Erhebung zeigt die Vorlieben von Plasberg, Jauch, Illner und Will.

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romeov 10.03.2015, 10:58
40. Statistik ist das aufregendste der Welt

Ich finde auch das Aufzählen statistischer Daten unglaublich erregend. Z. B. morgens im Zug, auf dem Weg zur Arbeit. 4 Sitze. Männeranteil: 75%, Frauenanteil 25% Dabei spiegelt das Wahlverhalten unserer Gruppe nicht das unserer Gesellschaft wider: 50% FDP, 25% CDU und 25% SPD. Dann bei der Arbeit Frauenanteil 60%, Männeranteil 40%. Fahre ich mit dem Auto und gehe ich in die Tanke, dort finde ich den Inhaber: Männeranteil: 100% Auf der gegenüberliegenden Seite ist "American Nails" Frauenanteil: 100%. Im EDEKA-Markt tragen 74% der Angestellten eine Uhr, auf der Post tragen 0% der Angestellten eine Krawatte. Bald gibt's die Apple Watch, dann liefere ich Ihnen noch mehr Zahlen

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grubreg 10.03.2015, 11:01
41. Ist es Zweck dieser Talkshows...

Nr. 5 deviance anzeigen

... ,das ohnehin aus den Medien bekannte bzw. hergestellte Meinungsbild in der BRD zum x-ten Male zu wiederholen und also auch zu betonieren, oder sollten sie die immerhin doch existente, zumindest wünschenswerte Meinungsvielfalt hierzulande darstellen oder zumindest anregen? Dauerhaft Kopie des sattsam Bekannten ist Ihrer Meinung nach das Naturgegebene?
Eine Frage an die Talkmaster: Ist Ihr Anspruch dermaßen bescheiden?

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fischerg1 10.03.2015, 11:15
42. Stegner

WarumHerr Stegner so oft eingeladen wird ist mir, als Sozi,nichtklar.
So wie der in den Sendungen schaut und redet, meinen die Zuschauer doch, die Sozialdemokraten wären alle so.

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colinchapman 10.03.2015, 11:22
43. Männer werden nicht überproportional häufig eingeladen

Der Frauenanteil bei Talkgästen liegt angeblich bei rund 30%. Gleichzeitig heißt es, der überwiegende Anteil seien Politiker. Und - voila, der Frauenanteil unter MdB's liegt bei rund einem Drittel. Die obige Statistik berücksichtigt nicht, dass schon die Bezugsgröße nicht symmetrisch verteilt ist - ein schönes Beispiel für verdrehte Zahlen.

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walter_e._kurtz 10.03.2015, 11:23
44.

Zitat von mariameiernrw
Haben Sie einen anderen Artikel gelesen als ich? Die SPD hatte bei der Bundestagswahl 25,7 Prozent. Gerundet also .....
Dieser Abgleich - Parteienproporz BT zu Parteienproporz in Talkshows - ergibt doch nur Sinn, wenn man voraussetzt, daß Talkshows per Definition eine Bühne für Parteipolitik darstellen. Das sind sie aber nicht!
Und daß man sich auf diesen Vergleich einläßt, belegt einmal mehr, daß man sich diese Unsitte schon zu eigen gemacht hat und gar nicht mehr hinterfragt.

Ich finde es einfach nur noch armseelig, wie einerseits die Redaktionen sich zu willfährigen Erfüllungsgehilfen der etablierten Parteien machen, und der Zuschauer dies andererseits als Gottgegeben hinnimmt.

Die im Artikel erwähnten Formate (Illner, Maischberger, Jauch, Plasberg) wären ohne jeglichen Informationsverlust für den Zuschauer ersetzbar durch eine "Diskussion" der Stammtische SDP-Wanne-Eickel vs. CSU-München vs. ...
Da werden vorgefertigte Denkschablonen und Worthülsen ´rausgehauen, selbst wenn sie noch so unpassend sind, bzw. deren Realitätsbezüge gegen Null tendieren.
Mit Diskurs hat das wenig zu tun, eher schon mit einem Marktschreierwettbewerb, bei dem der Lauteste gewinnt.
Die Prioritäten sind doch hier ganz klar vorgegeben; Unterhaltung durch Konfrontation und Medienkompatibilität der Teilnehmer, sprich welche Paarung verspricht die höchste Einschaltquote.
Der Erkenntnisgewinn für den Zuschauer durch Information steht irgendwo ganz weit hinten an.
Und somit sind die allermeisten Talkrunden unter Politikerbeteiligung vom Ergebnis her bereits vorhersagbar, bevor der Eröffnungseinspieler überhaupt angelaufen ist.
Laaaaangweilig!
Aber für die breite, "politisch interessierte" Masse wohl genau richtig, wird doch das eigene Schubladendenken/Weltbild perfekt bedient.

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MeikF 10.03.2015, 11:25
45. Skandal...

Für mich ist das einer der größten Skandale in den Medien: Wieso wird nicht zu jeder Talk-Show ein Mensch aus unserer Mitte eingeladen? Schließlich bezahlen wir mit unserer GEZ das ganze Lobby-Gelabere. Abgesehen davon, dass die geladenen Politiker eh nur immer den gleichen regierungstreuen Mist runter beten. Wenn dann mal Jemand doch zu kritisch ist, versteht es der Moderator schnell das Thema zu wechseln.
Meine Forderung: In jede Talkshow einen "Normalbürger", der ohne Parteibuchvorgaben seine Meinung äußern kann. Oder auch mal einen Vertreter aus einem mittelständischen Betrieb, nicht immer irgendwelche Wirtschaftsbosse aus der Großindustrie....

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walter_e._kurtz 10.03.2015, 11:28
46.

Zitat von Eckfahne
Wobei haben Sie denn ein Problem? Hat Ihr TV keinen Ausschalter? Also, warum diese Aufregung? Ich, z. B., schaue mir auch keinen Parteitag der Linken an und fühle mich sauwohl.
Als Antwort verweise ich gerne auf einen Mitforisten, hier Beitrag #42 grubreg.
Das GEZ-gesponserte Fernsehen wurde geschaffen, um eine Meinungsvielfalt zu garantieren, nicht um politische Verhältnisse zu betonieren.
BTW - Talkshows sind keine Parteitage, verkommen allerdings häufig dazu ;-)

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ulli7 10.03.2015, 11:35
47. Staatsfernsehen ARD und ZDF ist Instrument der Parteien

"Politiker stellen 37 % der Talkgäste." Deutlich weniger als 2 % der Bevölkerung sind Mitglieder einer Partei. In den öffentlich rechtlichen Sendeanstalten sind Politiker demnach zwanzigfach überrepräsentiert. Die Interessen von 98 % der Bevölkerung werden deutlich vernachlässigt. Wird sich das jemals ändern ?

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hestertom 10.03.2015, 11:38
48. Frauen meiden oft die erste Reihe

Zitat von rugall70
Merke: Teilnahme ist nicht gleich Einladung. Der Artikel ist deshalb an einer Stelle ungenau. Die Studie hatte die "Teilnehmer" im Blick. Der Artikel spricht dann aber fälschlicherweise davon, dass nur ein gewisser Prozentsatz der "Eingeladenen" Frauen gewesen seien. Das muss nicht so sein, wie die Sendung bei Plasberg beweist. Interessant wäre deshalb auch zu wissen, WER denn am häufigsten Einladungen abgesagt hat.
Das ist genau der Punkt - die Untersuchung sagt etwas über die Präsenz in den Talkshows aus, nicht über die Einladungsstrategien der Redaktionen. Ich war selber zehn Jahre lang verantwortlich für eine öffentlich-rechtliche TV-Talkshow.

Bilanz: Frauen lehnen Einladungen besonders häufig ab. Unsere Wunschlisten waren oft paritätisch männlich-weiblich besetzt, Frauen sagten erst nach intensiven Bemühungen zu, oft aber waren sie nicht zu dem Selbstdarstellungsmarathon bereit wie vor allem männliche Politiker.

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laurent1307 10.03.2015, 11:42
49. @MeikF

Sind sie wahnsinnig?
Sie denken wohl sie leben in einer Demokratie?

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